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13 Jun 13:15

Der Pudel (01.05.2014)


Themen: Bundestag/Bundesrat, Deutsche Außenpolitik, Justiz/Gesetze, Kommunikationstechnik, Militär, Regierung, USA, Ausschuss, Parlament, Untersuchungsausschuss, Abhören, Beweise, Datenschutz, Grundgesetz, Grundrechte, Rechtsstaat, Untersuchung, Verfassung, Bespitzelung, Big Brother, Datenklau, NSA, Prism, Privatsphäre, Spionage, Whistleblower, Außenpolitik, Bundeskanzler, Staatsbesuch, Computertechnik, Geheimdienste, Präsident, Überwachung, Weißes Haus, WikiLeaks
Personen: Angela Merkel, Barack Obama, Edward Snowden

23 May 06:46

Konsequente Ermittlungen

by Udo Vetter

Möglicherweise ist es nicht ganz ungefährlich, Post in den Briefkasten des Bundesverfassungsgerichts zu werfen. Der Karlsruher Rechtsanwalt David Schneider-Addae-Mensah wurde bei dieser Gelegenheit jedenfalls nicht nur die Vollmacht für ein Verfahren los, sondern fand sich auch in Handschellen wieder, nachdem ihn ein Polizist zu Boden gebracht hatten.

Der Vorfall, von dem die taz berichtet, ereignete sich um die Mittagszeit am 14. April, einem Werktag. Nachdem der Jurist die Vollmacht am öffentlich zugänglichen Briefkasten des Gerichts eingeworfen hatte, sagt er, habe ein Polizist von ihm wissen wollen, was er da eingeworfen habe.

Schneider-Addae-Mensah will erwidert haben, was ich auch gesagt hätte:

Das geht Sie nichts an.

Wieso der Polizist darauf hin den Ausweis des Anwalts sehen wollte, kann die Polizei laut taz bislang nicht erklären. Im weiteren Verlauf ist Schneider-Addae-Mensah dann aber wohl von dem Beamten in den Polizeigriff genommen und auf den Boden geworfen worden.

Selbstverständlich hat die Polizei bereits Ermittlungen aufgenommen. Und zwar gegen den Juristen. Er soll Widerstand geleistet und den Polizisten einen “Drecksbullen” genannt haben. Was ich, rein menschlich gesehen, ein wenig nachvollziehen kann. Immerhin soll es 15 Minuten gedauert haben, bis man merkte, dass man wohl keinen Topterroristen zur Strecke gebracht hat.

Hatte ich erwähnt, dass der Jurist dunkle Hautfarbe hat?

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21 May 08:40

Neuer Alkoholschnelltest bei der Polizei

by Peter Wilhelm

schnelltest1

16 May 13:23

Ray Charles, Dan Aykroyd, John Belushi and John Landis

by ThisIsNotPorn

Ray Charles Dan Aykroyd John Belushi and John Landis on the set of The Blues Brothers | Rare and beautiful celebrity photosRay Charles, Dan Aykroyd, John Belushi and John Landis on the set of The Blues Brothers.

16 May 12:59

Alfred Draxlers Einführung in die Medienethik

by Mats Schönauer

Alfred Draxler, der ehemalige Vize-Chefredakteur und Ober-Sportchef der "Bild"-Zeitung, hat am Sonntag bei "Günther Jauch" mal e­rzählt, wie Journalismus funktioniert. Also nicht dieser Schweinepressejournalismus, sondern der richtige. Der verantwortungsvolle, penible, juristisch, moralisch und ethisch einwandfreie Journalismus. Der Journalismus also, den "Bild" pflegt — laut Alfred Draxler.

Leider hat er bei seinen Ausführungen die Beispiele ganz vergessen. Aber kein Problem, liefern wir sie eben jetzt nach. Beginnen wir mit …

Alfred Draxlers Einführung in die Medienethik, Teil 1

Das Interesse der Menschen [am Fall Schumacher] ist riesengroß. Als Journalist hat man dann halt die Aufgabe, zu filtern und zu entscheiden: Was kann man machen, was kann man nicht machen.

Ein Beispiel. Gerade in der ersten Zeit nach dem Unfall wurden die Angehörigen von Michael Schumacher jedes Mal von etlichen lauernden Fotografen umzingelt, sobald sie die Klinik betraten oder verließen. Schumachers Managerin Sabine Kehm berichtete bei "Günther Jauch", dass die Familie sogar Sicherheitskräfte engagierte und alternative Zugangswege auskundschaftete, um sich nicht immer wieder durch den Pulk von Kameraleuten und Fotografen quälen zu müssen – ohne Erfolg.

Die Redaktionen bekamen täglich Dutzende solcher Fotos geliefert und mussten entscheiden: Kann man oder kann man nicht machen?

"Bild" meinte: Kann man.

11.03 Uhr - Corinna Schumacher kommt an Klinik an - Schumis Ehefrau Corinna ist um 9.49 Uhr wieder an der Uni-Klinik in Grenoble angekommen, wird ihrem Mann auch heute beistehen.15.23 Uhr - Papa Rolf bringt Pizza - Schumis Vater Rolf kümmert sich um die Familie: Um 15.04 Uhr bringt er neun Pizzas zu den Wartenden in die Klinik.18.50 Uhr - Corinna verlässt die Klinik - Corinna Schumacher verlässt um 18.18 Uhr die Klinik in Grenoble. Auch heute war sie wieder bei ihrem Michael.

Die Kliniktür-Klickstrecken endeten erst, nachdem ein Absperrgitter zum Schutz der Angehörigen aufgebaut worden war. Heißt: Zum "verantwortungsvollen" Journalismus der "Bild"-Zeitung gehört auch die Veröffentlichung solcher Fotos. Solange sie nicht massivst daran gehindert wird.

Alfred Draxlers Einführung in die Medienethik, Teil 2

[Im Fall Schumacher] strömen auf die Redaktionen unglaublich viele Informationen ein – angebliche Informationen. Sei es der Kollege Alesi von Schumacher, seien es Ärzte, die eine Ferndiagnose machen. Und es ist unsere Aufgabe, damit verantwortungsvoll umzugehen, und ich glaube, das gelingt uns.

Sabine Kehm hatte zuvor erzählt, dass es jedes Mal eine Belastung für die Familie sei, wenn Äußerungen wie die von Alesi oder Ferndiagnosen unbeteiligter Ärzte von den Medien verbreitet würden.

Und so "verantwortungsvoll" ist "Bild" mit den Äußerungen von Alesi umgegangen:

Und so "verantwortungsvoll" ist "Bild" mit den Ferndiagnosen von Ärzten umgegangen:

"Verantwortungsvoll umgehen" heißt also: konsequent veröffentlichen.

Alfred Draxlers Einführung in die Medienethik, Teil 3

Ich kann da nur für "Bild" und "Sport Bild" und andere Springer-Medien sprechen: Wir prüfen das wirklich – sowohl juristisch als auch moralisch als auch ethisch –, ob wir das überhaupt bringen können. Also: Wir nehmen nicht jede Information und stellen sie ungeprüft in die Öffentlichkeit, sondern das wird schon sehr, sehr, sehr verantwortungsvoll geprüft.

Und erst wenn "Bild" eine Information sowohl juristisch als auch moralisch als auch ethisch als auch sehr, sehr, sehr verantwortungsvoll geprüft hat, wird sie zu einer solchen Titelgeschichte verarbeitet:

Neue Sorge um Schumi - Lungen-Entzündung im Koma!

"Bild" schrie:

JETZT MÜSSEN SICH DIE FANS NEUE SORGEN MACHEN: Bei Schumi wurde nach BILD-Informationen in der vergangenen Woche eine Lungenentzündung diagnostiziert! Die Folgen sind noch nicht absehbar.

Die Meldung wurde sofort von anderen Medien aufgegriffen — und auch wenn einige der Abschreiber durchaus Zweifel hegten und Schumachers Managerin Sabine Kehm die Meldung nicht hatte kommentieren wollen: die "Neue Sorge um Schumi" war in der Welt.

Die Reporter bezogen erneut Stellung vorm Krankenhaus, die internationale Presse bombardierte Kehm erneut mit Anfragen, die "Experten" ferndiagnostizierten erneut drauf los, die Fans machten sich erneut Sorgen, die Freunde und Angehörigen wurden erneut aufgeschreckt.

Dabei stimmten die "BILD-Informationen" gar nicht. Zwei Tage später schrieb das Blatt im vorletzten Absatz eines weiteren Schumi-Artikels:

BILD hatte berichtet, dass in der vergangenen Woche eine Lungenentzündung diagnostiziert worden war. Die Erkrankung liegt aber schon weiter zurück und stellte in dieser Woche nach neuesten Erkenntnissen keine akute Gefahr mehr da.

So viel zum Punkt juristisch als auch moralisch als auch ethisch als auch sehr, sehr, sehr verantwortungsvoll geprüfte Informationen.

Die ganze unnötige Panik wäre nicht ausgelöst worden, wenn "Bild" sich an den Wunsch von Schumachers Managerin gehalten hätte, die immer und immer wieder ausdrücklich und nachdrücklich darum gebeten hat,

das Arztgeheimnis zu respektieren und sich ausschließlich an die Informationen des zuständigen Ärzte-Teams oder Managements zu halten, die die einzigen gültigen Informationen sind.

Aber "Bild" ignorierte diese Bitte.

Die Medien wollen so viele Details wie möglich. Schumachers Familie will aber so wenige wie möglich rausgeben. Die Lücke wird geschlossen mit Spekulationen, Ferndiagnosen, Übertreibungen und Wiederholungen. Oder mit Berichten darüber, dass es nichts zu berichten gibt.

Und damit zu …

Alfred Draxlers Einführung in die Medienethik, Teil 4

Jauch: "Was machen Sie denn, wenn Sie so ein riesiges Interesse feststellen und müssen sagen: 'Es gibt nichts Neues, wir haben nichts'?"

Draxler: "Dann machen wir's auch nicht."

Nun ja …

Bild.de, 4. Januar:

Zu seinem aktuellen Zustand gibt es keine Neuigkeiten.

Bild.de, 16. März:

Weiterhin keine Neuigkeiten bei Schumi!

Bild.de, 10. April:

Unterdessen gibt es zu Schumis gesundheitlichen Zustand keine Neuigkeiten.

Bild.de, 2. Januar:

Aber es gibt ja auch noch genug anderen Quatsch, mit dem "Bild" die Seiten füllen kann:

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So hat "Bild" seit dem Unfall bereits über 40 Artikel veröffentlicht. Viele davon bestehen aus nicht viel mehr als Gerüchten, Fragen, Wiedergekäutem und Geschwafel.

Am 4. April schien es dann aber, als hätte Bild.de tatsächlich etwas Neues zu berichten. Auf der Startseite jubelte das Portal riesengroß:

Schumi geht es besser! - Seine managerin zu BILD: "Es gibt Anzeichen, die uns Hoffnung machen"

Grund für die "neue Hoffnung" war eine Aussage von Schumachers Managerin Kehm gegenüber "Bild":

Managerin Sabine Kehm gegenüber BILD: "Ich kann nur noch einmal sagen: Es gibt Anzeichen, die uns Mut machen."

"Nur noch einmal sagen"?

Ach ja:

Schumi-Managerin macht Hoffnung - "Immer wieder kleine Anzeichen, die uns Mut machen"

Dieser Artikel war ziemlich genau drei Wochen zuvor bei Bild.de erschienen. Er bezog sich auf eine Pressemitteilung von Sabine Kehm, in der es hieß:

Es gibt immer wieder kleine Anzeichen, die uns Mut machen.

Genau das, was sie per Pressemitteilung allen gesagt hatte, hat sie drei Wochen später der "Bild"-Zeitung also noch einmal gesagt. Und die bastelt daraus eine große Neuigkeit.

Andere Medien (und zwar viele, viele, viele, viele, viele, viele, viele, viele andere Medien) rannten erwartungsgemäß blind hinterher und verkündeten, Schumacher gehe es "besser", obwohl einige von ihnen sogar selbst feststellten, dass Kehm genau das Gleiche schon in ihrem letzten Statement gesagt hatte.

"Bild" hatte den alten Stand kurzerhand als neuen verkauft (und alle anderen nahmen es ihr ab). Wenn Alfred Draxler also sagt: "Machen wir nicht", meint er "nicht" im Sinne von: "doch".

Alfred Draxlers Einführung in die Medienethik, Teil 5

Da ist kein Journalismus, das ist Schweinepresse!

Die womöglich zutreffendste Aussage Draxlers in der gesamten Sendung. Er meinte die billigen, bunten Klatschblätter. Mit denen will er unter keinen Umständen auf eine Stufe gestellt werden. Schon am Anfang der Sendung hatte er darauf bestanden, dass man "sehr differenzieren" müsse, "was die Art der Medien anbelangt", denn da gebe es durchaus "Abstufungen".

Es kommt ihm freilich sehr entgegen, dass es da noch einen Bereich in der Presselandschaft gibt, der noch mieser, noch krawalliger und noch skrupelloser zur Sache geht als die "Bild"-Zeitung. Gegen die Regenbogenpresse wirkt sein Ex-Blatt ja auch in der Tat nicht mehr ganz so schlimm. Zumindest auf der ersten Blick.

Rein inhaltlich haben "Bild" und die Regenbogenblätter in den vergangenen Wochen aber durchaus Parallelen gezeigt. Natürlich: Im Wahrheit-Verzerren sind die Klatschblätter ungeschlagen. Aus einer banalen Kleinigkeit wird auf derm Cover schnell mal eine riesige Schocktränentragödie. Oder aber ein "Zeichen der Hoffnung", wie in diesem Fall:

Endlich! Michael Schumacher - Das erste Zeichen der Hoffnung!

Das Blatt suggeriert, Schumachers Zustand habe sich gebessert — dabei steckt hinter der Schlagzeile lediglich das Gerücht, dass Schumachers Glücksarmband angeblich wiedergefunden wurde.

Die "Bild"-Zeitung hatte bei der Überschrift allerdings eine ganz ähnliche Idee…

Glücksarmband im Schnee gefunden - Hoffnungs-Zeichen für Schumi?

… ließ ihre Leser aber immerhin nicht im Unklaren über den Kern der, äh, "Nachricht":21 Tage nach Horror-Unfall - Schumis Glücksbringer im Schnee gefunden!

Einige Journalisten scheinen fest davon überzeugt zu sein, sie hätten Anspruch auf eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung mit neuen Einzelheiten; manche drehen sogar dermaßen am Rad, wenn Schumachers Managerin "nichts zu berichten" hat, dass man ihnen am liebsten die Tastatur wegnehmen möchte.

Und so werden die Zeitungs– und Internetseiten — und zwar sowohl in den Boulevard– als auch den Regenbogen– als auch den seriösen Medien — mit Nachrichten gefüllt, die diese Bezeichnung eigentlich gar nicht verdient haben und statt dem Informationsinteresse nur einer Sache dienen: der Gier der Leute, irgendetwas über Michael Schumacher zu lesen. Dass die "Bild"-Zeitung sich dabei nicht ganz so weit aus dem Fenster lehnt wie die Regenbogenpresse, ist klar. Und es kam ihr sehr zugute, dass diese Unterscheidung auch bei Jauch so stark betont wurde, vor allem von Draxler selbst. Guck mal, was die da machen, dagegen sind wir ja nun wirklich nicht schlimm.

Ohnehin profitierte "Bild" in Jauchs Runde enorm von den Vergleichen mit anderen Medien. Auch Schumachers Managerin Kehm sagte, dass sich das Blatt "im Großen und Ganzen fair" verhalten habe und dass sie andere Boulevardmedien als "sehr viel grenzwertiger" empfunden habe. Und natürlich wirkt "Bild" im direkten Vergleich nicht ganz so schlimm wie etwa der unsägliche "News"-Ticker von "Focus Online" oder die Knallblätter der deutschen oder englischen Regenbogenpresse. Aber nur weil die "Bild"-Zeitung noch genug Restskrupel hat, auf der Titelseite nicht einfach zu lügen, Schumacher sei "aufgewacht" oder es gebe ein "Wunder", und nur weil sie nicht jedes Gerücht aufgreift, sondern auch mal eins auslässt, heißt das ja nicht automatisch, dass sie guten Journalismus macht. Es ist lediglich das kleinere Übel.

Es gibt darüber hinaus noch einen bedeutenden Unterschied zwischen "Bild" und der Regenbogenpresse, der bei solchen Vergleichen schnell unter den Tisch fällt. Dieser Unterschied wird gerade am Beispiel der rumgereichten "Bild"-Panikmache wegen der angeblichen Lungenentzündung deutlich.

Wenn die "Bild"-Zeitung etwas schreibt, dauert es nämlich nicht lange, bis andere, auch seriöse und internationale Medien aufspringen, so groß deren Zweifel auch sein mögen. Die Spekulationen der "Freizeit X" werden dagegen allenfalls von der "Freizeit Y" und der "Z für die Frau" aufgegriffen, sie verbleiben im Paralleluniversum der Regenbogenwelt und dringen nur selten ans Licht der breiten Öffentlichkeit. Auch wenn die Auflagenzahlen in diesem Segment riesig sind, erreicht ein Gerücht der Regenbogenpresse nur selten so viele Meinungsmacher wie eines, das von der "Bild"-Zeitung in die Welt gesetzt wurde.

So zieht jede große "Bild"-Schlagzeile ein riesiges Echo nach sich, das selbst dann noch hallt, wenn die ursprüngliche Meldung längst korrigiert oder widerlegt wurde.

Im Fall Schumacher klang dieses Echo unter anderem so:

Michael Schumacher - Jetzt liegt alles in Gottes Hand! - Die schwere Lungen-Entzündung - Die letzten Stunden im Krankenhaus

Dahinter steckt nichts anderes als die Falschmeldung der "Bild"-Zeitung. "die aktuelle" schreibt:

Der Feind in seinem Körper — er macht alles kaputt. Die schreckliche Schock-Nachricht aus Grenoble: Schwere Lungenentzündung. Ausgerechnet jetzt! Das Leben von Michael Schumacher, 45, steht auf Messers Schneide. Sein Schicksal liegt nun allein in Gottes Hand. Dabei hatte es doch schon so gut ausgesehen …

Diesen Artikel hätte es ohne "Bild" nicht gegeben. Viele andere Schumi-Artikel in den Regenbogenbogenblättern auch nicht. Klar: Die Redaktionen hätten sicherlich auch andere Quellen für ihre Schock-Wunder-Dramen gefunden. Aber in vielen Fällen lieferte die "Bild"-Zeitung schon genug Futter für die "Schweinepresse".

All das erwähnte Alfred Draxler in seiner Lehrstunde über verantwortungsvollen Journalismus natürlich mit keinem einzigen Wort.

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16 May 12:56

Ganz blöder Ortsname für Nicht-Ortskundige

by Stefan Niggemeier

Großbrand vernichtet Seniorenheim Neuried

Klitzekleines Problem mit diesem Artikel aus der gestrigen Ausgabe der "Bild"-Stuttgart: Es gab ein Feuer in Altenheim. Nicht im Altenheim.

Altenheim ist ein Ortsteil von Neuried bei Offenburg. Und da hat es gebrannt. In einer Wohnung und angrenzenden Gebäuden: Scheune, Mosterei und Werkstatt. Nicht im Altenheim. In Altenheim.

Und obwohl, zugegeben, die Überschrift der Polizeimeldung, die einfach "Feuer in Altenheim" lautet, für sich gelesen mehrdeutig ist, ist es schon schwerer zu erklären, wie die "Bild" dann zu der falsch verstandenen Meldung gleich ein passendes Detail berichten kann:

Feuerwehrmänner holten die Senioren aus ihren Zimmern, löschten.

Aber vermutlich ist das Lückenausfüllalltag bei "Bild". Muss ja so gewesen sein. Wenn es im Altenheim gebrannt hätte. Und nicht bloß in Altenheim.

Mit Dank an Kerstin H., Bastian M. und Hitradio OHR!

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15 May 08:53

Deutsche Äpfel dicker als EU-Birnen

by Mats Schönauer

Wenn "Bild", wie gestern, so etwas auf der Titelseite verkündet:

Dann lässt das Gerumpel der "Bild"-Leserschaft nicht lange auf sich warten:

Aber bevor Sie jetzt den Rechner runterfahren und schon mal ins Wochenende gehen ("Sollen doch die Pleite-Staaten für uns schuften!"), lassen Sie uns kurz auf Folgendes hinweisen: "Bild" redet Unsinn.

Das Blatt behauptet:

In Wahrheit beziehen sich die 40,6 Wochenstunden aber ausschließlich auf Vollzeitbeschäftigte (das hat Bild.de an anderer Stelle auch selbst geschrieben). Der angegebene EU-Durchschnitt bezieht sich aber auf alle Erwerbstätigen (inklusive Teilzeit). Und deren durchschnittliche Arbeitszeit lag in Deutschland bei 35,3 Wochenstunden.

Eigentlich hätte die Schlagzeile also heißen müssen:

Deutsche arbeiten 1,9 Std. weniger als EU-Durchschnitt

Oder auch:

Griechen arbeiten 6,8 Std. mehr als Deutsche

Die griechischen Erwerbstätigen lagen nämlich weit über dem Schnitt und kamen auf stolze 42,1 Stunden. Aber das verschweigt "Bild" natürlich lieber ganz.

Mit Dank an Sebastian und Christopher R.

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07 May 10:07

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05 May 12:55

Olli Schulz und Bjarne Mädel über den HSV

by Benjamin Kuhlhoff
Legendäre Interviews

Zwei Großmeister der kurzweiligen Unterhaltung versuchen sich in Geschichtsverklärung ihres dahindarbenden Lieblingsvereins.

05 May 12:32

Welche Wertegemeinschaft?

by m.spreng

Mit wem hat Deutschland eine Wertegemeinschaft? Sicher mit Frankreich, mit Spanien, mit Dänemark, mit den Niederlanden, mit Italien  und mit den anderen EU-Staaten. Wir teilen die großen Werte westlicher Demokratien.

Und was ist mit der angeblichen Wertegemeinschaft NATO? Da wird die Antwort schon schwieriger. Mit der Türkei Erdogans hat Deutschland sicher keine Wertegemeinschaft. Das hat gerade Bundespräsident Gauck bei seinem Türkei-Besuch deutlich herausgearbeitet.

Und mit den USA? Auch da ist die Antwort schwierig. Natürlich teilen Deutsche und Amerikaner viele Werte. Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit. Aber schon bei Frage nach der Rechtsstaatlichkeit und dem Völkerrecht gibt es große Differenzen. Der Krieg gegen den Irak, Guantanamo, Drohnen-Hinrichtungen sind mit dem deutschen Rechtsverständnis nicht vereinbar.

Die größte Differenz zu den USA besteht beim Wert der Freiheit. Sie wird spätestens seit 9/11 von der amerikanischen Politik völlig anders buchstabiert als von der deutschen. Sie taucht zwar noch in vielen Reden auf, wird aber in der Praxis einem paranoiden Sicherheitsbedürfnis untergeordnet.

Das wird auch Angela Merkel bei ihrem USA-Besuch wieder erleben. Die Amerikaner denken nicht im mindesten daran, ihre weltweiten Ausspähpraktiken zu ändern. Im Gegenteil: die Totalüberwachung durch die NSA wird weiter perfektioniert.

Und von einem No-Spy-Abkommen, das sich ohnehin nur auf deutsche Politiker und Behörden bezogen hätte, ist keine Rede mehr. Die deutsche Politik ist ohnmächtig gegenüber dieser freiheitsbedrohenden und freiheitseinschränkenden Politik.

Gegenüber den USA gibt es keine Sanktionen. Nicht einmal die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU wurden ausgesetzt. Deutschland beugt sich der millionenfachen Bedrohung der Freiheit deutscher Bürger.

Ohnmacht ist ohnehin ein Schlüsselwort des Jahres. Ohnmacht gegenüber der militärisch durchgesetzen Imperialpolitik Russlands auf der Krim, Ohnmacht gegenüber der technisch durchgesetzten Überwachung durch die NSA. Ich will die beiden Staaten nicht gleichsetzen, im Inneren schon gar nicht, aber das Ungleichgewicht deutscher Reaktionen fällt immer mehr Bürgern auf.

Aber muss man, wenn man die NSA-Aktionen verurteilt und die amerikanische Politik kritisch sieht, gleich zum Putin-Versteher werden? Verstehen im Sinne von sich erklären kann man sowohl das amerikanische als auch das russische Sicherheitsbedürfnis. Aber dafür Verständnis haben? Sympathien neu gewichten? Die einen umarmen, die anderen verurteilen? Unser Freiheits- und Sicherheitsbegriff kollidiert mit der Politik beider Länder.

Die richtige Antwort ist eine kritische Einstellung gegenüber allen Bedrohungen der Freiheit, unabhängig davon, ob sie aus Ost oder West kommen. Ohne Einseitigkeit, ohne Scheuklappen.

Für die deutsche Politik bedeutet die Entwicklung zweierlei: Verzicht auf Begriffe wie Wertegemeinschaft (mit den USA) und Modernisierungspartnerschaft (mit Russland). Und eine Konzentration auf die Staaten, mit denen wir tatsächlich eine Wertegemeinschaft haben – also auf die EU.

05 May 11:22

Wenn das Leben mal wieder reden will

by Ronny

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(Foto: Birgit Landauer, via StreetArt in Germany)

05 May 10:58

Wenn die Polizei klopft

by Ronny

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(via KTH)

05 May 10:18

Bedeutung von Automarkennamen

by Maik
GS

Teilweise ganz interessant!

Bedeutung von Automarkennamen

Mal wieder Interessantes aus einer Folge Mental Floss. John erklärt uns dieses Mal 36 Dinge, die hinter bekannten Namen von Automarken oder deren Modellen stehen. Das ist größtenteils unnützes Barwissen, aber wer weiß, vielleicht wird ja mal bei Wer wird Millionär? danach gefragt, wieso Toyota nocht Toyoda heißt…


via: neatorama

05 May 10:10

Ferrari 250 GTO

by Maik
GS

Voll schön!

Ferrari 250 GTO

1964 wurde der Ferrari 250 GTO ins Leben gerufen. Ein Produkt klassischer Schönheit, von dem es nur noch 36 Exemplare auf der Welt gibt. Drei Liter V-12 Motor mit über 300 PS und einer rassigen Aerodynamik, die dafür geboren wurde, Rennen zu gewinnen. Schönes Video über den klassischen Flitzer.

“Fomula One Champ Phil Hill, that raced it in Daytona and Nassau. But what is the car really like? Well, ‘It’s so hard to describe just how incredible it is to drive this car at speed. I mean, it’s really a certain kind of ecstasy.’”

via: doobybrain

05 May 10:01

Kann ich mein Leben mal kurz speichern

by Ronny

Hier auch als Plakat für die Innenseite der Wohnungstür.

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(von dem Einsiedlerkrebs seine Suppe, via Murdelta)

05 May 09:57

Das Weinglas

by Ronny

Ich meine gar, DAS Weinglas. Andere mögen Bier, ich eher Wein. Schon immer. Und das hier könnte zu meinem Lieblingsglas werden.

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05 May 09:55

Notwasserung, gefilmt aus dem Inneren eines Flugzeugs

by Ronny

Was macht man, wenn der Pilot durchsagt, “Bitte festhalten, wir müssen notwassern? Keine Panik, ich habe alles im Griff.”? Klar, man holt die GoPro raus und nimmt das Debakel erstmal auf. Sollen schließlich auch noch andere was von haben. Und wenn man das im Kasten hat, kann man sich auch um die Schwimmweste kümmern. Aber nur keine Panik, der Pilot hat ja gesagt, dass er alles im Griff hat.

(Direktlink)

05 May 09:45

Schönwetterprobleme

by Ronny
05 May 09:15

(Image)

02 May 07:02

(Image)

10 Apr 09:47

David Hasselhoff versteigert KITT

by Ronny

Ich war damals schon zu alt, um der Serie noch irgendwas abgewinnen zu können, glaube ich. Aber es soll ja Leute geben, die ziemlich vernarrt waren in Haselhoff und seinen KITT. Er selber ist das offenbar nicht mehr; er verscheuert die Karre, von der damals gleich mehrere gebaut wurden, gerade auf Julien’s Live. Geschätzter Wert: 30.000 – 50.000 Dollar, das aktuelle Gebot liegt bei 19.000 Dollar. Ich bin jetzt kein Gebrauchtwagenexperte, aber ein Schnäppchen ist das sicher nicht. Dafür allerdings ist der Sprachcomputer mit 4000 Original-Zitaten an Board. Siris Opa, quasi. Und die Innenausstattung ist ein echter Hingucker.

Americans have had a long-running love affair with the automobile, and in 1982, David Hasselhoff drove into our hearts as Michael Knight in an artificially intelligent, indestructible supercar fashioned out of a 1982 Pontiac Trans Am named KITT (Knight Industries Two Thousand). Fans created this KITT car and gifted it to Hasselhoff. This is not your standard 1986 Firebird. Inside and out she is fashioned after the beloved icon, including KITT’s distinct exterior lighting and scissor doors. Her custom interior features w-style yoke steering wheel and an elaborate digital dash and console. She is rear wheel drive and powered by a 5.0 liter V-8 engine with automatic transmission. She is programmed to speak with over 4,000 sound bites from the classic television show Knight Rider . The car was made by Jennifer Catano.

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(via Christian)

09 Apr 15:20

Über die Gefahren des Verzehrs von Keksen

by Jonathan
GS

Also Manu. Was sagst Du wenn Dir ein fremder Mann ein bier anbietet??

07 Apr 11:30

100 Tage Große Koalition (26.03.2014)


Themen: CDU/CSU, Große Koalition, Regierung, SPD, Umfrageergebnisse, Bundeskanzlerin, GroKo, Koalitionsvertrag, Umfragewerte, Wirtschaftsminister, Bundeskabinett, Bundeskanzler, Vorsitzender
Personen: Siegmar Gabriel, Angela Merkel

02 Apr 11:44

Iron Maiden Singer Invests $450,000 in 'World's Longest Aircraft'

Iron Maiden frontman Bruce Dickinson has invested $450000 in what will be the world's longest aircraft according to BBC's TopGear The Hybrid Air Vehicles–designed blimp-like airship dubbed the HAV Airlander stretches the length of a football field making it nearly 60 feet longer than a Boeing 747 and two-and-a-half times the...

02 Apr 09:50

Die NSA liest doch deine SMS nicht!

by Ronny
GS

Geil Manu!

Hihi!

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(via Tanith)

02 Apr 09:47

Ah, this makes sense.

by howie999

amish2

26 Mar 14:37

Ein Hund auf einem Bett auf dem Benny Hill Theme

by Ronny
GS

Auch schön!

26 Mar 14:35

Eine Frau hört sich durch die Plattensammlung ihres Mannes und bloggt darüber: My Husband’s Stupid Record Collection

by Ronny
GS

Schöne Idee!

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Eine us-amerikanische Bibliothekarin hört sich durch die Plattensammlung ihres Mannes und füllt mit den Kritiken darüber das Tumblr My Husband’s Stupid Record Collection. Viele der über 1500 Platten hat sie vorher nie gehört – manche der Bands sind ihr gänzlich unbekannt. So kann sie da relativ unvoreingenommen rangehen. Das ganze wird in alphabetischer Reihenfolge abgehandelt, wobei sie immer noch beim A ist. Da ist also noch ganz viel Raum für all seine Platten.

“This project was my idea, inspired by maybe one too many glasses of wine last weekend, when I was in charge of changing the music,” she explains. “‘I can’t believe there are so many records here that I have never listened to. I should try to listen to all of them. And then write about it.’ So here we are.”

Ihre Reviews sind ziemlich ausführlich. Ausserdem spickt sie diese mit Fotos und Vine-Videos. Großartige Idee für ein Blog!
(via FACT)

26 Mar 14:23

Ein Geburtstagsvideo für die Schwester

by Ronny
GS

Schöne Idee und gute Planung.

Nicolas Foubert war auf Reisen. Seine Schwester hatte währenddessen Geburtstag und so dachte er, er überrascht sie zu ihrem Ehrentage einfach mal mit einem Video. Überhaupt: 19 Monate so rumreisen können! Schönes Ding.

After 19 months and 15 days of travel, i decided to go back home for my sister’s birthday and record all the way from the beach in Guatemala to Paris in France through Mexico and all the beautiful landscapes on the road.

(Direktlink, via reddit)

26 Mar 14:20

Ein Schiff im Hurricane

by Ronny
GS

Krass. Ich hatte ja immer schon größten Respekt vor dem Meer.

[Update] Hier stand erst “Ein Schiff im indischen Ozean auf der Suche nach Malaysia Airlines MH370″, was nicht der Wirklichkeit entspricht. Das Video stammt aus dem Januar 2013 und hat mit der Suchaktion im indischen Ozean nichts zu tun. Krass ist es allerdings trotzdem.

Ich habe keine Ahnung, ob dieses Video tatsächlich authentisch und eine Dokumentation der Suchaktion von dort ist, aber es ist als solches betitelt. Diese Videos von großen Schiffen, die durch noch größere Wellen schippern, gibt es immer wieder mal und man staunt, dass die überhaupt noch mal das Festland erreichen. Das womöglich noch mit sauberem Schlüppa.

Wenn man jetzt aber bedenkt, dass die da tatsächlich noch nach irgendwas suchen, wo doch weit und breit nichts anderes als tobende Wassermassen zu sehen sind, kann man sich kaum vorstellen, dass da überhaupt irgendwas zu finden ist.

(Direktlink, via reddit)