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09 Jan 11:02

GitHub says goodbye to cookie banners

by Frederic Lardinois

Microsoft -owned GitHub today announced that it is doing away with all non-essential cookies on its platform. Thanks to this, starting today, GitHub .com and its subdomains will not feature a cookie banner anymore, either. That’s one less cookie banner you’ll have to click away to get your work done.

“No one likes cookie banners,” GitHub CEO Nat Friedman writes in today’s announcement. “But cookie banners are everywhere!”

The reason for that, of course, is because of regulations like GDPR in the U.S. and the EU’s directive to give users the right to refuse the use of cookies that reduce their online privacy. The result, even though these regulations have the users’ best interest in mind, is the constant barrage of cookie banners you experience today.

“At GitHub, we want to protect developer privacy, and we find cookie banners irritating, so we decided to look for a solution. After a brief search, we found one: just don’t use any non-essential cookies. Pretty simple, really,” Friedman writes.

To be fair, for a service like GitHub, it may be a bit easier to do away with cookies than for most sites — and especially content sites (and yes, I’m well aware that you probably had to click away from a cookie popup when you came to TechCrunch, too. Feel free to tell me about the irony of that in the comments). GitHub, after all, has a paid product and an audience that likely uses extensions to block trackers and unnecessary cookies anyway. Because of this, the tracking data it gathered was probably not all that useful anyway. GitHub is one of the first large sites to make this move, though, and may be able to set a bit of a trend.

18 Jan 18:41

E-Mail: So geht es mit Mozilla Thunderbird weiter

by caschy

Noch immer gehört Mozilla Thunderbird zu den beliebtesten Mail-Clients da draußen. Und es gab eine Zeit, in der es gar nicht so rosig um seine Zukunft bestellt war. Dies scheint Schnee von gestern, denn die Pläne lesen sich gut. So habe man neue Stellen für die Entwicklung schaffen können, was bedeutet, dass man 14 Entwickler in Vollzeit am Projekt hat.

Diese befassen sich bereits mit der Codebasis von Thunderbird. Die neuen Mitarbeiter werden sich auch mit Problemen der Benutzerfreundlichkeit und der allgemeinen Leistung in der gesamten Anwendung befassen.

Man habe beträchtliches Feedback erhalten, nachdem die Thunderbird-Entwickler Nutzer zu Verbesserungen im Bereich Design und Nutzerfreundlichkeit befragt haben. Daran wolle man 2019 arbeiten.

Ein Bereich der Nutzbarkeit, den man für 2019 plane, sind beispielsweise Integrationsverbesserungen in verschiedenen Bereichen. Ein großer Punkt sei Googles Gmail als größter Mail-Anbieter.

Man prüfe, ob man sich mit der Unterstützung der Gmail-Labels befassen soll und ob andere Gmail-spezifische Funktionen in Thunderbird umgesetzt werden können. Auch Benachrichtigungen in den jeweiligen Systemen sollen besser umgesetzt werden. Durch die Arbeit an dieser Funktion wird sich Thunderbird auf jedem Desktop „nativer“ fühlen und die Verwaltung von Benachrichtigungen aus der App heraus erleichtern.

Ebenso wird das Benutzererlebnis rund um Verschlüsselung und Einstellungen überarbeitet. Ob all diese Arbeit es in die nächste Version schafft oder nicht, ist eine offene Frage. Eine komplette Liste der Planungen findet man hier.

Obwohl ich seit vielen Jahren nur noch Mail im Web benutze am Desktop: Thunderbird war lange Zeit mein Begleiter und ich hoffe, dass sich da noch einiges tut.

-> Zum Beitrag E-Mail: So geht es mit Mozilla Thunderbird weiter

-> Zum Blog Caschys Blog

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16 Mar 18:19

Daten auf One Drive führen zu Anklage

by Udo Vetter

Microsofts One Drive (früher: Skydrive) ist mittlerweile ein fester Bestandteil von Windows. In der aktuellen Version 10 des Betriebssystems ist der Cloudspeicher sogar als Default eingestellt. Das heißt, wer nicht explizit anderes einstellt, speichert seine Daten online auf einem Server von Microsoft.

Auf perfekte Privatsphäre darf man dabei nicht hoffen. Ich hatte vor einem knappen Jahr berichtet, dass Microsoft den Skydrive-Ordner eines meiner Mandanten überwacht hat. Und zwar offenbar ohne konkreten Anlass. Eine mutmaßliche jugendpornografische Datei meldete Microsoft an das National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC). Diese Stelle wiederum informierte die amerikanische Bundespolizei, welche die Informationen an das deutsche Bundeskriminalamt weitergab.

Es kam dann zu einer Hausdurchsuchung. Das Ergebnis wurde jetzt vor einem hessischen Amtsgericht verhandelt. Es fanden sich tatsächlich einige jugend- und auch einige kinderpornografische Dateien auf den Festplatten, die mein Mandant zu Hause hatte. Gegenstand des Verfahrens war damit gar nicht mehr die einzelne, angeblich jugendpornografische Datei auf One Drive. Sondern es ging um die sonstigen Funde.

Natürlich habe ich darüber nachgedacht, ob hier ein Verwertungsverbot eingreifen könnte. Die damalige Praxis von Microsoft mag zwar amerikanischem Recht geschuldet sein. In Deutschland verstößt das manuelle wie automatische Scannen von Nutzerinhalten durch Provider aber gegen die bei uns geltenden Vorschriften (z.B. § 88 TKG, § 7 TMG, § 12 TMG, § 13 TMG).

Das Problem ist allerdings, dass die deutschen Behörden nicht aktiv bei ihren amerikanischen Kollegen um die Informationen gebeten haben. Zumindest nach Aktenlage sind die Daten aus Amerika unaufgefordert geliefert worden. Das passive Entgegennehmen von solchen Informationen ist aber wohl kein Verfahrensverstoß, den man der deutschen Polizei anlasten könnte. Im Gegenteil, ähnlich wie bei einem sonstigen „Zufallsfund“ ist die Polizei dann sogar verpflichtet, einem Anfangsverdacht nachzugehen, auch wenn dieser aus einer fragwürdigen Quelle stammt.

Nun ja, ein ungutes Gefühl konnte ich aber trotzdem wecken. Sowohl bei der zuständigen Staatsanwältin als auch bei der Amtsrichterin. Am Ende blieb es bei einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen. Damit lag die Geldstrafe sogar noch unter der Eintragungsgrenze (90 Tagessätze), so dass ich mein Mandant weiter als unvorbestraft bezeichnen kann.

Seit dieser Geschichte sind bei mir keine ähnlichen Fälle mehr angekommen. Vielleicht ein Zufall. Aber ebenso ist es möglich, dass Microsoft in Deutschland keine Gesetzesverstöße riskieren will und deshalb die Daten deutscher Nutzer verstärkt auf Rechnern in der EU ablegt. Das würde wohl dazu führen, dass die Kontroll- und Meldepflicht in den USA entfällt.

Wie auch immer: Als Nutzer von One Drive sollte man zumindest wissen, dass es anlasslose Zugriffe und Kontrollen der Inhalte deutscher Nutzer gab. Und es mangels konkreter Aufklärung durch Microsoft jedenfalls nicht sicher ist, dass für One Drive-Ordner deutscher Nutzer auch deutsches Datenschutzrecht angewendet wird.

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22 Feb 08:02

Keine Statue für die Dame, die mit ihrer Handtasche einen Nazi schlägt: Schweden macht’s anders

by Ronny

nazistat

Hans Runesson machte 1985 dieses Foto einer Dame, die mit ihrer Handtasche auf einen Nazi-Skin einprügelte. Das Foto dürfte fast schon ikonischen Wert haben – wahrscheinlich kennt es jeder. Es wurde ganz zu recht zu _dem_ schwedischen Foto des letzten Jahrhunderts gewählt.

Nun sollte jener Dame und ihrer Handtasche eigentlich eine Statue gewidmet werden. Die Stadt Växjö allerdings wollte das dann so doch nicht, weil die Figur als gewaltverherrlichend wahrgenommen werden könnte. Also wurde die Aktion ab- und die Statue umgeblasen. Seitdem allerdings hängen die Schweden nun im ganzen Land Handtaschen um die Arme irgendwelcher, schon länger stehender Statuen.

Swedish town’s snub of a statue depicting a lady lashing out at a Nazi supporter with her handbag has sparked a creative protest, with handbags mysteriously appearing on statues across the country. Inspired by a photograph taken in 1985, a statue of the woman with her handbag in full swing was set to be installed at the main square in southern Swedish town Växjö. But the council’s culture committee changed their decision, claiming the statue promoted violence.

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(via René)

17 Sep 07:36

Was macht eigentlich ein betrieblicher Datenschutzbeauftragter?

by Christian
Was macht eigentlich ein betrieblicher Datenschutzbeauftragter?

In der heutigen Zeit sind personenbezogene Daten viel wert. Je mehr verschiedenste User-Datensätze mit möglichst vielen persönlichen Details, desto besser. Nicht umsonst, ist nahezu jedes Unternehmen auf die “Big Data” aus, um dem Besucher möglichst optimale Werbung präsentieren zu können und diesen schnellstmöglich zum Kunden zu machen. Das man seine Daten also möglichst gut schützen sollte, dürfte jedem klar sein. Doch wie handhaben Unternehmen und große Konzerne das Problem mit der Sicherheit der Daten? Oft hört man in diesem Zusammenhang den Beruf des Datenschutzbeauftragten. Wann man einen Datenschutzbeauftragen im eigenen Unternehmen benötigt und was für Aufgaben er hat, will ich in diesem Beitrag einmal ausführlicher durchleuchten :)


Was ist ein Datenschutzbeauftragter?
Ein Datenschutzbeauftragter sorgt in einer Firma grundsätzlich dafür, dass die Datenschutzbestimmungen eingehalten werden. Er analysiert den aktuellen IST-Zustand der gegebenen Firmenstruktur und spricht Empfehlungen zur Verbesserung aus. Selbst darf er keine Änderungen vornehmen und auch keine Vorschriften den Mitarbeitern aufgeben. In selbst gestalteten Schulungen kann er die Mitarbeiter des Unternehmens für die Einhaltung des Datenschutzes sensibilisieren. Der Datenschutzbeauftragte kann Mitarbeiter des Unternehmens sein oder als externer Datenschutzbeauftragter beauftragt werden. Hauptsächlich bezieht sich der Aufgabenbereich eines Datenschutzbeauftragten auf die Erfassung, Verarbeitung, Übermittlung oder Nutzung von personenbezogenen Daten. Dabei sind nicht nur die personenbezogenen Daten der eigenen Mitarbeiter zu sichern, sondern auch der Kunden. Der Datenschutzbeauftragte ist der Geschäftsleitung unterstellt und darf aufgrund seines Aufgabenbereiches nicht benachteiligt werden. Zudem besitzt er als interner Datenschutzbeauftragter mit einem Arbeitsvertrag einen erweiterten Kündigungsschutz (§4f BDSG). Das Arbeitsverhältnis ist während der Berufung sowie ein Jahr nach dieser unkündbar (Außer bei einer fristlose Kündigung).


Wann benötigt ein Unternehmen einen betrieblichen Datenschutzbeauftragten?
Laut § 4f des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) ist ein Datenschutzbeauftragter nötig, wenn:

  • Personenbezogene Daten automatisiert verarbeitet werden und damit in der Regel mind. 10 Personen ständig beschäftigt sind
  • Personbezogene Daten auf andere Weise verarbeitet werden und damit in der Regel mind. 20 Arbeitnehmer beschäftigt sind

Unabhängig von der Anzahl der Personen ist ein Datenschutzbeauftragter zu bestellen, wenn:

  • Automatisierte Verarbeitungen vorgenommen werden, die einer Vorabkontrolle unterliegen
  • Personenbezogene Daten geschäftsmäßig zum Zweck der Übermittlung, der anonymisierten Übermittlung oder für Zwecke der Markt- und Meinungsforschung automatisiert verarbeitet werden

Natürlich kann auch freiwillig ein Datenschutzbeauftragter angestellt werden (intern oder extern). Dieser muss jedoch die zur Erfüllung seiner Aufgaben erforderliche Fachkunde und Zuverlässigkeit besitzen. Wenn kein Datenschutzbeauftragter festgelegt ist, muss sich die Geschäftsführung um den Datenschutz kümmern und diesen sicherstellen. Bei Nichtbeachtung des BDSG drohen Bußgelder.


Was sind die Aufgaben eines Datenschutzbeauftragten?
Nach dem Bundesdatenschutzgesetz (gem. §4g BDSG, Quelle):

  1. Hinwirken auf Einhalten der Datenschutzbestimmungen
  2. Überwachung der Datenverarbeitung
  3. Führen des Verfahrensverzeichnisses
  4. Durchführen von Vorabkontrollen – soweit erforderlich
  5. Vertrautmachen der Mitarbeiter mit geltenden Vorschriften und besonderen Erfordernissen
  6. Ansprechpartner für Geschäftsleitung, Personalvertretung, Mitarbeiter, Kunden, Dritte


Gibt es bei externen Datenschutzbeauftragten etwas zu beachten?
Wenn der betriebliche Datenschutzbeauftragte nicht intern-, sondern extern herangezogen wird, gibt es ein paar Besonderheiten zu beachten. Es sollte im Vertrag beispielsweise vereinbart werden, dass die Schulungen Bestandteil der Vergütungen sind und die Fortbildungen nicht weitere Kosten für das Unternehmen verursachen. Natürlich sollte auch besonders auf die Kündigungsfristen, Zahlungsmodalitäten, Haftungsfreistellungen, Leistungserbringung und Dokumentationspflichten geachtet werden. Gegebenenfalls können einzelnen Vorschriften (Beispielsweise rechtliche Vorschriften beim IT-Betrieb, der Datenhaltung, Archivierungsrichtlinien wie vorhin bei die prozessoren gesehen) schon im vorhinein grob besprochen werden, um Aufwand-Details genauer eingrenzen zu können. Es wird bei einem externen Datenschutzbeauftragten eine Laufzeit von 4 Jahren (Bei Erstverträgen 1-2 Jahre) empfohlen. Externe Firmen welche deutschlandweit Datenschutzbeauftragte anbieten gibt es viele – Am besten in der eigenen Region nach passenden Unternehmen suchen, damit der externe Datenschutzbeauftragte auch schnell im eigenen Unternehmen vor Ort sein kann.


Ein Datenschutzbeauftragter ist also durchaus hilfreich, wenn sich die Mitarbeiter auch an die festgelegten Regeln halten. Negativbeispiel: Eine von den Mitarbeitern gehasste Verordnung ist die monatliche Passwortänderung des Domänenpasswortes. Da es jeden Monat ein anderes sein muss, sieht man dann bei einigen Mitarbeitern das Passwort auf die Tastatur oder den Monitor geklebt – Das ist natürlich noch kontraproduktiver, als hätte der Mitarbeiter sein altes Passwort behalten 😀 .


Habt ihr einen Datenschutzbeauftragten im Unternehmen? Ist dieser extern- oder intern bestellt worden? Was haltet ihr generell von einem kontrollierten Schutz der Daten? Uns interessiert eure Meinung! :)

11 Dec 04:53

Smarty Ring: Ein Ring, die Smartwatch zu ersetzen

by Jürgen Vielmeier

Der Smarty Ring soll ein Ring sein, der Informationen über eingehende Nachrichten auf einem kleinen Display an den umschlossenen Finger schickt. Die gewünschte Crowdfunding-Summe dürfte das indische Team wohl nicht erreichen, kommen soll der Ring aber trotzdem. Das ist gut, denn die Idee gefällt durchaus.

Cleverer Ring mit Elektronik. Alle Bilder: Smarty Ring

Cleverer Ring mit Elektronik. Alle Bilder: Smarty Ring

Crowdfunding-Projekte scheitern aus verschiedensten Gründen. Es kann ein schlechtes Video sein, eine wenig überzeugende oder nicht ganz ausgereifte Idee und manchmal – so ungerecht das klingt – vielleicht auch das Herkunftsland des Projekts. Der Smarty Ring wurde in Indien ins Leben gerufen. Wie das immer so ist bei Bestellungen aus anderen Teilen der Welt: Viele Interessenten könnten fürchten, den Ring niemals zu erhalten.

Das ist im Falle des Smarty Rings ähnlich – bis auf die Tatsache, dass der Ring auch dann kommen soll, wenn die gewünschte Finanzierungssumme in Höhe von 40.000 US-Dollar nicht erreicht wird. Und danach sieht es einen Tag vor Ende des Projektes aus. (Siehe Update unten.) Doch es gibt noch weitere Gründe für den bislang eher schleppenden Erfolg der Kampagne.

Smarty Ring - Intelligenz am Finger
Cleverer Ring mit Elektronik. Alle Bilder: Smarty Ring SmartyRing1 Smart Ring mit Fernbedienung
Zum Starten der Fotostrecke auf ein Bild klicken (6 Bilder)

So ist der Smarty Ring recht teuer. Immerhin 175 US-Dollar soll er kosten, wenn er im April verschifft wird. Internationale Frachtkosten sind inklusive. Sollte das Early-Bird-Package aufgebraucht sein, gibt es den Ring aber nur noch im Doppelpack zu kaufen. Etwas verwirrend auch die anderen Angebote auf der offiziellen Indiegogo-Seite zum Projekt: So wird es den Ring in drei verschiedenen Versionen geben. Für 70 Dollar erhält man eine Version, die nur eine Uhr und einen Tracker bietet, für 100 Dollar erhält man auch die bunten Notification-Icons von Facebook bis WhatsApp dazu.

Smart Ring mit Fernbedienung

Smart Ring mit Fernbedienung

Nur in der Version für 175 Dollar aber gibt es den kompletten Ring, mit dem sich auch einige Funktionen des Smartphones steuern lassen. Das alles ist etwas verwirrend für Besucher und dürfte dazu geführt haben, dass die Förderer sich bislang ausschließlich für den vollständigen Smarty Ring entschieden haben.

Nicht alle technischen Details gennant

Der komplette, also teuerste Smarty Ring ist mit Bluetooth 4.0 ausgestattet und koppelt sich darüber an ein Smartphone. Neben einzelnen Icons, die aufblinken, wenn eine Nachricht eingeht, kann man damit auch Telefongespräche annehmen oder ablehnen oder selbst jemanden anrufen, der auf der Kontaktliste steht. Ob man mit dem Ring selbst telefonieren kann, wird nicht ganz klar. In der Beschreibung zum Ring ist zumindest von einem eingebauten Mikrofon oder Lautsprecher keine Rede. Es scheint sich wirklich nur um eine Fernbedienung zu handeln – die im übrigen allerdings auch noch dazu dienen kann, die Smartphone-Kamera fernzusteuern, die Lautstärke zu verändern oder zum nächsten Song zu skippen. Es gibt ein schmuckes Video zum Projekt, in der das Team die Funktionen vorstellt:

Nicht unspannend auch die Sicherheitseigenschaften: Der Ring hat eine Funktion erhalten, die sich meldet, wenn sich das Smartphone zu weit von ihm entfernt. Sprich: Wenn jemand das gekoppelte Telefon klaut oder man es verliert, meldet sich der Ring mit einem Alarm. Von einem Vibrationsalarm ist allerdings auch hier wieder nicht die Rede. Man weiß es nicht genau.

Wasserdicht und verschiedene Größen

Der Ring selbst verfügt über eine 22-mAh-Batterie, die drahtlos in einer Basisstation wieder aufgeladen wird. Er ist aus rostfreiem Stahl, wasserdicht, 13 mm weit und 4 mm dick. Er wird je nach Ringgröße in verschiedenen Weiten angeboten. Mit welcher Art von Prozessor der Ring arbeitet, verrät das Team leider auch nicht.

Ring mit Display

Ring mit Display

So bleiben am Ende für meinen Geschmack leider ein paar Fragen zu viel offen. Der Ring soll dennoch produziert werden. Und die Idee an sich gefällt mir. Die meisten Smartwatches, die wir in diesem Jahr gesehen haben, konnten ebenfalls nicht viel mehr, als sich bei neu eingehenden Nachrichten zu melden. Wer also nicht gerne etwas um sein Handgelenk trägt, aber Ringe lieber mag, wem der angebotene Preis nicht zu hoch ist und wer dem Team nun trotz anfangs nicht erfolgreicher Crowdfunding-Kampagne immer noch zutraut, das Gerät bis April fertig zu haben, der sollte sich den Smarty Ring einmal näher anschauen.

Update: So kann man sich irren. Zwei Tage vor Ende der Crowdfunding-Aktion hat der Smarty Ring beflügelt durch noch einige Medienberichte einen kräftigen Schub erhalten und die Summe doch noch erreicht.

Gefunden auf t3n.de


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28 Oct 05:06

Artikel wegen externem Druck zurückziehen?

by Henning Uhle

Ich bin ja prinzipiell der Meinung, dass ich zu jedem Artikel stehe und diesen auch veröffentlicht lasse, hat er einmal den Weg in die Öffentlichkeit gefunden. Bei einem Artikel in der jüngeren Vergangenheit war das nicht der Fall. Ich stehe zwar immernoch hinter dem Artikel, aber ich weiß da nicht, wie ich mit dem externen Druck, der über einen Kommentar hereinkam, umgehen kann.

Ich werde einfach mal aufschreiben, was los ist. Denn es geht – grob gesagt – um die “Alternative für Deutschland”. Vielleicht können Sie nachvollziehen, warum ich den Artikel zurückgezogen habe. Aber war das richtig?

Unter dem Titel “Die Alternative der Hirnlosen” erhielt die AfD von mir eine Gesichtspalme. Und zwar speziell Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Oberender, der ins unmittelbare Umfeld der Partei gerechnet wird. Er soll zwar kein führendes Mitglied der Partei sein, aber es wurde ja wohl auch mit ihm Wahlkampf betrieben.

Und dieser Herr Oberender hat im Deutschlandradio Kultur gesagt:

Wenn jemand existentiell bedroht ist, weil er nicht genug Geld hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu finanzieren, muss er meiner Meinung nach die Möglichkeit zu einem geregelten Verkauf von Organen haben.

Das war im Jahr 2007. Pünktlich zur Bundestagswahl im September wurde dieses Zitat wieder ausgegraben. Und es gab ein Bild dazu. Beides habe ich in dem besagten Artikel mit verwendet. Ein nicht veröffentlichter Kommentar dazu besagte:

Dieses Bild ist auf Ihrer Website zu finden und wurde kopiert. Das wird rechtliche Konsequenzen für Sie haben. Name und Mail Adresse die ich angegeben habe sind gefaked um Attacken zu vermeiden.

Dieses Bild wurde mit klarem Copyright-Hinweis hinterlegt, und zwar mit dem Fundort und dem Veröffentlicher. Aber ich denke, es geht auch nicht um das Bild, denn dieses ist frei verfügbar.

Ich denke, es geht um Druck auf Blogger, die “Alternative für Deutschland” nicht allzu schlecht dastehen zu lassen. Ich habe viele Blogartikel in der Folge mitbekommen, bei denen es explizit um Druck auf Blogger geht, Artikel über die Partei zurückzuziehen. Ich bin also nicht der einzige Betroffene.

Inzwischen ist der Artikel sowieso überholt. Die Fakten, die er beinhaltet hat, sind längst bekannt. Und der Grund für die Gesichtspalme wurde in obigem Zitat wiederholt. Also werde ich den Artikel demnach nicht mehr veröffentlichen.

Mich interessiert aber mal Ihre Meinung: Wenn ich mal wieder einen Artikel habe und auf mich wegen dieses Artikels Druck ausgeübt wird, soll ich den Artikel dann vorsichtshalber wieder zurückziehen oder öffentlich lassen? Ändern würde ich ihn jedenfalls nicht. Mir geht es nur darum: Klein beigeben oder sich nicht verbiegen? Danke schon mal für Ihre Kommentare.

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26 Oct 14:06

Netzpolitik – Was bleibt und was kommt

by Malte

CDU, CSU und SPD haben soeben beschlossen, Koalitionsverhandlungen zu beginnen. Wir Grüne haben uns nach zwei Sondierungsgesprächen mit CDU/CSU gegen die Aufnahme von Verhandlungen ausgesprochen, da die Differenzen in zentralen Fragen, darunter auch die maßgeblichen Bürgerrechtsfragen, einfach zu groß waren.

Die Verhandlungen sind zunächst für einen Zeitraum von rund fünf Wochen angesetzt, es gibt zwölf Arbeitsgruppen und einige Unterarbeitsgruppen. Die Netzpolitik hat dabei nur eine Unterarbeitsgruppe erhalten und wurde unter „Digitale Agenda“ aufgenommen. Besonders absurd ist diese neue Verortung, wenn wir uns erinnern, dass es die – bislang interfraktionelle! – Forderung nach einem ständigen Internetausschuss im Bundestag vor allem deswegen gab, da die bisherige Verortung netzpolitischer Themen und die Behandlung im Unterausschuss Neue Medien als Unterausschuss des Kulturausschusses von allen Fraktionen als problematisch erkannt wurde. Die Unterarbeitsgruppe „Digitale Agenda“ wird auf Seiten der Union von Dorothee Bär und bei der SPD von Brigitte Zypries geleitet.

Insgesamt ist zu erkennen, dass versucht wird, das Thema neu zu verorten und bestimmte, bisher klar definierte Termini in neue Kontexte zu setzen. Ähnliches ist übrigens derzeit im Bereich des Datenschutzes zu beobachten, wo Wirtschaft und Innenminister Friedrich von einem Tag auf den anderen plötzlich lieber von „neuer Datenpolitik“ sprechen.

Auch hier geht es offensichtlich darum, „alte Zöpfe“ abzuschneiden und das Thema weichzuspülen. Die Umetikettierung hat System, sie geschieht bewusst. Gefahren sollen versteckt und die Mobilisierung und der Protest dagegen erschwert werden. Prominentestes Beispiel ist hier die neue „Mindestspeicherfrist“, die im Vergleich zur Vorratsdatenspeicherung ungefährlicher klingen soll. Mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen ahne ich nichts Gutes und bin sogar eher in großer Sorge.

Worauf wir uns einstellen müssen:

  • Datenschutz

Die Strategie der schwarz-gelben Bundesregierung, bei Datenschutz allein auf Selbstverpflichtungen zu setzen, ist fulminant gescheitert, eine rote Linien-Gesetzgebung gab es nie. Beschäftigtendatenschutzgesetzt? Seit Jahren abgeblasen. EU-Datenschutzreform? Erst torpediert, jetzt angeblich nicht ambitioniert genug. Guter Datenschutz bei IT-Projekten samt durchgehender Ende-zu-Ende-Verschlüsslungen? Nach NSA#Skandal und Co. wird der Scherbenhaufen, vor dem Schwarz-Gelb steht, auch für den letzten offensichtlich. Das Vertrauen in IT-Sicherheit ist nachhaltig gestört, der zuständige Innenminister ganz offensichtlich maßlos überfordert. Das schwarz-gelbe Prestige-Projekt, die Stiftung Datenschutz, gefloppt, wie es nicht mehr hätte floppen können. Still ruht der See in Leipzig.

  • Vorratsdatenspeicherung

Ob drei oder sechs Monate, benannt als Vorratsdatenspeicherung oder neuerdings „Mindestspeicherfristen“, die umfangreiche anlasslose Speicherung von Telekommunikationsverkehrsdaten wird kommen. Das Aufflackern einer möglichen Abkehr der SPD von der VDS ist seit dem Wahltag nicht mehr Thema, Im Gegenteil trommeln SPD-Innenminister in den Ländern gerade fleißig für eine Wiedereinführung. vergessen scheinbar die Äußerungen von Thomas Oppermann und Gesche Joost im Wahlkampf, man wolle das Urteil des EuGH abwarten und die Vereinbarkeit von Vorratsdatenspeicherung mit gültigem EU-Recht überprüfen. Bei der CDU/CSU gab es außer ein paar Skeptikern noch nie eine Gegenwehr gegen diesen massiven Grundrechtseingriff.

  • Drohnen

Egal in welcher Form: Drohnen werden kommen. Für die SPD ist es eine Ankurbelung der nationalen und europäischen Rüstungsindustrie, für die CDU ein Wundermittel der Sicherheitspolitik. Die Skepsis im Frühjahr war riesig. Das Fiasko um Eurohawk und Co. war parteiübergreifend ein Thema. Doch mit einer solch stabilen Mehrheit wird es keine restriktive Drohnenpolitik geben, sondern im Gegenteil eine offensive. Auch wenn Kampfdrohnen nicht sofort kommen werden, auf der Wunschliste der kommenden Jahre stehen Überwachungsdrohnen für das In- und Ausland, auch zur Sicherung von EU-Außengrenzen. Abzuwarten bleibt, ob es eine kohärente Regulierung für den privaten Einsatz gibt, sei es für Firmen oder Privatpersonen. Die Notwendigkeit dieses Thema anzugehen, haben wir Grüne im Frühjahr auf einer Fachtagung intensiv diskutiert.

  • Haftungsregelungen für Intermediäre

Klingt sperrig, das Thema wird es aber in sich haben. Der Protest gegen weitreichende Three/Six-Strikes und Internetfilterungs- und sperregulierung ist weiterhin groß. Daher wird es weniger einen Kampf gegen die Endnutzer geben, wie er in anderen Staaten im Zusammenhang mit der Eindämmung von Urheberrechtsverletzungen die letzten Jahre geführt wurde, als einen Kampf gegen Hoster und andere Intermediäre. Die Verantwortung und daraus folgend auch die Haftung für alle möglichen Akteure im Internet wird steigen, seien es Suchmaschinenbetreiber, One-Klick Hoster oder andere Contentprovider, die den EndnutzerInnen offen stehen. Sie alle werden zukünftig mit höheren Haftungsregelungen zu tun haben. Die Folge wird wahrscheinlich eine stärkere Vorfilterung und anderweitige Kontrolle des User Contents sein, bspw. Durch einen Registrierungszwang mit Authentifizierung.

  • Netzneutralität, „Zwei-Klassen-Internet“ und Breitbandausbau

Statt einer gesetzlich verankerten Netzneutralität wird es eine weitere Abschwächung des Verordnungsentwurfs geben. Statt die Netzneutralität zu bewahren, werden die Pläne von Telekom und Co. sogar gesetzlich legalisiert. Die Folge: Die Netzneutralität wird auch durch andere Unternehmen massiv eingeschränkt werden, managed services werden, wie zuvor im Mobilbereich, zur Regel und das Zwei-Klassen-Internet bittere Realität. Da wird als Ausgleich und Prestigeprojekt auch kein Förderprogramm für den Breitbandausbau helfen, den sich die Große Koalition, ähnlich wie 2005 bis 2009, auf die Fahnen schreiben wird. An das Wort Universaldienst im Zusammenhang mit dem Breitbandausbau wird sich in den kommenden Wochen niemand mehr bei CDU/CSU, aber leider wohl auch nicht bei der SPD, die sich bislang immer, wenn auch im Stillen, hierfür eingesetzt hat, erinnern. Die Folge wird sein, dass die Teilhabe am digitalen Wandel auch weiterhin nur Menschen in den Städten oder vollem Portemonnaie zur Verfügung stehen wird. Die Bundesregierung wird auch auf künftigen IT-Gipfeln erneut, die „letzten weißen Flecken“ von der Landkarte tilgen und sich dafür feiern, dass es eigentlich gar kein Problem beim Breitbandausbau mehr gibt.

 

Was bleiben wird:

  • Leistungsschutzrecht

Noch groß angekündigt im Frühjahr von Seiten der SPD wird das Leistungsschutzrecht für Presseverlage nicht zurückgenommen und auch nicht abgeschwächt, sondern eher noch ausgeweitet.

  • Keine Kontrolle der Geheimdienste

Eine Große Koalition ist nie gut für die Bürgerrechte. Die Möchtegern-Sheriffs auf beiden Seiten des Verhandlungstisches werden eher in ein Wettrennen einsteigen, wer für mehr Sicherheit sorgen kann. Eine ernstzunehmende parlamentarische Kontrolle der Geheimdienste wird es deshalb, zumindest nicht wenn es um CDU/CSU und SPD geht,auch in dieser Legislaturperiode nicht geben. Dabei nutzt es den Koalitionären, dass das Interesse aus dem Sommer abgeebbt ist. Folge ist, dass die Sicherheitsarchitektur nicht ernsthaft angetastet wird. Ein Klares Indiz dafür ist, dass sich in den zehn Punkten der SPD kein einziger Bürgerrechtspunkt findet.

  • Datenschutz von vorgestern

Seit Jahren wird eine ernsthafte Modernisierung des Datenschutzes verschleppt, auch wenn sich nun erste Durchbrüche im Rahmen des Prozesses für eine EU-Datenschutzgrundverordnung abzeichnen. National wird sich auch unter einer neuen Großen Koalition eher wenig ändern. Vielleicht erinnert sich die SPD an einen Uralt-Entwurf, den sie in Oppositionszeiten zum Arbeitnehmerdatenschutz vorgelegt hat. Doch auch dieser Entwurf zeigte bereits, wie sehr die Interessen auseinander und wie viele Lobbyinteressen im Spiel sind.

  • Urheberrecht von vorvorgestern

Die Lähmung zwischen Leutheusser-Schnarrenberger auf der einen Seite und Hardlinern wie Krings auf der anderen Seite haben in den letzten vier Jahren ernsthafte Veränderungen am Urheberrecht blockiert. Bei einer Großen Koalition wird es zwar weniger Blockaden geben, jedoch wird die Fortentwicklung des Urheberrechtstillstehen. Schöne Kreativpapiere der SPD werden maximal in der Wirtschaftspolitik Einzug erhalten, relevante Änderungen, was z.B. Abmahnwesen, Remixing angehen, sind nicht zu erwarten. Eine längst überfällige, grundlegende Reform des Urheberrechts wird auch in dieser Legislatur wohl nicht kommen. Wir erinnern uns . Auch am Anfang der letzten Legislatur wurde vollmundig ein „Wissenschafts- und Gesellschaftskorb“ angekündigt.

  • Überwachungsgesetze

Aus den Enthüllungen Edward Snowdens werden keine Konsequenzen gezogen. Die Ausweitungen der Überwachungsmöglichkeiten und die gleichzeitige Absenkung von Hürden bei den Überwachungsgesetzen in den letzten Jahre werden bleiben. Anstatt einen Schnitt zu vollziehen und manche Fehlentscheidung, auch aus Zeiten unter Otto Schilly, zurückzunehmen, wird auch an dieser Front wenig passieren.

Zum Schluss:

Ich hoffe sehr, dass ich mit meiner Prognose komplett falschliege. Ich würde mich sehr freuen, wenn man die Fragen des digitalen Wandels ernsthaft angehen würde: beim Verbraucherschutz, beim Datenschutz, beim Urheberrecht, in der Außenpolitik oder auch der Wirtschaftspolitik. Meine Befürchtung ist jedoch und alle Indizien sprechen derzeit dafür, dass die Große Koalition leider zum Nachteil für den Aufbruch in der Netzpolitik, für Bürger- und Menschenrechte und für Teilhabe im 21. Jahrhundert sein wird. Das ist mehr als bedauerlich. Schließlich hatte man in den letzten vier Jahren den Eindruck, dass wir schon mal weiter waren. Hoffnung bleibt bei Internet Governance Fragen und bei OpenData.

09 Oct 04:24

Geheimdienstgesetze der USA, Großbritannien und Deutschland fast identisch: Ähnliche Befugnisse für NSA, GCHQ und BND

by Jan-Peter Kleinhans
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BND Gebäude in Berlin

In einer neuen Studie untersuchten Ben Scott der New America Foundation und Stefan Heumann der Stiftung Neue Verantwortung die rechtlichen Rahmenbedingungen der Geheimdienste in den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Deutschland. Dabei fokussierten sie auf drei Fragen:

  1. Welche Gesetze ermächtigen die Geheimdienste zu ihrer Tätigkeit?
  2. Wie und in welchem Ausmaß findet Überwachung statt?
  3. Wem obliegt die Aufsicht und welche Kontrollmechanismen gibt es?

Our findings do not support the conclusion that foreign signals intelligence programs in the US represent a fundamentally different policy choice than two of its most important European allies… there appear to be more similarities than differences between three countries when it comes to how these programs are autho-rized, how they function, and what oversight mechanisms exist to control them.

Nachdem den drei Fragen für USA, Großbritannien und Deutschland nachgegangen wurde, kommen die Autoren zu den folgenden Erkenntnissen:

Gesetze

  • Die Gesetze aller drei Länder erlauben eine sehr breite Auslegung durch schwammige Definitionen und stellen so eine Überwachung in praktisch jedem Szenario sicher.
  • Auflagen für die Überwachung von Bürgern sind deutlich schärfer, als die für Ausländer.
  • Es wird zuerst erfasst und dann gefiltert und analysiert. Durch dieses Vorgehen wird sichergestellt, dass relevante Daten garantiert benutzt werden können, selbst wenn sie eigentlich nicht hätten erfasst werden dürfen – weil sie z.B. Kommunikation eines Staatsbürgers betreffen.

In other words, all communications swept up from the Internet that have relevance to foreign intelligence are kept and disseminated regardless of what legal regime technically governs their collection.

Ausmaß und Auflagen

  • Jedes Land nutzt so viele Daten wie möglich – vor allem durch Kooperation mit den USA.
  • Der britische GCHQ wird durch die US amerikanische NSA teil-finanziert und Daten werden direkt ausgetauscht.
  • Kooperation zwischen NSA und BND gehen zurück auf Zeiten des Kalten Krieges.
  • Ziel der Kooperationen ist offensichtlich: Fremde Geheimdienste werden genutzt, um geheimdienstliche Informationen über eigene Bürger zu erhalten – da man diese per Gesetz nicht selbst erheben darf.

However, it is clear that the opportunity exists through such cooperation to rely on other intelligence agencies to monitor domestic communications that would be legally impermissible for national intelligence agencies to process.

Aufsicht und Kontrolle

  • Aufsicht und Kontrollmöglichkeiten sind sehr begrenzt in allen drei Ländern – meist nur gegenüber der Exekutive.
  • Großbritannien ist hier am schwächsten, da weder Gerichte noch die Legislative involviert sind.
  • USA ist das einzige Land mit richterlicher Kontrolle der Geheimdienste. (FISA Gerichtshof)
  • FISA Gericht und deutsche G-10 Kommission operieren sehr ähnlich.
  • In keinem der Länder beschränken die Kontrollmechanismen die Arbeit der Geheimdienste ernsthaft.

In none of the countries studied does any form of oversight appear to have created a significant barrier to the expansion of these programs. And in all cases, the proceedings of the oversight bodies are almost entirely secret and the results of any internal conflicts over policy or implementation remain unknown.

Die Autoren enden damit, dass man sich ihrer Meinung nach auf internationaler Ebene über Ausmaß, Möglichkeiten und Kontrolle der Geheimdienste einigen muss. Die jetzigen technischen Möglichkeiten zur Überwachung überschreiten jedenfalls die ehemals angedachten Szenarien, auf denen alle Geheimdienstgesetze beruhen, bei weitem. Scott und Heumann identifizieren den größten Schaden, der durch die umfassende Überwachung durch USA, Großbritannien und Deutschland angerichtet wurde: Völliger Vertrauensverlust. Dieser muss wiederhergestellt werden und dies gelingt nur durch offenen Diskurs auf internationaler Ebene. Sonst droht die ‘Balkanisierung’ des Internets.

The global Internet relies upon a relatively fragile system of cooperative technocratic governance and a mutual commitment among nations to maintain an open market for ideas and commerce despite the risks to privacy and security that are tied to open communications. It is a system that depends on trust.

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

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29 Sep 20:04

Boxcryptor: Verschlüsselungs-Tool mit neuer Erweiterung und anderer Schlüsselverwaltung

by caschy

Die einfach zu nutzende Verschlüsselungssoftware Boxcryptor aus Deutschland haben wir hier im Blog schon diverse Male beleuchtet. Nun gibt es zwei Neuigkeiten die Software betreffend. In der neuen Version können Nutzer nun eigene Schlüssel zum Verschlüsseln der Dateien verwenden (statt der automatisch von Boxcryptor generierten Schlüssel).

Boxcryptor Boxcryptor
Preis: Kostenlos

Der Schlüssel kann somit mit anderen Tools oder auch auf anderen Betriebssystemen erstellt werden und dann mit Boxcryptor verwendet werden. Mit diesem Feature wendet man sich insbesondere an sehr kritische Nutzer die nach den News von RSA Bedenken bezüglich der automatischen Schlüsselgenerierung haben.

So informierte RSA seine Nutzer über eine mögliche Sicherheitslücke in deren Software. In der Warnung sprach RSA davon, dass der Zufallszahlengenerator in der Software durch die NSA manipuliert sein könnte. Fast zeitgleich berichtete ein internationales Forscher-Team auch über Probleme mit dem Zufallszahlengenerator bei einigen Smartcards.

BoxcryptorChrome_Listing

Neben dem Update für Windows ist seit einigen Tagen auch eine erste Beta Version von „Boxcryptor for Chrome“ erhältlich. Bisher war die Erweiterung lediglich für die Vorgängerversion (Boxcryptor Classic) erhältlich. Mit der Erweiterung können Boxcryptor-Nutzer Dateien direkt im Browser ver- und entschlüsseln und anderen Nutzern Zugriff auf die verschlüsselten Dateien geben.

Somit sind Nutzer nun nicht mehr auf die lokale Software angewiesen sondern können ihre Daten auch über die Webseite des entsprechenden Anbieters abrufen. Die Erweiterung ist nun neben Microsoft SkyDrive, Dropbox und Google Drive auch für Box verfügbar.

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Zum Beitrag im Blog: Boxcryptor: Verschlüsselungs-Tool mit neuer Erweiterung und anderer Schlüsselverwaltung
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28 Sep 08:27

Neuer Ärger für Google: E-Mail-Analyse bei Gmail kommt vor US-Gericht

by Thorsten Nötges

Gerichtsverfahren sind ja prinzipiell keine schöne Sache. Insbesondere als Angeklagter. Und für Google läuft es genau hier im Moment überhaupt nicht rund, vor allem in Sachen Datenschutz. Noch immer muss sich der Internetkonzern in den USA vor Gericht verantworten, weil Googles StreetView-Autos vor drei Jahren Daten von offenen WLAN-Netzen mitgelesen hatten.

Google Logo - Robert Scoble - http://www.flickr.com/photos/scobleizer/4249731778/

Doch dem nicht genug: Ein weiterer Prozess aufgrund des konzerneigenen Verständnisses von Datenschutz bahnt sich an. Das von Google seit jeher praktizierte Auslesen von E-Mails, um personalisierte Werbung anzubieten und Nutzerprofile anzulegen, verstößt womöglich gegen Gesetze, die ungefähr so alt sind wie das DARPA-Net – als an unser heutiges Internet noch keiner dachte. Oder an Google.

Nie der Erfassung zugestimmt

Woher Google seine Informationen für Werbeeinblendungen nimmt, ist eigentlich klar und dürfte den meisten Gmail-Nutzern mittlerweile bekannt sein. Der Konzern stützt sich nicht nur auf eingegebene Suchbegriffe, sondern erfasst auch E-Mails und untersucht sie nach relevanten Begriffen.

Aktueller Knackpunkt ist allerdings die Frage nach der Zustimmung. Und hier erklären eben die Rechtsanwälte der Kläger, ihre Klienten hätten der E-Mail-Erfassung durch Google nie zugestimmt. Auch verstoße das Auslesen gegen amerikanische Abhörgesetze und den Schutz der Privatsphäre. Die Juristen berufen sich dabei auf Gesetze, die noch aus den Siebzigern stammen und ursprünglich den Datenverkehr zwischen Telefonfirmen und ihren Kunden regeln sollten.

Google beantragte derweil, die Klage abzuweisen und begründete dies unter anderem damit, dass man mit Verschicken einer E-Mail an ein Gmail-Konto die Datennutzung implizit absegne – ohne Erfolg. Amtsrichterin Lucy Koh gab dieser statt und stellte so die Weichen für ein neues Verfahren. Die Anwälte der Kläger wollen sich nun daran setzen, möglichst viele Mitstreiter für eine Sammelklage zu finden. Das wären laut Antrag womöglich sogar “alle amerikanischen Nicht-Gmail-Nutzer, die eine Nachricht an einen Gmail-Nutzer geschickt und eine Antwort bekommen haben oder eine Nachricht von einem Gmail-Nutzer empfangen haben.” Oha. Das sind ja doch einige.

Gmail-Nutzer vs. Nicht-Gmail-Nutzer

Allerdings geht es nicht nur und in erster Linie um die Nutzer von Gmail, sondern generell um Maildienste, die über Google-Server laufen. Mountain View bietet schließlich ebenfalls kostenpflichtige und werbefreie Maildienste an, so zum Beispiel über Google Apps for Education. Auch zahlreiche Unis verwalten ihre Mails mit Google-Technik, etwa die University of California.

Jura-Professor Chris Hoofnagle, Direktor des dort ansässigen Berkeley Center for Law & Technology und Datenschutzfachmann sieht sich bewusst getäuscht. “Wir haben dieser Nutzung unserer Daten nie zugestimmt, und rückblickend fühle ich mich, als relativ erfahrener Akteur in diesem Feld, von Google in die Irre geführt”, erklärte Hoofnagle gegenüber “Ars Technica”.

Auch die verantwortliche Richterin sieht die Google-Praktiken kritisch. Selbst aus den Gmail-Nutzungsbedingungen werde nicht explizit klar, dass Daten erfasst und Nutzerprofile angelegt werden. Google selbst bewertet das Verfahren hingegen als Versuch, “normale” Geschäftspraktiken zu kriminalisieren. Man muss wohl kein Prophet sein, um zu erkennen, dass sich da ein langwieriger Prozess ankündigt.

Bild: Robert Scoble / Flickr (CC BY 2.0)




26 Sep 17:01

APC Paper: PC mit Firefox OS im Taschenbuchformat

by Sascha Ostermaier

Der APC Paper ist ein Mini-PC, der nicht nur wie ein Buch aussieht, sondern sich auch so anfühlt. Das Gehäuse ist nämlich aus Pappe gefertigt. Der sehr kompakte PC hat aber eine weitere Besonderheit. Als Betriebssystem kommt hier Firefox OS zum Einsatz. Dementsprechend niedrig fallen auch die Spezifikationen aus, aber erfreulicherweise auch der Preis.

apc-paper-angle

Der kleine PC ist eine Schnittstelle ins Internet. Die Steuerung ist auf Tastatur und Maus ausgelegt. Durch das unaufdringliche Buchdesign kann der APC Paper außerdem perfekt in die Umgebung integriert werden. Solltet Ihr Interesse am APC Paper haben, das gerät kostet 99 Dollar, hinzu kommen noch einmal 25 Dollar Versand nach Europa.


apc-paper-io

Der Hersteller betont, dass es sich bei der eingesetzten Firefox OS Variante noch nicht um die finale Version handelt. Die Preview-Version ist nicht in vollem Umfang funktionell, an der Entwicklung wird aber mit Hochdruck gearbeitet.

Die Spezifikationen des APC Paper im Überblick:

  • Software: Firefox OS (PC System)
  • Chip: VIA ARM Cortex-A9 @800Mhz Processor
  • Memory: DDR3 512MB Memory / 4GB NAND Flash
  • Graphics: Built-in 2D/3D Graphic, Resolution up to 720p
  • Input and Output: HDMI, USB 2.0 (x2), microUSB (OTG), Audio out / Mic in, microSD Slot, Network 10/100 Ethernet
  • Debug: 20-pin ARM-JTAG header
  • Expansion: Extra GPIO, SPI and I2C busses on a header
  • Size: 204 x 98 x 28mm (W x H x D)
  • Case: Recycled pressed cardboard with high-grade aluminum

Das Gerät kann direkt bei APC bestellt werden. Habt Ihr in Eurem Tech-Portfolio Platz, bzw. Bedarf für ein solches Gerät?

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26 Sep 16:57

Gegen den Sperr-Irrsinn: YouTube startet Audio-Bibliothek mit 150 Hintergrund-Tracks für Videos

by Tobias Gillen

Über die GEMA kann man sich vortrefflich streiten: Die etlichen Video-Sperrungen auf YouTube durch nicht eingeräumte Rechte nerven die Netzgemeinde, das nicht lizensierte Benutzen von geschützter Musik in Home- und Katzenvideos die Künstler. YouTube setzt jetzt auf eine eigene Sammlung freier Hintergrundmusik.

YouTube

Kampf gegen die vielen Sperrungen

In der neuen Audio-Bibliothek von YouTube befinden sich schon 150 Tracks, die YouTube zum kostenlosen Download bereitstellt. Die Stücke dürfen anschließend nur in Verbindung mit einem Video benutzt werden. Nicht erlaubt ist also die Weitergabe zu anderen Zwecken. Außerdem ist es untersagt, damit illegale Inhalte musikalisch zu untermalen. Mehr – so der Stand jetzt – schreibt YouTube nicht vor.

Die Videoplattform versucht damit, den vielen Sperrungen wegen nicht eingeräumter Wiedergabe- und Nutzungsrechte entgegenzuwirken. Denn diese sind mitunter ziemlich absurd – etwa bei dem Video von einem Meteoritenabsturz, das mit einer Dashboard-Kamera aus einem Auto gefilmt wurde. Das Problem: Im Hintergrund lief ein schwach hörbares Radio.

Das Ergebnis: In Deutschland war der Clip nicht zu sehen. Ein weiteres Beispiel war das Radiointerview von Medienjournalist Jörg Wagner mit Sänger Ingo Pohlmann, das kurz nach der Veröffentlichung nicht mehr zu sehen war, weil wenige Sekunden Musik von Pohlmann lief.

Bewusstsein für Musikrechte wird gestärkt

Leider gibt es auch viele Fälle, in denen man Künstler, Musiklabels und auch die GEMA verstehen kann. Häufig wird urheberrechtlich geschützte Musik unachtsam in Videos verwendet. Alternativen bieten Plattformen wie Jamendo, wo Musik zumindest bei nicht-kommerziellem Gebrauch mit CC-Lizenz angeboten wird. Leider sind aber eben diese Plattformen nicht flächendeckend bekannt und werden daher zu selten verwendet. Allerdings ist auch dann keineswegs sicher, dass die GEMA nicht doch noch anklopft. So schreibt etwa Jamendo in der FAQ-Sektion unter Verweis auf die eigene kostenpflichtige PRO-Lizenz:

Die Creative Commons Lizenzen BY und BY-SA besagen, dass die Künstler nichts gegen die kommerzielle Verwendung ihrer Musik einzuwenden haben, was aber nicht bedeutet, dass sie auf ihre Entlohnung verzichten. Die Lizenz von Jamendo PRO garantiert Ihnen juristisch einwandfrei, dass Ihre kommerzielle Verwendung der Musik (Beschallung von Multimediaprojekten) keine Ansprüche von Verwertungsgesellschaften(wie der GEMA) nach sich ziehen wird.

Der einfache Download eines Tracks auf jamendo.com reicht nicht aus, um juristisch zu beweisen, dass die Künstler keiner Verwertungsgesellschaft angehören. Wenn Sie bei Jamendo PRO eine Lizenz erwerben, erhalten Sie ein Zertifikat, das Sie bei einer Kontrolle den Verwertungsgesellschaften vorlegen können. Dieses Zertifikat wird von den Gesellschaften anerkannt.

Auf der sicheren Seite ist man also auch hier letztendlich nur, wenn Geld fließt. Bei der Audio-Bibliothek von YouTube besteht dieses Problem nicht. Die Tracks sind zwar oft nur standardmäßiges Hintergrundgedudel, teilweise jedoch auch richtig gut einsetzbar.

GEMA-Alternative gegründet

Derweil tut sich auch außerhalb von YouTube etwas im Musikrechte-Dschungel. Während die GEMA in Deutschland bislang die einzige Möglichkeit für Künstler ist, ihre Musikrechte vertreten zu lassen, hat sich gestern in Hamburg eine Alternative gegründet: Die Cultural Commons Collecting Society (C3S).

C3SDie C3S möchte eine einfachere, flexiblere und freiere Organisation zur Vertretung von Musikrechten werden. Bei einer zu diesem Zweck gestarteten Crowdfunding-Aktion sind bisher knapp 100.000 Euro eingesammelt worden – das Doppelte der Finanzierungsschwelle, die Hälfte des angepeilten Ziels. Noch vier Tage kann auf Startnext für C3S gespendet werden. Bei Erreichen des Ziels winken vom Land Nordrhein-Westfalen noch mal 200.000 Euro zur “Entwicklung einer Softwareplattform, die das Abrechnen von Multimedia-Dateien erleichtern und freiwillige Zahlungen von Konsumenten an die Ersteller von Medieninhalten ermöglichen soll”, wie die Kollegen von heise im August berichteten.

Bis zum richtigen Start von C3S dürfte aber noch einiges an Zeit vergehen. Erst 2015 soll der Antrag als Verwertungsgesellschaft beim Deutschen Patent- und Markenamt eingereicht werden.

Bild: Screenshot




26 Sep 14:51

GEMA-Alternative: Die C3S ist gegründet

by Markus Beckedahl

Logo der C3SGestern hat sich in Hamburg die cultural commons collecting society (c3s) als Genossenschaft mit 50 ersten Mitgliedern offiziell gegründet. Wir gratulieren herzlich und wünschen der Initiative und allen Beteiligten einen langen Atem und vor allem viel Erfolg!

Noch vier Tage läuft die Crowdfinanzierungskampagne. Bisher sind über 96.000 Euro zusammen gekommen, es wäre doch schön, wenn die 100.000er Grenze überschritten werden könnte.

Bereits zum Start der Crowdfinanzierungskampagne hatten wir ein Interview mit m.eik Michalke, einem der Initiatoren der c3s: “Über GEMA meckern reicht nicht, wir wollen, dass sich tatsächlich etwas verändert”.

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

flattr this!

25 Sep 19:43

PHP-Datentypen richtig benutzen

by Stefan Wienströer

Eines der größten Vorteile von PHP ist seine Einfachheit. Durch den lockeren Umgang mit Datentypen ist es gerade bei Anfängern beliebt und deshalb auch so verbreitet. Nur leider ist diese Einfachheit auch einer der größten Nachteile von PHP. Durch einen zu nachlässigen Umgang mit den Datentypen kann es an einigen Stellen im Quellcode zu Problemen kommen. Deshalb möchte ich euch mit diesem Artikel einen Grundkurs zum Thema geben.

Welche Datentypen gibt es in PHP?

Datentypen sind quasi die Arten, wie Daten gespeichert werden. So kann man eine Zahl als String (Text) oder Int (Ganzzahl) speichern. Von diesem Typen gibt es in PHP die folgenden:

  • string: text
  • int: Ganzzahl (Zahl ohne Nachkommastellen)
  • bool: true oder false
  • double, float oder real: Fließkommazahl (Alles das Gleiche)
  • null: Ein nicht existierender Wert
  • object: Die Instanz einer Klasse
  • array: Array, eine Art Liste.
  • binary: Binärdaten, ab PHP6.
  • resource: Referenzen auf geöffnete Dateien, Datenbankverbindungen,…

Daten konvertieren

In PHP sind viele Variablen als Text gespeichert. Das hat den Hintergrund, dass die Parameter des HTTP-Requests ($_GET, $_POST oder $_REQUEST) als Text und somit als String übertragen werden. Um diesen Text jetzt zum Beispiel als Ganzzahl zu konvertieren, gibt es mehrere Varianten. Eine der bekanntesten dürfte diese sein:

<?php
	$zahl = "1";
	var_dump($zahl);
	echo "<br />";
	$zahl = (int) $zahl;
	var_dump($zahl);
?>

Als Ergebnis bekommt man folgendes:

string(1) "1" 
int(1)

Bei der ersten Ausgabe haben wir also noch einen String, in der Zweiten ist es schon eine Zahl. Diesen Vorgang bezeichnet man als Type-Casting. Durch die Nutzung des richtigen Datentypen kann der Speicherverbrauch sinken. Das ist zwar auf dem ersten Blick nicht viel, wenn man es aber in der Masse sieht schon spürbar.

Kommen wir zur zweiten Variante. Durch das Aufrufen von Konvertierungs-Funktionen kann man zusätzliche Parameter, wie zum Beispiel das Zahlensystem, von dem man konvertieren möchte (Octal, Decimal,…). Das Beispiel von gerade sieht dann so aus:

<?php
	$zahl = "1";
	var_dump($zahl);
	echo "<br />";
	$zahl = intval($zahl);
	var_dump($zahl);
?>

Neben intval gibt es auch noch Funktionen für die meisten anderen Datentypen:

  • floatval/doubleval – Konvertieren eine Variable zu float
  • strval – Konvertiert eine Variable zum String
<?php
	$zahl = "1";
	var_dump($zahl);
	echo "<br />";
	settype($zahl,"int");
	var_dump($zahl);
?>

settype liefert ein Boolean zurück, der angibt, ob die Konvertierung erfolgreich war. Die Variable wird dabei per Referenz übergeben.

Zu guter Letzt casted PHP auch selbst, wenn man zum Beispiel eine Berechnung durchführen möchte:

<?php
	$zahl = "1";
	var_dump($zahl);
	echo "<br />";
	$zahl = $zahl * 1;
	var_dump($zahl);
?>

Den aktuellen Datentyp auslesen

Im obrigen Beispiel habe ich ja bereits settype erwähnt. Hier gibt es natürlich auch das Gegenstück: gettype:

<?php
	$zahl = 1;
	echo gettype($zahl);
?>

Heraus kommt in diesem Fall “integer”. In der Regel wollen wir aber nicht den Datentyp auslesen, sondern prüfen, ob die Daten in einem bestimmten Typ vorlegen. Auch hierzu gibt es einige Funktionen. Eine davon ist is_int:

<?php
	$zahl = 1;
	if(is_int($zahl))
	{
		echo "Integer!";
	}
?>

Bei is_int kann es leicht zu Verwirrungen kommen. Denn die 1 kann so als Integer, aber auch als Float vorliegen. So wird im folgenden Fall “Kein Integer!” angezeigt:

<?php
	$zahl = 1.0;
	if(is_int($zahl))
	{
		echo "Integer!";
	}
	else
	{
		echo "Kein Integer!";
	}
?>

Umgekehrt liefert ein Int bei is_float ein false zurück. Mit is_numeric gibt es aber Abhilfe. Es deckt beide Fälle ab:

<?php
	$zahl = 1.0;
	if(is_numeric($zahl))
	{
		echo "Numerisch!";
	}
	else
	{
		echo "Nicht Numerisch!";
	}
?>

Neben den bereits genannten Funktionen gibt es auch noch Folgende:

  • is_array
  • is_bool
  • is_float
  • is_integer
  • is_nan (Not a number)
  • is_null
  • is_object
  • is_resource
  • is_string

empty

Die Funktion empty überprüft in PHP, ob eine Variable leer ist. Leer ist aber eher ein dehnbarer Begriff:

<?php
	$a = null;
	$b = 0;
	$c = "0";
	$d = "";
	$e = false;
	$f = 1;
	if(empty($a)) echo "a<br />";
	if(empty($b)) echo "b<br />";
	if(empty($c)) echo "c<br />";
	if(empty($d)) echo "d<br />";
	if(empty($e)) echo "e<br />";
	if(empty($f)) echo "f<br />";
?>

Es werden die Buchstaben von a-e ausgegeben. Nur f ist befüllt. Wer also eine “0″ erwartet, bekommt trotzdem ein false. Aus diesem Grund ist das eine Funktion, die ich sehr ungern verwende. Die Alternative folgt noch ;-)

isset

Eine ähnliche Funktion wie empty ist isset. Sie ist quasi das Gegenteil von is_null und liefert true zurück, wenn eine Variable nicht NULL ist. Das Problem dabei ist, dass man in isset leider keinen Funktionsaufruf übergeben kann. Deswegen nutze ich auch isset mittlerweile ungern.

Typensicher vergleichen

Jetzt wollen wir noch Variablen Typensicher vergleichen. Ein Beispiel:

<?php
	$int = 0;
	$string1 = "";
	$string2 = "0";
	$null = null;
	$false = false;
	if($int == $string1) echo "int == string1<br />";
	if($int === $string1) echo "int === string1<br />";
	if($int == $string2) echo "int == string2<br />";
	if($int === $string2) echo "int === string2<br />";
	if($int == $false) echo "int == false<br />";
	if($int === $false) echo "int === false<br />";
	if($int == $null) echo "int == null<br />";
	if($int === $null) echo "int === null<br />";
	if($string1 == $null) echo "string1 == null<br />";
	if($string1 === $null) echo "string1 == null<br />";
	if($string2 == $null) echo "string2 === null<br />";
	if($string2 === $null) echo "string2 === null<br />";
	if($false == $null) echo "false == null<br />";
	if($false === $null) echo "false === null<br />";
?>

In diesem Fall kommt folgendes dabei heraus:

int == string1
int == string2
int == false
int == null
string1 == null
false == null

Diese Verhaltensweise sollte man sich bewusst sein, wenn man mit 0-Werten zu tun hat. Wenn in einer Spalte zwischen NULL und Null(0) unterschieden wird, ist eine typensichere Überprüfung mit den drei Gleichzeichen lebensnotwendig. Andernfalls bekommt ihr Fehler, nach denen ihr eine lästige Suche tätigen müsst. Das Gegenstück zu === ist übrigens !==.

Fazit

Type-Casting sollte jeder gute Programmierer kennen. Wenn ihr da ein Augenmerk auf die richtigen Typen legt, könnt ihr eure Scripte beschleunigen und tückische Fehler vermeiden.

Das Casting zwischen Objekten habe ich hier einmal herausgelassen, da das Thema etwas größer ist. Ein weiterer Beitrag folgt..

25 Sep 19:34

E-Book-Piraten im Interview: “Die Buchverleger machen genau die selben Fehler wie die Musikindustrie”

by Andre Meister

Buch und E-Book-Reader. Bild: Cristian Eslava. Lizenz: Creative Commons BY-SA 2.0.

Buch und E-Book-Reader. Bild: Cristian Eslava. Lizenz: Creative Commons BY-SA 2.0.

Was MP3, Napster und tragbare Audio-Player für die Musikindustrie waren, sind EPUB und E-Book-Reader für die Buchverlage. Netzpolitik.org hat die Betreiber von drei eher nicht-legalen Webseiten für DRM-freie E-Books interviewt. Einig sind sich alle, dass die Verlage mit der digitalen Welt völlig falsch umgehen. Unterschiedliche Ansichten gibt es, dass eine der Seiten nun Geld von seinen Usern verlangt – ein Unding für die anderen.

Vor zwei Wochen berichteten wir über eine Strafanzeige gegen die Zeitungsverlage von Tagesspiegel und Zeit Online. Ihr Vergehen: Sie hatten in einem Interview mit einem Betreiber der Online-Plattform boox.to (TorBoox) die volle Domain genannt. Im Gegensatz zur Denkweise von buchreport.de sind wir nicht durch das Interview auf die Seite aufmerksam geworden, sondern durch die absurde Anzeige.

Unterdessen kündigte der Autor Selim Özdoğan in einem Interview an, seinen Erzählband “Freikarte fürs Kopfkino” exklusiv auf TorBoox zu veröffentlichen.

Wenn wir uns schonmal mit dem Thema beschäftigen, haben wir gleich ein eigenes Interview mit den Buchpiraten von TorBoox geführt. Und mit zwei weiteren Seiten, die als im Tor-Netzwerk versteckte Dienste operieren: Imperial Library of Trantor und Jotunbane’s Reading Club.

Alle drei Webseiten bieten E-Books im EPUB-Format an. Während TorBoox fast 40.000 Bücher zählt, hat Trantor 11.000 und der Club 450. Sowohl die Leute hinter TorBoox als auch Jotunbane kaufen E-Books und stellen sie ein – Jotunbane achtet dabei aber peinlich genau auf Qualität. In der Imperial Library können User/innen Bücher selbst hochladen und mit anderen teilen.

Alle drei Plattformen kritisieren den Umgang der Verlage mit der digitalen Welt. Laut Spiegelbest von TorBoox “fehlt ein attraktives digitales Angebot”, das nur eine Flatrate sein könne. Wenn die Verlage das nicht selbst tun, macht es eben TorBoox. Las Zenow von der Imperial Library of Trantor und Jotunbane kritisieren, dass die Verlage auf alten Vorstellungen von Copyright beharren und digitale Realitäten ignorieren. Beide vergleichen das Verhalten der Verlage mit dem der Musikindustrie zu Zeiten von Napster – und kritisieren Digitale Rechteverwaltung (DRM) scharf.

Allen ist bewusst, dass sie mit ihren Angeboten Gesetze brechen. Während Jotunbane vor allem von ihm erstellte digitale Bücher perfektionieren und gleich noch teilen will, bietet Las Zenow der Öffentlichkeit die Option, digitale Bücher mit anderen auszutauschen. Beide tun das aus Überzeugung für den freien Austausch von Wissen – und werden trotz Spenden-Möglichkeit immer kostenlos bleiben. TorBoox hingegen stellt jetzt auf Bezahlmodell um. Ab nächster Woche müssen User/innen 10 Euro für ein Quartal zahlen, um 150 Bücher pro Tag downloaden zu können. Begründet wird das mit gestiegenen Server-, Traffic- und Bücher-Kosten. Las Zenow und Jotunbane lehnen das ab und bezeichnen ein Bezahlmodell mit unerlaubten Kopien als “unethisch” und “moralisch falsch”.

Hier die drei Interviews im Volltext: (Direktlinks: TorBoox, Imperial Library of Trantor, Jotunbane’s Reading Club)


Interview: Spiegelbest von TorBoox (Hidden Service, Tor2web)

torbooxOffen und ehrlich: Wir sind Buchpiraten. Alle Titel sind roh vom DRM-Schutz befreit und fast4free. Wir sind nutzerfreundlich, werbefrei, aber bestenfalls halblegal.

netzpolitik.org: Wie viele Bücher gibt es bei euch? In welchen Dateiformaten?

Spiegelbest: Wir bieten nicht ganz 40.000 Titel an. Alle Titel sind EPUBs – ohne Ausnahme. Darunter sehr viele, die wir selbst in den letzten Jahren gekauft haben. Sehr aktuell also. Ich denke mal, in den letzten Jahren haben wir kaum einen gut gefragten Titel ausgelassen.

netzpolitik.org: Verstehe ich richtig, dass man bei euch keine Bücher downloaden kann, ohne vorher zu bezahlen?

Spiegelbest: Das verstehst du richtig. Ab dem 3.10 – unserem Stichtag für die Erhebung des Nutzungsbeitrages – musst du € 10,00 bezahlen, um downloaden zu können. Korrekt.

netzpolitik.org: Wie viel muss man wofür zahlen? 10 Euro pro drei Monate, dann bis zu 150 Bücher pro Tag?

Spiegelbest: 150 Downloads pro Tag kannst du saugen, stimmt. Die € 10,00 erheben wir für ein Quartal. Vermutlich haben wir am Ende der Zeit noch sehr viel Geld übrig. Wie wir dieses Geld den Nutzer gutschreiben können, wissen wir noch nicht. Wir warten noch auf einen guten Einfall. Und die Trolle warten auf eine Gerechtigkeitslücke

netzpolitik.org: Wann war der Punkt, das (bis dahin kostenlose?) Angebot auf ein Bezahlmodell umzustellen? Oder ist das jetzt erst?

Spiegelbest: Wir stellen erst jetzt auf Bezahlmodell um. Stichtag ist der 3.10. Heute wurde das Abrechnungs-Feature probeweise implimentiert. Im Prinzip sehen wir, seit wir auf 100.000 Downloads zusteuern, kein Land mehr für das Spendenmodell. Wobei nicht die Downloads das Problem sind, sondern der parallele Traffic. Wir haben jeden Monat bisher gleichbleibende 15-20 % Wachstumsraten. Wir steuern also Herbst 2014 auf 10 Millionen Downloads zu. Es hat sich wirklich – nicht nur spaßeshalber – die Frage gestellt, ob wir aufhören oder umstellen sollen auf Bezahlung.

netzpolitik.org: Warum können andere Projekte wie Imperial Library of Trantor oder Jotunbane’s Reading Club das unentgeltlich machen, aber ihr nicht?

Spiegelbest: Na ja, wir haben gestern 90.000 Downloads gehabt und massiven Traffic. Ich kenne die Seiten nicht, die du erwähnst. Aber ich glaube nicht, dass ich diese Seiten kennenlernen könnte, wenn sie auch nur einen Bruchteil unseres Last abbekommen würden. Scherz beiseite: Wir haben unentgeltlich angefangen, sind aber Opfer unseres Erfolges geworden. Die Spenden, die wir bekommen haben, reichten nicht aus, ein ausbaufähiges technisches Setup zu gewährleisten. Dann hat sich die Frage gestellt: Free-4-all und Aus-und-Ende, oder eben € 3,33 und Segel setzen.

“Unentgeltlich” ist ein schönes Wort. Das kann ich so nicht stehen lassen: Die Nutzer doch zahlen immer – und sei es über die Werbebanner oder über die Premiumaccounts bei den Hostern. Der einzige Unterschied ist, dass wir das Geld direkt von den Nutzern bekommen. So bekommen wir ein unglaubliches finanzielles Potential in die Hand. Diese Geld bedeutet unmittelbar Sicherheit und Gestaltungsmöglichkeit. Ich sage hier bei euch voraus, dass sich auch andere aus der Szene bald nicht mehr mit Klimpergeld zufrieden geben werden. Das ist dann das Ende der One-Klick-Hoster und ihrer Pornofenster.

netzpolitik.org: Kannst du sagen, wie viel Geld ihr für Technik und Traffic ungefähr ausgeben müsst?

Spiegelbest: Wir geben im Moment etwa € 500 für die Technik aus, haben aber Bestellungen laufen. Um gut aufgestellt zu sein – mit E-Books – brauchen wir etwa € 1.000. Das mag nicht viel klingen, aber anfangs haben wir unsere Server selbst bezahlt. Das geht dann einfach nicht mehr. Auch die Spenden für die Technik haben nicht mehr gereicht. Mit € 1.000 wollen wir gut über die Weihnachtsmonate kommen.

netzpolitik.org: Habt ihr keine Angst, euch mit dem Bezahl-Modell juristisch noch viel angreifbarer zu machen als ohnehin schon?

Spiegelbest: Ich bin Pressesprecher und habe noch nie einen Upload gemacht. Wovor sollte ich Angst haben? Aber ich verstehe deine Frage und werde versuchen, sie zu beantworten.

Wir leiten das Geld der Nutzer um, wir lassen es ja nicht verschwinden. Wir kaufen stellvertretend für sie die E-Books, die sie möchten. Und die Server, die sie benötigen. Aber wir haben keine Gewinnerzielungsabsicht. Diese rote Linie überschreiten wir nicht. Am Ende des Tages werden wir natürlich mit Anzeigen konfrontiert werden. Hmm … Dann verschwinden wir halt wieder. Wenn die Verlage keine eigene Flatrate gegen uns aufbauen wollen, dann müssen sie die Anzeigen aus der Welt schaffen.

netzpolitik.org: Wie viel Aufmerksamkeit habt ihr tatsächlich mit dem Tagesspiegel-Interview bekommen? Was hat sich geändert?

Spiegelbest: Das mag unbescheiden klingen, aber wir hatten schon vorher sehr gute Wachstumszahlen. Wir waren bereits in dem Wachstumsbereich, wo die Mundpropaganda wirkt. Du darfst nicht vergessen, dass Leser von E-Books an ihrem Reader zu erkennen sind. So kommt der Eine schnell mit der Anderen ins Gespräch.

Das Tagespiegel-Interview hat uns bei den Journalisten und in Folge bei den Entscheidungsträgern bekannt gemacht. Es hat nicht so sehr unser Angebot als viel mehr unsere Story verbreitet: “Buchpiraten zeigen den Verlagen, wie sich E-Books verkaufen lassen!”

Dass der Geschäftsführer des Börsenvereins gegen uns paar Leutchen die Politik zu Hilfe rufen muss, zeigt, dass der digitale Buchmarkt ein paar Überraschungen für die Verlage bereit hat.

netzpolitik.org: Was ist euer Kommentar zur Strafanzeige?

Spiegelbest: Gigantisch – die GVU darf sich von uns was wünschen!


Interview: Las Zenow von der Imperial Library of Trantor (Tor2web)

imperial-libraryWir bezahlen Autoren gerne, aber nicht die Unternehmen, die mit ihnen Profit machen. Wir werden auf keine Anfrage von Firmen, Redaktionen, Verwertungsgesellschaften oder sonstigen Blutsaugern eingehen, Inhalte zu entfernen.

netzpolitik.org: Wer bist du?

Las Zenow: Ich bin Las Zenow, oder zumindest ist das einer meiner Namen aus der Cyberwelt. Ich bin ein begeisterter Leser und ein Computerfreak. Ich liebe Bücher, ich kann mich stundenlang durch Bücherstapel in Second Hand Geschäften wühlen, auf der Suche nach mir unbekannten Büchern oder schönen Ausgaben.

Ich bin auch begeistert von den Möglichkeiten, die uns neue Technologien bringen. Ich denke, wir haben jetzt sowohl eine große Chance, uns zu befähigen, als auch ein gewaltiges Risiko, unsere Privatsphäre zu verlieren. Ich versuche, meinen Beitrag dazu zu leisten, dass die digitale Gesellschaft von den Menschen regiert wird, und nicht von Geld und Konzernen.

netzpolitik.org: Was ist die Imperial Library of Trantor?

Las Zenow: Die Bibliothek von Trantor ist sowohl ein virtuelles Bücherregal, in dem jeder das Buch finden kann, das er lesen möchte, als auch eine Gemeinschaft von Lesern, die ihre Bücher frei teilen kann.

Alle Bücher sind DRM-frei und im EPUB-Format, einem offenen Standard für elektronische Bücher, der entwickelt wurde, um bequem auf jedem Gerät unabhängig von der Bildschirm-Größe lesen zu können. Fast alle Geräte unterstützen das EPUB-Format, außer der Amazon Kindle, das sein eigenes Format benutzt (MOBI). Immerhin gibt es verschiedene Anwendungen, die von EPUB zu MOBI konvertieren können, also kann man auch mit einem Kindle in den Genuss unserer Bibliothek kommen.

netzpolitik.org: Warum hast Du die Imperial Library of Trantor gestartet?

Las Zenow: Ich habe immer weitaus mehr Bücher, als ich aufbewahren kann. Das digitale Zeitalter bietet mir eine großartige Lösung für dieses Problem: das elektronische Papier. Jetzt kann ich all meine liebgewonnenen Bücher (und außerdem die, die ich nicht mag) in einem kleinen tragbaren Gerät speichern. Ich liebe Papier noch immer, aber jetzt muss ich nicht mehr alles, was ich lesen möchte, auf Papier haben.

Als ich anfing, E-Books zu lesen, hatte ich Schwierigkeiten, die gewünschten Bücher zu finden. Man bekommt sie, wenn man einen der Shops für E-Books benutzt, aber diese werden vor allem von wenigen Konzernen kontrolliert und die Bücher haben unverschämte Preise. Sie verlangen fast den gleichen Betrag wie für ein physisches Buch, obwohl es sie nichts kostet, deine Kopie herzustellen. Und selbst wenn du diesen Preis bezahlt hast, besitzt du das Buch nicht wirklich, sie nutzen DRM, was zum Beispiel verhindert, dass du einem Freund das Buch leihst – oder manchmal entscheiden sie sogar, es ohne deine Zustimmung von deinem Gerät zu löschen.

Die Imperial Library of Trantor ist der Versuch, diese Situation zu verbessern und den Lesern die Kontrolle über ihre Bücher wieder zurückzugeben. Wie die meisten guten Computer-Programme begann die Imperial Library of Trantor in einer Nacht des Herumhackens mit Netz-Technologien. Aber über die Monate ist die Bibliothek gewachsen, und jetzt, mehr als ein Jahr nach dem Start, ist sie ziemlich stabil und voller Bücher.

Es braucht noch viel Arbeit, bis sie so gut ist, wie wir sie uns erträumen. Wir arbeiten in unserer Freizeit daran, aus Spaß an der Sache; manchmal entwickelt sie sich nicht so schnell, wie wir uns das wünschen, aber sie wird Schritt für Schritt besser.

netzpolitik.org: Was kann man in der Imperial Library of Trantor finden?

Las Zenow: Es gibt dort jede Art von Buch. Man kann tausende Romane finden, von großen Bestsellern bis zu obskuren Romanen, es gibt Essays, Kochbücher, Computerfachbücher, … Alles, was die Benutzer entscheiden, hochzuladen.

netzpolitik.org: Wie viele Bücher gibt es in der Imperial Library of Trantor?

Las Zenow: Im Moment gibt es dort um die 11.000 Bücher. Aber diese Zahl wächst ständig – dank der Benutzer der Bibliothek, die ständig weiter Bücher hochladen. Wenn Du willst, kannst du auch an der Bibliothek mitarbeiten, indem du deine eigenen Bücher hochlädst.

netzpolitik.org: Warum betreibt ihr die Seite als Tor Hidden Service?

Las Zenow: Die großen Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell auf den Verkauf von Kulturgütern aufgebaut haben, verwenden eine Menge Ressourcen darauf, Menschen davon abzuhalten, darauf zuzugreifen. Anstatt mit dem Gewinn die Autoren gerecht zu entlohnen oder den Service für ihre Kunden zu verbessern, versuchen sie diejenigen rechtlich zu belangen, die anderen helfen, auf diese Kulturgüter zuzugreifen.

Der Tor Hidden Service gibt uns Anonymität, niemand erfährt, wo unsere Server sind. So können die Konzerne, die versuchen, uns vom Verbreiten von Kulturgütern abzuhalten, nicht herausfinden, wer wir sind oder unsere Website sperren.

netzpolitik.org: Verstößt ihr gegen irgendwelche Gesetze?

Las Zenow: Ich glaube, wir verstoßen gegen Gesetze von etlichen Ländern, die meisten Länder erlauben es nicht, urheberrechtlich geschützte Inhalte öffentlich zu verbreiten. Aber wir leben im Cyberspace, wo die Gesetze der physischen Welt nicht hinreichen.

In den meisten Ländern ist die Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Werken illegal, aber nicht der Besitz einer heruntergeladenen Kopie. Daher sind die Benutzer unserer Bibliothek in den meisten Ländern sicher. Ein Risiko gehen also nur wir ein, indem wir den Dienst anbieten, aber nicht die Benutzer.

netzpolitik.org: Falls ihr irgendwelche Gesetze brecht – interessiert es euch? Warum (nicht)?

Las Zenow: Wir sind der Meinung, dass die Urheberrechtsgesetze ein Relikt aus anderen Zeiten sind, als es noch Geld kostete, Bücher zu vervielfältigen. Jetzt sind sie sinnlos.

Mit dem Aufkommen des digitalen Zeitalters haben sich die Regeln geändert. Bevor es Computer gab, brauchten wir physische Objekte, um Kultur zu verbreiten, wie Bücher, Audio- oder Videokassetten. Aber jetzt sind wir die physischen Objekte losgeworden und können Kultur kostenlos kopieren. Es gibt nichts, was uns davon abhalten könnte, den alten Traum vom universellen Zugang zu Kultur zu verwirklichen, allen den freien Zugang zu jeglicher Kultur zu ermöglichen.

Natürlich müssen wir die Autoren ernähren, aber mit der kapitalistischen Art und Weise, Kultur zu kommerzialisieren, tun wir das verdammt schlecht. Tatsächlich füttern wir die großen Konzerne, aber nicht die Autoren.

netzpolitik.org: Was ist falsch an der Verlags-Welt heutzutage?

Las Zenow: Das Buch-Verlagsbranche ist, wie das Urheberrecht, mittlerweile ein überholtes Geschäft, das nicht an die neue Welt angepasst ist. Es hat immer noch eine riesige und komplexe Infrastruktur, die nicht mehr gebraucht wird, aber das Herausgeben von Büchern teuer macht – was wiederum bedeutet, dass die Autoren nur einen winzigen Anteil am Verkaufserlös erhalten.

Sie verlassen sich immer noch darauf, einige wenige Bestseller zu schaffen, wofür sie riesige Summen für Werbung ausgeben. Aber mittlerweile haben die Menschen Zugang zu einer größeren Vielfalt an Büchern und können über genau die Themen lesen, die sie wirklich mögen, anstatt das zu lesen, was in der Presse besprochen wird.

netzpolitik.org: Was ist falsch an DRM?

Las Zenow: Manchmal habe ich den Eindruck, dass uns im Zuge der Digitalisierung Rechte weggenommen werden, anstatt das wir die Freiheit, welche diese Technologie uns bietet, voll ausschöpfen können. DRM ist ein gutes Beispiel dafür.

Mit digitalen Büchern können wir viel mehr Dinge tun als mit ihren physischen Pendants. Zum Beispiel können wir die Bücher an verschiedenen Orten gleichzeitig haben oder wir können selbst wählen, wie der Inhalt dargestellt wird. DRM beschneidet uns nicht nur von diesen neuen Möglichkeiten; wir verlieren zudem auch den Vorteil der gedruckten Versionen, so können wir die Bücher beispielsweise nicht mehr an unsere Freunde verleihen.

Mit DRM sind wir nicht länger Eigentümer unserer Bücher.

netzpolitik.org: Wohin sollte sich das digitale Verlagswesen entwickeln?

Las Zenow: Jetzt haben wir alle die Werkzeuge, um selbst Bücher zu publizieren und es gibt andere Kanäle, um sie zu verbreiten, die nicht viel Geld für Werbung benötigen. Es macht keinen Sinn mehr, große Konzerne hinter den Buchverlagen zu haben, wir können tausende kleine Verlagsgruppen gründen, um den Gewinn besser an die Autoren zu verteilen und den Lesern die Kontrolle wieder zu geben.

netzpolitik.org: Wird die Imperial Library of Trantor immer kostenlos bleiben?

Las Zenow: Ja, auf jeden Fall. Die Imperial Library of Trantor wird immer kostenlos sein, oder sie wird nicht sein.

netzpolitik.org: Wie viele Spenden erhaltet ihr?

Las Zenow: Wir haben erst seit einem Monat eine Spenden-Adresse auf der Bibliothek. Bisher haben wir hauptsächlich eine großzügige Spende von fast einem Bitcoin erhalten.

Wir sind Freiwillige, wir planen nicht, unseren Lebensunterhalt mit der Imperial Library of Trantor zu verdienen. Aber wir hoffen, genug Geld durch Spenden zu erhalten, um für die Server und die Internet-Bandbreite zu bezahlen. Falls wir etwas Geld zusammenbringen, werden wir es dafür verwenden, die Infrastruktur hinter der Website zu verbessern, dass sie schneller wird und mehr Nutzer verkraftet. Und vielleicht sogar einen öffentlichen Platz im Netz außerhalb des Tor-Netzwerks zu bekommen.

netzpolitik.org: Was hältst du von anderen halb-legalen E-Book-Seiten, die Geld von ihren Leser verlangen wollen?

Las Zenow: Ich finde es unethisch, Geld von Lesern zu nehmen ohne gleichzeitig die Autoren zu bezahlen. Jetzt wo wir die Möglichkeiten dazu haben, müssen wir Kanäle schaffen, auf Bücher frei zuzugreifen, unabhängig von finanziellen Ressourcen.

netzpolitik.org: Die Leute von TorBoox sagen, dass sie mit fast 40.000 E-Books und 90.000 Downloads an einem Tag “Opfer ihres eigenen Erfolges” sind und sie den Dienst nicht weiter anbieten können, ohne ihre User dazu zu zwingen, zu bezahlen. Was sagst du dazu?

Las Zenow: Andere Organisationen haben es geschafft, die Finanzierung ihrer Systeme sicherzustellen, ohne von ihren Nutzern Gebühren zu verlangen. Hier sei zum Beispiel Wikipedia genannt, die als sechstgrößte Webseite trotzdem kostenlos und werbefrei ist.

Ich halte es für eine schlechte Idee, einen zentralen Ort zu gründen, was wir brauchen, sind viele kleine. Es ist viel schwieriger einen großen Ort zu unterhalten als hunderte von ihnen, und wenn die Seite zumacht oder eine Bezahlplattform wird, dann haben die Leser keine andere Wahl.

Meine ideale Zukunftsvorstellung ist, dass wir hunderte von Seiten haben, die untereinander interagieren. Wenn also eine Seite das gewünschte Buch nicht hat, leitet sie dich zu einer anderen Seite, die das Buch hat.

netzpolitik.org: Möchtest du noch etwas ergänzen?

Las Zenow: Ich möchte eure Leser ermutigen, ihre Bücher mit anderen zu teilen. Als Kind hat man uns beigebracht, das Teilen etwas Gutes ist. Heute versuchen die Konzerne, uns das Gegenteil beizubringen, in dem sie behaupten, dass man stiehlt wenn man teilt. Ich denke immer noch, dass das Teilen von Kultur gut ist. Teilen hat nichts mit Diebstahl zu tun, denn durch Teilen nehmen wir niemandem Eigentum weg.

netzpolitik.org: Übrigens interviewe ich auch Jotunbane von Jotunbane’s Reading Club.

Las Zenow: Das ist eine tolle Idee, er macht qualitativ hochwertige Bücher.


Interview: Jotunbane von Jotunbane’s Reading Club (Tor2web)

readers-against-drmStattdessen wollten sie mir geschlossene Fernseh-Versionen von Büchern verkaufen, die alle möglichen seltsamen Einschränkungen hatten und sie haben sich sogar erdreistet, diese teurer zu machen als die Papierversionen. Das nennt man “sich in beide Füße gleichzeitig schießen”. Zum einen werde ich für ein qualitativ minderwertiges Produkt nicht mehr Geld bezahlen. Zum anderen werde ich nicht wieder zum Papier zurückkehren. Jetzt kann ich nirgendwo meine Bücher kaufen (es gibt Ausnahmen, Baen zum Beispiel), also was soll ich tun? Nun, ich mache meine eigenen Bücher.

netzpolitik.org: Wer bist du?

Jotunbane: Mein Name ist Michael und ich lebe in der Nähe von Kopenhagen. Ich glaube, das muss reichen.

netzpolitik.org: Es ist nicht schwierig, deinen Nachnamen herauszufinden.

Jotunbane: Ich weiß, dass meine Identität im besten Fall “verschleiert” ist. Aber als “echter Hacker” stehe ich zu dem, was ich tue. Wenn Leute mich finden wollen, können sie das. Die Seite wird nicht bei mir zu Hause gehostet, also bringt es nichts, mich zu finden. Natürlich kann es mich (persönlich) in die Klemme bringen, aber ich bin bereit, dieses Risiko einzugehen. Du kannst meinen vollen Namen veröffentlichen, wenn du willst.

netzpolitik.org: Auf der Seite gibt es ein Bild von einer Person. Könntest das du sein?

Jotunbane: Ja, das bin ich.

netzpolitik.org: Was ist Jotunbane’s Reading Club?

Jotunbane: “Der Club” sind Grunde all die Bücher, die ich je gelesen habe (und ein paar, die ich noch nicht gelesen habe), organisiert in einer Datenbank.

netzpolitik.org: Warum hast du den Lese-Club gestartet?

Jotunbane: Ich habe im Verlagswesen gearbeitet und brauchte etwas, das meine Büchersammlung in einem einheitlichen und lesbaren Format darstellt. Ich habe die schlechte Angewohnheit, keine Bücher zu akzeptieren, die eine seltsame oder uneinheitliche Formatierung haben. Mein Hintergrund im Verlagswesen gab mir die Fähigkeiten, meine Bücher zu verbessern, aber ich brauchte noch einen Platz, um sie aufzubewahren. Also habe ich “den Club” entworfen.

netzpolitik.org: Was kann man im Lese-Club finden?

Jotunbane: Im Moment sind das (überwiegend) meine Bücher. Ich würde es lieben, wenn auch andere Leute anfangen, ihre Bücher einzustellen, aber ich glaube nicht, das das passiert. Einige Leute (vier, soweit ich mich erinnere) haben versucht, Bücher beizusteuern, aber bisher sind alle gescheitert. Keiner von denen hat mir gesagt warum und ich dränge meine Nutzer nicht nach Antworten. Die Bücher sind alle für meinen E-Book-Reader optimiert, aber man kann sich sein Stylesheet individuell gestalten, falls es auf dem eigenen Gerät komisch aussieht. Bisher hat das noch keiner getan und die Bücher wurden als “gut aussehend” auf den meisten Geräten eingestuft.

Aber ich bearbeite auch Anfragen, also wenn du ein Buch brauchst, fragt mich einfach und ich werde versuchen, es zu bekommen.

netzpolitik.org: Was ist die Quelle für deine Bücher? Woher bekommst du sie?

Jotunbane: Ich kaufe sie, wie jeder andere auch.

netzpolitik.org: Wie viele Bücher gibt es Lese-Club?

Jotunbane: Im Moment 450. Ich weiß, das sind nicht viele, aber ich nehme mir die Zeit, OCR-Fehler zu reparieren. Ich kenne niemanden, der das bisher versucht hat. Der Fokus liegt auf “korrekten“ und “gut aussehenden“ Büchern, es war nie mein Ziel, Millionen von Büchern zu haben. Und die Menschen scheinen sie zu mögen, ich zähle um die 10.000 Downloads (und das sind alles Downloads von außen, Bücher, die ich lokal herunterlade, werden nicht gezählt).

netzpolitik.org: 450 Bücher, aber 10.099 EPUBs? Woher kommt der Unterschied?

Jotunbane: Da steht: 10.099 EPUBs erstellt. Jedes Mal, wenn man ein ein Buch auf der Seite herunterlädt, wird ein neues EPUB generiert. Ich kann einzelne Absätze in den Büchern editieren, das heißt, wenn ich einen Fehler sehe, dann habe ich Möglichkeit ihn zu reparieren ohne am gesamten EPUB herumzubasteln. Das ist auch der Grund, warum man die Bücher online lesen kann (man bekommt eine Wiki-ähnliche Oberfläche für Bücher, die man “besitzt“). Um also sicherzustellen, dass ihr immer die letzte, fehlerfreie Version bekommt, erstelle ich das Buch für jeden Download neu.

netzpolitik.org: Warum betreibst du die Seite als Tor Hidden Service?

Jotunbane: Ich denke, das ist offensichtlich. Wenn die Seite im normalen Internet wäre, würde ich schneller abgemahnt, als man “DMCA” sagen kann.

netzpolitik.org: Verstößt du gegen irgendwelche Gesetze?

Jotunbane: Mehrere :)

netzpolitik.org: Interessiert dich das? Warum (nicht)?

Jotunbane: Klar ist mir das nicht egal. Aber was soll ich machen? Die Gesetze sind auf mehreren Ebenen einfach schlecht (Das Copyright-Monopol wurde allein in meinem Leben 16 mal verlängert, und wird immer weiter verlängert, kurz eh Micky Mouse gemeinfrei wird.) Es hat immer Konsequenzen, wenn man sich entscheidet, Gesetze zu brechen und das Risiko der Bestrafung ist eindeutig ein Teil der Rechnung. Nach US-Recht könnte ich eine Geldstrafe von $ 150.000 für jede Rechtsverletzung bekommen, aber das ist keine Frage des Geldes, sondern das Richtige zu tun. “Sharing is caring”, also klar interessiert es mich.

netzpolitik.org: Was ist falsch an der Verlags-Welt heutzutage?

Jotunbane: Verlage sind Dinosaurier. Sie versuchen im Grunde so zu tun, als ob das Internet nie passiert ist. Ich kann verstehen warum, da ihr Geschäftsmodell nicht dafür ausgerichtet ist.

Wie ich auf der Seite sage: Die Tatsache, dass das Internet kopieren einfach macht, ist kein Bug, sondern ein Fakt. Und wenn dein Geschäftsmodell diesen Fakt nicht verkraften kann, wirst du aus dem Geschäft verschwinden. Aber anstatt ihr Geschäftsmodell zu verändern, haben sie einer Technologie den Krieg erklärt. Das wurde schon vorher probiert, die Musikindustrie führte einen Krieg gegen Napster und MP3-Player (und davor gegen das Klavier, den Plattenspieler, das Tonband und den Kassettenrekorder). Die Filmindustrie hat einen Krieg gegen Videorecorder geführt, und beide versuchen immer noch The Pirate Bay zu bekämpfen.

Ich denke, so ist das Leben. Dumme Menschen sind dazu bestimmt, die Geschichte zu wiederholen, und kluge Leute sind dazu bestimmt, zu sehen, wie sich Geschichte immer und immer wieder wiederholt.

netzpolitik.org: Was ist falsch an DRM?

Jotunbane: Es kann nicht funktionieren. Und wer denkt, dass es möglich sein könnte, dass es funktioniert, der versteht Computer nicht.

DRM ist eine Bedrohung für Innovationen. Eine Bedrohung der Privatsphäre. Und eine Bedrohung der Freiheit. Es sind meine Bücher. Es gibt keine vergleichbaren Einschränkungen für gedruckte Bücher. Stell dir diesen Dialog vor: “Sie dürfen dieses Buch nicht mit über die Grenze nehmen, weil sie nur das Recht gekauft haben, es im Land X zu lesen.

Wie dem auch sei, so wichtig ist mir DRM auch nicht. Ich habe schon vor langer Zeit aufgehört, Bücher zu kaufen, die DRM haben. Wenn es ein Buch nur mit DRM gibt, dann weigere mich, dafür zu zahlen. Ich möchte es vielleicht trotzdem lesen, und mich das zu einem Kriminellen macht, dann soll es so sein.

netzpolitik.org: Wohin sollte sich das digitale Verlagswesen entwickeln?

Jotunbane: Gute Frage. Die beste Alternative, die ich gesehen habe, ist das Buch “The Case For Copyright Reform” von Christian Engström und Rick Falkvinge (Buch #300 auf der Seite). Das kann man zusammenfassen mit: Filesharing legalisieren, kürzere Schutzfristen für das gewerbliche Urheberrechts-Monopol, freies Sampling und ein Verbot von DRM.

netzpolitik.org: Woher soll das Geld kommen? Wie sollen Autoren bezahlt werden?

Jotunbane: Lass mich aus dem Buch zitieren: „Soll die Frage, ob wir die Rechte auf private Kommunikation, faire Verfahren und verhältnismäßige Strafen beibehalten wollen, wirklich davon abhängen, ob es für Künstler rentabel ist oder nicht?”

Um ehrlich zu sein, ich hasse diese Frage. Wir nennen es das “Anspruchsargument“: Ich verdiene es, für meine Arbeit bezahlt zu werden. Und das ist nur Bullshit. Wenn Menschen mögen was du tust, werden sie gerne dafür bezahlen. Cory Doctorow scheint es gut zu gehen, und alle seine Bücher sind auf seiner Webseite frei verfügbar.

Also, um es offen zu sagen, Künstler sind nicht dafür da, bezahlt zu werden, sondern um Kunst zu machen. Wenn du von deiner Kunst leben kannst, dann nur zu: mach das. Aber ein echter Künstler wird sowieso Kunst machen, weil er ein Künstler ist.

netzpolitik.org: Wird der Lese-Club immer kostenlos bleiben?

Jotunbane: Die Bücher auf der Seite werden immer kostenlos sein (frei wie Freibier). Ich bin stolz, dass ich sagen kann “All Your Books Are Belong To Us!” Das ist nicht nur ein lustiger Spruch, sondern die Bücher, die ihr veröffentlicht, sind vielleicht eure im Sinne des Urheberrechts, aber sie sind Teil unserer Kultur, so dass sie uns allen gehören.

netzpolitik.org: Wie viele Spenden erhältst du?

Jotunbane: Bisher keine. Aber das war zu erwarten. Ich habe nicht geglaubt, dass ich damit reich werde.

netzpolitik.org: Was hältst du von anderen halb-legalen E-Book-Seiten, die Geld von ihren Leser verlangen wollen?

Jotunbane: Das ist moralisch falsch. Ein weiser Mann hat mal gesagt (ich glaube, es war Bob Dylan) “Um außerhalb des Rechts zu leben, musst du ehrlich sein.” Etwas zu ohne Genehmigung zu verkaufen, was andere erschaffen haben und ohne sie daran zu beteiligen, ist nicht ehrlich und nicht etwas, was ich machen möchte. Deshalb behalte ich sehr sorgfältig die Copyright-Informationen in den Büchern.

netzpolitik.org: Die Leute von TorBoox sagen, dass sie mit fast 40.000 E-Books und 90.000 Downloads an einem Tag “Opfer ihres eigenen Erfolges” sind und sie den Dienst nicht weiter anbieten können, ohne ihre User dazu zu zwingen, zu bezahlen. Was sagst du dazu?

Jotunbane: Da möchte ich widersprechen. Sie könnten den Dienst ganz leicht kostenlos anbieten: einfach aufhören, Geld zu verlangen.

Aber mit über 38.000 Büchern machen sie das offensichtlich nicht aus den richtigen Gründen. Ich kann Motive nicht kommentieren, aber sie machen das nicht “für die Bücher“. Ich mache das, was ich mache, weil ich Bücher liebe. Die mögen offensichtlich “große Seite mit viel Traffic“.

netzpolitik.org: Übrigens interviewe ich auch Las Zenow von der Imperial Library of Trantor und Bernd Fleisig von TorBoox.

Jotunbane: Ich habe ein paar Mails mit Las Zenow ausgetauscht und besuche seine Seite ab und zu. Ich mag TorBoox nicht, deshalb habe ich die Seite nie besucht.

Es ist nichts Persönliches, ich bin sicher, sie sind nette Jungs. Aber so wie ich das sehe, tragen sie nichts bei. (Sorry Jungs, falls wir uns jemals treffen, lade ich euch auf ein Bier ein ;)

(Anmerkung: Vielen Dank an Jens und Eva für die Mithilfe beim Übersetzen!)

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

flattr this!

25 Sep 19:29

Adressdaten abgesaugt und für Werbemails genutzt: US-Karrierenetzwerk LinkedIn wegen aggressivem E-Mail-Marketing vor Gericht

by Thorsten Nötges

Soziale Netzwerke basieren auf Kontakten, das ist nichts neues. Und dass ein Karrierenetzwerk vor allem mit der Anzahl seiner Kontakte und Profile punktet, ist auch offensichtlich. Nahezu jedes Netzwerk, ob Facebook, Xing oder LinkedIn, würde daher am liebsten direkten Zugriff auf die persönlichen Adressbücher haben, um Querverbindungen zu erkennen und neue Adressen sowie Namen zu sammeln. LinkedIn geht dabei aber offenbar tatsächlich in die Vollen.

LinkedIn - Screenshot - linkedin.com

Vier Nutzer des Xing-Konkurrenten haben jetzt schwere Vorwürfe erhoben und wollen das Netzwerk verklagen: Das Karrierenetzwerk soll ihre persönlichen E-Mail-Accounts gehackt und personalisierte Werbemails mit ihrem Namen und Fotos an alle Kontakte geschickt haben, ob Ehepartner, Klienten oder Konkurrenten.

Zugriff auch ohne Passwort

Die 46 Seiten starke Anklageschrift berichtet von einer Vielzahl von Vorfällen, in denen LinkedIn Werbemails an Kontakte aus dem Adressbuch der Kläger geschickt hat. Dabei benötige das Netzwerk nicht einmal das Passwort für den Zugriff – ein offenes Webmail-Fenster soll laut Klageschrift ausreichen:

Wenn ein LinkedIn-Nutzer ein externes E-Mail-Konto offenhält, täuscht LinkedIn vor, dieser Nutzer zu sein und lädt dann die E-Mail-Adressen aus dem gesamten Konto auf die LinkedIn-Server herunter.

Von tatsächlichem Hacken kann jedoch eigentlich keine Rede sein. Denn LinkedIn bietet natürlich wie jedes andere Netzwerk an, Daten des persönlichen E-Mail-Kontos auszulesen. Laut den Klägern ist aber aus den Nutzungsbedingungen nicht ersichtlich, wie viele Daten LinkedIn dabei eigentlich sammelt.

Besonders das Versenden von E-Mails an eigene Kontakte, sogar unter dem eigenen Namen, geht den vier Klägern zu weit. Zumal es in den Einstellungen auch keine Möglichkeit gibt, diese personalisierte Werbung auszuschalten. Aber daran dürfte das Netzwerk natürlich eher wenig Interesse haben. Denn wenn man schon auf die Art an kostenlose Adressdaten rankommt, dann möchte man die natürlich auch nutzen.

10 Dollar pro Mail

Darum wollen sie sich jetzt eine Entschädigung einklagen. In der Anklageschrift wird zwar kein bestimmter Betrag erwähnt, allerdings eine Mindestgrenze von 10 Dollar pro Mail gefordert. Das Netzwerk selbst hält sich mit Äußerungen zur Klage noch zurück und hat bisher nur eine kurze Stellungnahme abgegeben, in der es die Vorwürfe zurückweist:

Für LinkedIn stehen die Mitglieder an der ersten Stelle und das heißt auch, dass wir transparent zeigen, wie wir die Daten unserer Mitglieder schützen und einsetzen. Wir denken, dass die Forderungen dieses Verfahrens grundlos sind, und wir werden uns energisch dagegen wehren.

Allerdings: LinkedIn ist in Sachen aggressiver E-Mail-Werbung nicht gerade ein unbeschriebenes Blatt. Regelmäßige Werbemails, auch von entfernten Berufskontakten, sind offenbar mehr als üblich. Der weitreichenden Nutzung ihrer persönlichen Kontakte müssen die LinkedIn-Mitglieder demnach wohl nicht explizit zustimmen – das Netzwerk scheint sich eher großzügig zu bedienen, unter dem Deckmantel des “Wir haben es doch in die Nutzungsbedingungen reingeschrieben” – mehr oder weniger verklausuliert. Ein wenig Skepsis ist also angebracht.

Bild: Screenshot




21 Sep 11:24

Social Fixer Page Removed: Follow-up And Responses To Questions And Comments

by Matt Kruse

trash2In the days since I wrote about Social Fixer’s Page being suddenly removed by Facebook, the post has been read over 100,000 times and widely shared. I thought it would be good to post a follow-up to address some of the comments and questions that I’ve seen.

I have not heard a single word from Facebook so far. Nor anything from the Internet Offends Me page, who tries to help people who have their Pages or accounts unjustly removed. Apparently, it happens often. I’m working under the assumption that the Page will not be restored.

It’s impossible for me to even read all the comments out there, much less respond to them. Especially when there are literally thousands of them, all over the web – comments on this blog, my two Facebook Posts, Reddit, Slashdot, Hacker News, betanews, Fark, Ars Technica, Graham Cluley, Twitter, and more.

But here’s my stab at addressing some of the more common responses I’ve seen:

“Facebook doesn’t owe you anything! They can do what they want! They have no obligation to keep your Page around.”

I agree, they can do what they want, and they did. They didn’t break any laws, and I’m not at all saying that they had no right to remove my Page or do whatever else that want to do. But I can also do what I want, and remind people of how fragile their audience is when place any trust in the stability of Facebook. And I can raise awareness of their action, in the hope that they correct the mistake and re-publish the Page.

7912639_orig[1]

“Of course they removed your Page, you violate their Terms of Service!”

No I did not. First of all, keep in mind that Social Fixer is not an official Facebook App. I don’t use their API, and I am not registered with them as a developer. I am not bound by any TOS that governs official API developers. I do this on purpose, for this reason.

Second, the Statement of Rights and Responsibilities on Facebook’s site doesn’t talk directly about anything that Social Fixer does. People often point to this item, 3.11:

11. You will not do anything that could disable, overburden, or impair the proper working or appearance of Facebook, such as a denial of service attack or interference with page rendering or other Facebook functionality.

This item is clearly targeted at malware, spyware, etc. It is meant to say that you cannot do anything that will make Facebook work or appear incorrectly to OTHERS.

If you really want to broaden this item to mean that you can’t do anything that interferes with the “appearance” of Facebook to YOURSELF, then you can’t change your font size, you can’t use custom user styles to make it more readable, you can’t enlarge the screen, you can’t change fonts, etc. That’s absurd. It’s your browser, and you have every right to tweak how their site appears to YOU. It’s not even reasonable at all to expect that Facebook can control exactly how users display their site, otherwise they could dictate which browser you use, what screen size you use, fonts, etc.

As a user, you have the right to tweak how web sites are displayed in your own browser. Social Fixer runs in your own browser, and tweaks the display on your behalf, because you asked it to. This does not violate any Terms of Service.

Further, Social Fixer clearly does not violate and of their Community Standards, nor did the Page violate and of their Page Terms.

“It’s stupid to put all your eggs in one basket. Never build a business that has such a critical dependence on another business or site!”

Well, first of all, Social Fixer depends on Facebook. That’s the whole point. If Facebook were to disappear tomorrow, my app would be useless. But I don’t think that’s going to happen, and I’m okay with that risk.

Second, I didn’t have a critical dependence on the Facebook Page. It was my means of communication to users. Social Fixer continues to work correctly without it, so nothing is broken. The only thing that was “broken” because they removed the Page is that I couldn’t send out messages to users as easily about new releases, bugs, etc.

I actually have a feature built into Social Fixer that checks my server for important messages, and displays them right on the screen of users. I used this feature after the Page was removed, to give people information about it. So I actually do have a backup mechanism, but it’s just not as convenient or friendly to users, so I prefer not to use it unless really necessary.

“Of course they removed your Page, it supports an application that does things they don’t want to be done!”

This may be true, but isn’t it a scary thing? So now Facebook doesn’t have consistent rules, but instead can make arbitrary decisions about what they like and what they don’t? Maybe if you put up a Page about Google+, they’ll take it down because it’s a competitor? Or if you put up a Page about a political party they disagree with or an anti-immigration Page, they can take it down because they don’t like it?

I mean, realistically, yes. They can. But this would not be a good model for them to work under, because people would realize it and call them on it. It’s in Facebook’s own best interest to be fair and unbiased. So, just because they don’t particularly like an application that tweaks their site shouldn’t be an acceptable reason to remove it.

And as this article clearly shows, Facebook can’t even decide what it finds objectionable. You can’t have a Page about a browser extension or breastfeeding, but you can have pro-rape groups and racist pages? Fantastic.

“Of course they removed your Page, it lets people block ads!”

  1. adblockplus_512[1]If that’s the case, then the AdBlock Plus Page should surely be removed, right? It’s still there.
  2. Social Fixer doesn’t block ads by default
  3. In fact, there isn’t a specific feature to block ads in the right column. It’s just a box that can be hidden, like any other box. I don’t specifically target their revenue. I just let people hide anything they don’t want to see, and Ads happen to be one of those things.

“Why don’t you setup a community on Google+?”

Most Facebook users don’t have Google+ accounts, nor do they like it. I don’t even like it. It doesn’t make sense to use another social network to communicate with users, all of whom are on Facebook to begin with (otherwise they wouldn’t be using Social Fixer!)

“Was Facebook mad at you because they offered you a job and you turned them down?”

No. There were some factual errors in a few posts about this. Facebook never offered me a job. They found me and asked me to go through the interview process. I accepted, and after the initial technical challenge and a few phone interviews, they declined to go forward, citing that I was not a “cultural fit”. But the truth is, had I received an offer, I would have turned them down. Winking smile

 

I hope that clears up any of the confusion, or clarifies my view on this. As always, thanks for your support and for helping me raise awareness of this. I appreciate it!

-- Matt Kruse, developer of Social Fixer

19 Sep 08:51

jacquelinemarguerite: League of Legends: Piltover Science is...







jacquelinemarguerite:

League of Legends: Piltover

Science is the key to saving Runeterra.

Follow for more factions! 

( Made a few changes from the last. These are also transparent between champions so they won’t look silly on your blog. Feel free to delete this! )

19 Sep 08:48

Wann man auf die Leser hören sollte und wann nicht

by Peer Wandiger

Was für den Unternehmer die Kunden sind, sind die Leser für den Blogger.

Man möchte so viele wie möglich und da macht es nicht nur Sinn gute Angebote/Inhalte zu erstellen, sondern auch auf die Stimmen der Kunden/Leser zu hören.

Warum man auf die Leser hören und dabei trotzdem vorsichtig sein sollte, erläutere ich im folgenden Artikel.
(...)
Den ganzen Artikel lesen: Wann man auf die Leser hören sollte und wann nicht (692 Wörter)





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18 Sep 14:45

Vollmond-Fieber

by Werner Karl

Amanda Carlson
Vollmond-Fieber
Jessica McClain 1

Full Blooded, USA, 2012
Bastei Lübbe, Köln, 04/2013
TB, Horror, Romantic Mystery, Urban Fantasy
ISBN 978-3-404-20684-1
Aus dem Amerikanischen von Frauke Meier
Titelgestaltung von Carolin Liepins, München, Birgit Gitschier, Augsburg unter Verwendung von Motiven vom shutterstock/Raisa Kanareva; shutterstock/carlosdelacalle

www.luebbe.de
www.amandacarlson.com
www.shutterstock.com

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei ebook.de

Jessica McClain ist die Tochter eines Werwolfs und einer menschlichen Frau. Die Mutter starb kurz nach ihrer und der Geburt ihres Zwillingsbruders Tyler, so dass ihr Vater Callum die beiden allein aufziehen musste. Während sich Tyler zu einem prächtigen Wolf entwickelte, passierte bei Jessica nichts. Wieso auch? Es gibt keine Werwölfinnen! Doch dann geschieht Jahre nach ihrer Pubertät das Unfassbare: Jessica wandelt sich und kann sogar eine Halbform annehmen, die seit dem Verschwinden der Lykaner Legende ist. Nun ist guter Rat teuer, da sich Jessica eine menschliche Existenz als Detektivin aufgebaut hat, die sie erhalten will, und ihr Vater hatte dem zugestimmt, obwohl das Rudel die junge Frau von jeher mit Misstrauen beobachtete – könnte sie doch jene sein, die laut dem ‚Kain-Mythos‘ das Ende der Werwölfe herbeiführt.

Schnell erweist sich Jessica als etwas völlig Neues, für das sich nicht nur der Werwolfrat interessiert. Ein namhafter Söldner entführt oder rettet sie – so ganz klar ist das niemandem. Einerseits steht der attraktive Wandler in Callums Schuld, andererseits ist sein Auftraggeber jemand, den niemand verärgern will. Aber es kommt noch schlimmer, denn Jessica und ihr Entführer erkennen sich als Gefährten, obwohl er nicht einmal ein Wolf ist. Bevor die beiden ihre Gefühle sondieren können, werden sie auch schon angegriffen. Die Rädelsführer bekennen Farbe, und Jessica bekommt es mit einer Göttin und Meisterin der Magie zu tun, die sie töten will, um den Mann zu bestrafen, der sie hatte besiegen können …

Der Roman beginnt mitten in der Handlung, mit der ersten Wandlung von Hauptfigur Jessica, und macht den Leser dadurch neugierig auf das Kommende. Erst danach wird ihr Leben aufgerollt und mit kleinen Details versehen, wie beispielsweise dem Detective und Ex-Kollegen Ray Hart, der sie hasst und ihr um jeden Preis ein Vergehen anhängen will, wozu er nun reichlich Gelegenheit erhält, da Jessica als Privatermittlerin Molly Hannon unter den Menschen lebt und das Geheimnis ihrer Abstammung zu hüten hat, will sie nicht gezwungen werden, wieder im Habitat der Werwölfe zu leben. Alle damit verbundenen Probleme ziehen sich über fast zwei Drittel des Buches hin, sind durchaus kurzweilig beschrieben und erlauben es, auch die Personen näher kennenzulernen, mit denen Jessica befreundet bzw. verfeindet ist. Man kann sich ein plastisches Bild ihres komplizierten Lebens und den Regeln des Rudels machen.

Das Tempo zieht im letzten Drittel deutlich an. Mit dem Auftauchen des mysteriösen Söldners steigt auch die Spannung: Er befindet sich in einem Zwiespalt, da er Jessicas Vater einen Gefallen schuldet, gleichzeitig aber auch einen Vertrag erfüllen muss. Die erste Begegnung endet in einem Desaster, da sich die andere Partei nicht an die Abmachung halten und Jessica in ihre Gewalt bringen will. Als einzige Werwölfin und Lykanerin ist sie etwas Besonderes und weckt das Interesse aller Übersinnlichen, zu denen die Werwesen, Vampire, Hexen etc. zählen. Nachdem Jessica und ihr neuer Beschützer oder Entführer – sie sind sich dessen selber nicht ganz im Klaren – hatten fliehen können, stellen sie fest, dass sie Gefährten aber keine Wandler derselben Art sind. Was der attraktive Mann tatsächlich ist, bleibt ein Geheimnis. Kaum haben sie sich gefunden und sich ihren Gefühlen noch nicht einmal stellen können, verlieren sie einander wieder.

Dieser Schluss kommt gerade im Vergleich zu dem langsamen, sorgfältig aufgebauten Beginn viel zu schnell und abrupt, als wären der Autorin zum Ende hin die Seiten ausgegangen, oder der Abgabetermin für das Manuskript stand unmittelbar vor der Tür. Schade, denn hier wäre sehr viel mehr drin gewesen, und die Rädelsführerin, nachdem sie ihre Identität offenbart hatte, hätte genauso vielschichtig angelegt werden können wie die übrigen Charaktere. So hingegen wirkt sie die meiste Zeit wie eine eingeschnappte Zicke statt wie eine erfahrene, sich ihrer Macht bewussten Frau, die noch einige Asse im Ärmel trägt. Das Buch endet mit mehreren Cliffhangers und vielen offenen Fragen, die neugierig machen, wie es weitergeht.

Auch wenn der Titel die genannten kleinen Schwächen ausweist, so bietet er insgesamt doch ein sehr großes Lesevergnügen und zählt zu den besseren Paranormal Romances, die man auch den Fantastik-Freunden empfehlen kann, die lieber spannende Action-Sequenzen als endloses Liebesgesäusel lesen wollen. „Vollmond-Fieber“ ist ein packender Horror-Roman über eine toughe, sehr menschliche Werwölfin, deren Abenteuer man gern weiterhin begleiten wird.

Copyright © 2013 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei ebook.de

18 Sep 14:44

Reveal hidden passwords in all major browsers

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Do you, or someone you know, use the browser’s built-in ability to remember passwords to the point that you/they forget what the password actually is? Do you feel held hostage by your browser, praying each night that tomorrow the magical dots will still be there to let you into your mail account? Those little dots that mock you, declaring with each page visit “I know your password, but I’m not going to tell YOU what it is!" Well, my friend, the day of reckoning has come!

Ok, so I went a little overboard there. I’ve written a bookmarklet that will allow you to reveal what is hidden behind your browser’s password mask. Simply drag the following link into your bookmarks. Then anytime you see a password field, you can click your bookmark to reveal the secret password beneath.

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  • Firefox 3.6
  • Chrome
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28 Aug 18:09

Tape.tv kauft Amen: Abschied von der hippen Berliner Startup-Szene

by Jürgen Vielmeier

Mit der Übernahme von Amen durch Tape.TV endet eine Ära trendiger Berliner Startups an der Nahtstelle zwischen Innovation und Design. Die neue Generation ist klar auf Wirtschaftlichkeit getrimmt.

AmenDie Spatzen pfiffen es schon länger von den Dächern, nun ist es offiziell: Der Berliner Musikvideo-Anbieter Tape.tv, das “MTV fürs Netz”, kauft Amen, eines der wohl meist gehypeten Startups, mit denen Berlin erst berühmt wurde. Soundcloud, Gidsy, WahWah.fm oder eben auch Amen verbanden neue Ideen mit Design und unterstrichen damit das Antlitz Berlins als Mekka neuer Ideen und einer lebendigen Kulturszene trotz bescheidener Mittel. Diese Ära neigt sich nun endgültig dem Ende zu. Die neue Generation besteht aus bodenständigen Jungunternehmen, die von vorne herein wissen, wie sie Geld verdienen.

Ich war gestern Abend auf dem Heimweg vom European Pirate Summit, als mich die Nachricht über die Übernahme von Amen ereilte. Bei der Kölner Startup-Konferenz waren da gerade die Gewinner des Startup-Pitches gekürt worden. In einer Kategorie gewann Fast Forward Imaging, ein Startup aus Berlin, das den Markt für Produktfotografie aufmischen will – mit einer festen Vorstellung davon, wer die Kunden sind und wie man damit Geld verdient. Die Jury krönte FFI in der Kategorie “Closest to Treasure” als das Startup im Pitch, das wohl am schnellsten signifikante Umsätze erzielen dürfte.

Zwei Startups, die im Rennen zwar leer ausgingen, mir aber ebenfalls gut gefielen: Avuba – aus Berlin – das antritt, um Girokonten zu revolutionieren und das von Anfang an Geld über eine Monatsgebühr und eine Transaktionspauschale einnehmen will. Stilnest – aus Berlin – liefert maßgeschneiderte Produkte bekannter Designer und verdient Geld über eine Provision. Es kann Zufall sein, oder aber auch ein Generationswechsel. Der alte Berliner Startup-Charme – man macht einfach mal, weil es hip ist und gefallen könnte – verfliegt. Auch Tape.TV ist längst dabei, Geld zu verdienen.

Solange die Zahlen stimmen

Diese Entwicklung ist symptomatisch geworden für die deutsche Startup-Szene. Inkubatoren, Accelerator-Programme und VCs fördern Startups beinahe nur noch nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten – oder bauen sie gleich selbst. Am Rande der Konferenz sprach ich mit Paul Jozefak von Liquid Labs, einem Inkubator, der für die Otto-Gruppe neue Ideen im Finanzsektor in Form von Startups umsetzt, dafür Teams bildet – und ein Projekt bereits nach sechs Monaten wieder verwirft, wenn es sich als nicht tragfähig herausstellt. Es ähnelt dem Prinzip von Rocket Internet, der Startup-Fabrik der Samwer-Brüder, die im Mittelpunkt dieser neuen Entwicklung steht. Hier geht es darum, Geld mit Startups zu verdienen, wofür tatsächlich einmal signifikante Summen vorinvestiert werden – allerdings fast nur in Ideen, die sich schon als tragfähig erwiesen haben oder gute Chancen auf eine Umsatzrendite versprechen.

Diese starke Ausrichtung auf Wirtschaftlichkeit mag folgerichtig sein und in einem Land ohne traditionelle Venture-Capital-Kultur gerechtfertigt. Kreativität belohnt sie dabei aber nur bedingt und auch beliebt ist sie längst nicht überall. Frank Thelen kritisierte auf dem Pirate Summit die zurückhaltende Investitionsbereitschaft in Deutschland – auch in Hinblick auf seine eigenen Beteiligungen. Thelen ist Gründer und CEO des Dokumentenmanagers Doo und außerdem an den Startups 6Wunderkinder (Wunderlist, Berlin) und Intelligent Apps (MyTaxi, Hamburg beteiligt). Thelen: “Ich bekomme in Deutschland Venture Capital, wenn ich etwas mit E-Commerce mache. Aber wenn ich sage, ich versuche, das Dokument zu ‘disrupten’ [Doo], bleiben die großen Investitionen aus. Uber hat 250 Millionen Dollar von Google erhalten, aber für ein innovativeres Startup wie MyTaxi gibt es in Deutschland keine Investitionen, die auch nur annähernd so groß wären.”

Der Hype um Amen hat Berlin nicht geschadet

Die Berliner Startup-Szene entwickelt ununterbrochen Ideen und das wird auch nach der Übernahme von Amen weitergehen. Aber man wird das Gefühl nicht los, dass die deutsche Hauptstadt sich zur E-Commerce-Festung hochrüstet. Man darf Amen gerne vorhalten, am eigenen Hype gescheitert zu sein, den Star-Investor Ashton Kutcher mitgetragen hat. Dass dieser Hype dem Standort Berlin geschadet hätte, auf die Idee dürfte hingegen kaum jemand kommen. Das Gegenteil ist der Fall. Amen ist nun an Tape.TV verkauft, Gidsy an Get Your Guide, WahWah.fm an Senzari, Soundcloud hat den Löwenanteil seines Kapitals von ausländischen Investoren erhalten. Dass noch einmal ein berühmter Großinvestor wie Kutcher in ein innovatives Berliner Startup investiert und offen dafür wirbt, scheint zu diesem Zeitpunkt fast undenkbar.

Das Amen-Team soll Tape.TV nun sozialer machen, Amen-Gründer Felix Petersen wird neuer Produktchef. Ob die Übernahme des Teams nun wirklich “wie Arsch auf Eimer” passt, wie Tape.TV-Chef Conrad Fritzsch gegenüber Gründerszene sagte, müssen die beiden erst einmal beweisen. Petersen wird bei Tape.TV neuer Produktvorstand und hat die Aufgabe, das Musikfernsehen sozialer und endlich fit für das mobile Zeitalter zu machen. Amen will er nicht abschalten, sondern als Hobbyprojekt weiter betreiben. Dass er nun bei einem anderen Unternehmen ins zweite Glied einsteigt, muss er als Niederlage empfinden. Auch wenn keiner der Beteiligten es so ausdrückt: Amen ist gescheitert. Aber vielleicht verhilft gerade das der Startup-Metropole in spe zu mehr Weltoffenheit. Eine Kultur des Scheiterns gilt in den USA als Teil eines Lernprozesses, in Deutschland bislang als schlimmer Gesichtsverlust. Dass Petersen der Stadt nicht den Rücken kehrt, sondern an anderer Stelle weitermacht, hat Respekt verdient. Auch Berlin kann davon lernen.


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17 Aug 14:08

Google geht offline, Internet-Traffic bricht ein

by Sascha Ostermaier

Es waren nur ein paar Minuten gestern Abend, in denen alle Google-Dienste offline waren. Gmail, YouTube, Google Drive und andere Dienste waren plötzlich nicht mehr erreichbar. Welche Auswirkungen dies auf den gesamten Internet-Traffic hat, zeigt folgende Grafik. Mit einem Schlag (dem Zeitpunkt des Blackouts), gab es plötzlich 40% weniger Traffic.

google_outage_graph

Interessant ist auch der Peak, der folgt, nachdem die Google Services wieder online waren. Das Ganze zeigt sehr deutlich wie abhängig wir doch von bestimmten Diensten sind, vor allem, wenn ein großer Anbieter mehrere dieser bietet. Was den Ausfall verursacht hat ist noch nicht bekannt. Technische Probleme können überall auftreten, auch bei Google. Da ist es gut, wenn diese nur von kurzer Dauer sind.

Versucht Ihr Eure verschiedenen Webdienste alle beim selben Anbieter zu nutzen oder streut Ihr so großflächig wie möglich? Würde Euch ein längerer Blackout von Google-Diensten in Bedrängnis bringen?

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Zum Beitrag im Blog: Google geht offline, Internet-Traffic bricht ein
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08 Jul 18:23

Die Zukunft des Internets

by Henning Uhle
Klonamy

Sein ERNST?

Man muss auf das aufpassen, was man verlinkt. Man muss Acht geben, dass man nichts falsch benutzt. Man muss schauen, ob man mit dem richtigen Partner im Internet unterwegs ist. Rosige Zukunft des Internets. So kann einem das nicht mehr gefallen.

Ich habe ja oft genug lang und breit über rechtliche Konsequenzen geschrieben, die einem Nutzer widerfahren können, wenn er auf irgendwelche Inhalte im Internet hinweist. Da gibt es diese irrsinnigen Urheberrechtsdinge, wenn ich irgendeinen fremden Inhalt bei Facebook oder  Google+ verlinke und NICHT das eventuell generierte Vorschaubild entferne. Dann könnte ich aufgrund dieses Thumbnails, für das ich ja nichts kann, schon eine Abmahnung einkassieren. Außerdem könnte ich wegen des Vorschautextes eine Rechnung wegen des Leistungsschutzrechtes bekommen. Man hütet dich bisweilen, überhaupt noch irgendwo hin zu verweisen, weil man eben immer nur Ärger bekommen könnte.

Und dann kommt die Drosselkom – Entschuldigung, natürlich die Deutsche Telekom – daher und will neue Tarife einführen, die nach einem bestimmten Volumen die vertraglich zugesicherte Leistung des Anschlusses gewaltig reduzieren können. Das passiert aber nicht bei eigenen Angeboten des Konzerns oder bei Diensten, die für die volle Bandbreite Geld auf den Tisch gelegt haben. Das hat zur Folge, dass ein Zweiklassen-Internet entstehen könnte. Und das kann von keinem gewollt sein. Zumindest kann ich mir das nicht vorstellen.

Und dann gibt es ja noch die AdBlocker-Geschichte. Ursprünglich wirklich aus dem Grund entstanden, weil eben die Werbung auf diversen Seiten überhand genommen hat. Damit man die Inhalte auf den Seiten überhaupt wahrnehmen konnte, hat man die Werbung kurzerhand ausgeschaltet. Doch nun gibt es eine Zweiklassengesellschaft: Wer bei AdBlock Plus genug bezahlt, dessen Werbung wird weiterhin angezeigt. Und wer genug bezahlt, auf dessen Seite wird die Werbung auch weiter angezeigt. Wer sich das nicht leisten kann, hat halt Pech.

Ein solches Zweiklassen-Internet kann keiner wollen. Und so etwas kann auch keiner gut finden und ggf. sogar fördern wollen. Jeder, der im Internet mit finanziellen Mitteln irgendwen beschneiden will, der schafft eine Art Premium-Internet. Das könnte die Zukunft werden. Und dagegen muss man etwas tun. Denn kommt das Zweiklassen-Internet, werden eben finanzschwache Teilnehmer (Anbieter und Nutzer gleichermaßen) größtenteils von draußen zugucken müssen.

Mit irgendwelchen Petitionen auf irgendwelchen Aktions-Plattformen erreicht man nichts. Man muss politisch aktiv werden oder Leute, die für ein freies Internet stehen, unterstützen. Ich gebe hier keine Empfehlung ab, aber schauen Sie genau hin, wer etwas für Informationsfreiheit und unbeschränkte Nutzung des Internet tut.

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07 Jul 16:56

Lytro-Lichtfeldkamera kommt auch nach Deutschland: Erst fotografieren, dann fokussieren

by Charles Engelken

lytro 01

Die Lytro-Lichtfeldkamera ist in den USA, Hongkong, Singapur und weiteren Märkten bereits seit etwas über einem Jahr im Handel erhältlich. Nun gibt der Hersteller Lytro Inc. per Pressemeldung bekannt, dass die Kamera ab dem 15. Juli auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar sein wird.

Dabei ist die Lytro keine gewöhnliche Kamera, was sich bereits auf den ersten Blick an der Form des Gerätes ausmachen lässt, die sich komplett von der handelsüblicher DSLRs unterscheidet. Zum anderen kann die Kamera aber auch mit Hinsicht auf den Funktionsumfang punkten, denn durch die Auflösung von 11 Megaray und das Aufzeichnen des Lichtfelds ermöglicht die Kamera dabei das nachträgliche Fokussieren des aufgenommenen Fotos. Richtig gehört: Erst Foto aufnehmen, dann fokussieren!

Wer dazu noch ein iPhone, iPod Touch und/oder iPad besitzt, kann die aufgenommenen Bilder per WiFi von der Kamera zu den Apple-Geräten übertragen, wo sie genauso wie am PC und der Kamera selbst ebenfalls nachfokussiert werden können.

Ab dem 15. Juli wird die Lytro also hierzulande im Handel erhältlich sein, wobei es vier verschiedene Modelle geben wird: “Red Hot” kommt mit 16 GB internem Speicher und “Electric Blue”, “Graphite”, sowie “Moxie Pink” werden über 8 GB internen Speicher verfügen. Die erstere Variante wird dabei eine UVP von 579 Euro besitzen und die anderen drei Modelle 479 Euro.

Zuletzt noch die genaueren technischen Spezifikationen, sowie zwei Videos über die Lytro, damit ihr euch noch einmal einen etwas genaueren Eindruck von dem Gerät verschaffen könnt. Was haltet ihr davon und würdet ihr dafür das Geld ausgeben?

Technische Spezifikationen

lytro specs

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lytro.com Lytro Desktop-App

07 Jul 14:04

Transatlantische Arbeitsgruppe zu PRISM kriegt Maulkorb

by Benjamin Bergemann

Die vor kurzem von der Europäischen Kommission versprochene transatlantische Arbeitsgruppe zur Untersuchung von PRISM bleibt an der kurzen Leine der EU-US-Geheimdienstkoalition. Das Vereinigte Königreich und Schweden machten deutlich: Angelegenheiten der nationalen Sicherheit sowie Geheimdienstarbeit liegen nicht in der Zuständigkeit der EU.

Die Gruppe wird sich “in erster Linie mit Angelegenheiten des Datenschutzes befassen”, sagt ein Vertreter der litauischen Ratspräsidentschaft gegenüber dem Guardian im Anschluss an diplomatische Verhandlungen über das Gesprächsmandat. Bei den morgen in Washington stattfindenden Vorgesprächen zur Arbeitsgruppe wollen sich die Vertreter*innen der EU-Kommission und der USA zunächst auf die Zusammensetzung der gemaulkorbten Arbeitsgruppe einigen, schreibt der EU-Observer.

Es ist also schon jetzt klar, dass diese noch nicht konstituierte Arbeitsgruppe nicht über PRISM und den Rest (den wohl größten Überwachungsskandal der Geschichte) reden wird.

Und: EU-Kommissarin Cecilia Malmstrom will sich in Washington auch noch versichern lassen, dass die USA beim Abgreifen von Fluggastdaten (US-PNR) und Finanzdaten alles richtig machen.

Zeitgleich beginnen die Verhandlungen über das transatlantische Acta 2.0 namens TAFTA.

An dieser Stelle drei brandheiße Politikempfehlungen an die Verantwortlichen in Europa:

Vorschlag 1: Tut was für die CO2-Bilanz und spart euch den Flug nach DC.

Vorschlag 2: Wenn ihr so gerne (EU-)Recht lest, legt euch mal die Grundrechtecharta auf den Nachttisch. Fortgeschrittene Advokaten können es auch gleich mit dem Völkerrecht probieren:

Artikel 17

(1) Niemand darf willkürlichen oder rechtswidrigen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr oder rechtswidrigen Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden.

(2) Jedermann hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen.

Vorschlag 3: Wendet das mal politisch an, was ihr da gelesen habt. Beim Überwachen seid ihr schließlich auch kreativ in der Rechtsauslegung.

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

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07 Jul 14:03

Google-Play-Geschenkkarten in Deutschland gesichtet

by Charles Engelken

google-play-gift-cards-uk

Nachdem die Google-Play-Geschenkkarten in naher Zukunft nach und nach bei immer mehr Händlern in Deutschland verfügbar sein werden (hier eine kleine Übersicht über den bisherigen Stand), konnten erste Exemplare dieser Geschenkkarten bereits gesichtet werden.

Diese Karten wurden in einem REWE-Supermarkt in Graben-Neudorf in Baden-Württemberg gesichtet, natürlich sofort abgelichtet (Fotos seht ihr unten) und an AndroidNext weitergeleitet, wo man den endgültigen Beweis nun sehen kann: Die Geschenkkarten sind endlich in Deutschland angekommen!

Die gesichteten Geschenkkarten hatten dabei einen Wert von 15 Euro und 25 Euro. Ob noch Karten mit anderen Werten hinzukommen werden, ist aktuell noch nicht bekannt. Wer sich direkt solche Geschenkkarten zulegen will, sollte sich also ab morgen mal in den Supermärkten der REWE-Handelskette (REWE, Minimal, Akzenta – also alle Supermärkte, in denen Ja!-Produkte verkauft werden) vorbeischauen, da diese Handelskette offenbar zu den ersten gehört, die sich mit entsprechenden Karten eingedeckt haben.

google play geschenkkarten 01 google play geschenkkarten 02 google play geschenkkarten 03
Quelle AndroidNext