Shared posts

05 Feb 16:17

The Best Apps to Keep You Motivated and On Track

by Leah Bachmann

I was talking with a friend the other day about our mutual new year resolutions and asked her how she’s keeping the momentum going after the holidays. She pointed to her phone and rattled off the names of a few apps, which I furiously scribbled down on paper*.

On top of this I did some of my own research to see what could help me stay focused, motivated and boost the chances for success.

Although I haven’t yet given them all a spin, I thought I’d share a list of apps that are meant to do things like thin out your schedule and waistline, and fatten up your wallet.

Motivation Makers

  • Coach.me is a personal trainer, a best friend, and a motivational speaker all wrapped up in one. No judging.
  • Habitbull helps you break some of those bad habits, and acquire others that are a lot healthier than, let’s say, scarfing down half a pint of Chunky Monkey at midnight.
  • Zombies, Run! will come along on your jog or run, and keep you moving fast enough to stay ahead of an advancing zombie horde. The Running Dead, if you will.

A Sound Body and Mind

  • Journey is a great way to keep a journal, jack up your diary entries with video and photos, and keep it all private.
  • MyFitnessPal tracks that diet against a database of five million different foods, with a step tracker to boot.
  • Weight Watchers is the best weight loss program, anywhere. If you don’t believe me, ask Oprah. Their “WW” app will help you hit the mark.

Simplify and Focus

  • Forest: If you obsessively check your phone for new texts and emails and just about anything that happens anywhere on social media, break free and let this cool app help you put the phone down for an hour.
  • Pocket is one of my new favorites because it downloads articles and videos all in one spot on my cell phone so I can finish viewing them later. It’s a lot easier than going into app after app to slog through bookmarks.
  • LastPass: Yes, sure, I know we make this nifty password manager, but it really does make accessing anything online a lot easier, a lot faster, and a lot more secure.
  • Parkmobile – The first time I filled the parking meter without leaving my car was the last time I ever needed to hoard quarters or rush to the car to avoid a parking ticket. There are different mobile apps for different cities and towns, so make sure to use the app posted on the street sign near you so you don’t fill a parking meter in Madison, Wisconsin, instead of the one next to your car in Manhattan.

Financial Wizardry

  • Splitwise helps friends, family, and any set of roommates track bills and expenses and avoid those awkward moments like “I mean, it’s no big deal, but remember when I loaned you that $20…?”.
  • Doodle – because making plans with a bunch of people at the same time is a big pain, until you start using this app.

Good luck on your 2018 journey, whatever it may be. And if you give any of these apps a try, I’d love to hear what you think and how they’ve worked for you (or not).

*Note to self: replace scribbles with organized note taking app.

The post The Best Apps to Keep You Motivated and On Track appeared first on The LastPass Blog.

17 Jan 21:11

Radfahrer: Rot heißt Rot

by ZEIT ONLINE: Mobilitaet - Ingrid Weidner
Einen Bogen um eine rote Ampel zu machen mag, für Radfahrer verlockend klingen. Aber schützt es die Schlaumeier auch vor einem Bußgeld?
17 Jan 21:11

Kinderbuchfiguren: Büüüargh!

by ZEIT ONLINE: Entdecken - Stefanie Flamm
Von Biene Maja bis zum Sams: Die Helden der Kindergeschichten werden verschlankt und zur Niedlichkeit verdammt. Warum dürfen Kinderbuchfiguren nicht mehr sie selbst sein?
16 Jan 19:26

Graphen, Trends und Hypothesen

by Chris Frey

Warnung: Dieser Beitrag enthält die Aussage Trends können keine zukünftigen Werte prognostizieren und tun es auch nicht. Wem dieser Gedanke zuwider ist, sollte jetzt aufhören zu lesen.

Ich beginne diesen Beitrag mit einem früheren Kommentar auf den ersten, oben verlinkten Beitrag von Andrew C. Rifkin mit dem Titel „Warming Trend and Variations on a Greenhouse-Heated Planet” vom 8. Dezember 2014. Darin verlinkt er auch meine Erwiderung. Der folgende Kommentar stammt von Dr. Eric Steig. Dieser ist Professor des Fachbereiches Earth & Space Sci. an der University of Washington, wo er als Direktor des IsoLab fungiert. Auf der Website der Fakultät wird er als Gründungsmitglied und Beitragender zu der einflussreichen (deren Bezeichnung) klimawissenschaftlichen Website RealClimate.org gelistet. Steig sagt:

Kip Hansens „Kritik“ des Cartoons ist clever – und geht vollständig an der Sache vorbei. Ja, die Kommentatoren hätten nicht sagen sollen, „der Trend bestimmt die Zukunft“, das war schlecht formuliert. Aber der Klima-Antrieb (zumeist CO2) bestimmt doch den Trend, und der Trend (wo Herrchen läuft) bestimmt, wohin der Hund gehen wird, im Mittel. (Hervorhebung von mir, Hansen)

Ich glaube, dass Dr. Steig seine Erwiderung einfach „schlecht formuliert“ hat. Er meinte sicherlich, dass die Klimaantriebe, welche selbst nach oben tendieren, die zukünftigen Temperaturen bestimmen („wohin der Hund laufen wird, im Mittel“). Diese Meinung steht ihm zu, aber er irrt sich, wenn er darauf besteht, dass „der Trend (wo Herrchen läuft) bestimmt, wohin der Hund läuft“. Es ist diese wiederholte und fast überall benutzte, ungenaue Wortwahl, welche einen erheblichen Teil der Missverständnisse auslöst sowie Schwierigkeiten in der englischsprachigen Welt (und ich vermute, auch in anderen Sprachen nach einer direkten Übersetzung), wenn es um Zahlen, Statistiken, Graphiken und Trendlinien geht. Menschen, Studenten, Journalisten, Leser, Publikum … fangen an, tatsächlich zu glauben, dass der Trend selbst zukünftige Werte bestimmt.

Viele werden nun sagen „Unsinn! Niemand glaubt so etwas!“ Das glaubte ich auch, aber man lese die Kommentare zu meinen beiden Beiträgen zuvor, und man wird erstaunt sein.

Datenpunkte, Linien und Graphiken:

Betrachten wir zunächst die Definition einer Trendlinie: „Eine Linie in einer Graphik, welche die allgemeine Richtung anzeigt, in die eine Gruppe von Datenpunkten zu laufen scheint“. Oder eine andere Version: „Eine Trendlinie (auch die Linie des besten Fits genannt) ist eine Linie, die man einer Graphik hinzufügt, um die allgemeine Richtung anzuzeigen, in welche die Punkte zu gehen scheinen“.

Hier folgt ein Beispiel (zumeist mit Bildern):

Trendlinien werden Graphiken bestehender Daten hinzugefügt, um die „allgemeine Richtung zu zeigen, in welche die Datenpunkte zu laufen scheinen“. Genauer, zur Klarstellung, die Trendlinie allein zeigt tatsächlich die allgemeine Richtung, in welche die Datenpunkte gelaufen sind – und man könnte hinzufügen „bisher jedenfalls“.

Das sieht sehr pingelig aus, oder? Aber es ist sehr wichtig für das Verständnis, was ein Datengraph wirklich ist – nämlich eine Visualisierung bestehender Daten – also der Daten, wie wir wirklich haben – und die gemessen sind. Wir würden alle zustimmen, dass die Hinzufügung von Datenpunkten an beiden Enden des Graphen betrügerisch ist – Daten, die wir gerade erst bekommen haben und die nicht wirklich gemessen oder experimentell gefunden worden sind. Aber trotzdem haben wir kaum jemanden gesehen, der gegen „Trendlinien“ ist, die weit über die auf dem Graphen liegenden Datenpunkte hinausgehen – gewöhnlich in beide Richtungen. Manchmal ist es Bequemlichkeit bei der Erstellung der Graphik. Manchmal liegt aber auch die absichtliche (ungerechtfertigte) Implikation zugrunde, dass Daten in Vergangenheit und Zukunft auf der Trendlinie liegen. Aber klar gesagt: falls es keine Daten „vorher“ und „nachher“ gibt, dann kann und sollte eine solche Hypothese nicht aufgestellt werden.

Hier noch ein oder zwei kleine Argumente:

[Eggnog = Eierlikör]

Ich werde mit einer Graphik antworten:

Aber (gibt es nicht immer ein ,Aber‘?):

Fügt man den Datenpunkten auf einem Graphen Zwischenschritte hinzu, kann dies manchmal dazu führen, dass man diese Zwischenschritte als Daten ansieht, die zwischen den gezeigten Datenpunkten liegen. Angemessener würde der Graph NUR die Datenpunkte zeigen, falls das alles ist, was wir haben – aber wie oben gezeigt sind wir es nicht wirklich gewöhnt, Zeitreihen-Graphen auf diese Weise zu sehen – wir wollen die kleinen Linien über die Zeit laufen sehen, welche die Werte verbinden. Das ist gut, solange wir nicht auf den närrischen Gedanken kommen, dass die Linien irgendwelche Daten repräsentieren. Das ist nicht so, und man sollte sich nicht durch kleine Linien dazu bringen lassen zu glauben, dass zwischenzeitliche Daten sich entlang dieser kleinen Linien positionieren. Das kann so sein … oder auch nicht … aber es gibt keine Daten, zumindest nicht auf dem Graphen, die diesen Gedanken stützen.

Für Eierlikör-Verkäufe habe ich Teile des Graphen zwecks Anpassung an die Realität modifiziert:

Dies ist einer der Gründe, warum Graphiken von so etwas wie „jährliche mittlere Daten“ erheblich irreführende Informationen vermitteln – die Spurlinien zwischen den jährlichen mittleren Datenpunkten können leicht dahingehend missverstanden werden, dass sie zeigen, wie sich die Daten in der dazwischen liegenden Zeit verhalten haben – zwischen year-end totals oder jährlichen Mittelwerten. Die graphische Darstellung jährlicher Mittelwerte oder globaler Mittelwerte verdeckt leicht wichtige Informationen über die Dynamik des Systems, welches die Daten hervorbringt. In einigen Fällen, wie Eierlikör wäre es sehr entmutigend, lediglich auf individuelle monatliche Verkaufszahlen zu schauen wie die Zahl der Verkäufe im Juli (die traditionell nahe Null liegen). So etwas könnte einen Eierlikör-Produzenten dazu verleiten, das jährliche Verkaufspotential erheblich zu unterschätzen.

Es gibt viele gute Informationsquellen, wie man eine Graphik angemessen anwendet – und über die allgemeinen Wege, auf denen Graphen missbraucht und missgebildet werden – entweder aus Ignoranz oder mit Absicht, um Propagandazwecke zu unterstützen. Sie treten fast überall auf, nicht nur in der Klimawissenschaft.

Hier folgen zwei klassische Beispiele:

In beiden Graphiken gibt es noch ein weiteres, unsichtbares Element – Fehlerbalken (oder Vertrauensintervalle, wenn man so will) – unsichtbar, weil sie vollständig fehlen. In Wirklichkeit sind Werte vor 1990 „vage geraten“, Vertrauen nimmt von 1900 bis 1950 zu aufgrund von „Schätzungen [erraten] aus sehr ungenauen und räumlich sehr dünn verteilten Daten“. Vertrauen nimmt weiter zu von 1950 bis zu den neunziger Jahren aufgrund „besserer Schätzungen“ und schließlich in der Satelliten-Ära „bessere Schätzungen auf der Grundlage von rechenintensiver Hybris“.

Soweit die Einführung und die Beschreibung von Punkten, an die wir alle uns immer wieder mal erinnern sollten.

Der Knopf-Sammler [the button collector]: überarbeitet

Meine früheren beiden Beiträge über Trends konzentrierten sich auf den button collector, den ich hiermit noch einmal einführen möchte:

Ich habe einen Bekannten, der ein fanatischer Sammler von Knöpfen [button collector] ist. Er sammelt Knöpfe bei jeder Gelegenheit, verwahrt sie, denkt jeden Tag an sie, liest über Knöpfe und Knöpfe sammeln; er bringt jeden Tag Stunden damit zu, seine Knöpfe in verschiedene kleine Schachteln zu sortieren und sorgt sich um die Sicherheit seiner Sammlung. Ich nenne ihn einfach den button collector*. Natürlich sammelt er nicht wirklich Knöpfe, sondern er sammelt Dollars, Yen, Lira, Pfund Sterling, Escudos, Pesos usw. Aber er verwendet sie nie für irgendeinen brauchbaren Zweck; sie helfen weder ihm noch anderen, also könnten es genauso gut auch Knöpfe sein.

[*Im Folgenden behalte ich den Begriff kursiv bei. Anm. d. Übers.]

Er hat nach der jüngsten Zählung Millionen über Millionen Knöpfe, genau, Sonntag Abend. Also können wir die „Millionen über Millionen“ ignorieren und einfach sagen, dass er Montag früh, zu Beginn seiner Woche, keine Knöpfe hat, um die Dinge vereinfacht darzustellen. (Man sieht schon, der Gedanke von „Anomalien“ hat schon ein paar Vorteile). Montag, Dienstag und Mittwoch gehen vorüber, und Mittwoch Abend zeigt ihm sein Buchhalter die folgende Graphik:

Wie in meinem Beitrag zuvor frage ich: „wie viele Knöpfe wird BC am Freitag Abend haben, also am Tag 5?“

Bevor wir antworten wollen wir darüber sprechen, was man tun muss, um diese Frage auch nur zu beantworten versuchen. Wir müssen einen Gedankengang formulieren, welches Verfahren mit diesem kleinen Datensatz modelliert wird. (Mit „modellieren“ meine ich einfach, dass die täglichen Ergebnisse irgendeines Systems visuell dargestellt werden).

„Nein, müssen wir nicht!“ werden Einige sagen. Wir nehmen einfach ein kleines Lineal zur Hand und zeichnen eine kleine Linie wie folgt (oder verwenden komplizierte mathematische Prozeduren auf unseren Laptops, die das für uns tun) und – voila! Die Antwort ist enthüllt:

Und unsere Antwort lautet „10“ … … (und wird natürlich falsch sein).

Es gibt keinerlei mathematische oder statistische oder physikalische Gründe oder Rechtfertigung zu glauben, dass wir die korrekte Antwort gezeigt haben. Wir haben einen sehr wichtigen Schritt ausgelassen. Wir sind einfach zu schnell vorgegangen. Wir müssen zuerst versuchen zu ergründen, welcher Prozess dahinter steckt (mathematisch, welche Funktion hier graphisch dargestellt wird), der die Zahlen erzeugt, die wir sehen. Dieses Ergründen wird wissenschaftlicher eine „Hypothese“ genannt, ist aber an diesem Punkt nicht anders als jeder andere Guess. Wir können sicher annehmen, dass der Prozess (die Funktion) lautet, „der Gesamtwert von morgen wird der Gesamtwert von heute plus 2 sein“. Dies ist tatsächlich der einzige vernünftige Ansatz für die Daten der ersten drei Tage – und geht sogar konform mit formalen Prognose-Prinzipien (wenn man fast nichts weiß, prognostiziere man mehr des Gleichen).

Schauen wir mal auf den Donnerstag-Graphen:

Klasse! Genau wie gedacht! Und jetzt Freitag:

Hoppla! Was ist passiert? Unsere Hypothese ist mit Sicherheit korrekt. Vielleicht eine Störung…? Versuchen wir es mit Sonnabend (wir arbeiten über das Wochenende, um verlorene Zeit aufzuholen)

Aha, das sieht schon besser aus. Bewegen wir unsere kleine Trendlinie etwas, um sicher zu gehen…:

Na ja, sagen wir, immer noch ziemlich nah dran … jene verdammten Störungen!

Aber einen Moment … wie lautete unsere Original-Hypothese, unser guess hinsichtlich des Systems, des Prozesses, der Funktion, welche die Ergebnisse der ersten drei Tage ergab? Sie lautete „Die Gesamtzahl morgen ist die Gesamtzahl heute plus 2“. Stützen unsere Ergebnisse unsere Original-Hypothese, unseren first guess, bis zum Tag 6? (Klarstellung: diese Ergebnisse kommen einfach durch Zählen zustande – das ist unser Verfahren der Datengewinnung – zählen). Nein, tun sie nicht. Keine wie auch immer geartete Schummelei – etwa zu sagen „aufwärts ist aufwärts“ oder „der Trend ist immer noch steigend“ – lassen diese Ergebnisse unsere Hypothese stützen.

Was würde ein Wissenschaftler, der etwas auf sich hält, an diesem Punkt tun? Er darf viele Dinge nicht tun, als da wären: 1) Die Ergebnisse so frisieren, dass sie zur Hypothese passen, 2) so tun, als ob „nahe“ das Gleiche ist wie Unterstützung ist („erkennen Sie, wie eng die Trends korrelieren?“), 3) Die Option „warten wir bis morgen, wir sind uns sicher, dass sich die Störung aufklären wird“ übernehmen, 4) eine Neuzählung anordnen und sicherstellen, dass die Knopf-Zähler verstehen, welche Zahlen sie zu finden haben, 5) eine Re-Analyse durchzuführen, incremental hourly in-filling, krigging, de-trending and re-analysis and anything else, bis die Ergebnisse auf der Linie liegen, auf der sie „liegen sollten“.

Während unsere Kollegen diese Tricks durchführen, wollen wir schauen, was am Tag 7 passiert:

Oh Mann … mitten in unserem „immer noch steigend“-Mantra müssen wir erkennen, dass wir die Daten nicht mehr weiter verwenden können, um unsere Original-Hypothese zu stützen – irgendetwas Anderes, was wir nicht erwartet haben, muss hier geschehen sein.

Ein wahrer Wissenschaftler macht an diesem Punkt Folgendes:

Er stellt eine neue Hypothese auf, welche die tatsächlichen Ergebnisse besser erklärt, normalerweise mittels Modifizierung der Original-Hypothese.

Das ist schwer – erfordert es doch das Eingeständnis, dass man beim ersten Mal falsch gelegen hatte. Es kann bedeuten, einen wirklich schönen Gedanken aufzugeben – einen Gedanken, der professionell, politisch oder sozial ist, unabhängig davon, ob er die Frage, um die es hier geht, beantwortet. Aber – an diesem Punkt MUSS man das tun!

Tag 8, obwohl „in die richtige Richtung weisend“, hilft unserer Original-Hypothese auch nicht:

Der gesamte Trend der Woche „geht immer noch aufwärts“ – aber dafür ist eine Trendlinie nicht geeignet.

Warum also eine Trendlinie?

● Um uns zu helfen, das System oder den Prozess zu visualisieren und zu verstehen, der die Zahlen (tägliche Zählung der Knöpfe) hervorbringt (verursacht), die wir sehen – das ist vor allem nützlich bei Daten, die viel mehr durcheinander sind als hier.

● Um uns bei der Beurteilung zu helfen, ob die Hypothese korrekt ist oder nicht.

Solange wir nicht verstehen, was vor sich geht, welcher Prozess zugrunde liegt, werden wir kaum in der Lage sein, bedeutsame Prognosen abzugeben darüber, was die tägliche Zählung der Knöpfe in Zukunft ergibt. An diesem Punkt müssen wir einräumen, dass wir es nicht wissen, weil wir die zugrunde liegenden Prozesse nicht vollständig verstehen.

Trendlinien sind zum Austesten einer Hypothese sinnvoll. Sie können den Forschern visuell oder numerisch zeigen, ob sie einerseits das System oder den Prozess korrekt erkannt haben, welcher ihren Ergebnissen zugrunde liegt, oder ihnen andererseits aufzeigen, wo sie vom Weg abgekommen sind und ihnen Gelegenheit geben, Hypothesen umzuformulieren oder sogar „zurück auf Los gehen“, falls das notwendig ist.

Diskussion

Mein Beispiel ist für die Leserschaft ein wenig unfair, weil es für Tag 10 keine offensichtliche Antwort auf die Frage gibt, die wir beantworten müssen: Welcher Prozess oder welche Funktion erzeugt diese Ergebnisse?

Das ist der ganze Punkt dieses Beitrags!

Ich will bekennen: Die Ergebnisse dieser Woche sind zufällig ausgesucht – es gibt kein zugrunde liegendes System, das es in den Ergebnissen zu entdecken gibt.

Derartiges tritt viel öfter bei Forschungsergebnissen auf als allgemein bekannt – man sieht scheinbar zufällige Ergebnisse, hervorgehend aus einer schlecht durchgeführten Studie, aus einer zu geringen Datenmenge, aus einer ungenauen Selektion der Parameter und einer „Hypothese weit daneben liegend“. Dies hat zu unsäglichen Bearbeitungen unschuldiger Daten geführt, die unablässig „bearbeitet werden, um Geheimnisse zu ergründen, die sie gar nicht enthalten“.

Wir glauben oft, dass wir ziemlich klar und offensichtlich sehen, was verschiedene Visualisierungen numerischer Ergebnisse uns sagen können. Wir kombinieren diese mit unserem Verständnis der Dinge, und wir geben kühne Statements ab, oftmals mit übertriebener Sicherheit. Haben wir diese erst einmal aufgestellt, sind wir versucht, aus falschem Stolz bei unseren first guesses zu bleiben. Falls unsere Zeiträume im obigen Beispiel nicht Tage, sondern Jahre gewesen wären, würde diese Versuchung sogar noch stärker sein, vielleicht unwiderstehlich – unwiderstehlich, falls wir zehn Jahre mit dem Versuch zugebracht haben zu zeigen, wie richtig unsere Hypothese ist, nur um zu sehen, dass die Daten uns betrügen.

Wenn unsere Hypothesen daran scheitern, die Daten zu prognostizieren oder zu erklären, die bei unseren Ergebnissen oder bei Messungen in Systemen der realen Welt zutage treten, brauchen wir neue Hypothesen – neue guesses – modifizierte guesses. Wir müssen uns dem Umstand stellen, dass unsere Hypothese nicht stimmt – oder noch schlimmer, dass sie vollständig falsch ist.

Von Linus Pauling, brillanter Chemiker und Nobelpreisträger, glaubt man allgemein, dass er sich zum Ende seines Lebens zu viele Jahre lang dem Kampf gegen eine Krebs-Kur mit Vitamin C verschrieben hat, und der es stets abgelehnt hat seine Hypothese neu zu evaluieren, als die Daten gegen sie sprachen und andere Gruppen seine Ergebnisse nicht nachvollziehen konnten. Dick Feynman machte für Derartiges etwas verantwortlich, dass er ,sich selbst zum Narren halten‘ nannte. Andererseits kann Pauling recht haben hinsichtlich der Fähigkeit von Vitamin C, gewöhnliche Erkältungen zu verhindern oder deren Dauer zu verkürzen. Dieses Thema war noch nicht ausreichend Gegenstand guter Experimente, um Schlussfolgerungen ziehen zu können.

Wenn unsere Hypothese nicht zu den Daten passt wie im oben ausführlich beschriebenen Beispiel – und es scheint dafür keine vernünftige, belastbare Antwort zu geben – dann müssen wir zurück zu den Grundlagen gehen und unsere Hypothesen testen:

1) Ist unser Experiment-Aufbau valide?

2) Sind unsere Messverfahren angemessen?

3) Haben wir die richtigen, zu messenden Parameter gewählt? Reflektieren/repräsentieren unsere gewählten Parameter (physisch) das, was wir glauben, dass sie reflektieren/repräsentieren?

4) Haben wir alle möglichen Störvariablen berücksichtigt? Sind die Störfaktoren um Größenordnungen größer als das, was wir zu messen versuchen? (Hier steht ein Beispiel).

5) Verstehen wir das größere Bild gut genug, um ein Experiment dieser Art angemessen durchzuführen?

Darum geht es heutzutage – das ist der Fragenkatalog, den ein Forscher aufstellen muss, wenn die Ergebnisse einfach nicht zur Hypothese passen, unabhängig von wiederholten Versuchen und Modifizierungen der Original-Hypothese.

„Moment“, kann man jetzt sagen, „was ist mit Trends und Prognosen?“

● Trends sind einfach nur graphische Visualisierungen der Änderungen während der Vergangenheit oder von vorhandenen Ergebnissen. Das möchte ich wiederholen: es sind Ergebnisse von Ergebnissen – Auswirkungen von Auswirkungen – es sind keine Ursachen und können auch keine sein.

● Wie wir oben sehen, können selbst offensichtliche Trends nicht herangezogen werden, um zukünftige Werte beim Fehlen eines wahren (oder zumindest „ziemlich wahren“) und klaren Verständnisses der Prozesse, Systeme und Funktionen (Ursachen) zu prognostizieren, welche zu den Ergebnissen, den Datenpunkten führen, welche die Grundlagen des Trends sind.

● Wenn man ein klares und ausreichendes Verständnis der zugrunde liegenden Systeme und Prozesse wirklich hat, dann ist es so: falls der Trend der Ergebnisse vollständig unserem Verständnis (unserer Hypothese) entspricht und falls man eine Größe verwendet, welche die Prozesse genau genug spiegelt, dann kann man dies heranziehen, um mögliche zukünftige Werte innerhalb bestimmter Grenzen zu prognostizieren – fast mit Sicherheit, falls Wahrscheinlichkeiten allein als Prognosen akzeptabel sind. Aber es ist das Verständnis des Prozesses, der Funktion, dass es gestattet, die Prognose abzugeben, nicht der Trend – und das tatsächliche kausative Agens ist immer der zugrunde liegende Prozess selbst.

● Falls man durch Umstände, Druck der Öffentlichkeit oder seitens der Politik oder einfach durch Hybris gezwungen wird, eine Prognose trotz des Fehlens von Verständnis abzugeben – mit großer Unsicherheit – ist es das Sicherste, „weiterhin das Gleiche“ zu prognostiziere und selbst bei einer solchen Prognose sehr viel Spielraum zuzulassen.

Anmerkungen:

Studien aus jüngerer Zeit zu Trends in nicht linearen Systemen (hier) geben nicht viel Hoffnung, abgeleitete Trends für Prognosen nutzen zu können. Meist reicht es nur zu „vielleicht wird es so weitergehen wie in der Vergangenheit – aber vielleicht wird es auch eine Änderung geben“. Klimaprozesse sind fast mit Sicherheit nicht linear – folglich ist es für Zahlen physikalischer Variablen als Ergebnis von Klimaprozessen (Temperatur, Niederschlag, atmosphärische Zirkulation, ENSO/AMO/PDO) unlogisch, wenn man davon gerade Linien (oder Kurven) über Graphiken numerischer Ergebnisse dieser nicht linearen Systeme zeichnet, um Projektionen zu erhalten und zu nicht physikalischen Schlussfolgerungen zu kommen.

Es gibt immer mehr Arbeiten zum Thema Prognose. (Hinweis: Die Konstruktion gerader Linien in Graphiken ist kein Beweis). Scott Armstrong bemühte sich viele Jahre lang, einen Satz von Prognose-Prinzipien zu entwickeln, um „wissenschaftliches Prognostizieren allen Forschern, Praktikanten, Klienten und Anderen zugänglich zu machen, die sich um Prognose-Genauigkeit kümmern“. Seine Arbeit findet sich hier. Auf seiner Website gibt es viele Beiträge zu Schwierigkeiten, Klima und globale Erwärmung zu prognostizieren (nach unten scrollen).

# # # # #

Der größte Teil der Leserschaft hier ist skeptisch hinsichtlich des Mainstreams und des IPCC-Konsens‘ der Klimawissenschaft, welche meiner Ansicht nach zu verzweifelten Versuchen verkommen ist, eine gescheiterte Hypothese namens „CO2-induzierte katastrophale globale Erwärmung“ mit aller Gewalt am Leben zu halten – Treibhausgase mögen allgemein eine gewisse Erwärmung bewirken, aber wie stark, wie schnell, wie lange sowie vorteilhaft oder schädlich – das sind alles Fragen, die bisher in keiner Weise beantwortet sind. Und außerdem steht immer noch die Frage im Raum, ob sich das Klima der Erde selbst reguliert trotz sich ändernder Konzentrationen von Treibhausgasen oder solarer Fluktuationen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2018/01/04/the-button-collector-revisited-graphs-trends-and-hypotheses/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

16 Jan 19:25

Offener Brief an Präsident Donald Trump

by Chris Frey

Sehr geehrter Herr Präsident,

Ich schreibe Ihnen diesen offenen Brief, um Sie aufzufordern, ihre Erkenntnisse bzgl. der UN-Bewegung eines vom Menschen verursachten globalen Erwärmung/Klimawandels bekannt zu geben, wie sie Premierministerin Margaret Thatcher in ihren Memoiren Statecraft aus dem Jahr 2002 beschrieben hat.

Zunächst zu meinem Hintergrund: Ich schreibe regelmäßig Beiträge für die „weltweit am häufigsten angeklickte Website zu globaler Erwärmung/Klimawandel“ mit der Bezeichnung WattsUpWithThat. Zu den normalerweise in meinen Beiträgen angesprochenen Themen gehören:

● Klimamodelle simulieren nicht das Klima der Erde

● Werden sie angemessen gezeigt, zeigen die Ergebnisse von Klimamodellen eindeutig, dass die klimawissenschaftliche Gemeinschaft immer noch nicht unterscheiden kann zwischen einer natürlich auftretenden und einer vom Menschen verursachten globalen Erwärmung, und

● seit Anfang der achtziger Jahre zeigen die Temperaturdaten eindeutig und nachhaltig, dass sich die Oberflächen der globalen Ozeane erwärmt haben als Reaktion auf natürlich auftretende Wechselwirkungen zwischen Ozean und Atmosphäre, und nicht als Reaktion auf Treibhausgas-Emissionen.

In meiner jüngst veröffentlichten Kurzgeschichte Dad, Why Are You A Global Warming Denier?: A Short Story That’s Right for The Times habe ich über diese Themen geschrieben, und ich präsentierte auch ein Thema, welches für mich neu ist:

Die Politik hinter der internationalen Bewegung globale Erwärmung/Klimawandel scheint auf der Grundlage von Agenden zu stehen, die keinerlei Beziehung zu globaler Erwärmung oder Klimawandel haben.

Hinsichtlich der politischen Aspekte meiner Story stütze ich mich auf zahlreiche, auch längere Zitate aus den Memoiren von Margaret Thatcher Statecraft, welche unter der Überschrift „Hot Air and Global Warming“ enthalten sind. Hier folgen zwei dieser Zitate aus Statecraft:

Der erste Abschnitt unter der genannten Überschrift aus Statecraft lautet (Hervorhebung von mir, Tisdale):

Das bevorzugte Thema der Untergangs-Propheten unserer Tage ist Klimawandel. Dieses Thema ist für sie aus mehreren Gründen attraktiv. Erstens, die Wissenschaft ist extrem geheimnisvoll, so dass man sie nicht so leicht widerlegen kann. Zweitens, wir alle machen uns Gedanken hinsichtlich des Wetters: Traditionellerweise reden die Engländer zu Beginn kaum von etwas anderem. Drittens, da jedweder Plan zur Änderung des Klimas nur im globalen Maßstab betrachtet werden kann, stellt das Thema eine wunderbare Rechtfertigung für einen weltweiten, supra-nationalen Sozialismus dar.

Einer meiner Charaktere in meiner Kurzgeschichte greift diesen hervorgehobenen letzten Satz auf weltweiter, supra-nationaler Sozialismus? So etwas würde hier in den Staaten fliegen wie ein ,Lead Balloon‘.

Auch den nächsten Abschnitt in den Memoiren der Eisernen Lady dürften Sie interessant finden hinsichtlich Ihres Rückzugs aus dem Paris-Abkommen (Hervorhebung wieder von mir, Tisdale):

In der Sache hatte Präsident Bush sehr recht, das Kyoto-Protokoll abzulehnen. Sein Vorgänger hatte es wegen der internationalen Auswirkungen noch unterstützt, obwohl er wusste, dass die Bedingungen darin dieses zu hause zu einem toten Vogel machen würden: Der US-Senat hat hier einstimmig abgestimmt. Das Protokoll hätte die gesamte Last der CO2-Reduktion den entwickelten Ländern aufgebürdet, während die Entwicklungsländer – darunter China und Indien – weiterhin mit stark steigenden Wachstumsraten produzieren durften. Das amerikanische Ziel bzgl. Kürzungen war total unrealistisch – eine Reduktion der Gesamtemissionen um 7 Prozent unter das Niveau des Jahres 1990 von 2008 bis 2012. Und all das, bevor irgendjemand auch nur auf den Gedanken kam, die wissenschaftlichen Gründe zu betrachten, warum und bis zu welchem Ausmaß es zu einer globalen Erwärmung kommt. Kyoto war ein Anti-Wachstum-, Anti-Kapitalismus-, Anti-Amerika-Projekt, welches kein amerikanischer Führer, dem die nationalen Interessen seines Landes am Herzen lagen, hätte unterstützen dürfen.

Angesichts der Tatsache, dass die Eiserne Lady Margaret Thatcher das Kyoto-Protokoll als „anti-Wachstum, anti-kapitalistisch, anti-amerikanisch“ ansah und dass Präsident Bush recht hatte mit der Zurückweisung des Protokolls – glauben Sie, dass der geschätzte Premierminister ähnliche Gedanken haben würde hinsichtlich des den Wohlstand umverteilenden Paris-Abkommens und dass Sie, Herr Präsident, ebenfalls recht hatten mit dem Rückzug aus Paris?

Das bringt mich zu meiner zentralen Frage: „Stand die UN-Bewegung eines vom Menschen verursachten globalen Erwärmung/Klimawandel immer auf der Grundlage internationaler „Anti-Wachstum-, Anti-Kapitalismus-, Anti-Amerika-Agenden“?

Ich bin sehr interessiert an Ihren Standpunkten hierzu.

Zum Schluss darf ich Ihnen versichern, Herr Präsident, dass ich beim Verfassen meiner Kurzgeschichte oft an Sie gedacht habe.

Most respectfully

Bob Tisdale

Link: https://wattsupwiththat.com/2018/01/08/open-letter-to-president-donald-trump/

16 Jan 19:25

Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf. Theodor Fontane

by Admin

So, so, die Sondierer der SPD, CDU und CSU haben ihre „Sondierungen“ „erfolgreich“ abgeschlossen und sich auf ein gemeinsames Papier geeinigt (Ergebnis Sondierung CDU_CSU_SPD 120118). So melden es unisono die Medien und die meisten können sich vor Begeisterung darüber nicht lassen.

Niemandem von denen kommt die Frage in den Sinn, was denn die künftigen Groß-Koalitionäre die letzten vier Jahre so miteinander beredet und getrieben haben? Bis auf den Großeuropäer Schulz haben doch immer dieselben Leute – wie heute auch- beieinander gesessen und häufig nichts weiter getan, als miteinander geredet ..und „Politik gemacht“.

Und schon fast kleinlich kommt man sich vor, wenn man auf die simple Tatsache verweist, dass die SPD nach der Wahlklatsche vom 24. September vorgab dazu gelernt zu haben und sich in der Opposition zu regenerieren wollte. Ohne wenn und aber.

Tweet von Martin Schulz vor knapp 8 Wochen

„Wir stehen für den Eintritt in eine Große Koalition nicht zur Verfügung – diese Konstellation wurde abgewählt. Wir scheuen Neuwahlen nicht.“

Doch Ministerposten, div. StaatssekrärInnnenposten und ähnliches führten wohl dazu, dass man sich an den alten Müntefehring erinnerte, dessen Frau Michelle Müntefehring die gelernte Kindergärtnerin wohl bei den Verhandlungen dabei war, der sagte: Opposition ist Mist“

„Was schert mich mein Geschwätz von gestern“ pflegt der alte Adenauer ehrlich zu sagen, wenn er mal wieder alle überrascht hatte mit einer politischen Volte. So auch hier und heute.

In diesem Sondierungspapier sind nun wieder mal alle Plattitüden. Gemeinplätze und Worthülsen nachzulesen, die uns jedoch immer wieder aufs Neue als Tatkraft und klare Strategie verkauft werden sollen. So auch beim „Klimaschutz“ und der von ihm befeuerten Energiewende.

So liest man nach viel Tra Ra auf S 5 zum . „Klimaschutz“ (Hervorhebungen vom Autor):

Die EU muss beim Klimaschutz international eine Vorreiterrolle einnehmen und für eine ambitionierte Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens eintreten.

Um wenig auf S 6 später aufzuzählen 

Die Soziale Marktwirtschaft ist der Motor, der unser Land wirtschaftlich nach vorn gebracht hat. Digitalisierung, Globalisierung, Klimawandel und abnehmender gesellschaftlicher Zusammenhalt stellen uns vor zahlreiche Herausforderungen.

Was der Klimawandel damit zu tun hat, erschließt sich wohl nur den gläubigen Absorbenten der öffentlich rechtlichen Regierungspropganda, die seit langem jedes Wettergeschehen dem „Klimawandel“ zuordnet. Dem menschgemachten versteht sich. Obwohl sich weder hierzulande noch weltweit die Zahl, noch die Dauer noch Stärke von Extremwetterereignissen erhöht hat, baut man -wie gewohnt- einen inhaltsleeren Buhmann auf, hinter dem man dann bestenfalls ganz andere Interessen verfolgen kann, ohne auch nur gestehen zu müssen, dass man eigentlich nicht weiß, wovon man redet.

Zur Umschreibung des größten Fehlers (sogar absichtlich begangen, wie man im Buch von Robin Allexander „ Die Getriebenen“ detailliert nachlesen kann) der vergangenen Regierung – nämlich die völlig kontrollfreie Zulassung der größten Massenimmigtation der jüngeren Geschichte muslimischer Menschen in unser Land- werden die dürren Worte benutzt … und abnehmender gesellschaftlicher Zusammenhalt.. .. stellen uns vor zahlreiche Herausforderungen,…. werden wohl Berufenere als ich kommentieren

Von ähnlicher Qualität und voll innerer Widersprüche sind die anderen Verlautbarungen von den ich hier nur die klima- und energierelevanten zitieren

 

S7

Wir wollen Fahrverbote vermeiden und die Luftreinhaltung verbessern. Die Mobilitätspolitik ist dem Pariser Klimaschutzabkommen verpflichtet. Wir wollen die Klima- ziele von Paris erreichen und dabei soziale Belange berücksichtigen, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie gewährleisten und bezahlbare Mobilität sicherstellen.

S 20

Wir wollen Fluchtursachen bekämpfen, nicht die Flüchtlinge.

  •  Entwicklungszusammenarbeit verbessern 

  • Ausbau humanitären Engagements 

  • Engagement für Friedenssicherung ausweiten (u.a. Stärkung internationaler 
Polizeimissionen)
  • Faire Handels- und Landwirtschaftspolitik (faire Handelsabkommen) 

  • Verstärkter Klimaschutz 

  • Restriktive Rüstungsexportpolitik 


Die Lösung: Wir werden eine Kommission Fluchtursachen im Deutschen Bundestag einrichten.

Anmerkung des Autors: An dieser Stelle kann ich es mir nicht verkneifen … die alte Beamtenweisheit zu zitieren: … Und wenn Du nicht mehr weiter weißt, dann gründe einen Arbeitskreis..landläufig auch gern Kommission genannt.

Und dazu gestatte ich mir noch einen Tip: Die Hauptfluchtursache heißt: Deutschland. Unterbindet man die unkontrollierte Zuwanderung, dann fällt Hauptfluchtursache weg.

S 23

Wir wollen weniger Bürokratie und mehr Effizienz für eine marktfähige Landwirtschaft, die gesunde Lebensmittel nachhaltig produziert. Insofern sind besonders Tier-, Natur- und Klimaschutz sowie die Wahrung sozialer Standards im öffentlichen Interesse auch öffentlich zu fördern.

Klimaschutz, Energie und Umwelt  

S 24

  1. Klimaschutz

Wir bekennen uns zu den Klimazielen 2020, 2030 und 2050. Die Handlungslücke zur Erreichung des Klimaziels 2020 wollen wir so schnell wie möglich schließen. Das Minderungsziel 2030 wollen wir auf jeden Fall erreichen. Dies soll unter Beachtung des Zieldreiecks Versorgungssicherheit, Sauberkeit und Wirtschaftlichkeit sowie oh- ne Strukturbrüche realisiert werden.

Wir werden eine Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ unter Einbeziehung der unterschiedlichen Akteure aus Politik, Wirtschaft, Umweltverbänden, Gewerkschaften sowie betroffenen Ländern und Regionen einsetzen, die bis Ende 2018 ein Aktionsprogramm mit folgenden Elementen erarbeiten soll:

Maßnahmen, um die Lücke zur Erreichung des 40 %-Reduktionsziels bis 2020 so weit wie möglich zu reduzieren,

Maßnahmen, die das 2030-Ziel für den Energiesektor zuverlässig erreichen, einschließlich einer umfassenden Folgenabschätzung,

einen Plan zur schrittweisen Reduzierung und Beendigung der Kohleverstromung einschließlich eines Abschlussdatums und der notwendigen rechtlichen, wirtschaftlichen, sozialen und strukturpolitischen Begleitmaßnahmen und

die finanzielle Absicherung für den notwendigen Strukturwandel in den betroffenen Regionen und einen Fonds für Strukturwandel aus Mitteln des Bundes.

Ein paralleles Vorgehen soll für den Bau- und Verkehrssektor erfolgen. Auf dieser Grundlage wollen wir ein Gesetz verabschieden, dass die Einhaltung der Klima- schutzziele 2030 gewährleistet. Wir werden 2019 eine rechtlich verbindliche Umset- zung verabschieden.

 

S 25

Voraussetzung für eine erfolgreiche Klimaschutzpolitik ist ein weiterer zielstrebiger, effizienter, netzsynchroner und zunehmend marktorientierter Ausbau der Erneu- erbaren Energien. Unter diesen Voraussetzungen streben wir einen Anteil von etwa 65 % Erneuerbarer Energien bis 2030 an. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss deutlich erhöht werden, auch um den zusätzlichen Strombedarf zur Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehr, in Gebäuden und in der Industrie zu decken.

Vorgesehen ist eine Sonderausschreibung, mit der acht bis zehn Mio. t CO2 zum Klimaschutzziel 2020 beitragen sollen. Hier sollen je vier Gigawatt Onshore- Windenergie und Photovoltaik sowie ein Offshore-Windenergiebeitrag zugebaut wer- den, je zur Hälfte wirksam in 2019 und 2020. Voraussetzung ist die Aufnahmefähig- keit der entsprechenden Netze.

Wir wollen
 weitere Anstrengungen zum Ausbau und zur Modernisierung der Energienetze

(Netzausbaubeschleunigungsgesetz).

  •   die Sektorenkoppelung in Verbindung mit Speichertechnologien voranbringen. 

  •   die Kraft-Wärme-Kopplung weiterentwickeln und umfassend modernisieren. 


 

III. Umwelt

Wir wollen für unsere Kinder und Enkelkinder eine intakte Natur bewahren. Dazu werden wir folgende Maßnahmen umsetzen:

 Programm „Nationales Naturerbe“ fortsetzen
 Programm zum vorbeugenden Hochwasserschutz ausbauen
 Endlagersuche zielstrebig fortsetzen
 Erhalt der Biodiversität und den Artenschutz als Querschnittsaufgabe verankern und entsprechende Bundesprogramme weiter stärken
 „Aktionsprogramm Insektenschutz“
 die Potenziale der Landwirtschaft für Klimaschutz und Biodiversität nutzen
 die Vermüllung der Weltmeere eindämmen; Müllvermeidung und Recycling stärken
 durch multi- und bilaterale Entwicklungszusammenarbeit den Aus- und Aufbau von Kreislaufwirtschaftssystemen unterstützen.

 

Dazu fallen mir nur die klugen Worte von – Curt Goetz ein:

„Keine Dummheit ist so groß, als dass sie nicht durch Beharrlichkeit noch größer werden könnte.“

 

 

 

 

 

16 Jan 19:25

Jurastudent schummelt mit dem rechten Rand

by Udo Vetter

Wer Jura studiert oder studiert hat, kennt die formalen Vorgaben für juristische Hausarbeiten. Diese lasen sich bei der Hausarbeit für den großen BGB-Schein an einer bayerischen Uni so:

Der Umfang der Hausarbeit darf 20 Seiten (ohne Deckblatt, Gliederung und Literaturverzeichnis, aber mit Fußnoten) nicht übersteigen. Schrifttyp: Times New Roman; Schriftgröße: 12pt, Fußnoten Schriftgröße: 10 pt; Laufweite normal; Zeilenabstand: 1,5; rechts 5 cm Korrekturrand, links 2,5 cm Rand.

Ein Kandidat hielt es allerdings für erforderlich, deutlich mehr zu schreiben. Deshalb „kürzte“ er den Korrekturrand auf die Hälfte. Das wiederum stieß seinem Prüfer auf. Der musste nämlich faktisch 23 Seiten lesen. Zur Strafe zog er von der Note jeweils einen Punkt ab, und zwar für jede überzählige halbe Seite. Da die Arbeit auch inhaltlich dürftig war, blieb am Ende ein ebenso dürftiges Ergebnis: 0 Punkte.

Dagegen klagte der Student vor dem Verwaltungsgericht Ansbach. Jedoch ohne Erfolg. Das Gericht hält die Einhaltung der Formalien nämlich nicht für einen Selbstzweck:

Neben der inhaltlichen Bearbeitung soll der Prüfling im Rahmen einer Hausarbeit aufzeigen, dass er auch die formalen Grundsätze des wissenschaftlichen Arbeitens beherrscht und dass er in der Lage ist, unter richtiger Schwerpunktsetzung die im Sachverhalt aufgeworfenen juristischen Probleme auf einer begrenzten Seitenzahl darzustellen.

Wer sich nicht daran hält, muss dann laut dem Gericht auch die Konsequenzen tragen. Im konkreten Fall habe sich der Punktabzug erkennbar im Rahmen des (weiten) Beurteilungsspielraums bewegt, der sowieso jedem Prüfer zusteht. Eines kann sich der Student aber trotzdem zu Gute halten. Er hat mit seinem Prozess eine Vorlage für Hausarbeiten und Klausuren im Verwaltungsrecht geschaffen, an der sich sicher noch einige Studentengenerationen abarbeiten werden.

Link zum Urteil

Flattr this!

16 Jan 19:25

Bis hierher und nicht weiter

by Chris Frey

[*Das Wort angst stand so im Original! Anm. d. Übers.]

So wird unsere höllische Welt aussehen, nachdem wir den 2°C-Kipp-Punkt der globalen Erwärmung überschritten haben

Rebecca Leber am 21. Dezember 2014

Die de-facto-Hypothese der Politik bzgl. Klimawandel ist, dass die Welt den Anstieg der globalen Temperatur auf 2°C über das präindustrielle Niveau begrenzen muss, wenn sie nicht das Risiko eingehen will, einen Kipp-Punkt zu überschreiten, jenseits dessen die Einwirkung unumkehrbar wird. Die Zahl geht zurück auf das Jahr 1975, als der Ökonom William Nordhaus die Prämisse in den Raum warf, dass eine Erwärmung um mehr als 2°C das Klima „außerhalb der Bandbreite der Beobachtungen bringen würde, welche während der letzten vielen hunderttausend Jahre herrschte“. Bis zum Jahr 1990 erregten diese 2°C die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Gemeinschaft und danach der Politik, als der Europäische Rat im Jahre 1996 vorschlug, dass 2°C die rote Linie der UN bzgl. der globalen Erwärmung sein sollte. Aber erst vor vier Jahren verpflichteten sich Länder auf einer Klimakonferenz in Cancun „die Erwärmung der globalen mittleren Temperatur unter 2°C zu halten“.

Hier noch ein weiterer Ausschnitt, diesmal aus „The Conversation“ im Jahre 2017, zusammen mit der obligatorischen herzzerreißenden Abbildung (Hervorhebung von mir, Eschenbach):

David Tittley, 22. August 2017

Praktisch jeder Artikel über Klimawandel bezieht sich in irgendeiner Weise auf das „2°C“-Ziel. Dabei werden oftmals erhebliche Risiken an die Wand gemalt, falls das Klima über 2°C hinausgeht und sogar „katastrophale“ Folgen für unsere Welt mit sich bringen würde, wenn die Erwärmung über dieses Ziel hinausgeht.

Jüngst ist eine Reihe wissenschaftlicher Studien erschienen des Inhalts, dass wir eine Chance von 5% haben, die Erwärmung auf 2°C zu begrenzen. Zusätzlich zeigen jüngste Forschungen dass die Erwärmung schon 1,5°C betragen würde, selbst wenn wir auf magische Art und Weise unseren Kohlenstoff-Fußabdruck schon heute auf Null bringen könnten.

Und es gibt noch einen weiteren Korken: Welches ist die korrekte Grundlinie, die wir anwenden sollten? Das IPCC nennt oftmals eine Erwärmung relativ zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, aber im Pariser Klima-Abkommen ist festgelegt, dass als Referenz die Temperatur des „vorindustriellen“ Niveaus herangezogen werden sollte, also vor 1850. Wissenschaftler haben gezeigt, dass eine solche Grundlinie uns im Endeffekt um weitere 0,2°C näher an die obere Grenze bringen würde.

[Es kostet Überwindung, einen solchen gefährlichen Unsinn zu übersetzen, hauptsächlich weil dieser Blödsinn ja die offizielle Doktrin ist. Aber weil Autor Eschenbach dies dann genüsslich zerpflückt, habe ich mit „Augen zu und durch“ übersetzt. Anm. d. Übers.]

Habt Angst … habt sehr viel Angst … das IPCC sagt, dass es nicht um 2°C wärmer werden sollte als Ende des 19. Jahrhunderts. Das Pariser Klima-Abkommen sagt, dass es nicht um 1,8°C wärmer werden sollte als Ende des 19. Jahrhunderts (was es als 2°C über „vorindustrtiell“ bezeichnet).

Anderenfalls, so wurden und werden wir wieder und immer wieder gewarnt … anderenfalls droht uns das Thermageddon, das sagenhafte Ende aller Zeiten. Mehr Überschwemmungen. Mehr Dürren. Mehr Hitzewellen. Mehr Kältewellen. Bei einer Erwärmung um 2°C geraten wir vermeintlich in erhebliche Schwierigkeiten. Pflanzen und Tiere schrumpfen immer mehr und sterben. Vögel fallen von den Ästen. Steckt eine Gabel in den Globus, wir werden getoastet.

Nun gibt es eine Art Binsenweisheit in den Studien zum globalen Klima. Man kann kein kontrolliertes Experiment hinsichtlich des globalen Klimas durchführen. Das ist eine Tatsache. Es gibt keinen anderen Planeten, den wir zu Kontrollzwecken betrachten können … und man kann das Experiment auch nicht variieren. Man kann den globalen Luftdruck nicht künstlich in die Höhe schrauben und dann sehen, was passiert.

Allerdings sollte uns diese fehlende Kontrollmöglichkeit nicht davon abhalten, Experimente durchzuführen. Obwohl es keine kontrollierten Experimente gibt, gibt es sehr wohl „natürliche Experimente“. Mir ist dieser Terminus schon vor einiger Zeit untergekommen, und zwar in einer Studie aus dem Jahr 1998 von Sherwood Idso. Man kann sie auf der Website von Warwick Hughes hier einsehen.

Also … auf welches natürliche Experiment könnten wir schauen hinsichtlich der gefürchteten 2°C-Grenze?

Nun, wir haben die globale Temperaturaufzeichnung von Berkeley Earth hier. Wie es bei allen Datensätzen der Fall ist, enthält er einige Probleme, von denen ich eines hier diskutiert habe. Aber es ist dem Vernehmen nach der beste Datensatz, den wir haben und unterscheidet sich nicht wesentlich von den anderen Datensätzen. Mit all dem als Prolog und ohne weitere Fanfare zeigte ich jetzt die Anomalie der globalen mittleren Lufttemperatur nach Berkeley Earth. Die monatliche Temperaturanomalie ist hellblau eingezeichnet, die gelbe und die schwarze Linie sind Gauss’sche Glättungen der monatlichen Temperaturanomalie über 6 Jahre.

Da haben wir unser natürliches Experiment. Ich bin sicher, dass man das Problem erkennt: Es ist bereits 2 Grad wärmer als in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts … und noch wärmer als zu Beginn desselben.

Meine Frage an die versammelten Massen lautet also: Da wir schon jetzt dieses ach so wichtige 2°C-Klimaziel gebrochen haben, wo sind die Leichen? Wo sind die ungewöhnlichen Katastrophen? Wo sind die Klima-bezogenen Katastrophen? Warum gibt es keine überfluteten Städte? Was ist mit den Gebieten, die vermeintlich unbewohnbar sein sollen? Wo sind die untergegangenen Atolle? Wo sind die versprochenen Millionen Klimaflüchtlinge – wo sind sie bloß?

Kurz gesagt, wo sind all die schrecklichen Ereignisse, vor denen man uns so gewarnt hatte, falls das 2°C-Ziel gerissen wird?

Im Ernst, wir haben das natürliche Experiment gerade durchgeführt. Die Welt hat sich um den gefürchteten Betrag erwärmt, und es gab keinerlei Zunahme hinsichtlich irgendwelcher Klima-bezogener Katastrophen.

Warum ist das so? Gute Frage. Teilweise liegt die Antwort in dem Umstand, dass der größte Teil der Erwärmung a) nachts, b) im Winter, c) in den subpolaren Regionen des Planeten mit niedrigen Temperaturen stattgefunden hat. Es mag dumm klingen, aber ich glaube kaum, dass sich irgendjemand in Boston oder Wladiwostok darüber beklagen wird, dass es in den Mittwinter-Nächten 1 Grad oder so wärmer ist, und das gilt vor allem für die Armen …

Ein anderer Teil der Antwort ist der Tatsache geschuldet, dass Wärme etwas Gutes ist, sowohl für Pflanzen als auch für Tiere. Längere Wachstumsphasen, weniger Eis auf den Flüssen, wärmerer Boden, weniger Frostbeulen bei den Obdachlosen, weniger Bedarf nach Isolierung und Heizung, jedes Insekt ist glücklich … es gibt einen Grund dafür, dass sich das Leben in den Tropen verschwenderisch und rasch entwickelt sowie langsamer nahe den Polen.

Ich denke, die beste Nachricht ist, dass das Schlimmste passiert ist, dass wir nichts tun können, dass wir dem Untergang geweiht sind. Wir haben den Krieg gegen das Thermometer verloren. Wir haben den Klima-Kipp-Punkt überschritten … also haben wir vielleicht endlich Zeit, uns einigen realen Problemen zu widmen.

Also … wo sind die Leichen?

————————–

Zusatzbemerkung: Traurigerweise verschleiert diese verrückte Besessenheit um Temperaturänderungen um einige Zehntelgrad die erstaunliche Stabilität des Klimasystems der Erde. Es ist diese immer wieder überraschende Stabilität, welche zuerst meine Aufmerksamkeit erregte und mich dazu brachte, mich eingehend mit dem Thema Klima zu befassen. Hinsichtlich dieser Stabilität würde ich gerne sofort erfahren wollen, dass die Temperatur des Systems durch irgendeine Kombination Temperatur regelnder Phänomene getrieben wird. Man bekommt diese Art der Stabilität nicht durch Zufall.

Also möchte ich hier schließen mit genau der Art von Daten, die man in der Graphik oben sieht, aber dieses Mal nach Art der Ingenieure, welche das Klima als eine weltweite Wärmemaschine ansehen:

Link: https://wattsupwiththat.com/2018/01/08/been-there-exceeded-that/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

15 Jan 17:54

Meeres­spiegel – steigen und fallen: Wie man einen Anstieg aus Nichts erzeugt

by Chris Frey

Wie kommt man zu einem Anstieg des Meeresspiegel durch nichts?

Schauen wir mal, wie R. Steven Nerem von der CU Sea Level Research Group es fertig bringt, diesen Trick durchzuführen. In einem Report bei Nature.com heißt es:

Steve Nerem präsentierte eine bis jetzt unveröffentlichte Analyse auf einer Konferenz in New York City am 13. Juli, gesponsert vom World Climate Research Programme und der International Oceanographic Commission. … Nerems Team berechnete, dass die Rate des Meeresspiegel-Anstiegs von 1,8 mm pro Jahr im Jahre 1993 auf etwa 3,9 mm pro Jahr heute gestiegen ist als eine Folge der globalen Erwärmung.

Hmmm … schauen wir mal, was die NOAA dazu sagt, Stand: Januar 2018:

Nun, das ist seltsam. Das NOAA NESDIS-Star  (National Environmental Satellite, Data, and Information Service; Center for Satellite Applications and Research) zeigt nicht einmal ansatzweise eine plötzliche Beschleunigung von 1993 (3,0 ± 0,4 mm pro Jahr) bis heute – vielmehr zeigt sich exakt die gleiche Trendlinie, die gleiche Zahl wie im Titel genannt.

Also, Erstes zuerst – wer ist R. Steven Nerem?

Steve Nerem ist ein Alarm-Evangelist* des Meeresspiegel-Anstiegs – es gibt keine andere angemessene Beschreibung. Ich zweifle nicht daran, dass er wirklich an seine Causa glaubt, ist er doch im vorigen Jahr durch die Welt gereist mit immer dem gleichen Vortrag – immer mit identischem Abstract – in San Francisco (Dec 2016), Bologna (Feb 2017), New York  (July 2017),  Miami (Oct 2017) und New Orleans (Dec 2017). Nerem ist einer der Ko-Autoren des infamen Kommentars im Journal Global and Planetary Change, worin er versucht die Studie aus dem Jahr 2004 von Nils-Axel Mörner im gleichen Journal zu widerlegen. Im 3. Teil von SEA LEVEL: Rise and Fall schrieb ich über den Austausch Mörner/Nerem/Mörner.

[*Man merkt, dass sich der Autor in theologischen Dingen nicht auskennt. Das griechische Wort „Evangelium“ übersetzt sich mit „Frohe Botschaft“. Ein Evangelist ist {kirchlicherseits!} ein „Verkünder der Frohen Botschaft“. Das hat Autor Kip Hansen aber sicher nicht im Sinn gehabt. Nur mal so! Anm. d. Übers.]

Steve Nerem war auch Ko-Autor des schreiend alarmistischen Artikels in der Washington Post im Mai 2016 mit dem Titel „10 things you should know about sea level rise and how bad it could be”, in welchem gesagt wird dass „Wissenschaftler schätzen, dass wenn sich die Welt um 4 bis 5°C erwärmt, was für das Ende des Jahrhunderts projiziert wird, wenn wir keine Maßnahmen gegen den Klimawandel ergreifen, alles Eis wahrscheinlich schmelzen wird. Das würde einen Meeresspiegel-Anstieg um 70 Meter bewirken“.

Dr. Nerems Reise-Theater wird in Nature.com in einem Artikel im Juli 2017 beschrieben mit dem Titel „Satellite snafu masked true sea-level rise for decades” [etwa: Satelliten-Chaos maskierte seit Jahrzehnten den wahren Meeresspiegel-Anstieg]. Im Artikel finden sich dann Details aus Nerems oft zitierter Präsentation, darunter:

Das Schmelzen des grönländischen Eisschildes stützt den Anstieg des Meeresspiegels der Welt.

Die Zahlen spielten jedoch nicht mit. Selbst mit dem wärmer werden der Erde sowie dem Schmelzen von Gletschern und Eisschilden schienen Dekaden mit Satellitendaten zu zeigen, dass die Rate des Meeresspiegel-Anstiegs gleich blieb – oder sogar rückläufig war.

Inzwischen haben Wissenschaftler, nachdem sie sich Jahre lang mit dieser Diskrepanz befasst hatten, die Ursache derselben ausgemacht: Ein Problem mit einem Sensor auf dem ersten von vielen ins All geschossenen Satelliten, welcher die Höhe der Meeresoberfläche mittels Radar messen sollte. Adjustiert man die Daten unter Berücksichtigung dieses Fehlers zeigt sich, dass der Meeresspiegel tatsächlich jedes Jahr schneller steigt.

Nerems Team berechnete, dass die Rate des Anstiegs von etwa 1,8 mm pro Jahr 1993 auf etwa 3,9 mm pro Jahr heutzutage zugenommen hat als eine Folge der globalen Erwärmung. Zusätzlich zum Kalibrierungs-Fehler der Satelliten berücksichtigt seine Analyse auch andere Faktoren, die den Anstieg während der letzten Jahrzehnte beeinflusst haben könnten, als da wären der Ausbruch des Pinatubo 1991 und das jüngste El Nino-Ereignis.

Falls sich der Meeresspiegel-Anstieg mit der gegenwärtigen Rate weiter beschleunigt, sagt Nerem, würden die Ozeane der Welt im Laufe dieses Jahrhunderts um etwa 75 cm steigen. Das liegt auf einer Linie mit den Projektionen des IPCC aus dem Jahr 2013.

Falls dies stark danach klingt, was Nils-Axel Mörner die ganze Zeit gesagt hat, dass nämlich der SLR-Alarm seinen Ursprung in den ad hoc-Adjustierungen und ,Korrekturen‘ – nach den Messungen – hat, ist das wohl richtig.

Hier folgt die Graphik von der Nerem’schen CIRES faculty page:

Auf der Site heißt es: „Wir müssen auch sehr sorgfältig die Messfehler abschätzen sowie den Einfluss der dekadischen Variabilität in einer relativ kurzen Zeitreihe von 25 Jahren. Während wir daran immer noch arbeiten, scheint es so, als ob sich der langfristige SLR von etwa 2 mm pro Jahr Mitte der neunziger Jahre auf 4 mm pro Jahr 2017 beschleunigt hat“. Natürlich ist dieses Statement etwas ungenau ausgedrückt – scheint es doch so auszusehen, als ob der Trend im ersten Teil dieser Graphik etwa 2 mm pro Jahr beträgt. In Wirklichkeit meint er aber den langfristigen Trend des 20. Jahrhunderts auf der Grundlage von Tidenmessungen, welcher zu Beginn etwa 1,8 bis 2,0 mm pro Jahr beträgt und „etwa 3,9 mm pro Jahr“ in seiner unveröffentlichten Re-Analyse. Man beachte, dass die Trendlinie hier als ein gekrümmter Beschleunigungstrend daherkommt und nicht als die normale gerade Linie von 1993 bis heute.

Den allgemein akzeptierte Standpunkt dieser beiden Abbildungen zeigt dieses Bild:

Erst vor zwei Jahren fungierte Nerem als Ko-Autor einer Studie mit dem Titel „Is the detection of accelerated sea level rise imminent?“ (veröffentlicht im August 2016, gerade vier Monate vor seinem Vortrags-Kreuzzug). Das Abstract schließt mit den Worten „…eine erkennbare Beschleunigung wird sich wahrscheinlich im kommenden Jahrzehnt aus dem Rauschen herausschälen“ und weiter „Während der 23 Jahre langen Reihe zeigt sich, dass der globale mittlere Meeresspiegel um 3,3 ± 0,4 mm pro Jahr gestiegen ist, jedoch mit einer deutlichen Variabilität von Jahrzehnt zu Jahrzehnt. Unser gegenwärtiges best estimate der Raten im ersten (1993 bis 2002) und zweiten (2003 bis 2012) Jahrzehnt der Altimeter-Ära beträgt 3,5 und 2,7 mm pro Jahr. Es gibt viele Theorien zur Erklärung dieser Variabilität, aber hier präsentieren wir eine zusätzliche Erklärung mit bedeutenden Implikationen für die erwartete Beschleunigung in naher Zukunft“.

Sie waren wirklich fleißig und fanden jene Beschleunigung dem Report in Nature.com zufolge im Dezember 2016.

Wie haben sie das gemacht?

Offenbar ganz einfach. Im jüngsten Zeitraum der Meeresspiegel-Aufzeichnungen via Satelliten gibt es einfach keinen Spielraum mehr für größere Änderungen – es ist schwierig, die Daten zu ändern oder zu adjustieren – das Adjustierungs-Budget ist bereits ausgeschöpft. Bringt man trotzdem welche an, geht das einfach schief – also (nicht lachen!) haben sie erneut die Vergangenheit adjustiert.

Ich werde die Bilder der NOAA heranziehen, um zu zeigen, wie sie es gemacht haben:

Diese Wechselgraphik zeigt die üblicherweise betrachtete NOAA-NESDIS-STAR satellite SLR record graph bis Ende 2017, farbig dargestellt für die vier Satelliten-Missionen, welche die Daten gesammelt haben. Das zweite, darüber gelegte Bild [in der Einzeldarstellung rechts, Anm. d. Übers.] zeigt die jüngsten Daten des NASA JPL, welche die „Aktualisierungen“ enthält, von denen Nerem spricht. Wir sehen hier, dass er mittels einer Reihe von Adjustierungen das linke Ende der Graphik, die TOPEX Altimeter A-Daten, um etwa 3 bis 5 mm angehoben und die Altimeter-B-Daten geringfügig verändert hat. Das Anheben des linken Endes der Graphik – also im Zeitraum 1993 bis 1999 – gestattet es ihm, die Trendlinie mit einer Steigung von 3,0 mm pro Jahr auf eine solche mit 3,8 mm pro Jahr zu ändern.

Nachdem Nerem diese Art der Adjustierung durchgeführt hatte, benutzte er die gleichen adjustierten Daten, um einen gekrümmten Beschleunigungstrend zu zeichnen, welcher seiner Behauptung nach 3,9 mm pro Jahr zeigt.

Fünf Millimeter der maximalen Änderung jedweden Datenpunktes in der Aktualisierung! Die schreckliche, zu befürchtende Beschleunigung des Meeresspiegel-Anstiegs (SLR) ergibt sich ausschließlich aus zweifelhaften Korrekturen allein der TOPEX Altimeter A-Daten – ganze 5 mm bei sechs Jahren „schlechter Daten“ von 1993 bis 1999. Falls diese Daten wirklich schlecht sind, hätte man sie aussondern müssen, anstatt sie so zu frisieren, dass sie zu einem vorbestimmten Narrativ passen.

Keine wie auch immer gearteten Änderungen gibt es in den zuverlässigeren Daten von 1999 bis Januar 2018. Der NOAA zufolge wurde dies 19-jährige Reihe gar nicht verändert und zeigt immer noch genau den gleichen Trend, den sie immer gezeigt hat – etwa 3,0 ± 0,4 mm pro Jahr. Und nichts ändert die Tatsache, dass die jüngsten Altimeter-Daten des neuen, verbesserten JASON-3-Satelliten seit nunmehr über 2 Jahren überhaupt keinen SLR mehr zeigen – NULL. Wir werden abwarten müssen, was die Enthusiasten tun, um diesen Tatbestand passend für ihr Narrativ zu machen.

Sie haben eine Beschleunigung aus nichts erzeugt.

Anmerkung: Ich denke, ich sollte diese Ausführungen mit dem Jüngsten der NOAA beenden:

WTWT [?]:

Leider muss ich die Leserschaft darüber informieren, dass es schlimmer ist, als wir gedacht haben. Alle obigen Daten und Graphiken zur Bestimmung eines auf Satelliten basierenden SLR zeigen nicht wirklich einen Meeresspiegel-Anstieg. Das heißt, sie repräsentieren nicht (und haben das auch nie) einen tatsächlichen Anstiegs des Niveaus der Meeresoberfläche über das Geoid. Ein wirklicher Meeresspiegel-Anstieg wird reflektiert in der Global Mean Sea Surface Height. Aber ein globaler mittlerer SLR, wie er berechnet ist von der Sea Level Group in Colorado, der NOAA und anderen SLR-Gruppen ist ein Konzept – nicht eine Messung. Ich habe einmal den Terminus „imaginary number“ verwendet, um diese Art einer nicht-physikalischen Messgröße zu beschreiben – eine Zahl, von der man sagt, dass sie irgendetwas in der realen Welt repräsentiert, aber aktuell etwas vollkommen Anderes ist. Mehr dazu schreibe ich in einem Beitrag mit dem Titel „What Are They Really Counting“. SLR Satellitendaten enthalten auch Dinge wie eine „GIA-Adjustierung“ – also die Größe des SLR, welche es gegeben hätte falls das Ozeanbecken nicht an Volumen zugelegt hätte, und durch andere Hinzufügungen und Adjustierungen, die sich nicht manifestieren in jedweder Änderung der physikalischen Meeresoberfläche. Aber das ist eine andere Geschichte.

Unter dem Strich:

1. Alles in allem ist der Meeresspiegel seit dem Ende der letzten Eiszeit gestiegen, langsam und unaufhaltsam, mit einigen Sprüngen dazwischen. Im Allgemeinen wird das in absehbarer Zukunft auch so weitergehen – mit irgendwo zwischen 10 und 30 cm pro Jahrhundert. Diese Rate ist eine unmittelbare Bedrohung für besiedelte Gebiete, welche sich nominell auf der Höhe des heute existierenden Meeresspiegels befinden.

2. Es spricht nichts dafür, dass der Meeresspiegel gefährlich oder rapide steigt. Auch beschleunigt sich der Anstieg im globalen Maßstab nicht – wobei unsere Fähigkeit, globale Änderungen in diesen sehr kleinen Größenordnungen (millimeterweise) zu messen sehr fragwürdig ist.

3. Falls Mörner (und seine 101 Kollegen in der INQUA-Kommission) recht haben, gab es während der letzten 25 Jahre kaum einen tatsächlichen SLR (das ist die Altimeter-Satelliten-Ära).

4. Alles oben Gesagte könnte bedeuten, dass das konstante Trommelfeuer der Untergangs-Szenarien hinsichtlich eines steigenden Meeresspiegels auf der gleichen Art Computer-Hybris beruht, die uns eine „mittlere globale Temperatur-Anomalie“ beschert hat anstelle einer globalen mittleren Temperatur.

5. Die hinaus posaunte „Beschleunigung“ des SLR ist ein alarmistischer Punkt, hervorgebracht aus der Abkopplung zwischen Tidenmessungen, die nicht adjustiert sind hinsichtlich vertikaler Bewegungen der Landmassen an den Messpunkten und den Satelliten-Altimeter-Daten – ein Datensatz, der fast hoffnungslos vermengt ist durch Messungen und physikalische Elemente, welche um Größenordnungen größer sind als das gesuchte Signal selbst.

Schlussbemerkung des Autors:

Der Anstieg des Meeresspiegels ist eine wissenschaftliche Kontroverse, die immer noch im Gange ist. Dies bedeutet, dass man äußerste Sorgfalt walten lassen muss beim Betrachten und Interpretieren der Daten der Vergangenheit, bei neuen Studien und insbesondere der Berichterstattung in den Medien zu diesem Thema (einschließlich dieses Beitrags!). Bias und Verfechten sind zügellos, opponierende Kräfte werden immer wieder in der Presse angegriffen (in diesem Beitrag geht es um die jüngste Salve von Steve Nerem). Der Konsens könnte einfach nichts anderes sein als „eine genaue Maßzahl des vorherrschenden Bias‘ in diesem Bereich“ (h/t John Ioannidis).

Der SLR wird unverhohlen als Taktik der Panikmache herangezogen seitens der Propagandisten einer Katastrophalen Anthropogenen Globalen Erwärmung/Klimawandels. Der Anstieg des Meeresspiegels – von dem die allgemeine Öffentlichkeit inzwischen weiß, dass er weniger als 30 cm pro Jahrhundert beträgt – ist als Diskussionspunkt inzwischen verdrängt worden durch eine gefährliche SLR-Beschleunigung.

Link: https://wattsupwiththat.com/2018/01/09/sea-level-rise-and-fall-part-4-getting-a-rise-out-of-nothing/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

15 Jan 17:54

Erwärmung in Deutsch­land und in den USA- nur bei den Mess­stationen in den Wärme­inseln

by Chris Frey

Seit 1850 wurde es wärmer, darüber besteht Konsens. Das Archiv des Deutschen Wetterdienstes (DWD) geht bis 1881 zurück, bis dahin seien die Werte über Wetterstation quer durch Deutschland verteilt, zuverlässig erhoben, begründet der DWD. Und die in einem Diagramm aneinandergereihten Jahresmittel ergeben auch die behauptete Erwärmung von gut 1,5 Grad.

Grafik 1: seit 1881 wurde es in Deutschland wärmer, das zeigt die lineare Trendlinie zu den Jahresmitteln des Deutschen Wetterdienstes.

Seit 30 Jahren hat sich in den Medien und der Politik, angetrieben durch das IPPC, die vorherrschende Meinung gebildet, diese Erwärmung sei auf die Industrialisierung zurückzuführen, die nach 1850 verstärkt begonnen hat. Und mit der Industrialisierung verbunden wäre die vermehrte anthropogene Kohlendioxidfreisetzung. Nur deshalb sei der C02– Gehalt in der Atmosphäre von damals 0,028% auf jetzt über 0,04% gestiegen. Andere Möglichkeiten dieses Konzentrationsanstieges werden erst gar nicht untersucht. Die Treibhaustheorie besagt, dass ausschließlich die zunehmende und menschenversurachte C02 Konzentration diese Erwärmung von etwa 1,5 K seit gut 150 Jahren bewirkt habe. Da diese CO2-Treibhaustheorie bis zum heutigen Tag keinem wissenschaftlich durchgeführten Versuchsbeweis standhält, handelt es sich streng genommen um einen Glauben, aus dem inzwischen eine Erwärmungsreligion entstanden ist, die lautet: Mehr CO2 bringt mehr Hitze.

Frage: Sind die Temperaturen nun tatsächlich auf der gesamten Fläche Deutschlands gestiegen, so wie es die Grafik 1 zeigt?

Die richtige Antwort wäre: Die Trendlinien steigen, weil die Temperaturen bei den Stationen zugenommen haben. Und die stehen bekanntlich an viel wärmeren Plätzen als noch 1881. Jedoch die Schlussfolgerung, wir hätten in der ganzen Fläche Deutschlands eine Erwärmung von gut 1,5 Grad, ist naturwissenschaftlich nicht gerechtfertigt, und somit falsch. Das soll im Folgenden untersucht werden:
Jeder Student im Anfangsstudium eines naturwissenschaftlichen Faches lernt, dass er bei Langzeitversuchen seine Versuchsbedingungen nicht ändern darf, sonst sind die Ergebnisse nicht vergleichbar. Und genau das ist bei den Messstationen Deutschlands der Fall. Vor über 150 Jahren standen diese an ganz anderen, viel kälteren Orten, oder die Orte wurden selbst wärmer durch menschliche Eingriffe in der Umgebung einer Wetterstation. All dies haben wir bereits ausführlich in vielen Artikeln beschrieben. siehe Kowatsch/Kämpfe/Leistenschneider unter „Wärmeinseleffekte bei den Messstationen“.http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/der-waermeinseleffekt-wi-als-massgeblicher-treiber-der-temperaturen/

oder http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/die-zunahme-der-waermeinseln-brachte-den-grossteil-des-temperaturanstieges-der-letzten-125-jahre/

Grafik 2: Europa bei Nacht vom Weltall aus. Die Karte vermittelt einen Eindruck über die Verteilung der Wärmeinseln in Mitteleuropa. Wie hätte so eine Aufnahme vor 150 Jahren ausgesehen? Die Lichtflecke dokumentieren die entstandenen Wärmeinseln in diesem Zeitraum.

Im Grunde wären die Temperaturwerte nur direkt vergleichbar, wenn Deutschland und die Welt genauso geblieben wären, wie sie damals 1881 war, und wenn sich nichts, aber auch gar nichts seitdem verändert hätte. Und natürlich die Wetterstationen noch an denselben kalten Plätzen wie damals stehen würden. Nur dann hätten wir identische Vergleichsbedingungen bei den Messstationen. Dass dies nicht so ist, dafür ist der DWD nicht verantwortlich. Deshalb ist die steigende Trendlinie der Grafik 1 nur mit Einschränkungen aussagekräftig.

Richtig wäre lediglich die Aussage: Es wurde bei den Messstationen auch aufgrund der veränderten Mess- und Umgebungsbedingungen wärmer. Die Trendlinie der Grafik 1 spiegelt aber auch die veränderten Messmethoden sowie die geänderten Besonnungsverhältnisse und die Häufigkeitszunahme südlicher Großwetterlagen wieder.

Wie vergleicht man richtig?

Für einen aussagekräftigen Temperaturvergleich mit früher bräuchte man einen Temperatur- Korrekturfaktor, der die wärmende bebauende Veränderung bei den Messstationen berücksichtigt. Diesen Faktor nennen wir Wärmeinseleffekt. (WI- Effekt). Kowatsch/Kämpfe/ Leistenschneider haben diesen Korrekturfaktor bereits 2010 ermittelt und eine WI-Bereinigung (Wärme-Inselbereinigung) in die DWD-Jahres-Diagramme eingefügt.

Grafik 3: Beim grünen Temperaturverlauf wurden die WI- Effekte der Stationen herausgerechnet, damit die Jahreswerte vergleichbar wurden. Schön erkennbar ist das Kälteloch zu Beginn der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts, welches man beim DWD und international gerne als Vergleichsraum zu heute nimmt und als „Normal“ bezeichnet.

Die hier dargestellte WI- Bereinigung (statistische Berechnung: R. LEISTENSCHNEIDER) entspricht sicher nicht völlig der (leider schwer zu fassenden) Realität, weil für große Teile Deutschlands (Wald, größere Gewässer, leider auch weite Teile des Offenlandes fernab der Siedlungen) keine seriösen, langjährigen Messreihen vorliegen. Der DWD unterzieht seine Messungen (rote Linien in der Grafik) keiner WI-Korrektur, was er allerdings auch zugibt.

Die WI-bereinigte (grüne) Deutschlandkurve

Nehmen wir nun an, dass Deutschland und die Welt sich seit 150 Jahren überhaupt nicht verändert hätten, und die Messstationen auch noch an denselben kalten Orten wie früher ständen, dann würde uns der Deutsche Wetterdienst diese Grafik seit 1881 vorlegen müssen:

Grafik 4: Die wärmeinselbereinigten Deutschlandtemperaturen aus Grafik 2 – hier mit linearer Trendlinie – zeigen einen nicht signifikanten leichten Temperatur- Anstieg seit 1881.

Die WI-Datenbereinigung nach R. Leistenschneider geht von 1,3 K (plus/-0,3K) seit 1881 aus, wobei ab 1980 bis heute die größte WI-Spreizung erfolgte. Man sieht deutlich, dass der größte Teil der Erwärmung in Grafik 1 auf den schleichend steigenden Wärmeinseleffekt vor allem der letzten vier Jahrzehnte zurückzuführen ist und nicht auf eine C02-Erwärmung. Das wärmste Jahr wäre deswegen 1934 gewesen und nicht 2014. Immerhin war das abgelaufene Jahr 2017 auch WI-bereinigt wärmer als der Gesamtschnitt und deutlich wärmer als 1881 und den kälteren Folgejahren.

Erkenntnis: Wäre Deutschland genauso geblieben wie 1881, mit derselben Einwohnerzahl, demselben Energieverbrauch, Lebensstandard und der noch viel geringeren Urbanisierung der Fläche und würden alle Messstationen noch an denselben kälteren Plätzen stehen wie damals, (einsame Klöster, Forsthäuser am Waldrand, usw.) dann würde die Temperaturtrendlinie nur einen minimalen Temperaturanstieg anzeigen: Die Erwärmung Deutschlands ist ganz wesentlich durch den stetig wachsenden Wärmeinseleffekt bei den Messstationen hervorgerufen worden und nicht durch die behauptete CO2-Treibhauserwärmung.

Fragwürdiger Aufzeichnungs-Beginn 1881.

Nun gibt es in Deutschland einzelne Messstationen, die noch länger zurückreichen. Z.B. Berlin-Tempelhof. Zuverlässige Messreihen liegen in Tempelhof seit 1756 vor. Allerdings hatte der kleine Gutshof vor den damaligen Toren Berlins wohl nur um die 200 Einwohner und der Ort ist mit dem heutigen Stadtteil nicht vergleichbar, alles hat sich seitdem verändert. Und die Messstation hat natürlich einen wärmeren Platz bekommen. Trotzdem ist die Aufzeichnungskurve interessant.

Grafik 5: Zu Beginn der Aufzeichnungen, also zu Beginn des Siebenjährigen Krieges unter dem Preußenkönig Friedrich II lagen die Temperaturen in Tempelhof ähnlich hoch wie heute. Die Temperaturverläufe haben sich über die 260 Jahre ständig verändert. Und, ab 1930 sind die Temperaturen Tempelhofs insbesondere aufgrund der wärmenden Stadtentwicklung Berlins auch konstant gestiegen.

Aufzeichnungsbeginn 1881: Die heutigen DWD-Messreihen beginnen also in einer Kaltphase, damals 8,3° C in Tempelhof, noch krasser tritt der BaWü-Umweltminister Untersteller auf, er lässt seine Vergleiche immer 1931 beginnen, um die Leute in diesem inzwischen grünem Bundesland mit einer fragwürdigen Erwärmung aufgrund eines kalten Startjahres zu ängstigen.

Ergebnis 1: Aufgrund von kalten Startjahren bei den Temperaturbetrachtungen und aufgrund der ständig zunehmenden Wärmeinseleffekte bei den Messstationen ergeben sich steigende Trendlinien vom jeweiligen Startjahr aus bis heute.

Ergebnis 2: Richtig wäre die Behauptung, bei den Standorten der heutigen Messstationen ist es wärmer als bei den Standorten der Messstationen im Jahre 1881.

Messstation ohne wärmende Umgebungsveränderung:

Glücklicherweise gibt es eine Temperatur-Messstation, bei der sich in diesem langen Zeitraum nur wenig in der weiten Umgebung verändert hat, leider nicht bei uns, sondern in den USA. In der nächsten Grafik sind die Temperaturdaten der sehr ländlichen Dale-Enterprise-Virginia Wetter-Station eingezeichnet, deren Umgebung in den letzten 140 Jahren nahezu gleich blieb, sieht man vom Bau breitspuriger amerikanischer Straßen ab. Dale Enterprise liegt etwa 160 Km westsüdwestlich von Washington und westlich der Kleinstadt Harrisonburg an der breiten US- Straße 33, die es natürlich 1881 noch nicht gab. (geringer WI-effekt). Auch die Tagesmittelwerte wurden seit drei Generationen in der Familie immer nach demselben Muster bestimmt und so die Jahreswerte ermittelt. Googeln: Dale Enterprise Virginia Weather-Station. Leider breitet sich der einst kleine Ort Harrisonburg jährlich immer weiter in die Ebene hinein aus und die Außenbezirke reichen bereits auf eine Meile an die Farm heran.

Auch wenn in Virginia ein gänzlich anderes Klima herrscht als bei uns in Mitteleuropa, wollen wir den Temperaturverlauf seit 1881 gerne zeigen, denn eine globale CO2-Erwärmung müsste natürlich auch an einem fast WI-freien Standort in den USA und überall auf der Welt zu einer Erwärmung geführt haben.

Die Überraschung ist groß. Eine gleichmäßige durch CO2 hervorgerufene Erwärmung gibt es nicht. CO2 hat nichts bewirkt. Die Trendlinie dieser Station in den USA bestätigt eher unsere grüne WI-bereinigte Deutschland-Trendlinie der Grafik 4.

Grafik 6: Die Temperaturen der fast WI-freien Dale-Enterprise Station braucht man nicht WI- bereinigen, man kann die Temperaturen aufgrund der geringen Standortveränderungen direkt vergleichen. Die Trendlinie ist grob ähnlich der WI-bereinigten DWD-Trendlinie (Grafik 4), vielleicht bedingt durch kältere Großwetterlagen wie auch im aktuellen Winter 2017/18, aber ganz leicht fallend. Ein Temperaturanstieg seit 1881 ist nicht erkennbar.

Kritiker könnten nun einwenden, es handele sich bei Dale Enterprise um einen Einzelfall. Leider ist, besonders in langfristiger Hinsicht, die Datenlage in Nordamerika nicht so gut wie in Deutschland. Doch kurzfristige Vergleiche deuten auf merkliche WI- Effekte auch andernorts im Nordosten der USA hin, wie das folgende Beispiel der städtischen Station Scranton (41°N, 44°W) mit dem ländlichen Harvard Forest (42,5°N, 72°W) nahelegt (leider liegen die Harvard- Forest- Werte erst seit 2002 komplett vor):

Grafik 7: Das verstädterte Scranton erwärmte sich seit 2002 im Jahresmittel deutlich stärker als das ländliche Harvard/Forest. Wegen des geringen Zeitraums sind die Trends und deren Unterschiede nicht signifikant; dennoch deuten sie auf sich aktuell verstärkende WI- Effekte an der US- Ostküste hin.

Starke Wärmeinselbildung in den letzten 40 Jahren.

Vor allem in den letzten vier Jahrzehnten hat sich die Bevölkerung vermehrt und die Städte und Ansiedlungen wurden in die freie Landschaft hinein wärmend urbanisiert. Auch die freie Landschaft selbst wurde durch diverse Eingriffe wie den Straßenbau und durch zusätzliche Stromleitungen wärmer. Beide Baumaßnahmen sind zusätzliche Wärmebänder in der freien Landschaft

Spannend war für uns die Frage, ob es, ähnlich wie in Deutschland (Frankfurt/Main- Flughafen) oder Berlin auch im Nordosten der USA vielleicht Wetterstationen gibt, die sich durch eine besonders starke Erwärmung in den letzten 3 bis 4 Jahrzehnten auszeichnen. Leider reichen die Werte der meisten, offiziellen CDC- Klimastationen der USA nur bis 1986 zurück; oder davor weisen sie zu große Lücken auf. Zufällig stießen wir auf einen kritischen Beitrag über die Station am Flughafen der Bundeshauptstadt Washington, welche fast auf gleicher Breite und nur etwa einen Längengrad östlicher als Dale Enterprise liegt, wenngleich in viel geringerer Höhe über dem Meeresspiegel. Sie finden diesen Beitrag (englisch) unter http://thevane.gawker.com/exploring-the-urban-heat-island-washingtons-infamous-1539669759 . Daraufhin sahen wir uns den Trendverlauf beider Stationen für die letzten 37 Jahre an (die Daten für Washington, Stations- ID 72405, sind bis 1981 nahezu lückenlos) und erlebten eine große Überraschung:

Grafik 8: Während es in Washington seit 1981 deutlich wärmer wurde, fielen die Temperaturen an der ländlichen Station Dale Enterprise, 160 Km westsüdwestlich von Washington in den Appalachen unweit der Stadt Harrisonburg gelegen, deutlich. Ohne WI- Effekte lässt sich dieses gegensätzliche Verhalten der nicht sehr weit voneinander entfernten Stationen kaum erklären, auch wenn vielleicht geänderte Wetterlagenhäufigkeiten, Lee- Effekte der Appalachen und geänderte Besonnungsverhältnisse ebenfalls eine Rolle spielen könnten.

Weil die Daten monatsweise vorliegen, verglichen wir den monatsweisen Gang der Differenzen beider Stationen seit 1981. Auf eine Höhenbereinigung verzichteten wir (Dale Enterprise liegt etwa 400 Meter höher als Washington), so dass die sehr großen Temperaturdifferenzen größtenteils der Höhendifferenz anzulasten sind. Der WI- Effekt zeigt sich jedoch deutlich an den viel größeren Differenzen während der Sommermonate, in welchen sich die dicht bebaute Stadt meist besonders stark aufheizt:

Grafik 9: Die Differenzen der Monatsmittelwerte beider Stationen sind im Sommer viel größer, als im Spätherbst und Winter. Sie wurden nicht höhenbereinigt, weil der Unterschied beider Stationen mit etwa 400 Metern sehr groß ist. Trotzdem weisen sie auf WI- Effekte hin. Das völlig andere Klima dieser Gegend, welche etwa auf der Breite Südspaniens liegt, erklärt vermutlich, warum sich die Differenzen etwas anders verhalten, als bei unseren Untersuchungen zum Berliner Umland (dort waren besonders zwischen April und Juni, teils aber auch im Januar, die höchsten Stadt- Umlanddifferenzen zu beobachten).

Zu dieser spannenden Thematik wird es weitere Untersuchungen mit mehr Stationsdaten geben müssen.

Ergebnis 3: Eine CO2-Erwärmung aufgrund der auch in Virginia seit 1880 gestiegenen CO2-Konzentration von 280 auf 400 ppm ist aus den Daten der fast WI-freien Station Dale Enterprise Virginia nicht erkennbar, und schon gar keine Erwärmungskatastrophe. Daraus kann man nur den Schluss ziehen, dass der behauptete CO2-Erwärmungseffekt nicht existiert oder fast keine Wirkung hat.

Ergebnis 4: Teure Maßnahmen zur CO2-Einsparung haben keinerlei Wirkung auf die Temperaturen.

Kürzere Zeiträume: Zwar schreitet der wärmende Eingriff des Menschen in die Landschaft weiter voran, täglich werden in Deutschland 0,7 km² freie Fläche in die Natur hinein urbanisiert und damit weiter erwärmt, innerhalb der bebauten Ansiedlungen gehen Grundstücke mit großen Gärten durch den Trend zur Häuservergrößerung verloren, was nicht durch die Statistik der täglichen 0,7 Quadratkilometer erfasst wird, und in der freien Fläche werden durch Windräder der kühlende Wind und damit die natürliche Abkühlung zusätzlich vermindert und über Strom letztlich erneut Wärme hergestellt. Jedoch sind diese durch Menschenhand erzeugten wärmenden Effekte innerhalb der letzten 20 Jahre relativ klein im Vergleich zum Gesamtzeitraum bis 1881 und bisweilen bei ländlichen Stationen wohl auch vernachlässigbar. Doch muss man sich im Klaren sein, direkt vergleichbar sind beim DWD immer nur die Folgejahre. In 365 Tagen machen sich die zunehmenden wärmeerzeugenden Zusatzeffekte im Gesamtschnitt Deutschlands mit 2000 Klimastationen noch nicht bemerkbar.

Anders verhält es sich bei Einzelstationen, hier können durch Stationsverlegung oder durch ein neues Gewerbegebiet oder Vergrößerungsbau eines Flughafens enorme Zusatzwärmemengen entstanden sein, schließlich kann sich der dunkle Asphaltbelag im Sommer bis auf 50 C aufheizen, und bei ungünstiger Stationslage wärmen dann auch noch die Abgase der Fahr- und Flugzeuge. Autobahnen und Straßen sind Wärmebänder in der Landschaft, genauso wie die im Zuge der bisher äußerst umweltschädlichen und teuren „Energiewende“ zusätzlich gebauten Hochtemperatur-Stromleitungen, die bei guten alternativen Bedingungen einen plötzlich entstehenden Überschussstrom in die Landschaft verheizen oder als Erdleitung die Böden aufwärmen werden.

Im Folgenden betrachten wir kürzere Zeiträume, nämlich die letzten 30 Jahre, weil 30 Jahre als kleinste Klimaeinheit definiert ist. Wir vergleichen die Wetterstation am Frankfurter Großflughafen (rot) mit der fast WI-freien ländlichen Station Amtsberg-Dittersdorf (blau), dessen Stationsumgebung in den letzten 30 Jahren relativ unverändert blieb. Dazu in brauner Farbe der DWD-Deutschlandwert.

Grafik 10a: Aufgrund des zunehmenden Flugverkehrs und des ständig weiteren Ausbaus des Frankfurter Flughafens zeigt die dortige Wetterstation an den Landebahnen im Strahle der 700° C heißen Flugzeug-Abgase auch die größte Erwärmung. In Amtsberg und in der Freifläche wurde es überhaupt nicht wärmer, dazwischen die braune DWD-Temperaturreihe als Schnitt aller deutschen Wetterstationen.

Und als vergleichende Ergänzung die Grafik 10b von Berlin/Tempelhof:

Grafik 10b: Merkliche Erwärmung an der WI-beeinflussten Station Berlin-Tempelhof.

Ergebnis: Frankfurt und Berlin/Tempelhof zeigen wie erwartet den größten Trendlinienanstieg, in der Umgebung beider Messstandorte wurde es eindeutig wärmer. ( gleiche Trendlinienanstiegsformel). Die fast WI-freie sehr ländliche Station Amtsberg zeigt seit 30 Jahren keine Erwärmung mehr, obwohl an allen drei Standorten, Frankfurt, Berlin und Amtsberg die CO2-Konzentrationen der Atmosphäre gleichmäßig auf jetzt über 0,04% angestiegen sind.

Wir fragen: Warum wirkt derselbe CO2-Anstieg in Amtsberg nicht erwärmend?

Antwort: Der CO2-Konzentrationsanstieg wirkt auch in Frankfurt und Berlin nicht erwärmend. Die Thermometer der Wetterstationen zeigen vielmehr die Zunahme des Flugverkehrs, den Ausbau des Flughafens und in Berlin die zunehmende wärmende Bebauung zur neuen Hauptstand an.

Die Leser mögen hier nochmals einen Blick auf die Grafik 7 richten. Bei der noch WI-ärmeren Virginiastation – noch WI-ärmer als Amtsberg – ist die Trendlinie sogar fallend in den letzten 30 Jahren.

Fazit: Unsere Behauptung war, die 140-jährige Erwärmung Deutschlands gibt es nur im Umfeld der DWD-Wetterstationen im Vergleich zu den einst kälteren Standorten der damaligen Wetterstationen. Die Stationen stehen heute dort, wo die Menschen wohnen und arbeiten, wo die einst freie Fläche immer weiter wärmend urbanisiert wird.

Zusammenfassung: Die Erwärmung der letzten 140 Jahre fand fast nur in den Wärmeinseln statt. In Deutschland sind inzwischen nahezu 15% der Gesamtfläche wärmend urbanisiert worden. Das heißt aber auch, dass es in 85% der restlichen freien Fläche fast keine Erwärmung gegeben hat.

Nicht die Konzentrationszunahme von CO2 hat die gemessene Erwärmung der letzten 140 Jahre bewirkt, sondern hauptsächlich die immer noch anhaltende Ausbreitung der Wärmeinseln in Deutschland und überall auf der Welt und die vielen wärmenden Standortveränderungen der Klimastationen. Die Sonne und die vielen anderen Wetterbedingungen sind für das stets wiederkehrende Auf und Ab in den Temperaturreihen verantwortlich.

WI-arme ländliche Klima-Stationen zeigen in Deutschland einen Temperaturstillstand seit 30 Jahren.

Es wird Zeit, dass endlich wieder Natur- und Umweltschutz in den Mittelpunkt des menschlichen Handelns gestellt werden und nicht das Geschäftsmodell Klimaschutz. Eine teure Einsparung von CO2 hat keinerlei Einfluss auf die Temperaturen. CO2 ist vielmehr ein lebensnotwendiges Gas, genauso wie Sauerstoff und Wasser. Für das Wachstum der Pflanzen braucht die Erde mehr CO2 und nicht weniger. Ohne CO2, vor allem aber ohne Wasserdampf und Wolken, wäre die Erde kahl wie der Mond.

Josef Kowatsch, Naturbeobachter und unabhängiger Klimawissenschaftler

Stefan Kämpfe, Diplomagraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher

15 Jan 17:54

iOS 11 Security [pdf]

15 Jan 17:53

Am Neujahrs­morgen hat sich Deutsch­land zum ersten Mal in der Geschichte komplett mit Öko­strom versorgt

by Chris Frey

Dazu als Ausführung: Ein Ereignis, zwei Interpretationen.

Neujahr 2018, sechs Uhr früh: Ein EEG-Märchen wurde „wahr“, weil die offiziellen Verbrauchsangaben um 22 % differieren

Süddeutsche Zeitung 4. Januar 2018: [1] … Als es endlich soweit ist, liegt fast ganz Deutschland friedlich in den Federn. Es merkt auch keiner nach dem Aufstehen. Kein Wecker blinkt, weil zwischenzeitlich der Strom ausgefallen ist. Dabei hat sich Deutschland gerade zum ersten Mal in der Geschichte komplett mit Ökostrom versorgt: am Neujahrsmorgen um sechs Uhr.
Das jedenfalls belegen die offiziellen Zahlen der Bundesnetzagentur, die auf der Plattform Smard für jede Stunde Angebot und Nachfrage im deutschen Stromnetz abbildet. Naturgemäß ist die Nachfrage an einem Neujahrsmorgen schwach, der Verbrauch liegt bei knapp
41 000 Megawattstunden. Das ist etwas mehr als die Hälfte dessen, was an einem normalen Werktag verbraucht wird. Allerdings weht in den frühen Morgenstunden des neuen Jahres auch ein ordentlicher Wind: Allein er stillt 85 Prozent der Stromnachfrage. Wasserkraft und Biomasse besorgen den Rest. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen, sie sorgt erst mittags für zusätzlichen Ökostrom. „Niemand hat erwartet, dass wir die 100 Prozent ausgerechnet an einem Wintertag früh morgens erreichen“, sagt Rainer Baake, zuständiger Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium …
Die GRÜNEN legten nach und meldeten: [14] Deutschland kann 100 Prozent Ökostrom.

Wie sich das EEG-Märchen vom Neujahrstag im Netz selbst darstellte, ist anbei anhand der Darstellung aus dem Agora-Viewer gezeigt:

Nach den Daten von Agora war es selbst in diesen wenigen Stunden nicht so euphorisch, wie es die SZ und der Staatssekretär, Herr Baake meldeten.

Agora-Daten am 01.01.2018, 06 h:
– Verbrauch: 49,948 GW
– Regenerative Erzeugung gesamt: 42,898 GW
– Anteil EEG-Versorgung damit: 86 %
Bezüglich der Daten gibt es allerdings unterschiedliche Angaben. Bei der Entso-e wurden für diese Stunde wohl nur ca. 42.000 MW Verbrauch angegeben [3], wonach die 100 % „EEG-Energieerfüllung“ stimmen würde. Anmerkung: Im SZ-Artikel sind es 41,09 MWh.
Auf die Nachfrage bei Agora nach der Diskrepanz zwischen den beiden Portalangaben kam eine vorbildlich schnelle und freundliche, leider etwas kryptische Antwort:
Antwort von Agora: … Während das Agorameter die gleiche Datenquelle (über EEX) nutzt, werden hier die Daten mit bestimmten Korrekturfaktoren verrechnet (sehen Sie hierzu die Dokumentation … Dies geschieht, da die Daten von ENTSO-E nicht die gesamte Produktion abdecken. Aufgrund dieser Verrechnung kommt das Agorameter auf eine abweichende Produktion, somit auch Nachfrage und letztendlich auch Erneuerbaren-Anteil an der Nachfrage ...
Der Autor leitet daraus ab, dass Agora überzeugt ist, die genauere Darstellung zu geben (Bild 1). Was sind auch schon ca. 15 % Datendifferenz, wenn man EEG-Strom sowieso im Überfluss hat [4]. Kleinlichkeit schadet da nur, mögen sich SZ und Staatssekretär gedacht haben. Und wer weiß schon, wann eine solche Stunde wieder kommt.

Vollkommen unabhängig vom Autor fiel dies auch „Vernunftkraft“ auf und diese Seite kam mit genau der gleichen Überlegung (Und Nachfrage) zum gleichen Ergebnis wie der Autor:

Bild 1.1 Screenshot aus dem Artikel bei „Vernunftkraft“

Basieren die politischen „Zerschlagungseuphorien“ zu unserem Energiesystem auf Datenfehlern?

Beim Betrachten des enormen Datenunterschiedes beim Verbrauch kommt man ins Grübeln. Der Gesamtanteil Braunkohle am Energiemix beträgt ca. 23 %. Der Datenunterschied beträgt ca. 22 %. Basiert die Euphorie hochrangiger Politiker*innen und bestimmter Parteien, zum Beispiel die Braunkohlekraftwerke problemlos abschalten zu können, ganz einfach auf Datenfehlern? Wundern würde man sich darüber nicht (mehr).
Es wäre für die AfD eine gute Gelegenheit, über eine Anfrage an den Datendienst des Bundestages diese eklatante Diskrepanz zwischen den Infoportalen (er)klären zu lassen.

Experten sehen in dem Rekord einen Impuls, die Energiewende entscheidend voranzutreiben

In Deutschland findet sich inzwischen wohl zu jedem Thema ein Überangebot an Experten und so fand auch die SZ wohl welche, die aus dem Ereignis das Positive herausschälen konnten:
Süddeutsche Zeitung: [1] Experten sehen in dem Rekord einen Impuls, die Energiewende entscheidend voranzutreiben.

Fachpersonen empfehlen eher, mit dem EEG-Wahnsinn aufzuhören

Im Folgenden eine Darstellung, warum man aus diesem „geschichtlichen“ Ereignis alternativ auch weniger einen Erfolg, sondern das Desaster des EEG herauslesen kann. Das wurde vom Autor (und anderen) zwar in vielen Artikeln schon publiziert, bei einem solchen, ganz Deutschland betreffendem Thema, kann man es jedoch nicht oft genug wiederholen.

Das folgende Bild erweitert den kurzen Zeitraum des Neujahrsmorgens auf einen Monat.

Bild 2 Stromversorgungsdaten Dezember 2017 mit diversen Zufügungen durch den Autor. quelle: Agora Viewer

Sofort sieht man, dass den (vielleicht – eher jedoch nicht) wenigen Stunden „EEG-Planerfüllung“, ausschließlich Zeiten gegenüberstehen, in welchen – so man sich auf das EEG verlassen müsste – eklatanter Energiemangel herrscht, welcher bis zur praktisch vollständigen Energiedunkelheit über eine ganze Woche reicht (A: 15. … 23. Dezember).

Wie es das folgende Bild 3 zeigt, gilt dies auch für Wind offshore, der angeblich Grundlastfähigkeiten besitzen soll, wie es „Experten“ – die ja keine Fachpersonen sein müssen – regelmäßig versichern:
EIKE 11.01.2017: Der Wind weht überhaupt nicht immer irgendwo: Ein Nachtrag zum Märchen von der Wind-Grundlastfähigkeit
Münchner Stadtwerke: Christian Vogt, Leiter des Beteiligungsmanagements der Stadtwerke München:
… Bis 2025 wollen wir so viel Ökostrom erzeugen, wie ganz München verbraucht. Eine ganz wesentliche Bedeutung bei der Umsetzung hat die Windkraft, insbesondere Offshore.
Sie hat das größte Potenzial und ist sogar grundlastfähig.

Bild 3 Einspeisung Wind offshore vom 01.04.2016 bis 07.01.2016. Quelle: Agora Datensatz (daraus vom Autor erstellt und ergänzt)

Außer, dass eine reine EEG-Versorgung wegen der nicht-Planbarkeit und dem fast vollständigen Fehlern ausreichend großer Speicher ein Desaster wäre, kann man eigentlich nichts anderes herauslesen.

„Experten“, wie der beamtete Aktivist, Herr Baake (GRÜNER und ehemals mit-Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe) verkünden jedoch dazu:
[1] … Das Geschehen zeigt, dass wir noch mehr Flexibilität brauchen“, sagt Baake, „inflexible Großkraftwerke behindern die Energiewende“ …

Wer behindert wen?

Das mit der Flexibilität mag stimmen. Nachdem der EEG-Flatterstrom im Stundentakt gewaltige (unplanbare) Sprünge macht, wäre für das parallel immer erforderliche Backup-Versorgungssystem die gleiche – aber nun planbare – Sprunghaftigkeit nicht schlecht. Allerdings ist erwiesen, dass es stattdessen viel billiger und einfacher ist, den EEG-Überschuss einfach wegzuwerfen – heißt abzuregeln (wird i einem späteren Kapitel noch ausgeführt). Würde man gar die bedingungslose EEG-Vorrangeinspeisung beenden, wäre das Problem sowieso ganz schnell durch den Markt bereinigt.
„Experten“ sprechen zwar davon:
[1]… Das sehen Experten ähnlich. „Wir treten damit in eine neue Phase“, sagt Felix Matthes, Energie-Experte beim Öko-Institut. „Die Erneuerbaren sind damit endgültig aus der Nische heraus.“ Nun schlage die Stunde des Marktes.
Doch meinen diese mit „Markt“ etwas ganz anderes, nämlich dessen vollständige Zerschlagung:
WIKIPEDIA:… Unter Baakes Leitung half die Deutsche Umwelthilfe daher Bürgerinitiativen, Kommunalpolitikern und Landesregierungen in Auseinandersetzungen gegen neue Kohlekraftwerke ...

Solche Aussagen – teils beamteter Personen an entscheidungsrelevanten Positionen – sind insofern erschütternd, weil im Bild 2 (und nicht nur dort [4]) erkennbar ist, dass die verbliebenen, konventionellen Kraftwerke das EEG nicht behindern, sondern dessen einzige Rettung sind. Man hat auch bei diesem Staatssekretär den Eindruck, dass als Hauptaufgabe vorrangig die Zerschlagung des Stromsystems gesehen wird und die negativen Folgen bewusst in Kauf genommen werden [5] [7], wie es allerdings auch seine Partei und Frau Hendricks [4] fordern.

Die Rettungsgasse und die Sankas sind die „Freie Fahrt“ Blockierer

Bei jeder Nachschau im EEG-System stellt man fest, dass das EEG alleine durch die (zum Glück noch) vorhandenen, konventionellen Kraftwerke vor dem Infarkt gerettet wird [4] [6]. Wer dennoch behauptet, diese würden die Netze verstopfen (zum Beispiel auch die „Expertin“, Frau C. Kemfert), hat entweder keine Ahnung, oder ideologische Scheuklappen. Wobei „keine Ahnung“ eher bei Personen in höchsten, politischen Ämtern zu vermuten ist. Um nicht immer nur die unselige Frau Hendricks zu zitieren, anbei andere Beispiele:
WELT N24, 31.05.2016: Kohlekraftwerke „verstopfen“ Stromnetze
… Der Kieler Energieminister Robert Habeck (Grüne) sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wir haben ja nicht zu viel Erneuerbaren Strom, sondern Kohle- und Atomkraftwerke, die das Netz verstopfen. Wenn die aus den Netzen verschwinden würden, hätten wir ordentlich Platz.»
Bündnis 90 Die Grünen, 05.01.2018: [14] Deutschland kann 100 Prozent Ökostrom
… Der erste Schritt ist, dass die alten, unflexiblen Kraftwerke vom Netz gehen. Die Atommeiler werden bis 2022 abgeschaltet. Doch sehr schnell müssen jetzt auch die alten Kohlekraftwerke raus aus der Produktion. Das schützt nicht nur das Klima, sondern bringt auch den Strommarkt wieder in Ordnung. Die Dinosaurier aus der alten Energiewelt müssen wir dann durch Erneuerbare sowie flexible und umweltfreundliche Kraftwerke oder Speicher ersetzen. So sieht die Stromwelt der Zukunft aus.
Jedenfalls erinnert es an Autofahrer, welche im Stau stehen und sich über die Rettungsgasse und Feuerwehrautos beschweren, welche die Autobahn „verstopfen“ und die freie Fahrt behindern. Bei den GRÜNEN kommt noch dazu, dass sie Wünsche als bereits gelöste Probleme „verkaufen“.

Wie im Sozialismus: Mangel ist doch ein Segen – und irgendjemand profitiert schon davon

Die SZ als bezahlpflichtige, „GRÜNE Parteizeitung“, kann nicht anders, als überall Erfolge zu sehen. Parallel mit der C. Kemfert ist auch die SZ überzeugt, dass negative Börsenstrompreise „allen nutzt“. Gut, mit der Einschränkung: „ die Strom flexibel nachfragen können“, womit Privatverbraucher leider weitgehend ausgeschlossen sind. Das bringt nach SZ-Lesart jedoch kaum einen Nachteil, denn an den horrenden Differenz-Kosten sind sie dafür immer beteiligt.
Süddeutsche Zeitung: [1] … Auch am Strommarkt geht das Ereignis nicht spurlos vorbei. An der Börse fällt der Strompreis am frühen Neujahrsmorgen auf minus 76 Euro pro Megawattstunde. Wer Strom erzeugt, muss in den ersten Stunden des neuen Jahres also Geld drauflegen, um ihn loszuwerden. Der Grund: Während Ökostrom erstmals mehr als genug Strom produziert, laufen konventionelle Kraftwerke weiter, vor allem Export. Doch sie erzeugen mehr, als gebraucht wird

Bild 4 Neujahrstag mit Verlauf der negativen Stromkosten (blaue Linie) von ca. 00 …. 14 h an der Strombörse

Süddeutsche Zeitung: [1]… Das sehen Experten ähnlich …
(Felix Matthes, Energie-Experte beim Öko-Institut:) …Denn wenn die Preise stark schwanken, dann nutzt das all jenen, die ihren Strom flexibel nachfragen können. Batterien und andere Speicher lassen sich aufladen, Kühlhäuser herunterkühlen. Bei negativen Preisen lässt sich damit sogar Geld verdienen. Wird Strom knapp, lässt sich die gespeicherte Energie teurer verkaufen.

Am besagten Neujahrstag bekamen also beispielhaft „Kühlhausbesitzer“ für die Abnahme von einer MWh Strom noch 76 EUR – also 7,6 Cent/kWh – Zuzahlung. Schade für die Besitzer, welche es vorher nicht wussten und ihr Kühlhaus vorschriftsmäßig bereits kalt hatten. Jedenfalls: Diese Gelegenheit zu einer Zeit, da man sowieso nichts Besseres zu tun hatte, werden sicher alle klugen Privatkunden in Deutschland spontan genutzt haben.

Die es konnten, wurden in den wenigen Stunden mit 28,4 Millionen EUR (zusätzlich zum Strom) belohnt [3]. Etwas konsequenter und mit dem doppelten Effekt soll Österreich dieses Geschäftsmodell nutzen: Es nimmt gegen Zuzahlung deutschen Überschussstrom ab und leert seine Pumpspeicher-Kraftwerke, wenn Deutschland wieder dabei ist, im EEG-Strommangel zu versinken.
Um keinen Neid aufkommen zu lassen, möge jeder seinen Nachbarn befragen, wie (viel) er am Neujahrsmorgen von diesem grandiosen Vorteil des EEG partizipiert konnte. Konnte er nicht, war wenigstens auch er an den Kosten beteiligt.
Letztes Jahr waren dies (zusätzlich zu den EEG-Zwangs-Einspeisekosten): [3]
-Ca. 1 Milliarde EUR für Redespatchmaßnahmen und
-ca. 0,9 Milliarden EUR für Abregelungkosten (Zwangsvergütung an „Energieernter“ für nicht eingespeisten EEG-Strom)
Und diese „Erfolge“ werden immer größer werden.
Epoch Times 1. January 2018: Stromnetz unter Druck – Tennet meldet Rekordkosten für Noteingriffe (dpa)
Fast eine Milliarde Euro musste der Netzbetreiber Tennet 2017 für sogenannte Noteingriffe ins Netz zahlen. Ursache ist der Ausbau der erneuerbaren Energie … … Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, sieht Milliardenkosten auf die Verbraucher zukommen.

Die GRÜNEN haben wenigstens „erkannt“, dass negative Börsenpreise irgendwie doch „etwas Schlechtes“ sind. Wie bei dieser Partei üblich, treibt man den Teufel dann bedenkenlos mit dem Belzebub aus und Kosten spielen bei dieser Partei – wo Wünsche als Tatsachen „verkauft“ werden – sowieso keine Rolle:
Bündnis 90 Die Grünen: [14] … Es kann nicht sein, dass an jedem Feiertag, wenn der Wind auffrischt und die Sonne aufgeht negative Preise drohen. Dieser Irrsinn muss aufhören …
… Flexibilität ist also das neue Zauberwort der Energiewende, doch sie zu erreichen ist keine Hexerei. Der erste Schritt ist, dass die alten, unflexiblen Kraftwerke vom Netz gehen. Die Atommeiler werden bis 2022 abgeschaltet. Doch sehr schnell müssen jetzt auch die alten Kohlekraftwerke raus aus der Produktion …Die Dinosaurier aus der alten Energiewelt müssen wir dann durch Erneuerbare sowie flexible und umweltfreundliche Kraftwerke oder Speicher ersetzen. So sieht die Stromwelt der Zukunft aus.

Den (durch den bedingungslosen EEG-Einspeisevorrang) erzeugten Stromüberfluss wegwerfen, ist immer noch die billigste Rettung

Man erinnere sich:
-Der negative Strompreis während dieser „erfolgreichen, wegweisenden Ökostunden“ betrug 7,6 Cent/KWh,
-die mittlere EEG-Einspeisevergütung beträgt derzeit ca. 15,78 Cent/kWh [15].
Die Differenz von 23.5 Cent/kWh! bezahlt fast alleine der private Stromkunde.
-Wirklich wert ist der Strom aber lediglich die typischen 3 … 4 Cent/kWh (Bild 4 ab ca. 18h).
Alleine diese Gegenüberstellung zeigt den reinen Wahnsinn, welchen dieses Subventionssystem generiert hat und wie man es nur noch aus den schlimmsten Zeiten der EU-Agrarsubventionierungen kennt, als Butter in Kühlschiffen auf dem Meer „zwischengelagert“ wurde und in Griechenland hochsubventionierte – aber nicht absetzbare – Ernten vom Baum direkt auf die Müllkippe kamen.
Im deutschen EEG-System hat man dieses Verfahren zur neuen Blüte weiter-entwickelt, ein Ende ist nicht abzusehen.

GRÜNE: Deutschland kann 100 Prozent Ökostrom

Bei manchen Politker*innen ahnt man, dass ihre Aussagen (hier zur Energie) auf reiner Dummheit beruhen. Frau Hendricks [4] und Cem Özdemir 16] sind dafür eklatante Beispiele.
Wenn aber eine ganze Partei Fakten verdreht und die Bürger damit bewusst in die Irre führen will, sollte man es eigentlich nicht mehr tolerieren. Der Autor sieht einen solchen Vorgang mit der Meldung der GRÜNEN: [14] Deutschland kann 100 Prozent Ökostrom.
In den frühen Morgenstunden des Neujahrstages 2018 vollzog sich, von der Öffentlichkeit fast unbemerkt, etwas für viele Überraschendes. Wind, Wasser und Biomasse lieferten ausreichend Strom, um erstmals den gesamten Bedarf in Deutschland abzudecken. In diesem Moment hätte die Stromversorgung also erstmalig klimaneutral sein können. War sie aber in der Realität nicht. Denn allen Ökostroms zum Trotz liefen auch die Atom- und Kohlekraftwerke weiter – und erzeugten überflüssigen Strom, der in die Nachbarländer exportiert werden musste.
Wir haben in Deutschland bei der Energiewende viel erreicht ..
Dank dieses Engagements kann Deutschland jetzt die Stromversorgung mit 100 Prozent Ökostrom gewährleisten.
Aber jetzt müssen dringend die nächsten Schritte folgen. Es kann nicht sein, dass an jedem Feiertag, wenn der Wind auffrischt und die Sonne aufgeht negative Preise drohen. Dieser Irrsinn muss aufhören, und das Rezept ist längst bekannt: Die Flexibilität in der Stromversorgung erhöhen. So kann auch in einer Welt stark schwankender Wind- und Solarstromerzeugung die Versorgung jederzeit kostengünstig, sicher und klimaverträglich gewährleistet werden. …Flexibilität ist also das neue Zauberwort der Energiewende, doch sie zu erreichen ist keine Hexerei. Der erste Schritt ist, dass die alten, unflexiblen Kraftwerke vom Netz gehen. Die Atommeiler werden bis 2022 abgeschaltet. Doch sehr schnell müssen jetzt auch die alten Kohlekraftwerke raus aus der Produktion. Das schützt nicht nur das Klima, sondern bringt auch den Strommarkt wieder in Ordnung. Die Dinosaurier aus der alten Energiewelt müssen wir dann durch Erneuerbare sowie flexible und umweltfreundliche Kraftwerke oder Speicher ersetzen. So sieht die Stromwelt der Zukunft aus.

Ist es nicht eine Unverschämtheit (das dort stehen sollende Wort wurde wegen der Maas-Netzwerkregeln nicht eingesetzt):
Da liefert GREEN-Strom in ganz wenigen – nicht vorhersehbaren – Stunden im Jahr ungefähr der Hälfte des typisch benötigten Strombedarfes,
und daraus erdichtet eine Partei: Deutschland könne jetzt die Stromversorgung mit 100 Prozent Ökostrom gewährleisten.
Wer zu einem so wichtigen Thema, wie der Energieversorgung Deutschlands so bewusst und eklatant falsch informiert, hat doch jegliche Glaubwürdigkeit verspielt. Anstelle es dieser Partei jedoch „um die Ohren zu hauen“, findet sich nirgendwo ein Protest oder eine Rüge (zumindest hat der Autor nichts gefunden).
Der Wahlslogan dieser Partei sollte vielleicht umgetextet werden:

Bild 5 Screenshot vom Wahlflyer 2017 der GRÜNEN. Vom Autor ergänzt

Die GRÜNEN haben seit Längerem zwar kein Regierungsmandat, doch ihre „Maulwürfe“ überall

Der ehemalige Umweltminister Tritti(h)n war ein genialer Stratege. Während seiner Minister-Amtszeit sorgte er konsequent dafür, alle wichtigen Positionen mit Gesinnungsgenossen zu besetzen. Und die SPD machte mit der Besetzung solcher Schlüsselpositionen durch GRÜNE Aktivisten einfach weiter.
Sarkastisch formuliert: Eine Frau Hendricks und eine Maria Krautsberger (Leitung Umweltbundesamt) lassen sich wohl auch in der SPD nur schwer doppeln. Weitere Personen, welche so konsequent ihre Hysterie über den Verstand siegen lassen [8] [9], holt man sich deshalb besser gleich bei der dafür prädestinierten Partei. (Mit) Ein Grund, warum Parteien wechseln können, die Gesinnung in den Ministerien aber nicht.

Achgut.com 08.01.2018: [7] Mein Name ist Baake mit B wie Blackout
Auf Herrn Baake ist Verlass … Wenn man sich nach Fukushima beim angekündigten Totschlag der deutschen Energiewirtschaft auf einen Mann verlassen konnte, dann war das der Herr Baake, der folgerichtig auch ohne jede grüne Regierungsbeteiligung als grüngraue Eminenz an beziehungsweise nahe der Macht bleiben durfte, zuletzt als Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, zuständig für Energiefragen.
Dort konnte er dem Bundesrechnungshof vor einem Jahr nicht so genau sagen, wo all das Energiewendegeld seines Hauses hingeflossen ist
und was genau es bewirkt, weswegen der BRH ziemlich not amused war. Baakes damaliger Chef, Sigmar Gabriel, der sinngemäß mal die Energiewende als Biotop für Bekloppte bezeichnet hat, auch wenn er dieses Diktum geschickt unseren Nachbarländern vom Maul abgeschaut zu haben vorgab, ist längst weg.
Wer blieb, ist Baake, und wir können davon ausgehen, dass er auch die nächsten Regierungswechsel (oder -restaurationen) unbeschadet überstehen wird. Denn er wird ja gebraucht. Für die Energiewende. Und nun gehört ihm das ganze Zappelstromer Ländchen von Flensburg bis Passau, und, ja, wenn der Staatssekretär erzählt …
Weiterlesen bitte im Original.

Wenn Deutschland seine Visionen hat, schickt man es nicht zum Arzt, sondern die „Intelligenz“ visioniert mit

Wenn Deutschland Visionen hat, soll daran auch immer die Welt teilhaben, besser: Genesen. Ein Grundsatz, der unerbittlich und wohl von jeder Generation beherzigt wird. Ausführende Personen in hohen, politischen Positionen finden sich immer und aus irgendwelchen Gründen gelingt es welchen an der politischen Spitze auch immer wieder, jegliche Opposition dagegen kaltzustellen. Diesmal sogar, sie zustimmend gleich ganz „verschwinden“ zu lassen. Ist das gelungen, macht auch die „gesellschaftliche Intelligenz“ begeistert mit:
manager magazin 07.11.2017: … Mehr als 50 Unternehmen fordern raschen Kohleausstieg
Und wenn alle mitmachen, steht auch die Kirche nie im Abseits: [10] „Ökologische Schuld“ der Industriestaaten
… Als Lösung nennt der Papst explizit den schnellen Ausbau erneuerbarer Energien und den Ausstieg aus fossilen Kraftstoffen. Eine Absage erteilt er dem Handel mit Emissionszertifikaten, der bloß von nötigen radikaleren Lösungen ablenke …
Das muss er (der Papst). Denn nach der Kirchenlehre entscheidet der Papst nicht einfach so, sondern wartet auf „Zeichen der Zeit“. Hat er ein solches erkannt, „weiß“ er Gottes Willen dahinter (auch wenn es wie in diesem Fall der Enzyklika, im Wesentlichen der von Herrn Schellnhuber ist).
EIKE 18.04.2016: [12] Kirche und Klimawandel Viel „Mensch“, viele Bibelsprüche, die Orientierung vom PIK, von kritischer Reflexion keine Spur
… Warum ist der Klimawandel ein Thema der Kirche geworden
… Zur Begründung als christliche Offenbarung muss ein gesellschaftliches Thema als „ein Zeichen der Zeit“ festgestellt werden. Dies erfolgt mittels dem „discretio spirituum“ (Unterscheidung der Geister) einer normativen Überprüfung von göttlicher Begnadung. Die Bischöfe sind sich sicher, dass der Klimawandel dem discretio spirituum genügt und damit ein Zeichen der Zeit sei, welches den Glauben an Gott als Schöpfer und Erlöser nicht unberührt lässt …
Dieses „Verfahren“ erklärt schlüssig, warum die Kirche immer erst hinterher „erkennt“, wenn sie in einer Beurteilung falsch lag, Gott aber nie daran schuld ist. Das „Fußpersonal“ darf und kann sich beim „ discretio spirituum“ ja irren.

Warum diese Ausführung? Weil Deutschland dabei ist, die EU in dieses EEG-Desaster zu zwingen.

Er hoffte, und es kam schlimmer: Die EU soll Deutschlands (nicht funktionierendes) EEG-System übernehmen

(Anmerkung: Dieser Artikel erschien auch auf EIKE, trotzdem anbei ein Auszug daraus)
TICHYS EINBLICK 6. Januar 2018: [5] Augen zu und durch EU – Energierat hat beschlossen: Planwirtschaft
Immer wenn Akteure aus dem Berliner Politbetrieb wie Rainer Baake lauthals etwas von »Erfolg« verkünden, ist besonders hohe Vorsicht angebracht. »Das vom Energierat beschlossene Paket »Saubere Energie für alle Europäer« ist ein Meilenstein. Es gestaltet fast den gesamten europäischen Energierahmen neu.«, verkündete Baake Anfang dieser Woche.
Baake ist einer der Hauptideologen der Energiewende, war früher Staatssekretär in Hessen, als Joschka Fischer Umweltminister in Wiesbaden war. Beide wollten das Kernkraftwerk Biblis sofort dichtmachen, der damalige Bundesumweltminister Töpfer verhinderte dies. Für alle Außenstehenden unverständlich machte der damalige Wirtschaftsminister Gabriel den Grünen zum Staatssekretär. Seine Nachfolgerin Zypris hat nichts daran geändert. Baake war auch einmal Bundesgeschäftsführer der äußerst dubiosen Deutschen Umwelthilfe und will das Energiesystem umbauen. Bisher allerdings trägt er die wesentliche Mitschuld an dem Energiedesaster, an extrem hohen Strompreisen und dem Ruin der alten Energieerzeuger. Der gelernte Volkswirt ist mit verantwortlich für die Vernichtung von Werten in Milliardenhöhe.
Rainer Baake vertritt Deutschland bei den Brüsseler Energieverhandlungen. Jetzt will er nichts Geringeres als den europäischen Energiemarkt mal eben neu ordnen. Was in Deutschland schon nicht funktioniert, soll nun Europa aufgezwängt werden. »Saubere Energie für alle Europäer« soll ein Vorzeigeprojekt der EU sein. Sie basteln an einer »Energieunion«, sind sich aber darüber im Klaren, wie schwierig es werden würde, ein entsprechendes Gesetzpaket auf nationaler Ebene umzusetzen. Die EU-Kommission möchte 30 Prozent Energieeinsparung bis zum Jahr 2030 erreichen. Beachtlich hochfliegende Pläne, die Bürger Europas können sich lediglich glücklich schätzen, dass die meisten Gesetzesvorschläge als zahnloser Bettvorleger enden.
Bisher zeigen die meisten europäischen Staaten – das abschreckende Beispiel Deutschlands vor Augen – wenig Neigung auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Vor einem Jahr hat die EU ein »Winterpaket« (nennt sie tatsächlich so) vorgestellt, ein Paket an Gesetzesvorschlägen für eben »Saubere Energie für alle Europäer«.

Mit der Parole: »keine Diskriminierung einer Stromart«

TICHYS EINBLICK: [5] Im Wesentlichen handelt es sich um eine Verbreitung der deutschen Energievorstellungen über Europa. Unter anderem mit den Parolen »keine Diskriminierung einer Stromart«, alle Verbraucher sollen das Recht haben, Strom zu erzeugen und der Leerformel »Mehr Energieeffizienz«.
In dieser Woche verkündet Baake lauthals, dass die »28 EU-Energieminister Weichen auf europäische Energiewende gestellt hätten«
. …
Im Klartext: Den europäischen Ländern sollen Kohlekraftwerke verboten werden, nicht direkt, sondern über den Umweg, dass sie »an diesen Kapazitätsmärkten … nicht mehr teilnehmen (dürfen).« Klingt nicht direkt nach drastischem Verbot, ist aber im Effekt das Gleiche. Der Kohleausstieg für alle EU-Länder soll also durch die Hintertür eingeführt werden. Die Kommission hatte bereits vorgeschlagen, die Kohleverstromung in Europa zu reduzieren ….
… Die Gefahr größerer Blackouts, vor der die Fachleute schon seit langem warnen, wird damit nicht nur Deutschland treffen, sondern auch andere EU-Länder. Auch eine Art Solidarität: Warum soll nur Deutschland allein den Untergang seiner industriellen Basis zu tragen haben?

Weiterlesen bitte im Original: Energierat hat beschlossen: Planwirtschaft

Hauptsache, Deutschland wird geschwächt

Drei Mal darf man raten, wer es einmal bezahlen wird, wenn in der gesamten EU ein EEG-ähnliches „Zappelstromsystem“ errichtet ist und flautenzyklisch in sich zusammen fällt. Länder, welche ihre bewährten, konventionellen Kraftwerke vorsichtshalber jedoch nicht zurückbauen (im Gegensatz zu Deutschland, das alles Bewährte begeistert auf den Schrott wirft), werden dann Sieger. Vielleicht ein Grund, warum andere Länder daran teilnehmen.

Nein, weil zur CO2-Verhinderung wirklich nichts auf der Welt zu aufwendig und zu teuer sein darf

Mit dieser Aussage wird Alles und Jedes gerechtfertigt. In (vom Autor geschätzt) 99 % aller Informationen und Maßnahmeninfos zum EEG wird unisono erklärt, dass sie wegen der notwendigen (eigentlich: vorgegebenen) CO2-Minderung erfolgen.
WELT N24, 13.12.2017: Wie Macron zeigen will, dass Klimaschutz cool ist
Macron … Inzwischen inszeniert er sich als grüner Weltretter und Ökologe der ersten Stunde und preist erneuerbare Energien als Wachstumsfaktor an … Macron stellte darauf ein Video ins Netz. „Make our planet great again“ lautete dessen zentrale Botschaft
… weil nach dem angekündigten Ausstieg der USA vor allem eins fehlt: das Geld, um die Energiewende zu finanzieren. 100 Milliarden Dollar pro Jahr sind den Entwicklungsländern ab 2020 in Paris versprochen worden. Auf insgesamt 90 Billionen Dollar schätzt (Weltbankchefin) Georgiewa die Summe, die im nächsten Jahrzehnt aufgebracht werden muss.

Diese Prämisse wird nie in Frage gestellt. So lange das so ist, wird passieren, was viele religiösen Eiferer im Lauf der Geschichte schon gemacht haben: Die Bevölkerung zur Durchsetzung ihrer (klima-)religiösen Ziele (bis) zum eigenen Untergang zu zwingen.

Quellen

[1] Süddeutsche Zeitung 4. Januar 2018, online: Ökostrom An Neujahr versorgte sich Deutschland erstmals nur mit Ökostrom

[2] Süddeutsche Zeitung, Printausgabe Nr. 4, 2018: Saubere Premiere

[3] VERNUNFTKRAFT Landesverband Hessen e.V., R. Schuster: EEG-Dateninfo „Weihnachten Neujahr“

[4] EIKE 07. Januar 2018: Ministerin Hendricks: Wir haben im Gegenteil sogar gigantische Stromüberschüsse

[5] TICHYS EINBLICK 6. Januar 2018: Augen zu und durch EU – Energierat hat beschlossen: Planwirtschaft

[6] EIKE 27.12.2017: Offshore lieferte jeden Tag Strom und onshore gab es im Jahr 2016 deutschlandweit keine einzige Stunde ohne Windstromerzeugung

[7] Achgut.com 08.01.2018: Mein Name ist Baake mit B wie Blackout

[8] EIKE 21. August 2017: POLITISCHE BILANZ: Nicht „ob“, sondern „wie schnell“

[9] WELT N24 05.11.2017: Krautzberger: Autofahren muss im Kampf gegen Klimawandel reduziert werden

[10] Neue Energie 18.06.15: Umwelt-Enzyklika Papst bezieht deutlich Stellung zum Klimawandel

[11] EIKE 22.07.2016: Wurde ein Klimawandel-Einfluss bisher übersehen? Was ist, wenn Gott anstelle von CO2 das Klima lenkt?

[12] EIKE 18.04.2016: Kirche und Klimawandel Viel „Mensch“, viele Bibelsprüche, die Orientierung vom PIK, von kritischer Reflexion keine Spur

[13] EIKE 20.07.2017: Randalen von Atomfrontkämpfern werden von Frau Hendricks ausdrücklich als „Freunde des Staates und der Gesellschaft“ gelobt

[14] Bündnis 90 Die Grünen, 05.01.2018: Deutschland kann 100 Prozent Ökostrom

[15] BMWI: EEG in Zahlen: Vergütungen, Differenzkosten und EEG-Umlage 2000 bis 2018 (Stand: 16. Oktober 2017)

[16] EIKE 15.08.2017: Cem Özdemir versucht sich in Energie

15 Jan 17:52

Behauptung: Ohne das Pariser Abkommen, wird die Erde zu einer Wüste werden

by Andreas Demmig

Mehr als 25 Prozent der Weltbevölkerung werden in einer Dürre und wachsenden Desertifikation leben, wenn die globalen Temperaturen bis 2050 um 2 Grad Celsius steigen, heißt es in einem am Montag in dem Journal Nature Climate Change veröffentlichten Bericht.

„Unsere Forschung sagt voraus, dass die Desertifikation [~Wüstenbildung, Verschlechterung des Bodens in rel. trockenen Gebieten] sich über 20-30 Prozent der Landoberfläche der Erde ausbreitet, wenn die globale Durchschnittstemperatur sich um 2 ° C erhöht„, sagte Manoj Joshi, ein führender Forscher der Universität von East Anglia im Vereinigten Königreich in seiner Stellungnahme, seiner Ergebnisse.

Neuere Forschungen haben solche und ähnliche Behauptungen jedoch verworfen. Ein Bericht der 2016 vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) veröffentlicht wurde , weist eindeutig aus, dass mehr Kohlendioxid – nicht weniger – das Pflanzenwachstum erhöht und die Auswirkungen der Temperaturen auf den Klimawandel begrenzt.

Frühere  Studien  schätzen, dass durch die globale Erwärmung etwa die Hälfte der Landmasse der Erde eine „signifikante Ökologisierung“ ausweist [also mehr Grün] und dass nur in 4 Prozent der Welt eine Abnahme des Pflanzenlebens beobachtet werden konnte. Die erhöhte Vegetation, die vermutlich durch wärmere Temperaturen ermöglicht wird, verlangsamt die globale Erwärmung, da mehr Bäume und Pflanzen das CO2 speichern.

Auch andere Behauptungen von Wissenschaftlern der Universität von East Anglia sind nicht erfüllt worden. Ein Forscher sagte im Jahr 2000 voraus, dass Kinder ohne Schnee aufwachsen würden; Es ist nun fast 18 Jahre her, dass britische Klimaforscher an der Universität argumentierten, dass die globale Erwärmung den Schneefall zu einem „sehr seltenen und aufregenden Ereignis“ machen würde.

„Kinder werden einfach nicht wissen, was Schnee ist„, sagte Dr. David Viner, ein Wissenschaftler der Abteilung für Klimaforschung an der Universität von East Anglia,  gegenüber dem UK Independent im Jahr 2000 . UK Independent nahm schließlich den Bericht zurück, nachdem der Kommentar in den konservativen Medien traurige Berühmtheit erlangte.

Eine Welle von Schneestürmen und kalten Temperaturen erlebte Ende Dezember der Nordosten und der Mittlere Westen. Pennsylvania Counties, zum Beispiel, wurden mit mehr als 150cm   Schnee in den zwei Tagen nach Weihnachten bedeckt – der Sturm brach alle Rekorde und erforderte es, dass die Nationalgarde  die Straßen räumten, damit die Bewohner sicher ankamen.

Fundstück: Wie viel Schnee gibt ein Glas Wasser? https://www.linkedin.com/pulse/we-need-moisture-david-entwistle

Am Tag von Heiligabend fielen mehr als 85 cm Schnee, ein Rekord für einen Tag Schneefall in Erie. Wir haben noch nie solche „astronomischen Schneemengen in den letzten 48 Stunden gesehen“, sagte NWS Cleveland Meteorologe Zach Sefcovic.

Auch in Texas fiel Schnee in Rekordhöhen,  … das dritte Mal seit 1895…

Das Pariser Klimaabkommen sieht vor, dass Länder die Treibhausgase aus dem Verbrauch fossiler Brennstoffe reduzieren, um zu vermeiden, dass die Erderwärmung um 2 Grad Celsius ansteigt. Viele Klimawissenschaftler beschuldigen die durch Verbrennung fossiler Brennstoffe entstehender Treibhausgase für den von Menschen verursachten Klimawandel.

Immer noch herrscht jedoch Uneinigkeit darüber, ob die Ziele des Abkommens überhaupt durchführbar sind. Die mit dem Erreichen des Ziels verbundenen Kosten schießen in ungeahnte Höhen.

Ein aktueller Bericht von Bloomberg New Energy Finance (BNEF)  prognostizierte, dass globale Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts unter 2 Grad Celsius liegen könnte und mehr als 12,7 Billionen US-Dollar kosten würde. BNEF schätzt außerdem, dass bis 2040 7,4 Billionen US-Dollar in neue grüne Energiekapazitäten investiert werden und dass die globalen Kohlendioxidemissionen dann um 4 Prozent niedriger sein könnten als 2016.

Erschienen auf The Daily Caller am

Übersetzt durch Andreas Demmig

http://dailycaller.com/2018/01/01/report-makes-lofty-claim-that-earth-will-become-a-desert-without-paris-deal/

 

 

* * *

Pressefundstücke – immer wieder schön

 

BBC News 26.04.2002

Schnee, auch 2002 noch eine Sache der Vergangenheit

 

N-TV 29.09.2005

 

T-Online News, 11.01.2009

Berliner Kurier, 05.01.2018

Kältewelle in den USA: Haie erfrieren im Meer

…  Am Donnerstag wurde bereits der vierte erfrorene Hai vermeldet, an der Küste von Cape Cod, einer Halbinsel im Südosten von Massachusetts. Der Fuchshai wurde in einem Packen Eis entdeckt, berichtet die Organisation  „Atlantic White Shark Conservancy“.  Wegen des rauen Wetters hatten die Wissenschaftler es nicht geschafft, ihn an Land zu ziehen.

… Entlang der US-Ostküste sorgen Eiseskälte und anhaltender Schneefall weiter für Chaos. Sogar im Sonnenstaat Florida  fiel Schnee  – erstmals seit 29 Jahren.

 

TZ München, 09.01.2018

Von Schnee und Frost ist hierzulande derzeit nichts zu sehen. Wetterexperten machen wenig Hoffnung, dass sich das schnell ändert. 

„Das könnte einer der wärmsten Januar-Monate seit Jahren werden. Nach den ersten 8 Tagen ist der Monat bisher rund 5,3 Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net

….

Deutschland-Wetter: Wie sind die Winter-Aussichten?

In den nächsten Tagen passiert wettertechnisch in Deutschland nicht wirklich viel, berichtet Meteorologe Dominik Jung. „Ein Meteorologe würde die anstehende Wetterlage sicherlich als „langweilig“ bezeichnen“ ist in seiner aktuellen Wettermitteilung zu lesen und bringt es auf den Punkt: Kein Wintereinbruch in Sicht, keine neue Sturmentwicklung und keine Starkregenereignisse. 

 

 

T-Online, 09.01.2018

 

 

WEB.DE 01.01.2018

 

WEB.DE  10.01.2018

 

 

Zum Abschluss, der

Eisbericht der Arktis

Orange Linie: Durchschnitt 1981 – 2010

15 Jan 17:52

Der Gouverneur des Bundesstaates Washington warnt: Es bleiben nur noch 59 Tage, um unsere Kinder vor der globalen Erwärmung zu retten

by Andreas Demmig

Aufmacherbild: Inspiriert durch die Meldung

Berliner Kurier, 05.01.2018

Kältewelle in den USA: Haie erfrieren im Meer

Inslee unternahm eine langwierige Twitter-Kampagne, um die Gesetzgeber des Bundes zu überzeugen, Gesetze zur Besteuerung von Kohlendioxidemissionen zu verabschieden. Die Einwohner Washingtons haben den letzten CO2-Steuerplan von Inslee 2016 mit weitem Abstand abgelehnt.

Die Legislaturperiode des Bundesstaates Washington endet am 8. März in 59 Tagen. Die Demokraten haben in beiden Kammern des Landtages eine knappe Mehrheit.

Google Maps_Bundesstaat Washington

Inslee will, dass die Abgeordneten eine Steuer auf Kohlendioxidemissionen von Kraftwerken und Industrieanlagen erheben.

Der Plan von Inslee würde die CO2 Emissionen im Jahr 2019 mit 20 US-Dollar pro Tonne besteuern, die dann jedes Jahr um 3,5 Prozent über der Inflation steigen sollen. Inslee’s Büro schätzt, dass es in den nächsten vier Jahren 3,3 Milliarden Dollar einbringen wird.

Etwa 950 Millionen Dollar würden in Bildungsprogramme fließen. Der Rest würde in Richtung grüner Energieprogramme und Forschung, Wasserinfrastruktur, Waldbrand-bekämpfung gehen. Etwas Geld würde mit Steuern verrechnet werden oder zu armen Familien gehen.

Der Plan würde die Haushaltsstrompreise um fünf Prozent und die Gaspreise nach offiziellen Schätzungen um etwa zehn Prozent erhöhen.

Inslee’s erster CO2-Steuerplan scheiterte 2016, nachdem liberale Gruppen sich nicht einigen konnten, wie sie die erwarteten Einnahmen ausgeben sollten. Inslee schlug auch ein Emissionshandel Programm vor, welches 2015 sowohl von Demokraten und als auch von Republikanern abgelehnt wurde.

Wenn die CO2 Steuer beschlossen werden würde, hatte dies keine messbaren Auswirkungen auf die projizierte zukünftige globale Erwärmung. Selbst wenn die USA insgesamt aufhören würden, CO2 zu emittieren, wären die Auswirkungen auf der Grundlage von Klimamodellen der Regierung extrem gering .

Erschienen auf The Daily Caller am 09.01.2018

Übersetzt durch Andreas Demmig

http://dailycaller.com/2018/01/09/washington-governor-claims-just-59-days-to-save-children-from-global-warming/

15 Jan 17:51

Bundespolizei: GSG 9 soll um ein Drittel vergrößert werden

by ZEIT ONLINE: Deutschland -
Die Eliteeinheit der Bundespolizei soll mehr Personal und einen zweiten Standort in Berlin bekommen. Grund sei die anhaltende terroristische Bedrohung.
15 Jan 17:51

Diesel: Die Lückenmedien im Glashaus (10)

by Admin

In den bisherigen Teilen dieses Aufsatzes wurde nachgewiesen, dass die NO2-Belastung der Luft in ganz Deutschland und auch an den sogenannten „Hotspots“ in den Städten auf im Prinzip unbedeutende Werte zurückgegangen ist. Wichtiger Grund hierfür ist die stetige Ablösung älterer durch jüngere Fahrzeuge mit besseren Abgasbehandlungssystemen. Dieser Trend wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Auch wurde aufgedeckt, wie fragwürdig die Messmethoden sind und welche Tricks und Manipulationen zum Einsatz kommen. Im dritten Teil wurden die teils grotesk übertriebenen Behauptungen über die gesundheitlichen Auswirkungen von Stickstoffdioxid sowie die offensichtliche Parteilichkeit sowohl der öffentlich-rechtlichen Medien als auch industriefeindlicher Behörden behandelt. Im vierten Teil wurde festgestellt, dass das Auto auch in der Stadt der Zukunft unverzichtbar bleibt und Elektromobilität zurzeit nicht realisierbar ist. Außerdem wurden Widersprüche in den Aussagen des Umweltbundesamtes beleuchtet und anrüchige Querverbindungen zwischen der Deutschen Umwelthilfe sowie Ministerien und Behörden thematisiert. Im fünften Teil wurde gezeigt, dass an der angeblichen Gesundheitsgefährdung selbst durch geringste NO2-Konzentrationen nichts dran ist und die Horror-Stories über zigtausende Tote durch Dieselabgase nicht wissenschaftlich fundiert sind. Zahlreiche Studien basieren sogar auf gefälschten Zahlenwerten. Im sechsten Teil wurden grobe Mängel bei den Studien der US-Umweltschutzbehörde EPA und der WHO dargelegt, mit denen behauptete Gesundheitsgefahren von Stickoxiden „belegt“ werden sollen. Im siebten Teil wird anhand von umfassenden Abgasuntersuchungen in bayrischen Großstädten nachgewiesen, dass selbst an den „Brennpunkten“ des Abgasgeschehens keinerlei Gründe für Fahrverbote für Diesel-PKW vorliegen. Anschließend wurde im achten Teil nachgewiesen, dass die Grenzwertüberschreitungen der Luft punktuell extrem beschränkt sind und der Anteil der betroffenen Bewohner selbst an den Brennpunkten im Zehntel-Promille-Bereich liegt. Der neunte Teil zeigte, wie gering die Beaufschlagung der Anwohner einer Straße mit über dem Grenzwert liegenden NO2-Konzentrationen in Wirklichkeit ist. Im vorliegenden zehnten Teil wird nachgewiesen, dass die NO2-Beaufschlagung im eigenen Wohnbereich teilweise sehr viel höher liegt als selbst an den am stärksten befrachteten Brennpunkten des Autoverkehrs.

 

Die heilste Welt ist auf der Straße…

Wie wir im vorigen Teil dieser Artikelserie gesehen haben, spielen die kurzen Aufenthalte auf Straßen mit nennenswert über dem Immissionsgrenzwert von 40 µg/m3 liegenden NO2-Gehalten für das tatsächliche Langzeit-Expositionsbudget der dort wohnenden Bevölkerung de facto keine Rolle. Im Bereich niedriger Gehalte unterhalb der Alarmschwelle von 200 µg/m3 gehen die NO2-Alarmisten der DUH und ihre ideologischen Einflüsterer von der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA sowie der Weltgesundheitsbehörde WHO von einer linearen kumulativen Gefährdung aus. Anders ausgedrückt. Es kommt nicht auf den Spitzenwert an, sondern auf den Mittelwert aus abwechselnd höheren und tieferen Gehalten, Bild 2.

Bild 2. Angenommener Expositionsverlauf eines werktätigen Anwohners des Straßenbereichs „Am Neckartor“ in Stuttgart. Nachts Schlafzimmer, Morgens 8 Uhr Straßenluft, Tagsüber Büro, 17 Uhr Straßenluft + Tee, 20 Uhr Dinner bei Kerzenschein im Lokal. Hellgrün: Zulässiger Konzentrationsbereich auf der Straße, Dunkelgrün: Zulässig für Innenräume, Gelb: Bereich unterhalb des 1-Stunden-Grenzwerts für den Schutz der menschlichen Gesundheit, Orange: als gefährlich definierter Bereich zwischen 1-Stunden-Grenzwert und MAK-Wert. Die rote Linie markiert den Grenzwert für die Luft auf der Straße

 

In diesem Mittelwert sehen die Behörden das entscheidende Kriterium für die Beurteilung einer gesundheitlichen Gefährdung. Liegt dieser oberhalb von 40 µg/m3, so halten sie drastischste Maßnahmen, die auf eine Enteignung von Millionen Besitzern von Diesel-PKW sowie die faktische Zerstörung wesentlicher Teile unserer wichtigsten Exportindustrie hinauslaufen, für gerechtfertigt. Wird auf der Straße jedoch besagter Jahresmittelwert von 40 µg/m3 eingehalten, so ist für sie die Welt in Ordnung. Was zu Hause oder in der Firma los ist, scheint aus ihrer Sicht keine Rolle zu spielen. Trotz wortreicher Gegenbeteuerungen geht es ihnen im Kern nur um ein Ziel: Das Auto als Symbol unserer technischen Zivilisation anzugreifen und zu verteufeln.

 

…doch Zuhause…

Diese Haltung ist an Heuchelei nicht zu überbieten. Denn in Innenräumen, zu denen neben Büros auch das eigene Heim, Krankenhäuser und Gaststätten zählen, verbringen wir rund 90 % unserer gesamten Lebenszeit. Und in diesen Räumen ist selbst für diejenigen, die keine Berufe wie Schweißer oder Chemietechniker ausüben, sowohl beruflich als auch zuhause eine Konzentrationen von 60 µg/m3 zulässig [HIST, AIR]. Das sind 50 % mehr als das, was auf den Straßen angeblich niemals überschritten werden dürfte, wenn man nicht die Schuld an zigtausendfachem Tod auf sich laden möchte [RBBA]. Ginge es dem UBA oder der DUH wirklich um die Volksgesundheit, so müsste letztere in flammendem Protest gegen diese um 50 % höheren zulässigen Konzentrationen in Innenräumen auf die Straße gehen, statt sich ausschließlich auf den Dieselfahrer zu stürzen. Von den insgesamt 519 offiziellen Messtellen des Umweltbundesamtes gab es 2016 in ganz Deutschland nur ganze sieben, an denen überhaupt ein Jahresmittelwert von mehr als 60 µg/m3 gemessen wurde, also dem Wert, den man in unseren Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmern als normal und zulässig einstuft [MESS]. Dabei hält sich auf diesen wenigen hoch beaufschlagten Straßenabschnitten schon aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens niemand länger auf als unbedingt notwendig.

 

…gelten andere Regeln…

Die Pharisäer von der DUH machen sich die Tatsache zunutze, dass so gut wie niemand in der allgemeinen Bevölkerung weiß, dass die NO2-Konzentration gerade im privaten Bereich oft deutlich höher liegt als alles, was der heutige Verkehr überhaupt verursachen kann. Das ist deswegen viel gravierender, weil der Bürger dort im Normalfall gute 13,5 Stunden des Tages verbringt, weit mehr als die 8 Stunden, die er sich am Arbeitsplatz aufhält oder die vielleicht 20 Minuten Verweilzeit auf stärker beaufschlagten Straßenabschnitten. Und in Gebäuden kommen die NO2-Gehalte beileibe nicht nur von der Straße, selbst wenn dort zufälligerweise einer der relativ seltenen „Hotspots“ mit Werten oberhalb des zulässigen Limits von 40 µg/m3 liegen sollte [HIST, DIMI].

In der Realität verhält es sich genau andersherum: In vielen Innenräumen – sowohl im privaten Bereich als auch in öffentlich zugänglichen Räumen wie z.B. Gaststätten – liegen die NO2-Gehalte der Luft teils sogar erheblich über beiden Grenzwerten (40 µg/m3 für draußen, 60 µg/m3 für drinnen). Das ist den Dieselgegnern sehr unangenehm, da es ihrer Ideologie widerspricht. Sie behaupten ja, dass rund 75 % des „NO2-Übels“ in unseren Städten von den Diesel-PKW auf den Straßen kommt [LOHS, FAKT]. Deshalb versuchen sie so zu tun, als stammten auch erhöhte NO2-Gehalte in Wohnungen im Wesentlichen von den Dieselabgasen der Straße. Zuzugeben, dass dem nicht so ist, würde insbesondere die Hauptlinie der Argumentation unzähliger epidemiologischer Studien infrage stellen. Deren Ansatz stützt sich nämlich sehr häufig vor allem auf den Abstand der Wohnung der untersuchten Personengruppe zu stark befahrenen Straßen.

Diejenigen NO2-Anteile der Außenluft, die in Innenräume gelangen, werden dort nämlich durch Selbstreinigungsprozesse in erheblichem Umfang abgebaut. Deshalb weist die Luft in Wohnungen und sonstigen Innenräumen selbst an sehr stark befahrenen Straßen im Vergleich zur Außenluft in der Regel erheblich niedrigere NO2-Gehalte auf. Es sei denn, es kommen andere NO2-Quellen ins Spiel, die sich im Inneren des Gebäudes befinden und mit dem Verkehr gar nichts zu tun haben. Diese Tatsache ist den diversen „aktivistischen“ Epidemiologen, die unsere Medien mit Panikmeldungen über angebliche Gefahren des NO2 füttern, natürlich bestens bekannt. Entsprechende Kenntnisse sollte man auch von Professorin Annette Peters, Direktorin des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München, erwarten dürfen. Umso verwunderlicher der Text eines Artikels in der FAZ über die „Gefahren“ des NO2 in der Luft unserer Städte, der auf einem Gespräch mit Prof. Peters beruht. Sinngemäß steht dort, es sei noch nicht erforscht, in welchem Umfang die Stickoxide durch die Fenster in die Innenräume der Wohnungen dringen [PEHO].

Sollte der Journalist der FAZ Prof. Peters richtig wiedergegeben haben, so wäre diese Stellungnahme dem Ruf der Dame ebenso wie dem ihrer beiden Institute in höchstem Maße abträglich. Denn schon 1998 stellte der Ausschuss für Innenraumrichtwerte in seiner bis heute gültigen Stellungnahme zu NO2 in Innenräumen [AIR] [AIR] folgendes fest: „In Innenräumen liegen die gemessenen NO2-Konzentrationen meist unter den Außenluftkonzentrationen, da NO2 sich an Oberflächen abbaut….Im Rahmen einer internationalen Untersuchung mit Passivsammlern, die im Winter 1996 in 13 Ländern in insgesamt 17 Städten durchgeführt wurde, wurden in Erfurt und Berlin als Innenraumkonzentrationen 17 bzw. 23 µg/m3, in der Außenluft 28 bzw. 70 µg/m3….als NO2-Mittelwerte gemessen“.

Einem Institut, dessen Leiterin derartige Unkenntnis grundlegender Fakten ihres Forschungsgebiets offenbaren würde, dürfte man eigentlich weder Aufträge des Umweltbundesamtes noch Berufungen in beratender Funktion z.B. für Bundestagsausschüsse zukommen lassen.

 

…denn dort lauern regelrechte NO2-Bomben

In Wirklichkeit sollen derartige Statements vor allem von einer Tatsache ablenken, die für die Dieselgegner sehr unangenehm ist: Die wirklich hohen NO2-Expositionen lauern nicht auf der Straße, und sie kommen nicht aus dem Auspuff der Diesel-PKW, sondern sie kommen aus den Wohnungen selbst. Und sie liegen bis zu mehr als dem Hundertfachen (!) über dem Straßen-Grenzwert, ab dem man bei uns das halbe Land zum Stillstand bringen will. Schauen wir solche Quellen einmal näher an, Bild 3.

Bild 3. Das Kerzenlicht eines Adventskranzes vermittelt ein starkes Gefühl von Heimeligkeit und familiärer Geborgenheit

 

Adventsstimmung, Wärme – und Stickoxide in rauen Mengen

Es gibt so gut wie keinen Haushalt, in dem keine Kerzen verwendet werden. Kerzen verbreiten anheimelnde Stimmung, spenden ein besonderes, lebendig wirkendes Licht und werden auch gerne zum Warmhalten von Getränken oder Speisen eingesetzt. Manche bevorzugen auch spezielle Duftkerzen. Wer weiß denn schon, dass in einer Kerze im Prinzip ähnliche Vorgänge ablaufen wie in einem Dieselmotor, d.h. eine Verbrennung mit einem vergleichsweise hohen Luftüberschuss. Von Grömping et al. durchgeführte Untersuchungen der NO2-Konzentration im Abgas einer Kerze [GROEM] ergaben Werte zwischen 205 und 235 µg/m3, Bild 4.

Bild 4. Bei mehrfachen Untersuchungen des Abgases einer Kerze fanden Grömping et al. NO2-Konzentrationen zwischen 205 und 235 µg/m3 (Daten: [GROEM]) Hellgrün: Zulässiger Konzentrationsbereich auf der Straße, Dunkelgrün: Zulässig für Innenräume, Gelb: Bereich unterhalb des 1-Stunden-Grenzwerts für den Schutz der menschlichen Gesundheit, Orange: als gefährlich definierter Bereich zwischen 1-Stunden-Grenzwert und MAK-Wert. Die rote Linie markiert den Grenzwert für die Luft auf der Straße

 

Im Rahmen einer anderen Untersuchung ermittelten Bartolomei et al. [BART] für Kerzen Stickoxidemissionen zwischen 3,4-5,0 mg/h für NO und 1,8-3,4 mg/h für NO2. Rechnet man die NO2-Emissionswerte auf ein Wohnzimmer mit einer Fläche von 50 m2 und einem Volumen von 125 m3 um, so ergibt sich ein stündlicher direkter NO2-Eintrag von bis zu 27 µg/m3, der sich im ungünstigsten Fall ca. verdoppeln kann, wenn man berücksichtigt, dass auch das emittierte NO durch die Reaktion mit Ozon (O3) in NO2 umgewandelt wird. Natürlich reduziert sich dies durch Abbauprozesse sowie den Luftwechsel, doch ist es durchaus realistisch anzunehmen, dass schon vier längerfristig brennende Kerzen ausreichen können, die NO2-Konzentration der Raumluft weit über die zulässige Grenze (bis auf mehr als 250 µg/m3) anzuheben. Bestätigt wird dies durch Simulationen, die in der Arbeitsgruppe Physikalische & Theoretische Chemie der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften der Universität Wuppertal erstellt wurde. Dabei werden auch die Reaktion des von den Kerzen zusätzlich emittierten NO mit von außen eindringendem Ozon sowie die Abbaureaktion des NO2 mit den Raumwänden berücksichtigt. Die Ergebnisse für verschiedene Kerzenanzahlen zeigt Bild 5.

Bild 5. Simulation der NO2-Konzentration in einem 50-qm-Wohnzimmer beim Abbrennen von Kerzen (Grafik: Uni Wuppertal/ Kleffmann) Hellgrün: Zulässiger Konzentrationsbereich auf der Straße, Dunkelgrün: Zulässig für Innenräume, Gelb: Bereich unterhalb des 1-Stunden-Grenzwerts für den Schutz der menschlichen Gesundheit, Orange: als gefährlich definierter Bereich zwischen 1-Stunden-Grenzwert und MAK-Wert. Die rote Linie markiert den Grenzwert für die Luft auf der Straße

 

Die wirklichen Gesundheitsgefahren lauern bei Kerzen allerdings in den zahlreichen anderen Emissionen, welche sie produzieren. So weist der US-Mediziner Michael Segal darauf hin, dass Kerzen auf gleich drei verschiedene Arten Asthma auslösen können: Durch flüchtige Paraffinbestandteile, durch Rauch (=Feinstaub, FFM) sowie durch die vor allem in Duftkerzen enthaltenen Parfums [KERZ]. Gefahren gehen darüber hinaus auch von Streichhölzern sowie von allen Arten von Räucherwerk aus, die ebenfalls Feinstaub und NO2 erzeugen [RAUCH].

 

Zigaretten: Genuss, Entspannung – und Stickoxide bis weit oberhalb des MAK-Werts

Eine ganz massive NO2-Quelle in Innenräumen sind Zigaretten. Während ihre gesundheitsschädlichen Wirkungen allgemein bekannt und bestens dokumentiert sind, dürfte die Tatsache, dass ihr Rauch auch erkleckliche Mengen an NO2 enthält, nur den wenigsten bekannt sein. Von den gesundheitlichen Auswirkungen her spielt das NO2 in diesem Giftcocktail im Prinzip keine wirkliche Rolle, aber angesichts der geradezu hysterischen Angstmache, die derzeit zu diesem Thema in den Medien betrieben wird, soll eben auch dieser Aspekt hier entsprechend gewürdigt werden. Hierfür wurden die Untersuchungsergebnisse von zwei Forschergruppen herangezogen und in einem Diagramm zusammengefasst, Bild 6.

Bild 6. Sowohl Grömping et al. (Nr. 1-3) [GROEM] als auch Shen Yi et al. (Nr. 4-5) [ZIGA] untersuchten die Konzentration von NO2 in Zigarettenrauch. Hellgrün: Zulässiger Konzentrationsbereich auf der Straße, Dunkelgrün: Zulässig für Innenräume, Gelb: Bereich unterhalb des 1-Stunden-Grenzwerts für den Schutz der menschlichen Gesundheit, Orange: als gefährlich definierter Bereich zwischen 1-Stunden-Grenzwert und MAK-Wert, Rot: Bereich bis MAK-Wert, Braun: Werte oberhalb der zulässigen Maximalen Arbeitsplatzkonzentration. Die rote Linie markiert den Grenzwert für die Luft auf der Straße

 

Aus Bild 6 geht hervor, dass Zigarettenrauch NO2-Gehalte aufweist, die weit über den üblichen Limits liegen und in einem Fall sogar deutlich über die maximale Arbeitsplatzkonzentration (MAK-Wert) von 950 µg/m3 hinausgehen.

 

Kochen – die Küche als NO2-Gaskammer

Als Top-Gefährder entpuppt sich bei solchen Untersuchungen allerdings ein Raum, an dem sich viele Menschen täglich bis zu einer Stunde oder noch länger aufhalten: Die Küche mit dem vielfach gerühmten heimischen Herd, vielfach sogar der Mittelpunkt des sozialen Geschehens im Haushalt. Vor allem dann, wenn dieser Herd mit Gas betrieben wird. Das ist in Deutschland zwar nicht allzu verbreitet, trifft jedoch in anderen westlichen Ländern wie z.B. Großbritannien oder den USA auf bis zu 50 % aller Haushalte zu. Jedem ist bewusst, dass ein Gasherd um ein Vielfaches mehr an Wärme erzeugt als eine Kerze. Dies betrifft natürlich auch den Ausstoß an Stickstoffdioxid. Hinzu kommt die Tatsache, dass eine solche Kochstelle je nach Art der Speisen und ihrer Zubereitung auch erhebliche Mengen Feinstaub mit z.T. hohem krebserzeugendem Potenzial in die Luft wirbelt. Hierzu gibt es eine ganze Reihe von Untersuchungen, wobei die Ergebnisse stark davon abhängen, ob und mit welcher Intensität eine Dunstabzugshaube zum Einsatz kommt. Da es Fälle gibt, wo eine Abzugshaube entweder nicht vorhanden ist oder nicht eingesetzt wird, wird hier eine entsprechende Untersuchung aufgeführt, Bild 7.

Bild 7. Langzeitverlauf der NO2-Konzentration in einer Küche, deren vierflammiger Gasherd für zwei Stunden auf volle Leistung gestellt wurde (Ursprung der modifizierten Grafik: [DENN])  

 

Die Spitzenwerte, die bei diesen Tests gefunden wurden, sind erschreckend und liegen nach heutigen Maßstäben extrem hoch im gesundheitsgefährlichen Bereich. Im Versuch überschritt die Konzentration über Stunden mehr als das Hundertfache dessen, was nach Ansicht der betreffenden Ministerialbehörden den Grenzwert darstellt, ab dem es gerechtfertigt erscheint, wesentliche Teile der deutschen Industrie zum wirtschaftlichen Untergang zu verurteilen. Jeder Gewerbebetrieb, der seine Mitarbeiter solchen atmosphärischen Bedingungen aussetzen würde, müsste normalerweise mit sofortigen Maßnahmen der Gewerbeaufsicht rechnen. Wenn das UBA sowie das Umweltministerium tatsächlich auch nur einen Funken Interesse an der Gesundheit der Bevölkerung hätten, würde man auf der UBA-Webseite zum Thema Kochen nicht folgende Empfehlung finden: „Gas oder Strom? Kochen mit Gas ist energieeffizienter, denn die Stromerzeugung in Großkraftwerken ist mit hohen Umwandlungsverlusten verbunden. Die Umwandlungsverluste für Gas sind nur halb so hoch wie bei Strom. Auf der anderen Seite erfordert die offene Gasflamme auch häufigeres Lüften“ [UBAGA].

Allerdings verkneift sich das UBA jegliche Warnung vor dem ansonsten doch so erbittert bekämpften NO2. Es wird noch nicht einmal ein Hinweis gegeben, warum man denn „häufigeres Lüften“ empfiehlt. Eine klassische Selbstentlarvung einer Behörde, der es bei der Anti-Diesel-Kampagne offensichtlich nicht um vorgebliche Gesundheitsgefahren, sondern um den „Rückbau“ der verhassten freien Individualmobilität des Bürgers geht.

 

Die Realität in unseren Wohnungen

Das, was hier beispielhaft für drei häufig anzutreffende Emissionsquellen für Stickstoffdioxid aufgezeigt wurde, trifft natürlich auch für zahlreiche andere und ebenso alltägliche Einsatzfälle zu. Hierzu gehören beispielsweise brennstoffbetriebene Heizgeräte, insbesondere mobile Gas- oder Kerosinheizgeräte ohne Lüftungseinrichtung, wie sie vor allem in Wohnungen der ärmeren Bevölkerungsschichten selbst in Schlafzimmern oder zum Trocknen von Kleidung häufig zum Einsatz kommen. Es betrifft aber genauso auch gängige Events aller anderen Bevölkerungsschichten vom Dinner bei Kerzenschein über den Genuss von Fondue oder von Speisezubereitungen „auf dem heißen Stein“ bis hin zum Grillen, das gerade als Indoor-Variante groß in Mode zu kommen scheint. Das hat Konsequenzen: Während das UBA samt ihren Hetzhunden von der DUH und den Medien auf den Straßen den Verkehr mit der dicken Keule zur Räson bringen wollen, werden die Vorgänge im Privatleben offenbar völlig ausgeklammert. Dabei offenbart sich bei Untersuchungen in Wohnungen ein Stickoxid-Abgrund, der sehr gut und umfassend dokumentiert ist. Nachfolgend nur einige Stichproben.

In Großbritannien fand man bei der Untersuchung von Küchen mit Gasherd durchschnittliche NO2-Konzentrationen von 71 µg/m3, in zwei Wohnzimmern mit kerosinbetriebenen Heizgeräten Werte von 72 bzw. 92 µg/m3. In einem Schlafzimmer mit dem gleichen Heizsystem wurden sogar 126 µg/m3 gemessen [GBARM]. Bei der Besprechung der Befunde hoben die Autoren noch hervor, dass die Werte aufgrund des milden Winterwetters niedriger als erwartet ausfielen.

In den USA ist das Heizen mit sogenannten Kerosinheizern weit verbreitet. Erwähnt werden Verkaufszahlen von 10 Mio. Stück für das Jahr 1985. Bei einer Untersuchung in drei Haushalten, in denen solche Geräte genutzt wurden, fand man NO2-Konzentrationen bis zu 224 µg/m3 [INDO]. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO stellt fest, dass der weitverbreitete Einsatz von Heiz- und Kochgeräten ohne Abzug dazu führt, dass die NO2-Konzentrationen in Wohnungen fallweise recht erheblich über den Werten liegen, die im Freien gemessen werden. In solchen Wohnungen könne die mittlere NO2-Konzentration auch über mehrere Tage hinweg oberhalb von 200 μg/m3 liegen, auch wenn die Mittelwerte tiefer lägen. Beim Kochen könnten über Zeiträume von Minuten bis einer Stunde Konzentrationen zwischen 230 bis 2.055 μg/m3 auftreten, der höchste 15-Minuten-Wert erreichte 2.716 μg/m3 [WHO2].

Ungelöste Probleme in Innenräumen sieht auch der Wissenschaftler Brett Singer vom Lawrence Berkeley National Laboratory (LBNL). Allein in Kalifornien seien schätzungsweise zwölf Millionen Menschen überhöhten NO2-Expositionen ausgesetzt. Zwar behaupte das EPA, dass man in Kalifornien keine Probleme mit NO2 habe, weil die mittleren Konzentrationen im Freien deutlich unterhalb des nationalen Sicherheitsgrenzwerts von ca. 60 (Kalifornien) bis 100 mg/m3 (Rest USA) lägen. Das Problem gebe es dennoch, nur betreffe es eben die Innenraumwerte und nicht die im Freien. Wäre letzteres der Fall, würde das EPA sich an die Beseitigung machen. Für Innenräume gebe es dagegen keinerlei Vorschriften, die irgendjemanden zur Abhilfe verpflichten [COOK].

 

Restaurants und Bratereien: Gefahr beim Tête a Tête

Besonders hohen NO2-Expositionen sind sowohl die Gäste als auch das Personal übrigens in Restaurants und Bratereien ausgesetzt, insbesondere dann, wenn die Zubereitung der Speisen im gleichen Raum erfolgt. Viele Gaststätten legen Wert auf romantische Atmosphäre, wozu fast stets Kerzenschein gehört, und das Warmhalten der Speisen erfolgt in zahlreichen Etablissements auf kerzenbeheizten Stövchen. Entsprechend hoch sind die Werte, die in solchen Räumen gemessen werden können, Bild 8.

Bild 8. In verschiedenen Restaurants gemessene NO2-Konzentrationen (Daten: [GROEM]). Hellgrün: Zulässiger Konzentrationsbereich auf der Straße, Dunkelgrün: Zulässig für Innenräume, Gelb: Bereich unterhalb des 1-Stunden-Grenzwerts für den Schutz der menschlichen Gesundheit, Orange: als gefährlich definierter Bereich zwischen 1-Stunden-Grenzwert und MAK-Wert, Rot: Bereich bis MAK-Wert, Braun: Werte oberhalb der zulässigen Maximalen Arbeitsplatzkonzentration. Die rote Linie markiert den Grenzwert für die Luft auf der Straße

 

Die Datenerhebungen zu Bild 8 erfolgten zu einer Zeit, als das heute nahezu flächendeckende Rauchverbot in Gaststätten noch nicht in Kraft war. Dennoch dürfte sich das Niveau auch heutzutage weit oberhalb des Innenraum-Grenzwerts von 60 µg/m3 bewegen. Dies gilt insbesondere für Lokalitäten, wo z.B. Speisen am Tisch flambiert werden oder wo WOK-Zubereitungen über der Gasflamme erfolgen. Noch schlimmer dürfte die Lage in den heute so beliebten Shisha-Lokalen sein, vom Shishagebrauch im privaten Umfeld gar nicht zu reden.

 

Aufforderung zum Handeln

Politik, Medien und NGO’s sind dabei, mit ihren Schreckensszenarien über Dieselabgase ein Fass aufzumachen, das sie besser geschlossen halten würden. Alles, was unsere Autos und Industrieprozesse an NO2-Exposition auf der Straße erzeugen, ist ein armseliger Klacks im Vergleich zu den hier aufgezeigten NO2-Quellen und vor allem zu den Konzentrationen, denen die Bevölkerung in Innenräumen über teils sehr lange Zeiträume ausgesetzt ist. Nähme man die Horrorgeschichten, welche DUH und deutsche Medien von ARD und ZDF über RBB und SWR bis hin zum Spiegel verbreiten, für bare Münze, so vollzöge sich in unseren Wohnungen und Gaststätten fast schon ein organisierter Völkermord. Schließlich muss man hierbei ja noch berücksichtigen, dass sich der Durchschnittsbürger eher selten und wenn, dann höchstens viertelstundenweise in stark mit NO2 beaufschlagten Straßenabschnitten aufhält, dagegen zu 90 % seiner Zeit in Innenräumen.

Angesichts der Millionen vom Staat durch willkürliche Festsetzung viel zu niedriger Emissionswerte geschädigter Dieselfahrer dürfte es nicht schwerfallen, einen schlagkräftigen Verein auf die Beine zu stellen, der sich einmal die Situation in Wohnungen und Gaststätten mit Messgeräten näher ansieht und als Gegenwehrmaßnahme die Wohnungswirtschaft (Vermieter) sowie das Gaststättengewerbe ebenso an die Wand fährt, wie man dies aktuell mit der Automobilindustrie und den Dieselbesitzern macht.

Bild 9. Künftig ein Grund, die Polizei wegen schwerer Körperverletzung zu rufen? Beim Grillen entstehen erhebliche Mengen NO2 und ziehen hochkonzentriert zu den Nachbarn, insbesondere die auf dem Balkon darüber. Das gilt auch für die geruchsärmeren Gasgrills

Ein künftiges Dorado für Anwälte

Einen interessanten juristischen Ansatzpunkt hierfür könnte man in der aktuellen Gesetzgebung zur Innenraumluft finden. Der aktuell geltende NO2-Grenzwert für die Innenraumluft von 60 µg/m3 ist ein sogenannter Richtwert II L, d.h. ein Langzeitrichtwert. Nach Definition ist dies „ein wirkungsbezogener Wert, der sich auf die gegenwärtigen toxikologischen und epidemiologischen Kenntnisse zur Wirkungsschwelle eines Stoffes unter Einführung von Unsicherheitsfaktoren stützt. Er stellt die Konzentration eines Stoffes dar, bei deren Erreichen beziehungsweise Überschreiten unverzüglich zu handeln ist. Diese höhere Konzentration kann, besonders für empfindliche Personen bei Daueraufenthalt in den Räumen, eine gesundheitliche Gefährdung sein….Aus Gründen der Vorsorge sollte auch im Konzentrationsbereich zwischen Richtwert I (den es aus praktischen Erwägungen beim NO2 nicht gibt) und Richtwert II gehandelt werden, sei es durch technische und bauliche Maßnahmen am Gebäude (handeln muss in diesem Fall der Gebäudebetreiber) oder durch verändertes Nutzerverhalten“ [AIR]. Diese Regelung liefert einen hervorragenden Ansatz für Juristen, um den Rest Deutschlands im Gegenzug auch noch lahmzulegen, sollte die Bundesregierung nicht imstande sein, gesetzliche Änderungen – vorzugsweise Anpassungen der NO2-Grenzwertvorgaben – auf den Weg zu bringen, welche die DUH endlich stoppen. Es muss endlich Schluss sein mit der unerträglichen Situation, dass eine unserer wichtigsten Schlüsselindustrien zerstört wird. Und das nur, weil politische Eitelkeiten der Revision einer Fehlentscheidung im Wege stehen, während man andere, nach den gleichen Maßstäben um ein Vielfaches gesundheitsschädlichere Emissionen einfach achselzuckend zur Kenntnis nimmt.

 

Stromsperren – ein Beinahe-Todesurteil?

Im gleichen Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass die bisher übliche Praxis des „Abdrehens“ der Stromzufuhr bei Zahlungsrückständen aus humanitären Gründen nicht mehr hingenommen werden kann. Die Politik hat uns durch das EEG die zweithöchsten Strompreise in Europa beschert. Da immer mehr Familien aus einkommensschwachen Schichten ihre Stromrechnungen nicht mehr bezahlen können, kommt es jährlich zu rund 300.000 solcher Stromsperren, von denen teils ganze Familien samt Kindern und Kranken betroffen wurden. Ohne Strom haben diese Bewohner keine Heizung, kein Warmwasser und kein Licht mehr. Sie müssen daher zwangsweise auf Kerzen und (Flaschen)-Gas ausweichen. Zusätzlich versagen bei ihnen aufgrund der Stromsperre auch noch die eventuell vorhandenen Ablufteinrichtungen. Dies hat zwangsläufig extrem hohe NO2-Gehalte in der Atemluft zur Folge, vor allem in der kalten Jahreszeit. Man sollte diese Umstände aggressiv an Kirchen, Wohlfahrtsverbände und soziale wie karitative Organisationen herantragen und sie auffordern, schnellstmöglich Schritte einzuleiten, wie man diesen Personen helfen kann, ohne sie und ihre Kinder solch unerträglichen Lebensbedingungen auszusetzen. Die gleichen Überlegungen treffen auch auf Behelfs- und Flüchtlingsunterkünfte zu, wo sich die Bewohner in ihrer Not ebenfalls häufig mit gas- oder spiritusbetriebenen Heiz- und Kocheinrichtungen behelfen.

 

Fakten und „Faktenfinder“

Die hier dargelegten Probleme wurden bisher von den Medien ignoriert. Stattdessen hat man sich dort einen regelrechten Wettbewerb in der Frage geliefert, wer am tollsten auf den Dieselmotor und die Individualmobilität eindreschen konnte. Bisher hat man sich dort alles andere als kritisch-investigativ mit dem Thema NO2-Belastung des Bürgers beschäftigt. Stattdessen übernimmt man einfach die Positionen von Hendricks und dem UBA, als seien deren Ansichten der Weisheit letzter Schluss. Eine eigenständige kritische Wertung von Daten und Hintergründen ist nicht einmal in Ansätzen erkennbar. Dies bestätigt die bereits bisher gemachte Erfahrung, dass die Mehrzahl der Medien – allen voran die Fernsehanstalten ARD, ZDF und ihre Landesdependancen – beim sogenannten „Diesel-Skandal“ einseitig, parteiisch und irreführend berichtet. Statt um Ausgewogenheit und Sorgfalt bemüht man sich offenkundig eher darum, das Thema so darzustellen, wie bestimmte Bundesbehörden sowie die etablierten Parteien es gerne haben möchten. Abweichende Meinungen von Fachleuten, Medien, Journalisten oder Bloggern werden ignoriert. So leistet man dem ideologischen Ziel der Deindustrialisierung Deutschlands durch „Dekarbonisierung der Volkswirtschaft“ Vorschub. Der Diesel ist dabei nur das erste Opfer. Die Vernichtung der deutschen Automobilindustrie wird anschließend auch beim Benziner weitergehen, und zwar alternativlos. Die sich jetzt abzeichnende „GroKo“ – egal ob sie als echte oder als wilde (Duldungs-) Ehe zustande kommen sollte – ist für Deutschland ein sehr schlechtes Omen.

Fred F. Mueller

 

Demnächst folgt Teil 11

 

Quellen

[AIR] https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/kommissionen-arbeitsgruppen/ausschuss-fuer-innenraumrichtwerte-vormals-ad-hoc#textpart-1

[BART] Bartolomei, et al, Combustion Processes as a Source of High Levels of Indoor Hydroxyl Radicals through the Photolysis of Nitrous Acid. Environ. Sci. Technol. 2015, 49, 6599−6607, DOI: 10.1021/acs.est.5b01905

[BELA] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16254270?dopt=Citation

[BLFU] Bayerisches Landesamt für Umwelt: Untersuchung der räumlichen Verteilung der NOX-Belastung im Umfeld von vorhandenen, hochbelasteten Luftmessstationen. Abschlussbericht. September 2015.

[COOK] https://ehp.niehs.nih.gov/122-a154/

[DENN] Dennekamp et al, Ultrafine particles and nitrogen oxides generated by gas and electric cooking. Occup Environ Med 2001;58:511–516

[DIMI] Dimitroulopoulou C, Ashmore MR, Byrne MA, et al. Modelling of indoor exposure to nitrogen dioxide in the UK. Atmosphere and Environment 2001;35:269–79.

[FAKT] http://faktenfinder.tagesschau.de/inland/stickstoffdioxid-111.html

[FFMD8] http://ruhrkultour.de/diesel-lueckenmedien-im-glashaus-8/

[GBARM] http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/095712729090023N

[GODI] Godish.: Indoor Environmental Quality

[GROEM] Grömping, H.-J.; Cammann, K.: Field evaluation and automation of a method for the simultaneous determination of nitrogen oxides, aldehydes and ketones in air. Journal of Automatic Chemistry, Vol. 18, No. 3 (May-June 1996), pp. 121-126

[HIST] Bundesgesundheitsbl. 1/98, Richtwerte für die Innenraumluft: Stickstoffdioxid, S. 9-12.

[INDO] http://enhs.umn.edu/current/5103/air/combustion.html

[JURUBA] https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/kommissionen-arbeitsgruppen/ausschuss-fuer-innenraumrichtwerte-vormals-ad-hoc

[KERZ] http://www.segal.org/asthma/

[LOHS] https://www.eike-klima-energie.eu/2017/09/06/diesel-verteufelung-krieg-gegen-das-eigene-volk-diesel-wie-die-politik-das-volk-irrefuehrt/

[MESS] https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/358/dokumente/no2_2016.pdf

[NOPRO] Office of Air and Radiation (6301A) EPA-456/F-11-003 www.airnow.gov February 2011, updated June 23, 2016.

[PEHO] http://www.faz.net/aktuell/wissen/leben-gene/fakten-zur-dieseldebatte-wie-ungesund-sind-stickoxide-15138424-p3.html

[RAUCH] https://www.researchgate.net/publication/272911848

[RBBA] https://www.rbb24.de/politik/thema/2017/abgasalarm/beitraege/abgasalarm-Stickoxid-Werte-in-Berlin-flaechendeckend-zu-hoch.html#top

[UBAGA] https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/elektrogeraete/herd-kochfelder#textpart-2

[WHO2] http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0017/123083/AQG2ndEd_7_1nitrogendioxide.pdf

[ZDF] ZDF Heute – Sendung vom 2.9.2017, Sendeminuten 03:55 bis 04:11

[ZIGA] Shen Yi, et al, Measurement of NO2 in Cigarette Main Smoke by Differential Optical Absorption Spectroscopy. Acta Optica Sinica. 28. 1934-1937. 10.3788/AOS20082810.1934.

 

15 Jan 17:50

Der Abwasserzweckverband im Kreis Pinneberg arbeitet seit 50 Jahren illegal

Dem Abwasserzweckverband fehlt seit Jahren die rechtliche Arbeitsgrundlage. Breitband-Skandal löst Untersuchung aus.
15 Jan 17:50

How I Shipped Six Side Projects in 2017

15 Jan 08:23

Always start with simple solution

15 Jan 08:23

A gene that keeps track of how often it’s made into a protein

15 Jan 08:22

The Tangled Web: A Guide to Securing Modern Web Applications (2011)

15 Jan 08:22

A deadly gut infection may come down to a sugar in ice cream

15 Jan 08:22

Google Chromecast and Google Home Causes Wi-Fi Drops

15 Jan 08:22

The Effects of Computer Use on Eye Health and Vision (1997) [pdf]

15 Jan 08:21

Hacker installiert Windows 10 ARM auf Windows Phone

by Albert Jelica

Nachdem der Bootloader von Windows Phone-Geräten bis hin zum aktuellsten Lumia 950 geknackt werden kann, versucht die Windows Phone-Modder Community die neuen Chancen zu nutzen. Durch eine neue Partitionierung und die Installation eines anderen Systems können gänzlich neue Möglichkeiten geschaffen werden.

Windows RT wurde bereits häufiger auf Windows Phone-Geräten gesichtet und offenbar ist die Installation laut den Hackern einfacher als gedacht, vor allem auf den aktuelleren Geräten. Die Hacker widmeten sich allerdings daraufhin eines neuen Projekts, einer doch etwas größeren Aufgabe: Gustave M. ist es gelungen, Windows 10 ARM auf Windows Phone zu bringen, genauer gesagt auf sein Lumia 830.

Auf dem Lumia 830, das mit Windows Phone 8.1 ausgeliefert wurde, scheint Windows 10 ARM installierbar zu sein, wenn auch so gut wie nichts funktioniert. So ist der Touchscreen zum Beispiel aufgrund falscher Treiber nicht funktional. Die Treiber sind zwar laut dem Hacker bereits geladen, reagieren allerdings nicht. Eingaben sind daher nicht möglich.

Windows 10 ARM auf Windows Phone

Es handelt sich hierbei um Windows 10 Build 17061, welche für ARM32-Geräte kompiliert wurde. Es ist nicht jenes System, welche Microsoft für die Always Connected PCs auf den Markt bringen wird. Hier gibt es also unseres Wissens nach keine Emulation von x86-Programmen. Bislang hat Microsoft diese Version von Windows 10 ARM nämlich nicht öffentlich herausgegeben, aber sobald das passiert, dürfte es früher oder später auf einem Windows Phone landen.

Der Beitrag Hacker installiert Windows 10 ARM auf Windows Phone erschien zuerst auf WindowsArea.de.

15 Jan 08:20

Windows 10: Dank OneDrive immun gegen Erpresser-Viren

by Albert Jelica

Es kommt immer wieder dazu, dass die PCs vieler Nutzer von Erpresser-Viren heimgesucht werden, welche daraufhin auf den Maschinen nichtsahnender Anwender ihrem Namen alle Ehre macht. Sie verschlüsselt oder löscht wichtige Dateien von Anwendern oder Unternehmen, sofern bis zum Ablauf eines Timers nicht eine bestimmte Summe Geld überwiesen wird. Windows 10 schützt Nutzer zwar sehr gut vor sogenannter Ransomware, doch oftmals sind es die Anwender selbst, die sich von Download-Seiten austricksen lassen und die Schadsoftware über diesen Weg installieren.

Microsoft wird mit Windows 10 einen neuen Weg einschlagen, um die Nutzer vor dem Datenverlust zu schützen und damit gleichzeitig die eigenen Online-Dienste in den Vordergrund rücken. Seit der Windows 10 Insider Build 17063 werden nämlich auch Dateien außerhalb des OneDrive-Ordners synchronisiert, aktuell nämlich der Desktop.

Microsoft hat nun ein Feature bekanntgegeben, welches es Nutzern erlauben wird, ihre OneDrive-Dateien auf einen vorherigen Stand zurückzusetzen, wenn die Dateien beispielsweise durch Malware gelöscht wurden. Das wird vor allen Nutzern etwas bringen, die ihre Dokumente und Dateien online abgesichert haben. Durch die tiefere Integration von OneDrive mit den kommenden Windows 10-Versionen könnte dies auch dem Normalverbraucher zugute kommen.

Die Ankündigung dieser Funktion hat Microsoft während einer Präsentation in San Diego am 13. Januar gemacht, wo Stephen L. Rose, seines Zeichens Senior Product Manager für OneDrive for Business, das Feature demonstrierte. Laut den vorliegenden Informationen soll es in den „nächsten paar Wochen“ erhältlich sein, wobei leider noch unklar ist, ob lediglich für Sharepoint und OneDrive for Business oder auch für OneDrive für normale Endkunden,


via mspu / Quelle: Michael Gillet

Der Beitrag Windows 10: Dank OneDrive immun gegen Erpresser-Viren erschien zuerst auf WindowsArea.de.

14 Jan 11:47

Teenagers now better behaved and less hedonistic but lonelier and more isolated

12 Jan 08:05

MacBook Pro? No

12 Jan 08:05

Afrikanische Schweinepest: Bauernverband fordert Tötung von 70 Prozent aller Wildschweine

by ZEIT ONLINE: Deutschland -
Die Bauern fürchten, dass die Afrikanische Schweinepest nach Deutschland kommen könnte. Um das zu verhindern, sollen mehrere Maßnahmen umgesetzt werden.
11 Jan 18:36

Gericht muss neu über „Sharia Police“ entscheiden

by Udo Vetter

Der Bundesgerichtshof hat die Freisprüche im Fall „Sharia Police“ aufgehoben. Die Angeklagten, die salafistischen Kreisen zugerechnet werden, hatten in Wuppertal nächtliche Rundgänge gemacht, um junge Muslime zu einem Lebensstil nach den Vorstellungen des Koran zu bewegen. Dabei trugen sie handelsübliche Warnwesten, auf denen hinten „Sharia Police“ aufgedruckt war.

Die Staatsanwaltschaft sah darin einen Verstoß gegen das Uniformverbot (§ 3 VersG). Das Landgericht Wuppertal meinte jedoch, das Tragen der Westen habe keine „suggestiv-militante, einschüchternde Wirkung gegenüber Dritten“ erzielen können. Das sei jedoch Voraussetzung.

Der Bundesgerichtshof trifft keine abschließende Entscheidung, ob die Aktion tatsächlich strafbar war. Die Richter bemängeln vielmehr, das Landgericht habe das Geschehen nicht richtig und teilweise widersprüchlich gewürdigt. Die Sache soll daher von einer anderen Strafkammer des Landgerichts neu verhandelt werden (Aktenzeichen 3 StR 427/17).

Flattr this!