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19 Oct 14:28

The Second Quantum Revolution

by jonbaer
19 Oct 14:26

Arbeitnehmer erhalten Recht auf befristete Teilzeit – was heißt das?

Arbeitnehmer erhalten ab kommenden Jahr das Recht auf befristete Teilzeit. Das soll vor allem Eltern unterstützen. Doch was bedeutet das genau?

Arbeitnehmer haben künftig das Recht, für einen befristeten Zeitraum von maximal fünf Jahren in Teilzeit zu arbeiten und danach wieder in Vollzeit zu gehen. Das hat der Bundestag am gestrigen Donnerstag mit dem Gesetz zur Einführung der sogenannten Brückenteilzeit beschlossen. Mit der neuen Regelung hat die SPD ein politisches Anliegen durchgesetzt, für das die Partei seit Jahren streitet. Die Regelung gilt für nach dem 1. Januar 2019 vereinbarte Teilzeit.

Bundestag beschließt Recht auf befristete Teilzeit

Befristete Teilzeit: Das Gesetz zur Brückenteilzeit wurde im Bundestag beschlossen. (Foto: Shutterstock-Shirmanov aleksey)

Derzeit profitieren vor allem Mütter davon. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, gehen mehr als zwei Drittel der erwerbstätigen Frauen mit Kindern unter 18 Jahren einen Teilzeitjob nach. Hingegen betrifft das aktuell nur sechs Prozent der Väter. Nach der Geburt eines Kindes wird die Arbeitszeit oft reduziert, konnte jedoch nach bisherigem Recht nicht ohne weiteres wieder aufgestockt werden. Jetzt greifen Ausnahmen, die Eltern unterstützen sollen.

Das Gesetz zur Brückenteilzeit im Überblick:

  • Das Recht gilt für Betriebe mit mehr als 45 Arbeitnehmern. Beschäftigte erhalten einen Anspruch auf eine befristete Teilzeitphase. Die kann zwischen einem und fünf Jahre dauern.
  • Unternehmen, die zwischen 46 und 200 Arbeitnehmer zählen, erhalten eine besondere Zumutbarkeitsgrenze: Pro 15 Mitarbeiter haben sie das Recht nur einem den Anspruch auf Brückenteilzeit zu gewähren. Weitere Anträge können abgelehnt werden.
  • Antragsteller können nur Mitarbeiter sein, die länger als sechs Monate im Unternehmen beschäftigt sind. Es bedarf keine Angabe von Gründen für die Teilzeit-Reduzierung.
  • Will der Arbeitgeber die Aufstockung der Arbeitszeit später verweigern, muss er darlegen, dass es keine entsprechende freie Stelle mehr für den Teilzeitbeschäftigten gibt.

Das Gesetz geht vielen Arbeitsrechtlern nicht weit genug. Kritiker monieren, dass die Regelung zur Brückenteilzeit im Laufe der Verhandlungen zu sehr beschnitten wurde. Gewerkschaften und Sozialverbände bringen vor, dass durch die Einschränkungen nur ein Teil der betroffenen Frauen durch das neue Gesetz aus der Teilzeitfalle herauskommen. Von den 37 Millionen Arbeitnehmern in Deutschland arbeiten zudem knapp 15 Millionen in kleineren Betrieben unter 45 Mitarbeiter. Für sie greift die Regelung gar nicht.

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Übrigens, auch dieser Beitrag könnte dich interessieren: Die komplette Reisezeit einer Dienstreise ist Arbeitszeit – Urteil des Bundesarbeitsgerichts

19 Oct 14:26

Coworking der Zukunft: Co vadis?

Was sich in Coworking-Spaces durchsetzt, zieht in die Startup-Kultur und irgendwann in die Konzern-Strategie ein. Ausgerechnet dieses positive Image bringt Coworking aber an seine Grenzen.

Überall im Hafven begegnet dem Besucher das Unfertige. Es ist Dezember, der Coworking-Space in Hannover hat bereits seit zwei Monaten geöffnet, und immer noch gehören die Handwerker zu den regelmäßigsten Gästen auf den 2.000 Quadratmetern Fläche. Sie tragen Stahlstangen die Treppen hoch, ab und an dringen die Geräusche einer Bohrmaschine in den Coworking-Space.

Die ständige Veränderung passt ins Konzept. Denn der Hafven versteht sich nicht als reiner Coworking-Space. Im Erdgeschoss haben die Gründer eine Werkstatt errichtet, in der sich auch handwerklich Interessierte ausprobieren können. Der selbstgebaute 3D-Drucker steht neben zwei Schreibtischen in einem riesigen unverputzten Raum, in der Metallwerkstatt nebenan dominiert ein Laser-Cutter die Halle, in der Holzwerkstatt trocknet ein frisch lackiertes Regal. Der Designer solle im Idealfall im Coworking-Space das Produkt am Notebook gestalten und danach direkt in der Werkstatt den Prototypen basteln können, sagt Mitgründer Jonas Lindemann. Im Hafven ist alles Work in Progress. Absichtlich. Das mit dem Coworking, das ist mehr Mittel zum Zweck.

Jonas Lindemann beschreibt damit nicht nur eine Strategie des Hafvens. Sondern auch eine Entwicklung der Coworking-Szene. Seit der Eröffnung des ersten Coworking-Spaces vor zwölf Jahren hat sich zwar der Grundgedanke gehalten: einen Arbeitsort für Freischaffende zu konzipieren. Das Unfertige aber ist geblieben. Die Ausgestaltung der Zusammenarbeit wandelt sich stetig weiter: Coworking-Spaces bieten nicht mehr nur einen Arbeitsplatz an. Sie verbinden sich mit Bibliotheken, bauen Kindertagesstätten nebenan oder implementieren, wie der Hafven, eine Werkstatt im Gebäude. Die Arbeit vermischt sich mit kreativen Bedürfnissen und persönlichen Interessen. Ein erster Vorbote darauf, wie unsere künftige Bürowelt aussehen könnte. Denn Coworking gilt als eine Art Blaupause für die Zukunft des Arbeitens.

Man könnte sagen, dass das Coworking zum Hipster unter den Bürogemeinschaften geworden ist. Alternativ, kreativ, individuell – und irgendwie trotzdem Mainstream. Seit der Eröffnung der drei ersten offiziellen Coworking-Spaces 2005 in den USA hat sich die Zusammenarbeitsidee auf der ganzen Welt verbreitet. 2013 gab es mehr als 3.000 kollaborative Räume, 2016 rund 10.000 und für 2018 prognostiziert das Social-Science-Research-Network insgesamt 37.000 Coworking-Spaces weltweit. Coworking gilt als Synonym für kreativen Austausch, für Out-of-the-Box-Denken, für Ideenschmieden. Längst mieten sich nicht mehr nur Selbstständige und Startups, sondern auch etablierte Unternehmen in den angesagten Bürogemeinschaften ein – damit ihre Mitarbeiter endlich Innovationen hervorbringen.

Was das Coworking für viele besonders macht: der Raum und das Netzwerk. Zwei Aspekte, die eng miteinander verknüpft sind. Denn der Ort soll die Kommunikation zwischen Coworkern fördern. „Du kannst ganz viel Offenheit predigen, aber wenn die Räume nicht offen sind, tauschen sich die Leute nicht aus“, sagt Jonas Lindemann vom Hannoveraner Hafven. Der Unterschied zu einem gewöhnlichen Großraumbüro: Statt sich mit fachähnlichen Kollegen zu unterhalten, mischen sich beim Coworking Freie und Angestellte, Künstler und Entwickler, Autodidakten und Akademiker.

Fast jeder Coworking-Space wirbt mit seiner Community. Und jeder pflegt eine andere Form der Kommunikation. Im Hafven organisieren die Macher beispielsweise Yoga-Kurse für die Mitglieder. Das Betahaus, offiziell Deutschlands erster Coworking-Space und mittlerweile in mehreren Städten vertreten, bietet Fachseminare zu Pitches oder Markenrecht an. Im Sankt Oberholz gibt es eine Reihe namens „Founders Unscripted“, bei der Gründer von ihren Erfahrungen erzählen. Der Groß-Anbieter Wework setzt auf eine eigene, Linkedin ähnelnde Plattform, auf der die Nutzer posten, wenn sie spontan einen Grafikdesigner benötigen oder ihr Smartphone-Ladekabel vergessen haben.

Die Mitglieder kommen vor allem wegen des alltäglichen Austauschs. Martin will zum Beispiel ins Gespräch kommen. Der Gründer plant ein neues Startup und fragt sich, ob die deutsche Hauptstadt der richtige Ort dafür ist. Nachdem er lange in Thailand gearbeitet hat, mietete er sich im Januar im Berliner Wework ein, um mehr über die Stadt zu erfahren. „Ich frage die Leute, wie sie die Startup-Szene in Berlin einschätzen“, sagt er. Für Dennis Bartels hingegen geht es um regelmäßigen Austausch. „Sobald ich von meinem Platz aufstehe, bin ich nicht mehr in der eigenen Firma, sondern in der Community“, sagt der Gründer. Der Inwendo-Geschäftsführer sitzt mit seinem Startup im Hafven in Hannover. Er schätzt die Kommunikation mit Gründern und Selbstständigen. Das sei „so viel geiler“, als nur mit den Kollegen zu quatschen.

Der Hype lockt den Kommerz

Ausgerechnet diese „geile“ Atmosphäre hat die ursprüngliche Definition des Coworkings allerdings verwässert. Der Hype lockt den Kommerz in die kreativen Räume. Offenheit, Kollaboration, Gemeinschaft, Zugänglichkeit und Nachhaltigkeit – die fünf Grundwerte hinter dem Konzept – nennen zwar viele Anbieter als Basis ihrer Büros. Doch die ursprüngliche Idee, einen flexiblen Arbeitsort für Freischaffende zu kreieren, vertreten nicht alle konsequent, die ihre Räume unter dem Begriff Coworking vermarkten. Besonders diejenigen, die die Zusammenarbeit skalieren wollen. Der Wandel, den das Beispiel des Hafven beschreibt, hat bei ihnen nicht mehr viel mit Coworking zu tun. Die Idee fällt dem Image zum Opfer: Manch Unternehmen, das vorher normale Büroimmobilien zur Miete angeboten hat, bezeichnet dies jetzt auch als Coworking. Andere haben so viele Investorengelder eingesammelt, dass sich das Konzept der Zusammenarbeit nun auch rentieren muss.

Wework ist ein typisches Beispiel für ein durchaus erfolgreiches Coworking-Modell, das vor allem auf Professionalisierung abzielt. Das US-Unternehmen brüstet sich damit, mehr als 80.000 Mitglieder an 148 Standorten in 34 Städten weltweit zu zählen. Allein in New York hat das Unternehmen 36 Büros, in London sind es 17. Doch auch wenn Coworking als Schlagwort die Website ziert, steht es in der Praxis eher im Hintergrund.

Die Coworking-Kette Wework betreibt weltweit 148 Standorte, einen davon am Potsdamer Platz in Berlin. Das US-Unternehmen bietet dort im Großraum Monatstickets für Freie an und Büros für Unternehmen. (Foto: Hegemann)
Beobachten lässt sich das zumindest am Potsdamer Platz in Berlin. In einem Turm des Sonycenters erstreckt sich die Wework-Lokalität über vier Etagen. Statt offener Räume finden sich hier vor allem: Büros, abgetrennt mit Glas. Dahinter sieht es aus wie in stinknormalen Unternehmen: Schreibtisch, Schreibtischstuhl, Telefon. Dort arbeiten keine selbstständigen Designer oder Entwickler, sondern vor allem Firmen. Konzerne wie Vattenfall Digital Ventures und Facebook haben sich eingemietet, auch einige Startups. Die Atmosphäre unterscheidet sich nicht von anderen Gewerbeimmobilien.

Es ist nicht so, dass gar kein Coworking stattfindet. Im Eingangsbereich in der achten Etage, dem sogenannten Hot-Desk-Bereich, arbeiten die Selbstständigen, für die das Konzept ursprünglich mal gedacht war, auf Sofas, an langen Tischen, in Sesseln. Hier sitzt auch Martin und recherchiert vor sich hin. Trotzdem scheinen Menschen wie er die Minderheit der 1.300 Mitglieder zu bilden. Von der „We Generation“, die Gründer Adam Neuman stets bemüht, sieht man jedenfalls wenig.

Wirtschaftlich hat Wework mit diesem Konzept Erfolg: Das Unternehmen sammelte knapp 1,7 Milliarden US-Dollar von Investoren ein und ist mit 16 Milliarden Dollar etwa doppelt so viel wert wie die Lufthansa. Zwar musste die Firma ihre Erwartungen 2016 herunterschrauben. Trotzdem plante sie mit einem Umsatz von 532 Millionen Dollar und rechnet, im Gegensatz zu vielen anderen Jungunternehmen, gar mit einem Gewinn von 14 Millionen Dollar für das abgelaufene Jahr. Auch Unternehmen wie Mindspace oder das Rainmaking-Loft streben die Kommerzialisierung des Coworkings an und wenden sich vor allem an Unternehmen.

Aus ökonomischer Sicht ist das nur logisch: Allein bei Wework sollen die Margen bei 60 Prozent liegen. Aber der Aufschlag mancher Anbieter passt nicht zu der coolen Einrichtung und der schicken Getränkeflat. In der Szene sieht man die Konzepte deshalb kritisch. Kommerzielle Anbieter nutzten den Begriff und „gaukelten etwas vor“, das sie oft nicht böten, kritisiert etwa Coworking0711-Gründer Harald Amelung in seinem Blog. Ansgar Oberholz drückte es in der Berliner Zeitung noch deutlicher aus: Das Wort werde „zum Marketingbegriff“ degradiert. Die sich etablierenden Coworking-Ketten spielen nur Coworking, sagt der Pionier. Unter diesem Deckmantel verkauften sie teure Büroeinheiten. Oberholz spricht ihnen den Geist des Coworkings ab: „Jemand, der in einem Bürotower am Bahnhof Zoo sitzt, 450 Euro im Monat für seinen Flex-Desk zahlt, in völliger Abwesenheit von Gründern, umgeben von anderen Angestellten etablierter Unternehmen, die alle ungefähr das Gleiche tun wie er selber, ist kein Coworker.“ Jonas Lindemann vom Hafven bezeichnet die kommerziellen Konzepte als durchorganisiert, aber wenig authentisch. In der Szene fragen sich viele, ob man nicht eine andere Bezeichnung etablieren müsse. Ein neues Wort, das „Coworking“ wieder klarer fasst. Das Problem: „Er wäre nicht geschützt“, sagt Tobias Schwarz vom Sankt Oberholz. „Den würden auch andere wieder kapern.“

Wifi gibt’s auch im Café

Darunter leiden vor allem die, die Coworking nicht als Geschäftsmodell, sondern als Lebensform verstehen. Sie müssen ihr Alleinstellungsmerkmal, das „echte“ Coworking, abgrenzen von dem, was kommerzielle Anbieter leisten. Nur ist das nicht so leicht. Wer sich nicht auskennt, für den gleicht ein Coworking-Space dem anderen. Viele erweitern das Angebot deshalb um Werkstätten oder Ateliers, um sich von den anderen abzusetzen – auch zu Marketingzwecken.

Aber nicht nur die Kommerzialisierung sorgt für Konkurrenz. Auch Orte, die man früher nicht mit Arbeit in Verbindung brachte, werden zu Wettbewerbern. Cafés zum Beispiel. In Zeiten, in denen fast jede Lokalität mit freiem Wifi wirbt, ist es schwierig geworden, den Vorteil eines Coworking-Spaces herauszustellen. Wenn der Espresso nur ein Zehntel des Tagestickets kostet, warum sich dann irgendwo einmieten oder gar eine Mitgliedschaft erwerben? Damit hat beispielsweise das Sankt Oberholz, Vorbild aller Berliner Szene-Orte, zu kämpfen. Erst neulich wieder saß ein Mann im Café und telefonierte. „Du wirst es nicht glauben“, sagte er in sein Smartphone. „Der Coworking-Space hier ist völlig umsonst!“

Tobias Schwarz seufzt, wenn er diese Anekdote erzählt. Es ist ein Missverständnis, das der Manager des Coworking-Spaces Sankt Oberholz immer wieder aufklären muss: Dass das Café eben nicht der eigentliche Hort der Zusammenarbeit ist. Sondern dass der richtige Coworking-Space über der Empore liegt, im zweiten Stock. Und dass ein Platz dort durchaus kostet. Dass das Missverständnis überhaupt aufkommt, liegt in den Anfängen des Sankt Oberholz begründet. Ursprünglich startete der Standort am Rosenthaler Platz 2005 als Café für Digital-Arbeiter: Die Gründer Koulla Louca und Ansgar Oberholz stellten lange Holztische statt der klassischen Vierertische auf und machten das Wlan frei zugänglich. Geboren war das „inoffizielle Hauptquartier der digitalen Bohème“, wie die taz einst schrieb. Digital-Hipster wie Sascha Lobo und Holm Friebe klappten ihre Notebooks im Sankt Oberholz auf und schrieben ihr Digital-Arbeiter-Standardwerk „Wir nennen es Arbeit“. Auch dadurch verschafften sie dem Ort seinen heutigen Ruf als Coworking-Pionier – obwohl der offizielle Coworking-Space später entstand.

Das Café ist für viele Digital-Arbeiter auch heute der erste Berührungspunkt mit dem Sankt Oberholz. Für das Unternehmen dahinter hat sich das als Herausforderung entwickelt. „Das ist eine wirtschaftliche Frage“, sagt Schwarz. Für die Mitgliedschaft im Coworking-Space bezahlt der Digital-Arbeiter 15 Euro am Tag, für einen Kaffee zwei Euro. Wenn die Menschen nur das Café als Arbeitsplatz nutzen, verdient das Sankt Oberholz nicht viel damit.

Nur wenige Coworking-Spaces reden so offen über die Herausforderungen wie die Macher des Berliner Sankt Oberholz. Aber Umfragen belegen, dass die Aussagen auch auf andere zutreffen. Wirklich Geld verdient demnach nur jede dritte Bürogemeinschaft, heißt es in einer aktuellen Studie der Coworking-Plattform Deskmag. 41 Prozent drehen sich um die schwarze Null und jeder vierte Coworking-Space schreibt Verluste. Genau wie im Sankt Oberholz lautet die größte Herausforderung für die meisten von ihnen: Mitglieder gewinnen. Für 39 Prozent aller Coworking-Spaces ist die langfristige Bindung eines Selbstständigen das dringlichste Problem. „Die Leute wollen keine feste Bindung mehr“, sagt Schwarz. Wie bei Einladungen zu Facebook-Events legen sie sich nicht mehr gerne fest. Vielleicht kommt morgen etwas Besseres.

Die Pioniere müssen ihre Vision vom fachübergreifenden Arbeiten deswegen oft querfinanzieren. Im Sankt Oberholz stammen die Umsätze beispielsweise aus einer Mischung aus Mitgliedschaft, Vermietung von Konferenzräumen, Events, Beratung, Coliving-Apartmens (siehe Seite 48) und dem Café. Um wieder mehr Mitglieder zu gewinnen, setzt das Sankt Oberholz auf Flexibilität. So verkauft es nicht nur Tagestickets, sondern auch Halbtagestickets an seinen drei Standorten. „Das muss sein“, so Schwarz.

Alles wird „Co“

Auch eine Kooperation soll die Mitgliedschaften wieder ankurbeln: Das Sankt Oberholz hat mit dem Betahaus und dem Agora im Januar eine iPhone-App gelauncht. Damit können die Mitglieder an allen Orten der drei Anbieter einchecken und müssen sich nicht mehr auf einen Coworking-Space festlegen. Es ist ein Versuch, den Mitgliedern die Flexibilität zu bieten, die sie bisher vielleicht von der Mitgliedschaft abhält.

Im Hannoveraner Hafven treiben die Macher die Flexibilität noch ein Stück weiter. Wenn sich herausstelle, dass die Leute nicht mehr wegen der Arbeitsplätze kämen, dann habe er kein Problem, die Schreibtische rauszuwerfen, sagt Gründer Lindemann. „Wir machen nicht Coworking, um Coworking zu machen“, sagt Lindemann. Ihn nerve die Dogmatik hinter dem Begriff. Es gehe darum, einen günstigen Zugang für Kreative zu allen möglichen Sachen zu schaffen. Ob zu Arbeitsplatz, Werkstatt oder Konferenzraum rückt für ihn in den Hintergrund. „Co-Everything“ nennt Lindemann das. Hauptsache, die Gemeinschaft ist glücklich.

Der Coworking-Space Toddler verbindet die Arbeit mit der Kinderbetreuung: Der Berliner Anbieter betreibt eine Kindertagesstätte neben dem Freienbüro. (Foto: Toddler)
Wie es aussehen kann, wenn es um grundlegende Bedürfnisse und weniger ums Coworken geht, können Besucher bei Toddler sehen. Der Coworking-Space liegt in einer Sackgasse in Prenzlauer Berg. Hinter einer Glastür stehen große Tische, Männer und Frauen sitzen nebeneinander und arbeiten still vor sich hin. Die Beliebtheit des Ortes erklärt sich zwei Türen weiter: Dort sitzen zwei Kinder auf dem Fußboden und spielen mit Bauklötzen.

Die eingebaute Kindertagesstätte ist die Hauptattraktion des Coworking-Spaces. Selbstständige Eltern mieten sich bei Toddler ein, um ihr Kind nah bei sich zu haben und trotzdem arbeiten zu können. Die Idee sei „aus der Not“ heraus geboren, sagt Gründerin Sandra Runge. Als die selbstständige Juristin und Mutter von zwei Kindern wieder in ihren Job zurückgehen wollte, konnte sie sich Home-Office nicht vorstellen, wollte gleichzeitig aber auch Zeit mit ihren Sprösslingen verbringen. Daraus entstand die Idee, einen eigenen Coworking-Space mit angeschlossener Kita zu gründen. Nach der komplizierten Suche nach einer geeigneten Immobilie und vielen bürokratischen Hürden eröffneten Runge und ihr Mann gemeinsam mit anderen Eltern im Juni schließlich Toddler.

Die Eltern sitzen zwar, wie in anderen Coworking-Spaces auch, tagsüber am Schreibtisch. Mittags aber essen die Mütter und Väter gemeinsam mit ihren Kleinen. „Du hast dadurch nicht das Gefühl, dass du dein Kind outsourct“, sagt Runge. Mama und Papa sind immer nebenan, wenn etwas ist. Das Modell kommt an: Das Interesse ist immens, die zwölf Plätze sind ausgebucht, neue Anfragen erreichen Runge ständig. Dass das Konzept so gut funktioniert, liegt auch daran, dass die Arbeit nur Beiwerk ist: „Es geht nicht darum, dass Eltern coworken wollen“, sagt Runge. Sondern darum, die eigenen Bedürfnisse mit der Arbeit zu verbinden.

Mit einem Klick auf das Bild erhältst du eine Übersicht über Coworking-Spaces. 

 

19 Oct 13:21

Microsoft-Übernahme: Github wartet vergeblich auf einen Umbruch

Kaum eine Übernahme im IT-Sektor wird so kritisch beäugt wie die von Microsoft und Github. Zwei Welten treffen aufeinander: Der anzugtragende Goliath schluckt den jungen Nerd David. Auf Githubs Hauskonferenz Universe fehlt aber jegliches Zeichen von einem Umbruch. Von Moritz Stückler (Github, Microsoft)
19 Oct 13:21

DSGVO-Posse: Mieternamen dürfen auch ohne Zustimmung auf Klingelschilder

Kuriose Auswüchse der neuen DSGVO? Das Namensschild an der Türklingel könnte plötzlich die Privatsphäre des Mieters verletzen. Datenschützer halten das für unsinnig. Eigentümer-Verbände fordern Klarheit vom Gesetzgeber.

Verstößt das Klingelschild eines Mieters an der Haustür gegen die Datenschutzgrundverordnung? Über diese Frage ist ein heftiger Streit entbrannt. Der Immobilien-Eigentümerverband Haus & Grund empfiehlt der Bild-Zeitung zufolge aktuell seinen Mitgliedern, vorsorglich die Namensschilder zu entfernen. Nur so könne sichergestellt sein, dass die Privatsphäre der Mieter gewährleistet und Bußgelder in Millionen-Höhe für den Vermieter vermieden würden, zitiert die Zeitung Verbands-Präsident Kai Warnecke.

Ohne explizite Einwilligung der Mieter seien die Namen an den Klingelschildern „möglicherweise unzulässig“, schreibt der Verband in einer aktuellen Mitteilung. „Es darf nicht sein, dass Vermietern hohe Bußgelder drohen, nur weil sie die Namen ihrer Mieter an den Klingelschildern anbringen“, sagte Warnecke.

Müssen Mieter jetzt also ihre Klingelschilder abschrauben? Datenschützer halten das für übertrieben. Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff empfiehlt Verbänden und Institutionen, sich vor etwaigen öffentlichen Ratschlägen bei den zuständigen Aufsichtsbehörden erst einmal nach der Rechtslage zu erkundigen. Ein Klingelschild mit Namen falle in der Regel gar nicht in den Anwendungsbereich der DSGVO.

Keine automatisierte Datenerfassung

„Wir halten die DSGVO hier nicht für anwendbar, da es sich um keine automatisierte Datenerfassung handelt“, sagt auch Jana Schönefeld, Sprecherin der Berliner Datenschutzbeauftragten Maja Smoltczyk, der dpa. Das Regelwerk greife nur bei automatisierten Datenverarbeitungen und Dateien.

„Offensichtlich geht es hier einmal mehr darum, die Menschen mit derartigen Absurditäten zu verunsichern und substanzlos gegen die neue EU-Datenschutzgrundverordnung zu wettern“, schätzt der netzpolitische Sprecher der Grünen-Faktion, Konstantin von Notz. Die Behauptung, die Klingelschilder müssten abmontiert werden, „entbehrt jeder Grundlage“, da sie überwiegend analog und deshalb datenschutzrechtlich nicht betroffen seien. Selbst bei digitalen Klingelschildern liege ein „berechtigtes Interesse im Sinne von Artikel 6 DSGVO“ vor.

Auch die Netzpolitikerin der SPD, Saskia Esken, sieht in der Diskussion lediglich einen Versuch, „die DSGVO zu diskreditieren und die Menschen zu verunsichern“. „Die Datenschutz-Grundverordnung verbietet keine Namen auf Klingelschildern“, sagt sie. Jeder könne selbst entscheiden, was an der Haustür stehe – „Datenschutz ist informationelle Selbstbestimmung“.

Vor rund einer Woche hatte allerdings bereits die österreichische Hausverwaltung „Wiener Wohnen“ für Schlagzeilen gesorgt. Nach der Beschwerde eines Mieters entschied sich der Verband, an 220.000 Wohnungen sukzessive die Namensschilder gegen die Wohnungsnummer auszutauschen. Die für Datenschutzangelegenheiten der Stadt zuständige Magistratsabteilung schätze die Verbindung von Nachname und Wohnungsnummer als einen Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung ein, hieß es. Wer dennoch seinen Namen am Klingelschild haben wolle, müsse nun selbst einen Aufkleber anbringen.

Angst vor Mieterklagen

Die rechtliche Einschätzung aus Österreich sei nicht von der Hand zu weisen, sagte Haus-&-Grund-Präsident Warnecke der dpa. Der Verband mit Sitz in Berlin vertritt rund 900.000 Mitglieder. „Wir wollen nicht in die Situation kommen, dass jeder Mieter klagen könnte.“ Wer auf Nummer sicher gehen wolle, sollte deshalb die Namensschilder an den Klingeln entfernen lassen. Sofern sich kein Mieter beschwert habe, brauche jedoch niemand unbedingt aktiv zu werden. Warnecke erwartet jedoch, dass die Streitfrage nun von der Politik gelöst werde. „Das schreit nach einer Klärung.“

Er sehe keine Notwendigkeit, die Namensschilder abzumontieren, sagte dagegen der bayerische Datenschutzbeauftragte Thomas Petri. Der Vermieter sei im Regelfall sogar verpflichtet, einen Namen an die Klingel zu schreiben. Nur bei einem Widerspruch müsse das Schild weg. Ähnlich sieht es auch der Präsident der bayerischen Datenschutzaufsicht Thomas Kranig. Die Entscheidung aus Wien halte er für übertrieben, sagte Kranig der Augsburger Allgemeinen.

Auch die Berliner Datenschutzbehörde sieht keinen Grund zur Panik. Sie empfiehlt Vermietern, den Mietern bei Neuvermietung eine Wahlmöglichkeit zu bieten. Alle Namensschilder von Alt-Mietern zu entfernen, wäre dagegen „wirtschaftlicher Wahnsinn“, sagte Schönefeld. Bei möglichen Klagen würde ihre Behörde den Vermieter anschreiben. Die Verhängung von Bußgeldern hält Schönefeld – zumindest in Berlin – für unwahrscheinlich.

Die Datenschutzgrundverordnung ist nach einer zweijährigen Übergangsfrist seit Mai offiziell in Kraft und gilt erstmals europaweit. Zum ersten Mal sieht das Regelwerk auch empfindliche Bußgelder in Millionenhöhe bei Verstößen vor. Damit erhoffen sich die Datenschützer vor allem ein wirksames Instrument gegen wiederholte Verstöße etwa durch Internet-Größen wie Facebook und Google. In vielen Anwendungsfällen, etwa in kleinen Firmen, bei Vereinen – oder nun auch bei Vermietern – herrscht allerdings vielfach Unsicherheit über die tatsächliche Auslegung. dpa

19 Oct 13:19

Finding files in Sharepoint Online or Teams that exceed 218 path length

by Jos

A well known issue when migrating to Office 365 (Sharepoint, Teams and Onedrive) is path length.

Recently, Microsoft increased the maximum path length in Sharepoint Online from 256 to 400 characters (total length of the URL). This causes issues when you use Office, because Office 2013, 2016 and 2019 do not support paths over 218 characters in length.

To help you proactively identify files that exceed this limit I wrote a PowerShell script you can run:

  • it can filter based on file type
  • automatically finds and processes all sharepoint sites in your tenant
  • automatically finds and processes all team sites in your tenant
  • it can handle multi-factor authentication

Find get-filesWithLongPathsInOffice365.ps1 on GitLab

It leans heavily on the great work done by the community around OfficePnP, all credits to the community for providing so much quality code for free!

19 Oct 13:18

Panne beim Weltklimarat: Neuer IPCC-Spezialbericht zum 1,5°C-Ziel blendet natürlichen Klimawandel komplett aus

by Admin

A1. Human activities are estimated to have caused approximately 1.0°C of global warming above pre-industrial levels, with a likely range of 0.8°C to 1.2°C. Global warming is likely to reach 1.5°C between 2030 and 2052 if it continues to increase at the current rate. (high confidence)

Die Begründung ist wieder einmal “confidence“, d.h. Glauben oder Vertrauen, aber keine Fakten, die normalerweise eine Hypothese bestätigen müssen. Andererseits bleibt die Hypothese ein Hirngespinst. Bisher war der, die oder das IPCC (je nach Übersetzung als Ausschuss, die Arbeitsgruppe  oder das Komitee, aber auf keinen Fall die hochstaplerische Bezeichnung „Klimarat“) nicht in der Lage, einen konkreten Beweis für die alleinige Verantwortung des CO2 für die beobachtete Erwärmung der letzten 150 Jahre zu liefern. Der fundamentale und immer noch nicht korrigierte Fehler der IPCC-Berichte ist die komplette Ignoranz der natürlichen Klima-Entwicklung, die es tatsächlich auch schon vor Existenz der Menschheit, ja seit Bestehen der Erde gibt. Dabei hatte die übergeordnete UN-Organisation UN-FCCC (The United Nations Framework Convention on Climate Change) schon 1992 offiziell festgestellt, dass Klimawandel aus zwei verschiedenen Elementen besteht:

(1) change of climate which is attributed directly or indirectly to human activity that alters the composition of the global atmosphere, which is addition to

(2) natural climate variability observed over comparable time periods.

Der entscheidende 2. Teil, der beschreibt, wie die globale Temperaturentwicklung ohne anthropogene Einflüsse verlaufen wäre, fehlt beim IPCC komplett. Dabei gibt es für die letzten 10.000 Jahre (seit dem Ende der letzten Eiszeit, bzw. für das Holozän als aktuelle Zwischeneiszeit) relativ gute und zahlreiche Klima-Daten. Dabei geht es nicht um die “natural variability“ (wie ENSO-Ereignisse oder Vulkanausbrüche), sondern um die nachgewiesenen regelmäßigen natürlichen Klimazyklen von 1000, 230 und 65 Jahren. Es gibt natürlich gute Gründe für den IPCC, dies besser nicht darzustellen. Fakt ist: Noch immer bewegt sich das Klima innerhalb der bekannten natürlichen Schwankungsbreite. Es ist kein Unterschied zu erkennen zwischen der heutigen Klimaentwicklung der letzten 150 Jahre und den 10.000 Jahren davor.

Vermutlich ist der CO2-Effekt sehr viel geringer als angenommen. Mutige Äußerungen in diese Richtung sind jedoch nur von Wissenschaftlern möglich, die keine berufliche Funktion mehr erfüllen. Ansonsten müssten sie mit harschen und persönlichen Angriffen ihrer Kollegen rechnen, die dem Klima-Dogma ihrer Regierungen und damit den IPCC-Behauptungen folgen müssen. Und auch Journalisten schreiben lieber vom „offiziellen“ IPCC-Bericht ab, als der Empfehlung von Immanuel Kant zu folgen („Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“)

Wer willens und imstande ist, sich mit der historischen Klima-Entwicklung unseres Planeten zu befassen, macht eine überraschende Entdeckung: sie ist beherrscht von einer Reihe langfristiger, mittelfristiger und kurzfristiger Klimazyklen. Für die letzten 8000 Jahre sind dies insbesondere die Zyklen mit einer Frequenz von 1000 bis 1070 Jahren (Eddy-Zyklus), 230 Jahren (Suess/deFries-Zyklus) und der sogenannte Ozean-Zyklus mit 60-65 Jahren. Diese Zyklen haben solare und astrophysikalische Ursachen, die kein Mensch beeinflussen kann.

Die Erforschung der Klima-Historie (Klima-Paläontologie) ist bei den Klima-Instituten stark unterentwickelt, aus verschiedenen Gründen. Einer ist sicher, dass der hochgespielte „anthropogene Klimawandel“ attraktiver und finanziell einträglicher ist. Mit alarmistischen Klima-Warnungen ist man in den Medien hochwillkommen. Dagegen ist die Klima-Historie natürlich langweilig. Wen interessiert es schon, dass es vor 1000 Jahren wärmer war als heute, dies aber bei einem CO2-Anteil von nur 230 ppm (heute 400 ppm). Auch nicht gerade ein Argument für einen CO2-Einfluss.

Aber nochmals konkret zur IPCC-Behauptung „der Anstieg von 1°C in den letzten 100 Jahren sei komplett durch anthropogene Treibhausgase (CO2) verursacht“. Man könnte hierzu die Anti-These aufstellen, dass dieser Anstieg komplett auf den natürlichen Klimazyklen beruhe, die schon seit 8000 Jahren zu beobachten sind:

–Der Ozean-Zyklus war die nachgewiesene Ursache des globalen Temperaturrückganges um 0,4°C zwischen 1940 und 1975. Anschließend ist die Temperatur zwischen 1975 und 2007/2010 wieder um 0,3 bis 0,4° gestiegen und hat jetzt wieder seinen neuen Abwärtstrend begonnen. Erste Anzeichen sind zu erkennen (2018 keine NW-Passage mehr möglich, zuviel Eis; neuer Minustemperatur-Rekord in der Antarktis mit -89,6°C).

–Der 230-Jahreszyklus hatte sein Minimum zwischen 1880 und 1900  und erreichte sein neues Maximum zwischen  2000 und 2015 mit einem Temperatur-Anstieg von ca.0,4°C.

–Der 1000-Jahre-Zyklus hatte sein letztes Minimum zwischen den Jahren 1500-1700, auch „Little Ice Age“ genannt und erreichte sein aktuelles Maximum zwischen den Jahren 2000 und 2020. Rechnet man den Anteil des Anstieges in den letzten 100 Jahren, ergeben sich ca. 0,3°C. In den nächsten 400 Jahren wird wieder ein Abfall um ca.2°C erfolgen.

Zusammengenommen, könnte der Temperaturanstieg von ca. 1° in den letzten 100 Jahren durch den gleichzeitigen Anstieg der drei natürlichen Zyklen mit einem kombinierten Effekt von 1 bis 1,1°C weitgehend erklärt werden. Der Einfluss des CO2-Antieges geht ensprechend zurück. Es ist sehr seltsam und nicht verständlich, wie es möglich ist, dass der IPCC diese simplen Fakten schlicht ignoriert, um seine ideologische Hypothese mit allen Mitteln und Tricks zu verteidigen.

Der Beitrag erschien zuerst bei Die kalte Sonne hier

19 Oct 13:15

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TV-Server zum Selbstbauen: Die Raspberry Pi TV HAT ist eine neue Adapterplatine für den beliebten Bastelrechner, welche diesen zum DVB-T2-Receiver umfunktioniert. Das Produkt bringt einen Antennenanschluss und passende Software gleich mit. Für das Signal müssen Nutzer trotzdem zahlen. (Raspberry Pi, DVB-T)
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Update: The Acclaim platform is now provided by Credly. If you hold a Microsoft certification and you’re in the market for a job in technology, use your digital badge on Acclaim to unlock access to newly optimized real-time job data tailored to your skills and certifications, including active job postings, requirements and estimated salaries.(read more)
17 Oct 09:13

Android: Gerätehersteller müssen in Europa für Google-Apps zahlen

Google ändert diesen Monat die Lizenzvereinbarung für die Nutzung der Google-Apps auf Android-Geräten innerhalb Europas. Gerätehersteller müssen für diese künftig bezahlen, dürfen dafür aber erstmals auch Smartphones und Tablets mit Android-Forks verkaufen. (Android, Google)
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Pompeji: Fund deutet auf späteren Untergang der Römerstadt hin

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Archäologen sind bei Ausgrabungen in Pompeji auf eine Inschrift gestoßen. Sie legt nahe, dass in den Geschichtsbüchern ein falsches Datum des Untergangs der Stadt steht.
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BMW X7: Deutschland-Preis ab 84.300 Euro für xDrive30d

by Benny

Der neue BMW X7 G07 startet in Deutschland mit einem Preis von mindestens 84.300 Euro. Für den Grundpreis gibt es den BMW X7 xDrive30d mit 265 PS starkem Reihensechszylinder-Diesel, der auch in vielen anderen Baureihen erhältlich ist und uns einen kleinen Vergleich mit anderen Baureihen ermöglicht: Das neue Luxus-SUV liegt im Grundpreis über 15.000 Euro über einem identisch motorisierten X5, aber 9.500 Euro unter einer 730d Limousine. Im Vergleich zum BMW 730Ld xDrive liegt die Differenz sogar bei über 18.000 Euro zu Gunsten des X7.

Im Vergleich mit dem technisch durchaus eng verwandten X5 bietet der neue BMW X7 G07 nicht nur die auf 5,15 Meter gesteigerte Länge, das daraus resultierende Platzangebot und die dritte Sitzreihe, auch die übrige Serienausstattung ist deutlich umfassender. Beim Exterieur fallen vor allem die 20-Zoll-Felgen des X7 ins Auge, die die Serien-Räder des X5 um zwei Dimensionen übertreffen. Für den Innenraum zählen das Panorama-Glasdach, die Lederausstattung Vernasca mit Design-Perforation, Edelholz-Interieurleisten, die Instrumententafel in Sensatec, die 4-Zonen-Klimaautomatik (X5: 2,5 Zonen), die Telefonie mit Wireless Charging, die Akustik-Verglasung der Frontscheibe und ein besseres Soundsystem mit 10 Lautsprechern.

Auf Seiten der Technik umfasst die Serienausstattung des X7 im Vergleich zum X5 bereits den Driving Assistant mit Spurwechselwarnung, Querverkehrswarnung hinten und Heckkollisionswarnung, das Head-up-Display, die Adaptive 2-Achs-Luftfederung, die Adaptiven LED-Scheinwerfer, den Komfortzugang und den Display-Key.

Die Preisliste liefert uns außerdem die bisher besten Eindrücke vom neuen BMW X7 G07 mit M Sportpaket. Das M Paket kostet für X7 xDrive30d und xDrive40i 5.700 Euro Aufpreis und beinhaltet unter anderem das M Aerodynamikpaket mit geänderten Schürzen an Front und Heck, 21 Zoll große Leichtmetallräder, die M Sportbremse mit blauen Bremssätteln und das M Lederlenkrad mit Schaltwippen.

Weiter aufwerten lässt sich der BMW X7 G07 unter anderem mit dem Exklusiv-Paket oder dem xOffroad-Paket, dem Fahrwerkspaket Executive Drive Pro, der Integral-Aktivlenkung genannten Hinterachslenkung, dem Assistenzsystempaket Driving Assistant Professional und den Laserlicht-Scheinwerfern. Speziell für die Passagiere in der zweiten und dritten Reihe bieten sich das beleuchtete Panorama-Glasdach Skylounge, die 5-Zonen-Klimaautomatik mit Dach-Bedieneinheit für die dritte Reihe, das Fond Entertainment Professional mit zwei 10,2-Zoll-Displays für die zweite Reihe und die 6-Sitzigkeit mit zwei bequemen Komfortsitzen für die zweite Reihe an.

Die Preise für den BMW X7 xDrive40i mit 340 PS starkem Reihensechszylinder beginnen in Deutschland bei 86.300 Euro, damit ist er trotz 75 PS mehr Leistung nur 2.000 Euro teurer als der Einstiegs-Diesel. Vorläufiges Topmodell ist der BMW X7 M50d mit 400 PS starkem Quadturbo-Diesel, für die M Performance Variante müssen mindestens 109.900 Euro investiert werden. Der Abstand zum Grundpreis des identisch motorisierten X5 wächst in diesem Fall auf 17.000 Euro an.

17 Oct 09:10

Github Actions vorgestellt: Das IFTTT für beliebigen Code

Mit Github Actions könnt ihr Workflows automatisieren. Dabei wird beliebiger Code ausgeführt, sobald ein bestimmtes Ereignis eintritt. Github stellt das neue Feature zum Auftakt der Universe vor.

Die Möglichkeiten sind riesig. Mit dem neuen Feature Github Actions kann Code ausgeführt oder ganze Anwendungen gestartet werden, sobald ein bestimmtes Ereignis eintritt.

Actions laufen mit Docker

Im Rahmen der jährlichen Entwicklerkonferenz Github Universe in San Francisco stellt das Unternehmen direkt in der eröffnenden Keynote die Github Actions vor. Damit können die verschiedensten – sogenannten – Workflows erstellt werden. Ähnlich wie bei IFTTT oder Apple Shortcuts kann ein Auslöser verschiedene Actions hervorrufen.

Eines der offensichtlichsten Anwendungsbeispiele dafür sei CI-CD, also Continuous Integration und Continuous Delivery, sagt Chief Strategy Officer Julio Avalos von Github gegenüber t3n. Zuvor war dies nur über externe Dienste wie Travis möglich. Jedoch gehe Actions weit darüber hinaus. Auf der einen Seite können Workflows geteilt werden, wodurch sie Out-of-the-Box für jedes beliebige Repository funktionieren. Zudem können komplett eigene Workflows in einem grafischen Drag-&-Drop-Editor selbst erstellt werden.

Auch parallele Aktionen sind mit Github Actions und der grafischen Oberfläche ohne Probleme möglich. (Foto: t3n.de)
Auch parallele Aktionen sind mit Github Actions und der grafischen Oberfläche ohne Probleme möglich. (Foto: t3n.de)

Um Actions zu ermöglichen, verwendet Github Docker. Dabei überlässt Github es den Entwicklern, selbst zu entscheiden, ob die Actions mit dem Online-Editor erstellt werden oder einfach eine Docker-Datei hochgeladen wird. Das ermöglicht eine hohe Freiheit und Flexibilität, da jeder erdenkliche Code in beliebiger Sprache ausgeführt werden kann – ausgelöst durch das Erstellen eines Issues, das Pushen von Commits oder eines der anderen 24 Events.

Zum Start der Beta-Phase von Github Actions stehen 26 verschiedene Auslöser zur Verfügung. (Foto: t3n.de)
Zum Start der Beta-Phase von Github Actions stehen 26 verschiedene Auslöser zur Verfügung. (Foto: t3n.de)

Entwickler können Workflows selbst oder direkt bei Github hosten. Das ist auch für alle kostenlosen Open-Source-Repositories möglich. Dadurch besteht aber auch die Gefahr von Missbrauch, da jeder erdenkliche Code ausgeführt werden könnte. Dies erkenne Github allerdings automatisch, sagt Sam Lambert, Head of Platform bei Github, in einer Pressekonferenz nach der Keynote auf der Github Universe. Auch von Minern für Kryptowährungen gehe keine Gefahr aus, da man die Rechenleistung für die Workflows stark begrenzen würde.

Github Actions ist noch in der Beta-Phase

Github Actions wurde vorerst in einer Beta-Version veröffentlicht. Der Zugang ist limitiert und Entwickler können sich hier dafür anmelden. Ein offizielles endgültiges Ende der Testphase stehe noch nicht fest. Jedoch spekuliert Github gegenüber t3n, dass dies noch im vierten Quartal 2018 passieren könnte. Der nächste Schritt sei jedoch vorerst, auf die Reaktion der Entwickler-Community einzugehen, sagt Avalos.

Passend dazu:

17 Oct 09:09

Statistisches Bundesamt: Mehr Kinder unter drei Jahren in Kita

by ZEIT ONLINE: Zeitgeschehen -
Seit fünf Jahren gibt es den Rechtsanspruch auf Betreuung von Kleinkindern, das zeigt Wirkung: Jedes dritte Kind unter drei Jahren besucht eine Kita.
17 Oct 09:08

Wieso, weshalb warum, wer nicht fragt bleibt dumm!

by Rainer Hoffmann

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Karsten Hilse hat am Mittwoch, den 10.10.2018 im Deutschen Bundestag endlich erstmalig die wichtige Frage nach der globalen Basisabsoluttemperatur für das 1,5-Grad-/2-Grad-Ziel öffentlich und vor laufender Kamera gestellt und diese Frage zwei Tage später am 12.10.2018 nochmal erneut auf einer Pressekonferenz des AfD-Umweltausschusses wiederholt.

Das „Klimamanifest Heiligenroth“ hat diese wichtige Frage von Karsten Hilse sinnvoller Weise in Beziehung gesetzt mit der „Fieber“-Analogie, mit der der bekannte „Klimapapst“ Hans Joachim Schellnhuber laufend „sein“ 2-Grad-Ziel seit Jahren argumentativ verknüpft hatte, aber dabei den wichtigsten Wert „vergessen“ hatte, weshalb Karsten Hilse nun – vollkommen zurecht – seine wichtige Frage stellt:

Und genau wie wir vom Klimamanifest-Heiligenroth seit Jahren, bekam leider auch AfD MdB Karsten Hilse, wie er in seiner Bundestags-Rede am 10.10.2018 eindrücklich beschreibt, von den drei „Klimaexperten“ des Bundesumweltministeriums keine Antwort auf seine ebenso wichtige und zwingend-logische Frage.

Denn es steht sogar in Schulbüchern, dass es sich definitiv um Manipulationen handelt, wenn die Grundgesamtheit bei Vergleichen (egal, ob bei Prozentwerten, oder auch bei relativen Temperaturabweichungen) einfach weggelassen wird:

Und nach dieser korrekten und notwendigen „Grundgesamtheit“ beim 2-Grad-Ziel bzw. beim neuen 1,5-Grad-Ziel hat Karsten Hilse am 10.10.2018 im Deutschen Bundestag gefragt.

Aber es sollte ebenfalls dokumentiert und festgehalten werden, welche schrägen O-Töne zum dubiosen IPCC-Sonderbericht von den anderen Parteien bei dieser Bundestagsdebatte am 10.10.2018 gefallen sind. Die Freud’schen Versprecher, wie „IPPC“ und „KlimaSCHUTZ-Flüchtlinge“ von diesen „Klimawandel-Experten“ sind dabei amüsante Highlights, aber hören Sie selbst:

Auch eine Antwort auf die folgende Fragestellung in Verbindung mit dem „2-Grad-Ziel“ bzw. „1,5-Grad-Ziel“, was ja das Hauptthema im neuen IPCC-Sonderbericht ist, wird auch laufend von Journalisten verweigert:

Bei welcher globalen Absoluttemperatur liegt die Normal-Temperatur der Erde, bei der die Erde KEIN FIEBER hat?


Sehr wichtig,
zur Klarstellung: Die „2-Grad-Fieber„-Analogie stammt nicht von uns, sondern von dem deutschen „Klimapapst“ Hans Joachim Schellnhuber vom „Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung“, der in zahlreichen TV-Interviews und Vorträgen das „2-Grad-Ziel“ zur Begrenzung der Erderwärmung mit „2-Grad-Fieber“ beim Menschen verglichen hat, Beispiel:

oder hier:

Weitere einschlägige Zitat-Nachweise von Schellnhuber, bei denen er die Fieber-Analogie zwischen Erde und Mensch argumentativ eingesetzt hat, können von uns jederzeit vorgelegt werden:

#3 NDR „DAS!“ am 16.11.2015
#4 ABC-NEWS (australisches Fernsehen), Youtube, 12.07.2011
#5 ARD, DAS ERSTE, „FILM UND SERIE-WARMZEIT“, 14.05.2013
#6 3SAT, „SCOBEL“, 29.11.2009

So kommt es dann auch, dass zuletzt die ZDF-Journalistin Maybrit Illner am 23.08.2018 in Ihrer ZDF-TALK-Sendung „Maybrit Illner“ mit dem Thema „Der Heiße Planet“ ebenfalls behauptete, „die Erde hätte Fieber„.

Was aber bei der gesamten „Fieber“-Analogie als wichtige Frage vergessen wird und die auch „Klimapapst“ Schellnhuber in allen seinen „Fieber“-Analogie-Zitaten nicht und niemals erwähnt hat, ist:

Bei welcher globalen Absoluttemperatur liegt die Normal-Temperatur der Erde, bei der die Erde KEIN FIEBER hat?

Schellnhuber erwähnt in den oben genannten vier Zitat-Nachweisen #3 bis #6 sehrwohl die „37°C“ als Normal-Temperatur beim Menschen, aber Schellnhuber sagt parallel dort in den TV-Sendungen nicht, wo die „Normal-Temperatur“ der Erde liegt, auf der das angeblich so wichtige „2-Grad-Ziel“ bzw. jetzt das „1,5°C-Ziel“ basiert!!

Auch diese wichtige Frage nach dem Absoluttemperaturbasiswert des „2-Grad-Zieles“ bzw. nun „1,5-Grad-Zieles“ hätte schon längst jeder Journalist und Politiker stellen müssen. Hat aber bisher niemand.

Der Schweizer Klimaforscher-Kollege Thomas Stocker hat vor wenigen Wochen im September 2018 diese obige Frage nach der Basisabsoluttemperatur des 2-Grad-/1,5-Grad-Zieles wie folgt beantwortet:

Die Absoluttemperatur ist in dieser Diskussion nicht relevant, sondern die Änderung bezüglich der vorindustriellen Temperatur.

Wenn andere Klima(folgen)forscher eine gleiche Antwort wie oben Thomas Stocker gegeben hätten, hätte ein gut-informierter Journalist mit diesem Klimafolgenforscher den folgenden kritischen, themenbezogenen Aufklärungsdialog führen können, denn der Begriff bzw. der Zeitpunkt „vorindustriell“ wird im neuen IPCC-Sonderbericht sogar halbwegs deutlich definiert:

Über die Definition „vorindustriell“, Auszug aus der vorläufigen deutschen Übersetzung des IPCC-Sonderberichts, Seite 4 von 4

Journalist (wenn gut informiert):

O.K., auch der 4. IPCC-Bericht 2007 wies für das Ende der vorindustriellen Periode im Jahr 1850 eine globale Absoluttemperatur von 13,69°C aus. Eine maximale Erderwärmung von 1,5°C dürfte demnach nur bis global absolut 15,19°C ansteigen.

Klima(folgen)forscher (mögliche, sinnvolle Antwort):

Ja, ist korrekt, kann man so sagen.

Journalist (wenn gut informiert):

O.K., die WMO in Genf wies für das Jahr 2016 und 2017 eine globale Absoluttemperatur von jeweils 14,8°C aus. [2016: 14,83°C (siehe: ZDF am 19.01.2017) und 2017: 14,76°C]. Demnach hätte die Menschheit nur noch 0,39°C bis zur absoluten Globaltemperatur von 15,19°C, um die heute vom IPCC-Sonderbericht festgelegte 1,5°C-Leitplanke nicht zu übersteigen.

Klima(folgen)forscher (mögliche, sinnvolle Antwort):

Ja, ist korrekt, kann man so sagen.

Journalist (wenn gut informiert):

Das Jahr 1850, der häufig von Klimaforschern definierte Anfang der Industrialisierung, fällt parallel in das Ende der „Kleinen Eiszeit“. Seit dieser Zeit bis heute egalisiert die Global-Temperatur der Erde die 15°C aus dem „natürlichen Treibhauseffekt“, der bis zum Jahr 2017 mit 14,8°C – nachweislich gemäss WMO in Genf – seit somit über 150 Jahren immer noch nicht wieder erreicht worden ist.

Es gibt weitere Widersprüche und Unstimmigkeiten in der langjährigen Argumentation der Klimaforscher, wenn man berücksichtigt, dass der „natürliche“ (nicht-menschgemachte) Treibhauseffekt bei einer absoluten Globaltemperatur von 15°C festgelegt worden ist. Wie kann eine absolute Globaltemperatur ab 15,19°C angeblich bereits gefährlich sein, wo doch der Temperaturwert aus dem natürlichen Treibhauseffekt nur geringfügig (0,19°C) davon abweichend bei 15°C liegt? Bis zum Jahr 1995 wurde sogar eine absolute Globaltemperatur bei 15,4°C – 15,5°C ausgewiesen, was unzählige Veröffentlichungen aus dieser Zeit dokumentieren. Im Gegensatz zu der obigen Behauptung von Thomas Stocker Anfang September 2018 zeigen doch diese Veröffentlichungen deutlich, dass die globale Absoluttemperatur bei Klimaforschern sehr wohl eine Relevanz hat. Was sagen Sie zu den Widersprüchen, Herr Klima(folgen)forscher?

Klima(folgen)forscher (mögliche, sinnvolle Antwort):

[TILT, GAME OVER]

Die folgende von uns erstellte .gif-Animation auf Basis einer täuschenden Grafik, die der ARD-Meteorologe Karsten Schwanke am 01.12.2016 in einem Video verwendet hatte, erklärt hoffentlich deutlich die wichtige Bedeutung von Absoluttemperaturen:

Es dürfte deutlich geworden sein, warum Klima(folgen)forscher diese Frage nach der globalen Absolutbasistemperatur fürchten, wie der Teufel das Weihwasser, denn dann fliegt der langjährige wissenschaftliche Schwindel von der angeblichen Gefährlichkeit der Erderwärmung rigoros auf.

Besonders eindrücklich ist die Grafik auf der Seite 29 aus der Bundestagsdrucksache 11/8030 vom 24.05.1990, dessen unmissverständliche Aussage der Grafik wir mit blau-Markierungen und als .gif-Animation zusätzlich verdeutlicht haben:


Der folgende Screenshot aus dem Filmbericht des RBB vom 11.10.2017 über „25 Jahre PIK POTSDAM“ – also ca. 27 Jahre später – weist deutlich eine aktuelle absolute globale Mitteltemperatur unterhalb von 15°C aus:

Screenshot aus RBB „ZIBB“ vom 11.10.2017

Es ist deutlich zu erkennen, dass die globale Mitteltemperatur die wichtigen 15°C seit 1850 bis „heute“ (Jahr 2017) nicht überschritten hat.

Und auch das Schweizer Fernsehen, damals noch „SF“, hatte am 07.12.2009, während der Klimakonferenz in Kopenhagen folgende Grafik in der SF „TAGESSCHAU“ gezeigt:

Screenshot aus SF „TAGESSCHAU“ vom 07.12.2009, Hinweis: Der Buchstaben-Fehler oben rechts in der Grafik bei „Quelle: IPCC“ („P“ an 3. Stelle, anstelle von „C“) wurde verursacht vom SF.

Es ist auch dort deutlich zu erkennen, dass auch damals im Jahr 2009 eine absolute Globaltemperatur UNTERHALB von 15°C vom SF ausgewiesen worden ist. Und etwa zur gleichen Zeit wurden im „SF“ Schüler im Schweizer Schulfernsehen mit folgender Information versorgt:

Sie erkennen hoffentlich die Diskrepanz, warum eine aktuelle Globaltemperatur unterhalb von 15°C eine „gefährliche Erderwärmung“ darstellen soll, wenn doch dort von „angenehmen plus 15 Grad Celsius“ gesprochen wird, die von der offiziellen Klima(folgen)forschung durch den „natürlichen Treibhauseffekt“ (und eben nicht-menschgemachten) begründet werden.

Und auch die deutsche TAGESSCHAU hatte am 07.12.2009 in der 20Uhr-Ausgabe eine ähnliche Grafik mit den relevanten und offiziellen globalen Absoluttemperaturen gezeigt und verwendet:

Screenshot aus: 20Uhr „TAGESSCHAU“ (DAS ERSTE) am 07.12.2009 !! (Hinweis: die gelbe Linie wurde zur Verdeutlichung nachträglich hinzugefügt)

Und bekanntlich weist auch die TAGESSCHAU auf deren Webseiten in der Animation einen „natürlichen Treibhauseffekt“ bei 15°C aus:

Das folgende kurze Video zeigt zum Abschluss anhand von drei anschaulichen Recherche-Beispiele, warum eine gefährliche globale Erderwärmung seit über 150 jahren definitiv nicht existiert:

 

Erkennen Sie nun den Irrsinn in der angeblichen Gefährlichkeit der Globalen Erwärmung und warum die Frage von Karsten Hilse so grundlegend wichtig ist?

Hinweis: Dieser Blogtext hatte informative Elemente aus dem Blogtext vom „Klimamanifest Heiligenroth“ verwendet und zusätzlich noch um weitere Informationen ergänzt.

 

 

17 Oct 09:02

Weltwirtschaftsforum: Deutschland ist das innovativste Land der Welt

by ZEIT ONLINE: Wirtschaft -
Das Weltwirtschaftsforum hat die Wettbewerbsfähigkeit von 140 Ländern verglichen. Auf Platz eins liegen die USA. Dafür ist Deutschland bei Innovationen führend.
17 Oct 09:01

Gesichtserkennung: Die radikale Kritik des CCC am Pilotprojekt Südkreuz

Der Chaos Computer Club wirft der Bundesregierung vor, die Auswertung des Gesichtserkennungstests in Berlin manipuliert zu haben. Doch die Argumentation der Hacker ist selbst nicht ganz stichhaltig und hat einen großen Haken. Eine Analyse von Friedhelm Greis (Gesichtserkennung, Datenschutz)
09 Oct 14:53

Jahr 2018: Geringste Anzahl von Tornados seit Beginn von Aufzeich­nungen vor 65 Jahren

by Chris Frey

Und jetzt das: Bislang in diesem Jahr wurden 759 Tornados in den USA registriert, das ist eine rekord-niedrige Anzahl. Den SPC-Daten zufolge waren das zwei weniger als das bisherige Rekord-Minimum von 761.

Überhaupt war die Tornado-Aktivität während der letzten Jahre ungewöhnlich gering, wenn man die Aufzeichnungen betrachtet, die bis zurück zu Anfang der fünfziger Jahre reichen.

Dr. Roy Spencer von der UAH schreibt auf seiner Website:

Dieses Fehlen von Tornado-Ereignissen während der letzten Jahre sollte allgemein auch mit geringerer Gewitter-Aktivität in den USA korrelieren, sind doch die atmosphärischen Bedingungen zur Bildung von Tornados, Hagel und schweren Sturmböen genau die Gleichen …

Die Graphik mit den jährlichen Tornado-Trends ist das Ergebnis eines Verfahrens, welches von Harold Brooks, NSSL, und Greg Carbin, SPC, auf die beobachteten Daten bzgl. Tornados angewendet worden ist. Da eingehende Tornado-Berichte immer begutachtet werden, wird die tatsächliche oder „geglättete“ Anzahl von Tornados der Graphik hinzugefügt.

Im Zusammenhang damit schreibt der Meteorologe Steve Bowen auf Twitter:

Heute ist der 1961-te aufeinanderfolgende Tag ohne einen F5-Tornado in den USA. Das ist bis dato der zweitlängste Zeitraum ohne ein solches Ereignis seit 1950.

Er fügte folgende Graphik hinzu:

Übersetzung: Anzahl der Tage zwischen Tornados der Stärke F5

Das lässt die Behauptungen der Alarmisten zerplatzen, dass Klimawandel Extremwetter immer schlimmer macht.

Und der Trend, wenn man ihn adjustiert nach der Zunahme der Bevölkerung, besseren Beobachtungen und verbesserter Technologie, verläuft einfach flach, wie diese vom SPC erstellte Graphik zeigt:

Diese Graphik reicht leider nur bis zum Jahr 2007. Hoffentlich kommt bald eine Aktualisierung.

Link: https://wattsupwiththat.com/2018/10/04/2018-us-tornadoes-lowest-in-65-years-of-record-keeping/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

09 Oct 12:24

Die Zukunft sagt: Atomkraft, ja bitte! Aufruf zum Nuclear Pride Fest

by Anna Veronika Wendland

Die Nuklearia ruft auf zur Teilnahme am Nuclear Pride Fest am 21. Oktober 2018 in München von 10 bis 16 Uhr auf dem Marienplatz. Die Nuklearia ist Teil der europaweiten Nuclear Pride Coalition, die das Nuclear Pride Fest ausrichtet und sich für Erhalt und Ausbau der Kernenergie in Europa einsetzt.

Warum ist es ausgerechnet jetzt so wichtig, eine moderne Pro-Atom-Bewegung auf die Beine zu stellen? Und warum sollte man das ausgerechnet in Deutschland tun, wo das Thema Kernenergie angeblich doch »gegessen« ist? Unsere Antwort: Die globalen Herausforderungen an zukünftige Energiesysteme sind nicht ohne die Kernenergie zu lösen. Und auch die energiepolitische Kontroverse in Deutschland zeigt, dass der Atomausstieg ein Fehler war.

Deutschland 2018: Energiewende am Ende

Dieser Herbst verspricht ein heißer Herbst der Energiepolitik zu werden. Im Westen des Landes, im Hambacher Forst, stehen sich Umweltschützer, RWE und Staatsgewalt unversöhnlich gegenüber. In Berlin hat soeben der Bundesrechnungshof der Regierung in seinem neuesten Energiewende-Bericht ein verheerendes Zeugnis ausgestellt.

Die deutsche Energiewende hat keines ihrer selbstgesetzten Ziele erreicht. Sie ist kein Weg zu mehr Umwelt- und Landschaftsschutz: Windparks und Biomasse-Monokulturen bewirken große ökologische Schäden in gewachsenen Kulturlandschaften. Sie ist kein Weg zum Klimaschutz: Die selbstgesteckten deutschen CO2-Ziele wurden nicht erreicht. Sie ist kein Weg in eine sichere Stromversorgung: Unzuverlässige Einspeisung und Zurückdrängung der gesicherten Leistung machen unsere Stromnetze instabil. Und die Energiewende ist unwirtschaftlich und unsozial: Die mit über 30 Milliarden Euro jährlich vom Stromkunden finanzierten Maßnahmen tragen nur zu einem kleinen Teil zu einer gesicherten Stromversorgung bei. Die Verbraucher- und Industriestrompreise steigen weiter und sind die höchsten in Europa.

Wer »Atomkraft, nein danke!« rief, hat Braunkohle bekommen

Wer »Atomkraft? Nein danke!« rief und durchsetzte, hat als Belohnung die Braunkohle bekommen. Denn das Verbot der sicheren, luftschadstoff- und CO2-armen Kernenergie hat dem zwar zuverlässigen und preiswerten, aber nicht gerade sauberen Kohlestrom den Weg gebahnt. Jetzt hagelt es Proteste gegen die Braunkohle: Sie soll weg, um des Klimaschutzes willen. Doch wer vom RWE-Kernkraftwerk Emsland nicht sprechen will, der sollte von RWE im Hambacher Forst schweigen. Emsland könnte Hambach retten, aber das ist nicht erwünscht. Das Kernkraftwerk soll in wenigen Jahren vom Netz.

Diese Situation bereitet vielen Bürgern unseres Landes inzwischen großes Unbehagen. In den meisten Parteien und in breiten Schichten unserer Bevölkerung gibt es Menschen, die der Kernenergienutzung wohlwollend gegenüberstehen. Doch die meisten scheuen ein Coming-out. Wer hat schon Lust, sich deswegen in unseren stramm antinuklearen Medien oder von Parteifreunden als Atomlobbyist, Ewiggestriger oder gleich als Rechtspopulist beschimpfen zu lassen?

Wir brechen das nukleare Rede-Tabu

Wir sagen: Die Schützengräben der Vergangenheit sollten zugeschüttet werden. Dieses Thema ist noch längst nicht abgeräumt, nur weil in einer emotional aufgeladenen Situation nach Fukushima eine hastige Atomgesetz-Änderung beschlossen wurde. Wir rufen dazu auf, diese falsche Entscheidung in Ruhe zu überprüfen. Fehler sind dazu da, sie zu beheben, statt sie anzubeten.

Kernkraft? Ja, bitte!

Es gibt einen Konsens vieler Menschen von ökologisch-progressiv bis konservativ, dass die Kernenergie eine technisch ausgereifte, landschaftlich minimal-invasive und luftschadstoffarme Form der Elektrizitätsversorgung ist. Manche begründen ihr Votum für die Kernenergie mit einer drohenden Erwärmung des Weltklimas, siehe zum Beispiel das »Ökomoderne Manifest«. Andere argumentieren ohne Klimabezug und betonen, dass es angesichts des Stromhungers der Welt illusionär ist, auf eine derart energiedichte und gleichzeitig emissionsarme Stromgewinnung zu verzichten, siehe etwa die »Gegenrede zum Manifest der Ökomodernisten«.

Wir möchten, dass sich all diese Menschen ungeachtet sonstiger politischer Differenzen kennenlernen und vernetzen. Die Nuklearia vertritt einen bunten Querschnitt der Gesellschaft: Männer und Frauen, Natur- und Geisteswissenschaftlerinnen, Lehrer und Ingenieure, Facharbeiter und Technikerinnen, die sich aufgemacht haben, unabhängig von der Energiewirtschaft, von Parteien und klassischen Standesvertretungen das nukleare Redetabu anzufechten.

Auf nach München zum Diskutieren und Feiern!

Wir sagen: Unsere Elektrizitätswirtschaft ähnelt derzeit einem Blechbecher, den die Regierung verkehrt herum anpackt und sagt: Mist, da fehlt ja der Boden! Und oben ist er auch noch zugeschweißt! Also Boden zuschweißen, Deckel aufbohren! Geld spielt keine Rolle!

Wir empfehlen: Die Tasse war eigentlich ganz passabel – man sollte sie nur mal richtig herum hinstellen. Kernenergie ist eine Lösung und kein Problem. Die deutschen Kernkraftwerke haben Enormes bei der Sicherung einer sauberen Stromversorgung geleistet. Das Atom»müll«problem halten wir auf vielerlei Weise für lösbar. Wir haben Grund, stolz auf die Kernenergie zu sein. Die Kernenergienutzung verdient eine neue Chance in diesem Land.

Darüber möchten wir mit allen Interessierten ins Gespräch kommen. Kommt alle zum Nuclear Pride Fest am 21. Oktober auf den Münchner Marienplatz! Für eine freie, faire, sachlich-kritische und evidenzbasierte Diskussion über Energiepolitik, Strahlungsrisiken und künftige Versorgungsszenarien! Für kerntechnische Forschung, Lehre und Entwicklung moderner, inhärent sicherer Reaktor- und Entsorgungskonzepte! Für ein Überdenken der Ausstiegsgesetzgebung!

Atomkraft nein danke? Das war gestern. Die Zukunft sagt: Kernenergie, ja bitte!


Über die Nuklearia

Nuklearia

Der Nuklearia e.V. ist ein gemeinnütziger und parteiunabhängiger Verein zur Förderung der Kernenergie. Wir sehen in der Kernenergie eine wesentliche Säule der Energieversorgung. Fortschrittliche Reaktoren arbeiten sicher, sauber und nachhaltig. Atommüll lässt sich in Schnellen Reaktoren als Brennstoff nutzen.

Anders als erneuerbare Energien steht Kernenergie jederzeit in ausreichender Menge zur Verfügung und verbraucht keine großen Landflächen. Im Unterschied zu Kohle oder Gas ist Kernenergie CO2-arm und vermeidet Luftverschmutzung.

Kenntnisse über Kernenergie sind in Deutschland rar geworden. Das wollen wir ändern.

Der Beitrag Die Zukunft sagt: Atomkraft, ja bitte! Aufruf zum Nuclear Pride Fest erschien zuerst auf Nuklearia.

09 Oct 12:23

IEA warns of challenges from Swiss nuclear phase-out

Switzerland's phased withdrawal from nuclear power presents challenges for maintaining its electricity security, the International Energy Agency says in a report it published yesterday.
09 Oct 11:57

IRL Glasses Block All the Screens Around You

by AndrewKemendo
09 Oct 10:01

Projektmanagement-Tools: Die wichtigsten Anbieter im Überblick

Eine Projektmanagement-Software zu finden, mit der jedes Team im Unternehmen ­gerne und effizient arbeitet, ist nicht immer einfach. Welche ­Grundvoraussetzungen ­müssen entsprechende Lösungen erfüllen, damit sie teamübergreifend eingesetzt ­werden können? Wir ­stellen wichtige Produkte und Anbieter vor.

Nach dem Release von Basecamp als erste schlanke ­Alternative zum damaligen Platzhirsch Microsoft Project im Jahr 1999 sind unzählige leichtgewichtige PM-Tools auf den Markt gekommen. Mit Productboard zum Beispiel bietet sich ein modernes PM-Tool an, das speziell für Produktmanagement-Teams konzipiert ist. Zube bringt die Produkt-, und Entwicklerteams näher zusammen. Conceptboard spricht mit seinem cloud-­basierten ­Collaboration- und PM-Dienst direkt Designer-Teams an. ­Apollo bringt CRM und Projektmanagement unter einen Hut und ­wendet sich vor allem an die Vertriebsabteilung. Gleichzeitig ­haben schlanke Task-­Management-Apps wie Wunderlist, Todoist, ­Asana und Trello längst ihren Weg in die Unternehmen gefunden. Mit nützlichen Features, tollen Benutzeroberflächen, die die Usability einer Consumer-App versprechen und einer aggressiven ­Freemium-Strategie machen diese und zahlreiche ähnliche SaaS-Dienste das Thema Projektmanagement für Teams jenseits der IT-Abteilung attraktiv.

Egal ob Marketing, Kundenservice, Buchhaltung oder Vertrieb: Jedes Team im Unternehmen, das seine Zusammenarbeit verbessern und Prozesse beschleunigen möchte, findet auf dem heutigen Cloud-Markt eine passende Lösung, die genau auf ­seine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Doch das Thema Projektmanagement kann in einigen Fällen so umfassend sein, dass alle Geschäftsbereiche davon berührt werden. Man denke zum Beispiel an den Launch eines neuen Produkts. Von Entwicklung und Design über Marketing und Vertrieb bis hin zum Kundenservice und -Support: In so einem Projekt sind unterschiedliche Teams beteiligt, die reibungslos und eng miteinander zusammenarbeiten sollten. Wenn die Entwickler aber Jira nutzen, das ­Marketing-Team lieber mit Basecamp oder Wrike arbeitet und die Support-Mitarbeiter wiederum eine andere Lösung einsetzen, um ihre Tickets und Issues zu verwalten, dann kann das schnell zu Problemen führen.

Anstatt verschiedene Insellösungen für die einzelnen Fach­abteilungen einzusetzen und diese selbst irgendwie miteinander zu integrieren, greifen viele Unternehmen deshalb lieber auf eine ganzheitliche Lösung zurück, die als zentrale Projektdrehscheibe für alle beteiligten Teams dient. Von teamübergreifenden Anwendungen versprechen sich Anwender nicht nur Einheitlichkeit, Konsistenz und höchste Standards bei der Benutzung – für sämtliche Mitarbeiter, egal in welcher Fachabteilung sie arbeiten –, sondern auch die Abbildung komplexerer Geschäftsprozesse über Abteilungsgrenzen hinweg.

Grundvoraussetzungen moderner ­Tools

Wenn es um die Auswahl einer solchen Lösung geht, spielen zunächst nicht ganz so spannende Themen wie Benutzerverwaltung, Berechtigungen und Zugriffsrechte eine entscheidende Rolle. Einfache PM-Tools, die nur in einem Team zum Einsatz kommen, müssen nicht unbedingt verschiedene Benutzerrollen oder granulare Nutzerberechtigungen unterstützten. Wenn das Team jedoch größer oder die PM-Lösung von verschiedenen Abteilungen eingesetzt wird, dann kommt man um detaillierte ­Benutzereinstellungen einfach nicht herum.

Dass man einzelnen Nutzern Zugriff zu bestimmten Projekten gewähren kann, reicht dann nicht mehr aus. Unternehmen müssen dann in der Lage sein, ihre eigene Organisationsstruktur in der Software abzubilden. Das heißt, verschiedene Teams, User-Gruppen oder Arbeitsbereiche (Workspaces) anlegen und deren Sichtbarkeit für bestimmte Mitarbeiter beziehungsweise Teams individuell anpassen können. Das ist nicht nur wichtig, um bestimmte Daten vor unbefugtem Zugriff zu schützen, sondern macht die Software übersichtlicher und einfacher zu bedienen.

Anpassbarkeit und Flexibilität stellen zentrale Voraussetzungen für eine teamübergreifende PM-Lösung dar. Denn jedes Team arbeitet anders und jeder Projektmanager hat seinen ganz persönlichen Führungsstil. Was in den Augen eines ­Projektleiters ein “Killer Feature” darstellt, kann für viele seiner Kollegen wiederum völlig irrelevant sein. Wenn verschiedene Teams mit unterschiedlichen Prozessen und Arbeitsmethoden gemeinsam auf einer Plattform arbeiten sollen, dann ist es hilfreich, wenn sie die Software an ihre eigenen Anforderungen und ­Arbeitsweisen anpassen können.

Solche Features werden längst nicht nur von großen ­Enterprise-Project-Management-Suites angeboten, die die komplexen Organisationsstrukturen großer Unternehmen mit hunderten oder gar tausenden von Mitarbeitern abbilden müssen. Auch ausgereifte PM-Plattformen wie Redbooth, Activecollab, Wrike und allen voran Jira bieten inzwischen genügend Kontrollmechanismen, um Accounts mit hunderten von Mitarbeitern mit unterschiedlichen Rollen und Berechtigungen professionell managen zu können.

Für Business-Teams aller Art: Jira Core

2002 in Sydney gegründet, konnte sich die Firma Atlassian als einer der weltweit erfolgreichsten Collaboration- und Projektmanagement-Anbieter positionieren. Seinen Namen in der Branche hat das börsennotierte Unternehmen aus Down Under vor allem seinem Flaggschiffprodukt Jira zu verdanken. Jira hat sich als eine umfangreiche und gleichzeitig flexible Alternative für Software-Teams positioniert, die sowohl Scrum- als auch ­Kanban-Boards unterstützt und mit über 150 Features alle zentralen Aspekte des agilen Projektmanagements abdeckt.

Die Software, die sowohl in der Cloud als auch ­On-Premise genutzt werden kann, wurde jedoch mehr und mehr von nichttechnischen Teams eingesetzt. Vor diesem Hintergrund hat ­Atlassian Ende 2015 eine neue Version seiner erfolgreichen Projekt­management-Plattform lanciert, von der jedes Business-Team im Unternehmen profitieren soll: Jira Core. Das ­Produkt soll zur zentralen Anlaufstelle für Teams in allen Bereichen des Unternehmens ­werden, egal ob im Personalwesen, Marketing, ­Finanzwesen oder in der Rechtsabteilung. Die Scrum-Boards, agile Reporting-Funktionen und weitere Tools, die speziell für Software-Teams ­konzipiert sind, sucht man in Core vergeblich. Dafür bietet ­diese nützliche Funktionalitäten wie Business-Projekt­vorlagen und benutzerdefinierte Felder und Workflows, die Projektmanager ­flexibel nach ihren eigenen Anforderungen ­gestalten können.

Task-Management mit Asana

Atlassian ist mit seiner Jira-Produktfamilie nicht der einzige Anbieter, der den Fokus auf Anpassbarkeit und Flexibilität legt. Ganz im Gegenteil. Benutzerdefinierte Felder und Workflows gehören inzwischen zum Standardrepertoire vieler weitverbreiteten PM-Dienste, darunter Asana, Trello, Monday und Wrike, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Diese Anbieter haben längst erkannt, dass klassische Projekt- und Aufgabenparameter wie Fälligkeitsdatum, Priorität oder Verantwortlicher nicht mehr ­genug sind.

2008 als leichtgewichtige Task-­Management-App gestartet, bietet Asana heute mächtige Werkzeuge, um die Projekte und Aufgaben verschiedener Organisationen, ­Abteilungen und Teams professionell an einem Ort zu verwalten. (Screenshot: Asana)

In Asana, der populären Task-Management-App aus San Francisco, die vom Facebook-Mitgründer Dustin Moskovitz gestartet wurde, kann man zum Beispiel eigene Felder zu Aufgaben und Projekten hinzufügen, um genau das abzubilden, was für das eigene Unternehmen oder Team relevant ist. Das könnten etwa Versionsnummer, Statusinformationen, Stundensätze oder ­Budget-Angaben sein, die die Teams benötigen, um ihre Arbeit besser zu organisieren. Auf solche benutzerdefinierten Felder können Anwender dann zurückgreifen, um Aufgabenlisten zu sortieren oder zu filtern sowie um eigene Dashboards und Berichte zu erstellen.

So flexibel wie Excel: Smartsheet und Airtable

Teams, die den Themen Anpassbarkeit und Flexibilität eine große Bedeutung beimessen, sollten einen Blick auf alternative ­Projektmanagementdienste wie Smartsheet oder Airtable werfen. Bereits 2005 gestartet, verfolgt Smartsheet aus Washington einen besonderen Lösungsansatz, der maximale Flexibilität verspricht. Der Clou: Den Kern des Systems bilden nicht To-do-­Listen oder Kanban-Boards, so wie bei den meisten PM-Systemen ­üblich, sondern interaktive, „intelligente“ Tabellen.

Mit Airtable lassen sich Tabellen­zellen auf über 20 verschiedene Arten formatieren und können neben beliebigen Formeln auch Inhalte wie Checkboxen oder Auswahlfelder beinhalten. (Screenshot: Airtable)

Diese Smartsheets funktionieren im Prinzip wie übliche Exceltabellen, werden jedoch um viele nützliche Werkzeuge rund um Task-Management, File-Sharing, Workflows, Reporting und Collaboration ergänzt, die ein professionelles Projektmanagement ermöglichen. Damit eignet sich Smartsheet zunächst für Einsteiger, die ihre Projekte bis jetzt mit Excel irgendwie verwaltet haben und nun eine bessere Lösung suchen. Smartsheet bietet eine gewohnte Arbeitsoberfläche. Doch selbst groß angelegte ­Projekte mit vielen Teilnehmern, Aufgaben, Ressourcen und Abhängigkeiten können mit der Software erfolgreich bewältigt werden. Schließlich wird diese laut Hersteller von über 3,5 Millionen Nutzern und 90 Prozent der Fortune-100-Unternehmen eingesetzt. Die Firma hat vor ein paar Wochen den Börsengang angekündigt.

Mit Airtable präsentiert sich eine moderne Smartsheet-­Alternative, die Tabellen ebenfalls in den Vordergrund stellt und auf starkem Wachstumskurs ist. Vor ein paar Wochen gab das Startup bekannt, 52 Millionen US-Dollar frisches Kapital gesammelt zu haben. In Sachen Usability und UI-Design macht der 2013 in San Francisco gestartete Onlinedienst, der inzwischen von namhaften Firmen wie Tesla und Airbnb eingesetzt wird, einen besseren Eindruck als Smartsheet. Der Lösungsansatz ist im Prinzip aber recht ähnlich. So lassen sich Zellen auf über 20 verschiedene Arten formatieren und können dann auch neben beliebigen Formeln ausgefallene Inhalte wie Checkboxen, multiple Auswahlfelder oder Barcodes enthalten. Eine besondere Stärke der Software ist es dabei, Relationen zwischen den Tabellen herzustellen: Mit einem speziellen Spaltentyp können Anwender die Daten einer Tabelle ganz einfach mit Daten aus anderen Tabellen verknüpfen. Ebenfalls praktisch für die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit: Mit dem Feature Airtable Blocks können Teams auf Basis der Daten ihrer Tabellen beliebige ­Workflows erstellen.

All-in-One-Lösungen für KMU: ­Teamleader

Neben klassischen Projektmanagement-Lösungen und Alternativen wie Smartsheet und Airtable können schnell wachsende kleine und mittelständische Unternehmen, die die verschiedenen Teams näher zusammenbringen wollen, auf All-in-One-Lösungen zurückgreifen, die speziell für ihre Zielgruppe optimiert sind. Serviceorientierte Unternehmen, die an verschiedenen Kundenprojekten arbeiten, etwa digitale Agenturen, Architekturbüros und andere Dienstleister in der ­Kreativindustrie, können zum Beispiel auf Teamleader ­zurückgreifen. Das Startup wurde vor mittlerweile sechs Jahren in Belgien ­gegründet und konnte bis zum heutigen Zeitpunkt rund 15 Millionen US-Dollar Kapital einsammeln.

Quelle: Websites der jeweiligen Anbieter. Stand: April 2018. 1 Euro = 1,23 US-Dollar. Alle Angaben ohne Gewähr.

Mit seiner umfassenden Cloud-Lösung arbeiten bereits über 5.000 kleine und mittelständische Unternehmen, laut Aussagen des Anbieters. Mit Projektmanagement, CRM, Zeiterfassung, Leadmanagement, Kalenderverwaltung, Help-Desk und Telefonverkehr (VoIP) ­präsentiert sich Teamleader als eine Art moderne ­ERP-Software, mit der kleine und mittlere Unternehmen ihre wichtigsten Prozesse auf einer einzigen Plattform abbilden können – von der Projektplanung über die Rechnungsstellung bis hin zum Kunden­support.

Teamleader konkurriert mit ähnlichen All-in-One-­Lösungen wie dem Collaboration- und Social-Intranet-System Bitrix24, Activecollab, einer Projektmanagement-Lösung aus Serbien, die über viele Extras verfügt wie Zeiterfassung und Rechnungsstellung oder Teamwork aus Irland.

Fazit

Während schlanke Business-Tools aus der Cloud stark im Kommen sind, bleiben gerade in den Bereichen ­Business-Collaboration und Projektmanagement umfangreichere Plattformen nach wie vor sehr gefragt. Prinzipiell kann man den Sinn in hochspezialisierten Tools und dem Best-of-Breed-Ansatz sehen. Denn in vielen Bereichen können sie kleineren Unter­nehmen dabei helfen, Excel oder E-Mail durch effizientere ­Anwendungen zu ersetzen und ihre Produktivität zu steigern. Doch allzu häufig ist Projektmanagement so umfassend, dass alle Geschäftsbereiche davon berührt werden. Folglich sind vor allem wachsende Unternehmen, die komplexere Geschäftsprozesse abbilden müssen, auf eine Lösung angewiesen, die nicht nur Einheitlichkeit und höchste Standards bei der Benutzung bieten, sondern auch Flexibilität und ­Anpassungsmöglichkeiten. Denn ab einem gewissen Komplexitätsgrad lassen sich spürbare Erleichterungen nur durch den Einsatz einer abteilungsübergreifenden Lösung ­erreichen.

09 Oct 09:32

Der Kommissar hat das Geheule satt

by Udo Vetter

Vor einigen Tagen habe ich einen Mandanten verteidigt, dem Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen wurde. Dass er sich verteidigen musste, ist deshalb schon interessant, weil es am Ende mein Mandant war, der zwei gebrochene Rippen und eine gebrochene Nase hatte, während es den beteiligten Polizisten noch super ging. Verletzungen, die sich mein Mandant angeblich bei einer Widerstandshandlung zugezogen hatte, nachdem ihn mehrere Polizisten zu Boden gebracht hatten.

Ich will gar nicht in die Tiefen der Geschichte gehen. Vielleicht genügt es als Zusammenfassung, dass die Geschichte, welche die Beamten vor Gericht erzählten, schon etwas merkwürdig war. Ich hatte dem Mandanten geraten, dass er offen zu seinem Fehler steht. Nämlich dem Versuch, um die Ausweiskontrolle rumzukommen. Und auch dazu, dass er die Beamten auf jeden Fall verbal angegangen ist und sich auch dagegen gesperrt hat, als ihm Handfesseln angelegt werden sollten.

Die Hoffnung war, um eine Vorstrafe rumzukommen. Ich hatte keine Ahnung, ob das klappt – bis der Hauptbelastungszeuge sich in den Zeugenstand setzte. Auf das, was der Herr Kommissar sagte, will ich gar nicht eingehen. Sondern nur darauf, wie er auf die Entschuldigung reagierte, die mein Mandant am Ende der Vernehmung auf meine Empfehlung vorbrachte.

Der Beamte lief tiefrot an und tillte regelrecht aus. Mein Mandant solle ihm bloß nicht so kommen. So was könne er schon gar nicht mehr hören. Er habe dieses Geheule satt, das er von Angeklagten immer im Gerichtssaal zu hören bekomme. Die Entschuldigung nehme er auf keinen Fall an, mit so was könne man ihn grundsätzlich in Ruhe lassen.

Auf den Richter und den Staatsanwalt wirkte dieser Ausbruch ebenso wie auf mich. Nämlich als Beleg, dass es in der Geschichte sicher nicht nur schwarz und weiß gab. Zwei Minuten später war das Verfahren eingestellt, gegen Zahlung eines dreistelligen Betrages für Amnesty International.

Der Beamte saß hinten im Saal und verstand die Welt nicht mehr. Es fand sich aber niemand, der ihm erklärte, was sich da jetzt zugetragen hat.

09 Oct 09:32

Empfehlung der Polizei rechtfertigt kein Stadionverbot

by Udo Vetter

Der Deutsche Fußballbund (DFB) darf Fans nicht einfach deswegen ein Stadionverbot erteilen, weil die Polizei dies so empfohlen hat. Vielmehr bedarf es einer tatsächlichen Grundlage, die der DFB auch selbst feststellen muss, wie das Amtsgericht Frankfurt am Main entschieden hat.

Geklagt hatte ein Fußballfan, der bisher nie negativ aufgefallen war. Sein Auto wurde auf einem Parkplatz kontrolliert, wo sich auch andere Fußballfans trafen. Insgesamt wurden 177 Personen kontrolliert, in einigen Autos fanden sich Vermummungs- und Schlaggegenstände. Im Auto des Klägers war nichts. Er erhielt zwar einen Platzverweis und wurde wie die anderen eine Nacht festgehalten, aber später wurde nicht weiter gegen ihn ermittelt.

Zwar steht es dem DFB laut Urteil grundsätzlich frei, über den Zutritt Dritter zu Stadien zu entscheiden. Der Ausschluss eines Einzelnen dürfe jedoch nicht ohne sachlichen Grund und nicht willkürlich erfolgen. Allein der Platzverweis und die Ingewahrsamnahme reichen aber nicht aus, um auf eine mögliche Gewaltbereitschaft des Klägers zu schließen. Zwar bedürfe es für eine Gefahrenprognose nicht unbedingt des Nachweises einer Straftat. Der DFB hätte aber eine „eigene Tatsachengrundlage“ ermitteln müssen. Auf die Empfehlung der Polizei alleine könne ein Stadionverbot nicht gestützt werden (Aktenzeichen 30 C 3466/17 (71)).

09 Oct 09:32

„Antiviraler“ Hustensaft

by Udo Vetter

Ein Hustensaft darf nicht als „antiviral“ beworben werden, wenn die Wirkung bislang nur im Labor nachgewiesen wurde. Vielmehr ist es erforderlich, dass die positiven Wirkungen auch am Menschen belegt wurden, so das Landgericht Frankfurt am Main in einer aktuellen Entscheidung.

Der Hersteller hatte in seiner Werbung auf die „antivirale“ Wirkung hingewiesen und auch dazu geschrieben, der Hustensaft zeige diese Eigenschaften „im Labor“. In-vitro-Untersuchungen reichen aber nach Meinung des Gerichts nicht aus. Vielmehr müsse der Hersteller die Wirksamkeit zunächst am Menschen positiv belegen, wenn er mit den positiven Eigenschaften werben will. Positive klinische Tests konnte der Hersteller aber nicht vorlegen (Aktenzeichen 3-10 O 22/18).

09 Oct 09:32

Eine Nacht mehr

by Udo Vetter

Untersuchungshaft ist so ziemlich das Unerfreulichste, was einem im Umgang mit der Justiz passieren kann. Sie kommt meist plötzlich, reißt dich aus deinem Leben und lähmt dich zu so gut wie 100 %.

Dementsprechend erlebe ich als Verteidiger eigentlich nur Leute, die ganz dringend raus wollen. Und zwar sofort, besser noch gestern. Aber es gibt auch halt Ausnahmen – und die ist mir neulich in Norddeutschland begegnet.

Der Verhandlungstag war eigentlich recht erfolgreich verlaufen. Für den Mandanten gab es eine moderate Bewährungsstrafe. Und das Gericht hob auch sogleich den Haftbefehl auf. Der Haftbefehl hatte dem Mandanten einen mehrmonatigen Freiheitsentzug eingebracht.

Der Mandant hatte allerdings eigene Vorstellungen. Er wollte heute noch mal definitiv zurück in die Justizvollzugsanstalt und auf jeden Fall dort schlafen. Äh, bitte? Untersuchungshaft ohne Haftbefehl? Der wie immer bestens vorbereitete Mandant hatte auch gleich den richtigen Paragrafen parat: § 10 des Bremischen Untersuchungshaftgesetzes. Dieser sieht vor, dass dem Gefangenen „aus fürsorgerischen Gründen“ zugestanden werden kann, bis zum übernächsten Tag in der Haftanstalt zu bleiben. Das dürfte juristisch so zu verstehen sein, dass dem Gefangenen dieser Wunsch nicht abgeschlagen werden kann, sofern er ihn äußert.

Was natürlich so gut wie nie vorkommt. Die Richterin musste erst mal im Gesetz blättern, der Staatsanwalt musste erst mal blättern, und die anwesenden Anwälte ehrlich gesagt natürlich auch. Der Mandant ließ sich dann später tatsächlich noch mal von den Wachtmeistern abführen und abends für eine weitere Nacht in seine Zelle sperren. All das, nachdem er einige Formulare eilig herbeigeschaffte Formulare unterschrieben hatte, wonach dies alles sein freier Wille ist. Am nächsten Vormittag ging er dann aber nach Hause, obwohl er eigentlich noch eine Nacht hätte bleiben können.

Auch wenn ich noch paar Jahre bis zur Rente habe, ist nach meinem Gefühl die Wahrscheinlichkeit noch mal mit dem Paragrafen zu tun zu bekommen, doch sehr, sehr gering.

09 Oct 09:32

2 Pizza

by Udo Vetter

Für die Polizei und die Staatsanwaltschaft war der Fall klar. Mein Mandant soll ein Drogendealer sein, und zwar gar nicht von einem kleinen Kaliber. Das alles soll sich aus den WhatsApp-Chats meines Mandanten mit einem anderen Mann ergeben, der wegen Drogenhandels observiert wurde. Angeblich hatte mein Mandant bei dem Betreffenden „2 Pizza“ gekauft…

… wobei „1 Pizza“ laut den Erkenntnissen der Polizei 200 Gramm Marihuana bedeutet. Das sei der einschlägige Code, den die Beamten entschlüsselt haben wollten. Die Sache schien so klar, dass man es gar nicht für nötig hielt, den (mittlerweile inhaftierten) vermeintlichen Geschäftspartner meines Mandanten zu befragen. So ein WhatsApp-Verlauf ist ja auch ein quasi amtliches Ding, das trägt locker einen Verbrechensvorwurf mit einer Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr Gefängnis. Demzufolge erfolgte die Anklage auch nicht vor dem Strafrichter, sondern gleich beim Schöffengericht.

In der Hauptverhandlung erlaubte ich mir für meinen Mandanten den Hinweis, dass die Pizza-Connection tatsächlich auf einem wenig soliden Fundament ruht. Sowohl die Polizei als auch der Staatsanwalt hatten bei ihrer Begeisterung für den großen Fang (weit über 50 Beschuldigte) übersehen, dass mein Mandant mit dem Verkäufer zwar mal über Marihuana verhandelt hatte. Von „Pizza“, wie wohl bei anderen Beschuldigten, stand da aber nichts. Vielmehr war in den Chats stets nur von „2 Stück“ die Rede. Der Begriff Pizza taucht schlicht und einfach nirgends auf.

Tja, und so bestätigte dann der im Gericht nun erstmals zu meinem Mandanten befragte Dealer zwar, dass mein Mandant einmal was bei ihm gekauft hat. Aber halt nur zwei Joints, das Stück für zehn Euro. Das wiederum entsprach eigentlich dem Befund der Hausdurchsuchung bei meinem Mandanten. Auf dessen Handy war nämlich überhaupt nichts gefunden worden, das auf eine Verkaufstätigkeit hindeutet. In der Wohnung fanden sich auch nur ein paar Krümel Marihuana auf dem Nachttisch. Also Eigengebrauch.

Binnen zehn Minuten waren wir weg vom Verbrechensvorwurf – und bei einer Einstellung des Verfahrens. Hierfür zahlt mein Mandant gerne eine ganz, ganz kleine Geldauflage, damit der Albtraum nun wirklich ein schnelles Ende hat. Ich für meinen Teil bin noch nicht so ganz darüber hinweg, wie schlampig in diesem Verfahren ermittelt und Anklage erhoben worden ist.