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13 Sep 18:41

Neue Studie von Greenpeace Energy: Stromversorgung stabiler ohne Atomkraftwerke

Bild rechts: Der Jahresbericht 2015 der Bundesnetzagentur preist an:

Vielfältige Maßnahmen für ein Ziel – Energiewende

 

Klimaretter.Info  vom 05. September 2016:

[1] Stromversorgung stabiler ohne AKW


Vor fünfeinhalb Jahren hat Deutschland den Atomausstieg beschlossen – dennoch kann die Stromversorgung stabil und sicher gewährleistet werden. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Energy Brainpool hervor, die jetzt anlässlich der "Halbzeit" der für 2022 geplanten Abschaltung der letzten AKW veröffentlicht wurde.
... Die Behauptung der europäischen AKW-Lobby, die Atomkraft garantiere eine besonders stabile Stromversorgung, sei falsch, schlussfolgerte Auftraggeber Greenpeace Energy aus den Ergebnissen der Studie. Diese zeige außerdem, dass die Kohlekraftwerke, die derzeit als Reserve für abgeschaltete Reaktoren betrieben werden, nach und nach ersetzt werden könnten.

 

Ministerien sind auch nicht unabhängig (und nicht klüger), deshalb erschien auch dort eine ähnliche Meldung:
[3] Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Versorgungsqualität in Deutschland steigt

Ein solcher Erfolg des EEG wäre eine räuige Umkehr vom bisherigen Kritiker zum Befürworter und ein Gläschen Champagner wert – wenn die Studie das EEG analysiert hätte und damit eine Aussage darüber geben würde.
So aber ist die Studie, welche Greenpeace Energy verfassen lies, wieder ein Bilderbuch-Beleg, wie man Fakten in das Gegenteil drehen lässt und Wichtiges weg lässt, um eine gewünschte Aussage zu erhalten.

 

 

Die Greenpeace Energy Studie

 

Studie energy brainpool:  [2] BISHERIGE AUSWIRKUNGEN DES KERNKRAFTAUSSTIEGS AUF DIE VERSORGUNGSSICHERHEIT Kurzanalyse im Auftrag von Greenpeace Energy eG

[2] Ziel der Studie
Vor diesem Hintergrund soll im Folgenden der deutsche Kernenergieausstieg bei gleichzeitigem Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung mit Blick auf die Versorgungssicherheit analysiert werden.

 

[2] ... Bei konventionellen Kraftwerken können bestimmte Wettereignisse die Versorgungssituation verschärfen. So mussten in den heißen Sommern 2006 und 2007 Kraftwerke gedrosselt oder gänzlich abgeschaltet werden, um die Flusstemperaturen durch das Kühlwasser nicht über die zulässigen Grenzwerte ansteigen zu lassen. Niedrige Pegelstände von Flüssen führten bei Kohlekraftwerken im Dezember 2015 zu Versorgungsengpässen, weil die Kraftwerke nicht mehr per Schiff mit Kohle beliefert werden konnten.
Windkraft kann nach Zahlen des BMWi eine gesicherte Leistung von 7 Prozent der installierten Leistung beisteuern; mit anderen Worten existiert bei der Windkraft ein überregionaler Ausgleichseffekt: An Land oder auf See weht auch zum Zeitpunkt der Jahreshöchstlast genug Wind für 7 Prozent Einspeisung. Je größer das Gebiet ist, das für die Windkraft betrachtet wird, desto größer ist der Beitrag zur gesicherten Leistung. Bei einer gesamteuropäischen Betrachtung geht das BMWi etwa von 14 Prozent aus.

 

[2] ... In den Folgejahren der Energiewende wird der Zubau von erneuerbaren Energien voraussichtlich zu großen Anteilen auf Wind- und Photovoltaikanlagen basieren. Um dann in einem auf erneuerbaren Energien basierenden Energiesystem weiterhin ein hohes Maß an Versorgungssicherheit zu gewährleisten, ist die Nutzung von Flexibilitätsoptionen (vgl. Energy Brainpool/Fraunhofer IWES, 2015) nötig. Flexibilitätsoptionen wie kurzfristige Speicher (z. B. Batterien) und langfristige Speicher (z. B. Power-to-Gas) können auf der Erzeugungsseite zur Erhöhung der Versorgungssicherheit beitragen. Darüber hinaus kommt der Flexibilisierung der Nachfrageseite (z. B. durch DSM) eine besondere Bedeutung zu. Denn mit DSM kann auf Basis (betriebs-)wirtschaftlicher Erwägungen die Jahreshöchstlast reduziert werden. Hierzu sind weitere Anpassungen an den Rahmenbedingungen des Strommarktes nötig (vgl. Energy Brainpool/Fraunhofer IWES, 2015), die sich mit dem Strommarktgesetz teilweise in der Umsetzung befinden.

 

Diskussion der Studie

 

Der SAIDI Wert

Die Überschrift der Meldungen lautet: Stromversorgung stabiler ohne AKW
Bezogen wird diese Aussage alleine auf den SAIDI Wert, der die Versorgungsqualität als Kennziffer ausweist. Betrachtet wird in der Studie nicht zufällig erst der Zeitraum vom Jahr 2006 an. Vorher gibt es nämlich keine Daten zum SAID – Index [3] für Deutschland. Trotzdem wird dieser Index wird als Basis für die euphorische Aussage genommen. Ob das Netz vorher nicht stabiler war, weiss also niemand. Und ob er beim aktuellen Erzeugermix überhaupt eine Aussage liefern kann, ist recht unwahrscheinlich. Jedenfalls liegt nach dieser Bewertung Deutschland in Europa erst an vierter Stelle bezüglich der Versorgungssicherheit.

 

Das Bild aus der Studie zeigt zudem:
-Vor dem Atomausstieg Anfang 2011, von 2006 – 2010 verbesserte sich der SAID-Index um -30,8 %
-Nach dem Atomausstieg von 2011 – 2014 verbesserte er sich nur noch um -17,6 %

Man hätte also auch texten können:
Seit Beginn des Atomausstiegs beträgt die Verbesserung der Netzqualität nur noch die Hälfte.
Damit soll gezeigt werden, dass dieser Index über den Zustand und Zukunft der EEG-Versorgung überhaupt nichts aussagt.

 

Bild 1 [2] SAIDI Wert Deutschland

[3] SAIDI Wert
Jochen Homann, Präsident der BNetzA, erläutert: "Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der systematischen Erfassung der Stromversorgungsqualität durch die Bundesnetzagentur im Jahr 2006. Diese Verbesserung der Versorgungsqualität liegt vor allem daran, dass das Jahr 2014 nur wenige Extremwetterereignisse aufwies. Ein maßgeblicher Einfluss der Energiewende und der steigenden dezentralen Erzeugungsleistung auf die Versorgungsqualität ist auch weiterhin nicht erkennbar."
<acronym>SAIDI</acronym>-Wert: Es werden weder geplante Unterbrechungen noch Unterbrechungen aufgrund höherer Gewalt, wie etwa Naturkatastrophen, berücksichtigt. In die Berechnung fließen nur ungeplante Unterbrechungen ein, die auf atmosphärische Einwirkungen, Einwirkungen Dritter, Zuständigkeit des Netzbetreibers und aus anderen Netzen rückwirkende Störungen zurückzuführen sind. Die Unterbrechung muss zudem länger als drei Minuten dauern.

 

Deutschland liegt damit in Europa an vierter Stelle hinter Luxemburg, Dänemark, Schweiz
[4] Figure 4: Total SAIDI (planned and unplanned, including exceptional events)

 

 

Stabiler ohne AKW

Die Presseinformation suggeriert, es würde keine AKW-Versorgung mehr geben. Dabei hat die AKW-Einspeisung nur wie folgt abgenommen:
-seit 1990: 40 %
-seit 2000: 46 % (Höchststand der AKW-Einspeisung)
-seit 2007: 34,7 %

Es werden also immer noch 65,3 % AKW-Strom (bezogen auf 2006) eingespeist. Von „ohne AKW“ kann also keine Rede sein. Erst im Text wird darauf hingewiesen „ ... anlässlich der Halbzeit ... „.

 

Die Pressemeldung suggeriert weiter, dass dies ein Beleg für die Verbesserung der Stabilität trotz Ökostrom wäre.
Bild 2 zeigt, dass der komplette Grundlastanteil weiterhin von konventionellen Kraftwerken geleistet wird (Einspeiseanteil ca. 74 %). Anmerkung: Wasserkraft wird als konventionell bewertet, da diese bereits vor der EEG-Wende vorhanden war.

Bild 2 Bruttostromerzeugung in Deutschland 1990–2015 Quelle WIKIPEDIA. Anm.: Der Ökostromanteil ist durch vom Autor zugefügten, zwei weissen, gestrichelten Linien gekennzeichnet.

 

Noch deutlicher sieht man es anhand der AGORA-Datengrafiken. Bild 3 zeigt, was die konventionellen Kraftwerke leisten (müssen), Bild 4 zeigt, was Ökostrom als un-planbaren „Zappelstrom“ liefert und anrichtet.

 

Bild 3 Stromverbrauch Deutschland und Stromerzeugung konventionelle Kraftwerke (inkl. Kernkraft) und Wasserkraft vom 01.01.2016 – 05.09.2016. Quelle: AGORA

Bild 4 Stromverbrauch Deutschland und Öko-Stromerzeugung (ohne Wasserkraft) vom 01.01.2016 – 05.09.2016. Quelle: AGORA

 

Eine Studie welche behauptet, der SAIDI-Wert hätte sich durch die Verringerung der AKW-Einspeisung verbessert, kann man damit einfach als eine „Lügenpostille“ bezeichnen. Dass die Versorgungsgüte so gut ist, liegt einzig an:

-der herausragenden Qualität der konventionellen Kraftwerke und des Netzes,
-das man immer noch parallel die komplette Leistung mittels konventioneller Kraftwerke vorhält und diese nicht wie gefordert abgeschaltet hat,
-dass man im Notfall die Ökostrom-Einspeisung einfach kappt oder (so lange das noch geht) an das Ausland verschleudert:
Muttertag war EEG-Geschenktag auf Kosten der nicht privilegierten Stromkunden

  

Probleme wurden gelistet, aber nicht in die Bewertung einbezogen

In der Studie hört die Bewertung nicht zufällig mit dem aktuellen Zustand auf. Denn dass die Unstabilität erst kommen wird, wenn die konventionelle Grundlastversorgung durch politischen Zwang abgeschaltet wird, erkennt sie genau, führt es aber nicht aus.


Studie: [2]In den Folgejahren der Energiewende wird der Zubau von erneuerbaren Energien voraussichtlich zu großen Anteilen auf Wind- und Photovoltaikanlagen basieren. Um dann in einem auf erneuerbaren Energien basierenden Energiesystem weiterhin ein hohes Maß an Versorgungssicherheit zu gewährleisten, ist die Nutzung von Flexibilitätsoptionen (vgl. Energy Brainpool/Fraunhofer IWES, 2015) nötig. Flexibilitätsoptionen wie kurzfristige Speicher (z. B. Batterien) und langfristige Speicher (z. B. Power-to-Gas) können auf der Erzeugungsseite zur Erhöhung der Versorgungssicherheit beitragen. Darüber hinaus kommt der Flexibilisierung der Nachfrageseite (z. B. durch DSM) eine besondere Bedeutung zu.

 

Anstelle einer seriösen Bewertung fabuliert sie Lösungen, welche aktuell nicht entfernt in Sicht sind. Da können  Klimaretter.Info und Greenpeace Energy noch so frei weg unseriöse Luftschlösser malen, es geht nicht, bzw. nur mit extremen Zusatz-Kosten. Wie unser SPD Wirtschaftsminister jüngst verkündet hat, ist dies allerdings auch das Ziel seiner Partei:
Science Sceptical Blog: Wohlfahrt statt Wohlstand – Gabriels Aufbruch in die Energiearmut
Sofern die politische Landschaft in Berlin erhalten bleibt, mag sich dieser Aspekt der  Studie also bewahrheiten. Jedoch nicht mit der Überschrift „der Strom würde stabiler“, sondern der wenige, verfügbare Strom wird so teuer, dass er nur noch an Vermögende als stabiles Kontingent geliefert wird.

 

Warum das EEG-Netz (noch) nicht zusammen bricht, wurde ebenfalls nur gelistet, aber nicht in die Bewertung einbezogen 

Studie: [2] Die untersuchten Indikatoren zeigen, dass ein hohes Niveau an Versorgungssicherheit während des Kernenergieausstiegs bei gleichzeitigem Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien aufrechterhalten wurde. Allerdings waren dafür weitere Maßnahmen nötig. Solche Maßnahmen sind insbesondere
der Ausbau, die Verstärkung und die intelligente Steuerung (smart grid) des Stromnetzes auf Übertragungs- und Verteilnetzebene wie auch das operative Verhalten der Stromerzeuger und Stromverbraucher,
das sich beispielsweise in einer Stärkung des kurzfristigen Stromhandels oder in der Anpassung des
Stromverbrauchs an das Dargebot erneuerbarer Energien (demand side management) abzeichnet. Wie
genau diese Maßnahmen im Einzelnen zur Erhaltung der Versorgungssicherheit beitrugen und welchen
konkreten Anteil sie daran hatten, bedarf weiterer Untersuchungen.

 

Eine seriöse Studie hätte etwas mehr dazu sagen müssen, wie die Netzstabilität trotz der hohen Ökostrom-Einspeiseschwankungen erhalten wird und vor allem dies auch in die Bewertung mit einbeziehen müssen. Der wesentliche Teil (wie komplettes, konventionelles Backup an Versorgung) wurde bereits in einem vorher gehenden Kapitel angesprochen, doch es kommen weitere dazu:

-Inzwischen werden die unteren Spannungsebenen teuer mit geregelten Trafos ausgerüstet, um die Spannungspegel (noch) in den zulässigen Grenzen zu halten, was nur funktioniert, wenn genügend Verbraucher vorhanden sind.
EIKE: Die neuen Energien im Jahr 2015 und im Jahr 2050 für Dummies, Teil 2 intelligente Versorgungsnetze
-Es müssen immer mehr Netzeingriffe erfolgen, um es stabil zu halten (Bild 5).

 

Bild 5 Netzeingriffe von 02.042013 bis 31.08.2016, MWh / Netzeingriff (linke Achse MWh), Anzahl Netzeingriffe (rechte Achse Anzahl). Zeitraster jeweils von April – April. Grafik vom Autor anhand der Daten von: Netztransparenz.de, Redispatch-Maßnahmen, erstellt

 

Bundesnetzagentur, 3. Quartalsbericht 2015 zu Netz- und Systemsicherheitsmaßnahmen:

Gegenüber dem Jahr 2014 hat sich die Redispatchgesamtmenge im Jahr 2015 damit mehr als verdreifacht. Diese Entwicklung schlägt sich ebenfalls in den Kosten nieder. Durch eine erste Abschätzung der ÜNB wurden die Kosten der Redispatchanforderungen (ohne Countertrading) auf rund 402,5 Mio. Euro taxiert. Im Jahr 2014 betrugen die Kosten noch rund 185,4 Mio. Euro. Redispatchmaßnahmen wurden in allen Regelzonen, insbesondere aber von TenneT und 50Hertz, ergriffen.

 

 

Bild 5.1 Bild der Redispatchmaßnahmen nach Stunden. Quelle: Bundesnetzagentur: Redispatch

 

Weiter fabuliert die Studie von einer Grundlastfähigkeit des Windstromes:

[2] Windkraft kann nach Zahlen des BMWi eine gesicherte Leistung von 7 Prozent der installierten Leistung beisteuern; mit anderen Worten existiert bei der Windkraft ein überregionaler Ausgleichseffekt: An Land oder auf See weht auch

zum Zeitpunkt der Jahreshöchstlast genug Wind für 7 Prozent Einspeisung. Je größer das Gebiet ist, das
für die Windkraft betrachtet wird, desto größer ist der Beitrag zur gesicherten Leistung. Bei einer gesamteuropäischen Betrachtung geht das BMWi etwa von 14 Prozent aus.

Dass Windkraft nicht grundlastfähig ist, wurde auf EIKE schon mehrmals, auch vom Autor dargelegt:
Ein EEG-Märchen wird zum Öko-Dogma - Offshore Windkraft sei grundlastfähig 

 

Dazu der Bereitstellungsverlauf Offshore Windkraft im Jahr 2015 (Bild 6). Die Einspeisung kann fast auf 0 fallen. Natürlich ist es bei onshore-Anlagen etwas besser. Jedoch gibt es die Leitungen von der Nordsee in den Süden nicht in ausreichendem Maß. und selbst wenn, entständen dadurch Verluste in erheblicher Größenordnung, welche die geringfügigen „pseudo-Grundlastfähigkeiten“ zur Makulatur machen würden. Auch wird in der Studie nicht erwähnt, dass es Ziel des EEG-Netzes ist, auf regionale Verteilnetze zu reduzieren, womit der „überregionale Ausgleichseffekt“ sowieso unmöglich wird.

Bild 6 Energie-Bereitstellung Windkraft onshore im Jahr 2015. Quelle AGORA

 

Kohlekraftwerke, die derzeit als Reserve für abgeschaltete Reaktoren betrieben werden, könnten nach und nach ersetzt werden.

 

In der Mitteilung von Klimaretter.Info steht: [1] Diese (Studie) zeige außerdem, dass die Kohlekraftwerke, die derzeit als Reserve für abgeschaltete Reaktoren betrieben werden, nach und nach ersetzt werden könnten.

 

In der Studie ist darüber allerdings nichts zu finden. Dort stehen nur beispielhaft Hoffnungen und Forderungen wie:

[2] Der weiteren Flexibilisierung des Strommarkts durch die konsequente Etablierung des Demand-SideManagements, durch kurzfristige Speicher (z. B. Batterien) und langfristige Speicher (z. B. Power-to-Gas) kommt dabei eine Schlüsselrolle bei der Anpassung des Stromsystems auf hohe Anteile erneuerbarer Energien bei einem gleichzeitig hohen Niveau an Versorgungssicherheit zu. Parallel zur Flexibilisierung des Energiesystems muss das Stromnetz, das ursprünglich auf große und zentrale Erzeugungsanlagen ausgerichtet war, auf eine zunehmend kleinteiligere und dezentrale erneuerbare Erzeugungsstruktur mit einer anderen geographischen Verteilung angepasst werden.
Wenn dieser Umbau des Energiesystems marktwirtschaftlich gelingen soll und dabei Synergien eines gemeinsamen europäischen Binnenmarktes genutzt werden sollen, müssen auch die regulatorischen Rahmenbedingungen auf nationaler und europäischer Ebene entsprechend angepasst werden.

 

Aus solchen vagen Fabulierungen abzuleiten: „ ... könnten nach und nach ersetzt werden ... „ ist typisch für Professorin C. Kemfert: Eine Professorin klärt den VDI auf, wie das EEG „wirklich“ funktioniert
Man hat keine Lösung (wie es die Studie selbst sagt), aber viele Ideen. C. Kemfert erklärt die Ideen einfach zu Lösungen. Dafür wird sie allseits hofiert, denn es ist genau das, was die Politik hören will.
Allerdings ist die Bundesregierung wohl nicht so optimistisch, wie ihre Energieberater(-innen). Sie rechnet wohl bald mit ersten Blackouts, wie ihr jüngster Aufruf zur privaten Bevorratung zeigt.

 

Fazit

Es ist immer wieder erschütternd, wie dick und unverblümt in Studien Behauptungen aufgestellt werden, die bewusster Irreführung gleich kommen. Und es ist noch erschütternder, dass angebliche Fachpersonen bis zu Regierungeberater(-innen) solches unterstützen und befürworten.

Man bekommt mit unserer Klima- und EEG-hysterischen Umweltministerin, Frau Hendricks langsam Mitleid. Wie soll diese Person mit erkennbar wenig Ahnung zu ihren Aufgabengebieten, aber einem unerschütterlichen Ökoglauben die richtige Information bekommen, wenn ihre Berater(-innen) sie darüber falsch, bzw. nur ideologisch gefiltert informieren.
Denn dass Frau Hendricks ab und zu bei EIKE vorbei sieht und sich die Information dort kostenlos holt, ist eher unwahrscheinlich (was nichts kostet, kann nichts Wert sein).

 

Quellen

[1]
Klimaretter.Info 05. September 2016: Stromversorgung stabiler ohne AKW
http://www.klimaretter.info/energie/nachricht/21867-stromversorgung-stabiler-ohne-akw

[2]
energy brainpool: BISHERIGE AUSWIRKUNGEN DES KERNKRAFTAUSSTIEGS AUF DIE VERSORGUNGSSICHERHEIT
Kurzanalyse im Auftrag von Greenpeace Energy eG
http://www.greenpeace-energy.de/fileadmin/docs/pressematerial/Hinkley_Point/2016-08-30_Energy-Brainpool_Kurzstudie_Kernenergieausstieg-und-Versorgungssicherheit_Greenpeace-Energy_3.Entwurf.pdf

[3]
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Versorgungsqualität in Deutschland steigt
https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2015/16/Meldung/infografik-versorgungsqualitaet.html

[4]
CEER Benchmarking Report 5.2 on the Continuity of Electricity Supply Data update Ref: C14-EQS-62-03 12 February 2015

 

13 Sep 18:41

On the Insecurity of Whitelists and the Future of Content Security Policy [pdf]

13 Sep 18:41

How the careless errors of credit reporting agencies are ruining people’s lives

13 Sep 18:41

Rolls-Royce’s single-crystal turbine blade casting foundry

13 Sep 18:33

Von der unseligen VUCA-Abkürzung, wieder auferstandenen Helden und nicht existierenden Lösungen

by Peter Addor

Was neuerdings etwas schnoddrig mit «VUCA» (Volatility, Uncertainty, Compexity, Ambiguity) bezeichnet wird, ist ja eigentlich das Kernthema dieses Blogs, obwohl ich die Abkürzung nie verwenden würde, denn sie gleicht einem Rundumschlag, mit dem man meint, «alles erschlagen zu haben».

Vereinfachendes VUCA-Modell

Die vier Kategorien stehen zum Einen nicht nebeneinander, sondern bauen aufeinander auf und zum Anderen empfinde ich es als unzulässig, die vier Kategorien in einem Atemzug zu nennen. Jede für sich bedarf separater Betrachtung.

Aktuell scheint das Akronym VUCA vor allem ein werbewirksames Zugpferd von diversen Beratungsunternehmen zu sein. Das freut mich natürlich, denn damit kommt dem Themenkreis wachsende Bedeutung zu.

Der Begriff «VUCA-Welt» suggeriert, dass auch noch andere Welten existieren, in denen es weder Komplexität, noch Unsicherheit gibt. Das soll vielleicht beruhigend wirken, ist aber meines Erachtens eher kontraproduktiv. Es ist nicht die Welt, die Ungewiss ist, sondern die Zeit. Komplexität ist eine dynamische, also zeitabhängige Qualität.

Schon tauchen die ersten Folien auf, die die vier Attribute – Volatility, Uncertainty, Compexity, Ambiguity – in einer Vierfeldermatrix darstellen, ähnlich wie das Cynefin-Modell Komplexität und Kompliziertheit darstellt. Ich erwarte, dass über kurz oder lange auch ein «VUCA-Modell» vorgestellt wird, eine pseudowissenschaftliche Powerpointpräsentation, die den vier Kategorien den Stachel nehmen und den Autor feiern lassen soll. Bei diesen vereinfachenden Darstellungen denke ich immer «sei originell oder ich fress dich» in Abwandlung des geflügelten Wortes der Barockzeit: «Reim Dich oder ich fress dich»

Schon wieder Helden?

Eine Grafik, die Gautam Gosh kürzlich in einem Tweet veröffentlicht hat, hat mir in zweifacher Hinsicht zu denken gegeben;

k1024_tweet

 

Das Kästchen «Complexity» in der simplifizierenden farbigen Grafik enthält zwei Aussagen, die meine Aufmerksamkeit angezogen hat.

Zunächst ist hier die Aufforderung train tomorrow’s heroes now. Das schmerzt fast ein wenig, nachdem schon Brecht sagte «Unglücklich das Land, das Helden nötig hat» und Dirk Baecker 1994 den Begriff des «postheroischen Managements» einführte (1). Stefan Hagen hat den Begriff 2010 in Postheroisches Management  thematisiert. 2011 habe ich in diesem Blog Brauchen wir noch Helden? publiziert.

Helden sind die unbarmherzigen Turnaround-Manager mit ihren eisernen Fäusten. Ein Held war Winkelried, der sich mit den Worten «Sorget für Weib und Kind» einen Bund Speere in die Brust rammte und eine Gasse in die Abwehrfront der Gegner öffnete. Das war überschaubar. In der heutigen «VUCA-Zeit» kann heldenhaftes Eingreifen zuweilen mehr Schaden anrichten.

Jay Forrester vermutete, dass Menschen in 98 Prozent der Zeit den falschen Eingriff machen (3)

Jay Forrester, credited as the founder of System Dynamics, spoke to our graduate class at MIT.  He said that 98% of the time people pull the wrong lever in a system when trying to fix a problem

wie Jeff Kight in Policy Resistance in our economy berichtet. Karl Weick und Kathleen Sutcliffe schreiben in ihrem Buch Das Unerwartete managen (2)

Die meisten Menschen mögen keine unerwarteten Ereignisse und keine Überraschungen, was dazu führt, dass sie die Situation mitunter verschlimmern

Es scheint also, dass heldenhaftes Eingreifen eher zu unbeabsichtigten Nebenwirkungen führt, die das Ziel der Intervention verfehlen je dezidierter die Intervention angepackt wurde. Auf jeden Fall ist Heldentum im modernen Management nicht unproblematisch und kontrovers (4). Auf einer Folie, die offenbar Komplexität erklären will, hat so eine Aufforderung nichts verloren.

Es gibt nicht immer eine Lösung!

Die andere Aufforderung im Kästchen «Complexity» lautet

Stop seeking permanent solutions

Im ersten Moment habe ich es übersetzt mit «Hört auf ständig nach Lösungen zu suchen», aber er meint natürlich, dass man nicht nach permanenten Lösungen suchen soll. Das ist meines Erachtens eine leere Aufforderung, denn eine Lösung ist in jedem Fall nur temporär.

Die Aufforderung entstammt indessen einem falschen Verständnis von Komplexität. Diese ist abhängig vom aktuellen Druck auf das System oder von der aktuellen Spannung im System. Verändert sich diese, verändert sich der Grad der Komplexität. Die Lösungen von gestern können dann obsolet werden. Das nennt sich «Volatilität» und ist selber eine der vier Kategorien des unseligen VUCA-Modells. Dieses ist also jeder «permanent solution» im Wege, wodurch die Aufforderung «Stop seeking permanent solutions» überflüssig wird.

Besser wäre also die komplexitätskonforme Aufforderung

stop permanently seeking solutions

In komplexen Systemen gibt es nicht immer eine Lösung, wie man sie sich wünscht. Komplexität manifestiert sich in einer bestimmten Ordnung. Versucht man diese zu stören oder «umzubiegen», dass sie den eigenen Vorstellungen entspricht, wird sie sich kurze Zeit später wieder etabliert haben, denn komplexe Ordnungen sind sehr robust. Krystina Robertson nennt das «increasing returns». (5)

Beispielsweise gibt es bei der bestehenden Staatenordnung und Sicherheitslage möglicherweise keine Lösung für das Flüchtlingsproblem. Das Problem ist Teil dieser Ordnung. Wenn dann also in ganz Europa die Stäbe auf verschiedenen Ebenen nach «Lösungen» für das Flüchtlingsproblem suchen, ist das vergebliche Liebesmüh’. Natürlich lassen sich organisatorische Massnahmen treffen, aber das ist ja nicht, was wir uns unter einer Lösung vorstellen. Im Gegenteil werden die Migrationsströme in Zukunft vermutlich noch zunehmen.

Eine Lösung existiert möglicherweise erst, wenn es gelingt, die Komplexität des Systems zu erhöhen und damit den bestehenden Pfad, auf dem sich die Welt bewegt, zu brechen. Dafür gibt es kein Rezept. Wir kennen die unzähligen Parameter nicht, die umzubiegen wären. Im Falle des Flüchtlingsproblems dürften Kommunikation, Kollaboration und Kreativität zum Ziel führen.

In der Soziologie gibt es den Begriff der «Pfadabhängigkeit», der die Situation gut beschreibt. Ein komplexes System ist zeitweise sehr robust. Seine Ordnung lässt sich nicht ändern. Wenn die (richtigen) äusseren Parameter ändern, kann die Kraft der Ordnung anfangen zu schwächeln und schliesslich zusammenbrechen, um einer neuen Ordnung Raum zu geben. In dieser Übergangsphase, und nur dann, haben wir die Eingriffsmöglichkeiten. Diese Übergangsphasen heissen Windows of Opportunity. Wir müssen lernen, sie zu erkennen und die Gelegenheit zur Veränderung wahrzunehmen.

Leider kritisieren diejenigen Personen den Begriff der Pfadabhängigkeit, die nicht glauben können, dass es (menschengemachte) Situationen und Ordnungen gibt, denen der Mensch ausgeliefert ist. Der Glaube, dass wir Menschen jede soziale Ordnung solange und jederzeit beeinflussen können, bis zu jedem Problem eine Lösung existiert, entspringt einer Kontrollillusion, die leider kompexen Systemen nicht gerecht wird.

Wir müssen also unseren Wunsch nach sofortigen Lösungen aufgeben. «Sofort» heisst, jetzt und innert Jahresfrist. Permanente Lösungen gibt es sowieso nicht, aber oft gibt es auch keine temporären Lösungen oder Workarounds.

Es gibt Probleme, zu denen in der gegebenen Situation keine Art von Lösungen existieren, weder temporäre noch Workarounds!

Wenn wir verstehen, wie komplexe Systeme funktionieren und was ein «Window of Opportunity» ist, dann könnten wir die richtigen Entscheidungen treffen.

(1) Baecker, Dirk: Postheroisches Management. Ein Vademecum. Merve Verlag, Berlin 1994, ISBN 3-88396-117-5

(2) Karl Weick und Kathleen Sutcliffe: «Das Unerwartete managen – Wie Unternehmen aus Extremsituationen lernen». Klett-Cotty, Stuttgart 2003.

(3) Der Artikel von Jeff Kight erschien 2009 in einer Zeitschrift namens «Examiner». Leider scheint es diese Zeitschrift nicht mehr zu geben. Das war der Originallink: http://www.examiner.com/x-11746-Fort-Worth-Economic-Policy-Examiner~y2009m5d24-Policy-Resistance-in-our-economy.

(4) Markus Metz und Georg Seeßlen glauben jedoch in ihrem Beitrag vom 22.10.2014 «Wenn Helden nicht mehr nötig sind», dass irgendjemand weiterhin die heldenhafte Drecksarbeit machen muss:

Könnte es am Ende nicht sein, dass ein abgehobenes postheroisches Management die heroische Drecksarbeit anderen überlässt? Wäre der Postheroismus eine tragfähige, philosophische und moralische Idee und kein politisch-ökonomisches Steuerungsmittel, dann müsste er sich an seinen Zielen messen lassen. Postheroismus wäre also nicht deswegen gut, weil die Wirtschaft dann noch besser funktioniert, sondern die Idee wäre gut, wenn sie die Welt etwas friedlicher, gerechter und ökologischer machen würde. Zweifel daran sind angebracht.
Die Utopie einer postheroischen Gesellschaft, die sich neue Werte wie Zivilcourage, Selbstbestimmung und individuelle Verantwortung zum Maßstab gemacht hätte, wäre am Ende nur zu verwirklichen, wenn sie mehr als das Denken des Einzelnen, der Gemeinschaft und der Gesellschaft erfassen würde.

(5) K. Robertson. Ereignisse in der Pfadabhängigkeit: Theorie und Empirie. Institutionelle und Evolutorische Ökonomik, Band 29. Metropolis-Verlag, Marburg 2007, S. 34

 

 

13 Sep 18:27

Der Geheimplan: Die Schweiz bereitet sich auf das Scheitern ihrer Energiewende vor

Berichtet wurde es auf KALTDUSCHENMITDORIS:

[1] Der Geheimplan
 „Treibhausgasemissionen der Schweiz. Emissionsperspektiven bis 2050“
... Da wird das Scheitern der Energiewende mit bemerkenswerter Offenheit vorweg genommen. Man rechnet mit den gleichen von Prognos vorgegebenen Szenarien wie die Energiewende. Das „tiefe“ Szenario rechnet bis 2050 mit einem Rückgang der CO
2-Emissionen von zur Zeit 6 Tonnen pro Person und Jahr auf 1 bis 1,5. „Konkrete Instrumente werden nicht vorgegeben“ heisst es ehrlicher- und entäuschenderweise.
Das mittlere Szenario setzt voraus, dass die im ersten Massnahmenpaket vorgesehenen Ziele erreicht werden können. Dann gibt es, wie von Anfang an zugegeben wurde, immer noch eine Unterversorgung mit Strom. Um sie auszugleichen, sind bis 2035 sage und schreibe 5 grosse Gas- Dampf Kombikraftwerke mit einer Leistung von je 550 Megawatt vorzusehen. Das erste müsste 2022 ans Netz gehen.
Im wahrscheinlichsten Szenario, „weiter wie bisher“ – keine geothermischen Kraftwerke, Zielvorgabe für Wind und Sonne bei Weitem nicht erreicht, Sparvorgaben verfehlt – sind bis 2050 volle 9 solcher Giganten vorgesehen. Das erste GuD müsste 2019 ans Netz. Das heisst, die Planung müsste bereits laufen!

 

In Deutschland ist es noch schwer vorstellbar, dass eine Behörde unter der Umweltministerin Frau Hendricks zu eigenständigen Erkenntnissen kommen könnte (oder dürfte). Wie aber jüngste Ereignisse ankündigen, ist auch in der Politik nichts für ewig in Stein gemeißelt.

 

Schweizer Bundesamt für Umwelt BAFU, Studie:  [3] Emissionsperspektiven der Treibhausgase

Szenarien der Studie

Mittleres Szenario
Die bisherige schweizerische Energiepolitik wird verstärkt und ergänzt.
Dadurch sinkt die Endenergienachfrage bis 2050 gegenüber 2000 um 27.3%, die Elektrizitätsnachfrage steigt hingegen um 18.4%. Die Nachfrage nach fossilen Brenn- und Treibstoffen
(ohne Einsatz für Elektrizitätsproduktion und sonstige Energieumwandlung) sinkt um 57.8%.
Die Anteile erneuerbarer Brenn- und Treibstoffe wachsen und haben 2050 einen Anteil von
rund 20% am Endenergiemix. Die Variante C&E der Elektrizitätserzeugung schliesst sowohl
einen ambitionierten Pfad für erneuerbare Energien als auch den Zubau von Gaskombikraftwerken (GuD) ein (erster GuD-Block 2022, bis 2035 5 GuD-Blöcke zu 550MW).

 

Tiefes Szenario
Energieszenario – Neue Energiepolitik  Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien und Importen
Energie- und Klimapolitik erhalten international hohe Priorität, mit dem Ziel, bis 2050 energiebedingte CO2-Emissionen pro Kopf und Jahr auf 1 – 1.5 t zu reduzieren.
Dadurch sinkt die Endenergienachfrage bis 2050 gegenüber 2000 um 42% bei gleichbleibender Elektrizitätsnachfrage. Die Nachfrage nach fossilen Brenn- und Treibstoffen (ohne Einsatz für Elektrizitätsproduktion und sonstige Energieumwandlung) sinkt um 78%. Die Anteile erneuerbarer Brenn- und Treibstoffe wachsen und haben 2050 einen Anteil von ca. 30% am Endenergiemix. Die Variante E der Elektrizitätserzeugung schliesst sowohl einen ambitionierten Pfad für erneuerbare Energien als auch den autonomen Zubau fossiler WKK ein. Allfällige Elektrizitätsnachfrage, welche das Angebot übersteigt, wird mit Importen gedeckt.

 

Hohes Szenario Energieszenario
 – Weiter wie bisher
 – Stromerzeugung mit Gaskombikraftwerken
Die bisherige schweizerische Energiepolitik (Stand 2010) wird mit den vorhandenen Instrumenten fortgeführt:
Dadurch sinkt die Endenergienachfrage bis 2050 gegenüber 2000 um 15.3%, die Elektrizitätsnachfrage steigt hingegen um 34.3%. Die Nachfrage nach fossilen Brenn- und Treibstoffen (ohne Einsatz für Elektrizitätsproduktion und sonstige Energieumwandlung) sinkt um 43.7%.
Die Anteile erneuerbarer Brenn- und Treibstoffe wachsen moderat und haben 2050 einen Anteil von etwas über 10% am Endenergiemix. Die Variante C der Elektrizitätserzeugung beschränkt sich auf den Zubau von Gaskombikraftwerken (GuD) zur Deckung der Nachfrage.
Ein erster Block ist ab 2019 nötig, bis 2035 insgesamt 8, bis 2050 9 Blöcke zu 550MW.

 

Quellen

[1]
KALTDUSCHENMITDORIS.ch 03 Sep 2016: Der Geheimplan
kaltduschenmitdoris.ch/themen/energiestrategie-2050/item/170-geheimplan

[2]
Bundesamt für Umwelt BAFU CH: Emissionsperspektiven der Treibhausgase

http://www.bafu.admin.ch/klima/13879/13880/14488/index.html?lang=de

[3]
BAFU CH: 20.04.2015 Treibhausgasemissionen der Schweiz Emissionsperspektiven bis 2050

13 Sep 18:26

Wärmen Treibhausgase den Planeten um 33°C? Jinan Cao checkt die Zahlen

Jinan weist nach, dass diese Zahlen, wiederholt als „Fakten“ dargestellt, nichts weiter sind als eine falsche Anwendung der Stefan-Boltzmann-Gleichung. Falls die Erde kein perfekter Schwarzkörper ist, sondern eine Emissivität von 0,7 aufweist (wie Satelliten belegen), dann betrüge die Temperatur an der Oberfläche des Planeten ohne irgendeinen Treibhauseffekt nicht -18°C, sondern lediglich 5°C. Dies würde bedeuten, dass die gesamte, dem Treibhauseffekt geschuldete Erwärmung nur etwa 10°C beträgt und nicht eindrucksvolle 33°C wie von den üblichen Verdächtigen behauptet. Es bedeutet, dass der Treibhauseffekt viel weniger wichtig ist als dargestellt.

Der direkte Anstieg um 1,1°C, der nach einer Verdoppelung des CO2-Gehaltes ohne Rückkopplungen prophezeit wird, müsste ebenfalls neu berechnet werden. Diese Studie versucht nicht, das zu tun, aber falls Jinan recht hat, wäre auch diese Zahl deutlich niedriger. Jinan betrachtet, wie diese Zahl hergeleitet worden ist. Dr. David Evans hat ihm geholfen und auch die Einführung zu der Studie geschrieben. Diese folgt als Nächstes. – Jo Nova

Introduction von Dr David Evans

Die Stefan-Boltzmann-Gleichung beschreibt, wie viel Strahlung (Energie) ein Körper wie z. B. ein Planet oder eine Luftschicht abgibt. Sie taucht extensiv in der Klimawissenschaft auf, vor allem bei einfachen Berechnungen des mittleren Energieflusses, strahlt doch die Erde Wärme in den Weltraum ab als infrarote Strahlung.

Die Stefan-Boltzmann-Gleichung wird angewendet, um bekannte Patentlösungen der Klimadebatte zu erhalten wie etwa „ohne Treibhausgase wäre es 33°C kälter“ und „die direkte Auswirkung (also ohne Rückkopplungen) einer Verdoppelung des CO2-Gehaltes würde die Temperatur um 1,1°C steigen lassen“. In der Physik ist diese Gleichung Standard. Jeder Physiker oder Wissenschaftler kann sie auf Strahlung von der Erde anwenden; dafür reichen schon sehr rudimentäre Kenntnisse der Klimawissenschaft aus. (Es gibt hier kein Geheimwissen der Klimawissenschaft, die Gesetze von Arithmetik und Physik sind völlig ausreichend).

Jinan Cao seziert mit klinischer Präzision viele dieser Anwendungen der Stefan-Boltzmann-Gleichung und kommt zu dem Ergebnis, dass sie sehr schlampig angewendet worden ist. Glaubt jemand, dass die Anwendung seitens der Klimawissenschaft für eine Unter- oder Übertreibung der Rolle von CO2 sorgen? Jinans Beitrag ist trotz seiner theoretischen Natur nicht schwierig.

Diese Studie wird einige Leute sehr verärgern und verdient eine faire Würdigung. Sie zeigt valide Standpunkte auf und stellt die Anwendungen der SB-Gleichung in Frage, die irgendwie unbefriedigend sind.

Die heutigen Klimawissenschaftler werden versuchen, diese Kritik ins Lächerliche zu ziehen, und zwar mit den Worten, dass ihre eigenen Modelle sehr viel weiter entwickelt und genauer sind als die groben 0-D-Modelle, auf die man bei der Anwendung der SB-Gleichung zurückgreift. (Ein 0-D-Modell betrachtet die Erde als einen Punkt mit Null Dimensionen. Ein 1-D-Modell betrachtet eine Dimension, entweder Höhe in der Atmosphäre oder Breitengrad. Ein 3-D-Modell berücksichtigt die Erde als ein Gebilde mit Länge, Breite und Höhe.).

Aber hierbei gibt es zwei Probleme. Das erste Problem ist die Kompetenz: Wir wissen nicht, was innerhalb dieser Modelle vor sich geht. Wir haben also nur die Versprechungen der Modellierer, dass sie alles richtig gemacht haben. Die Modelle sind zu undurchsichtig und stehen für eine genaue Untersuchung seitens der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung. Das Motto der Royal Society lautet, niemandes Versprechungen zu glauben. Das zweite Problem ist, dass die heutige klimawissenschaftliche Gemeinschaft eine Gewohnheit an den Tag gelegt hat, Dinge zu übertreiben bis hin zu Todesdrohungen. Wie also könnten sie mit Themen umgehen, die so unabdingbar für ihre Finanzierung sind wie die Bedeutung von Treibhausgasen für unser Wohlergehen?

Allgemeine Fehler bei der Anwendung der Stefan-Boltzmann-Gleichung

Jinan Cao

1. Introduction

Klimawissenschaftler machen häufig methodische Fehler bei ihrer Anwendung der Stefan-Boltzmann-Gleichung.

Diese Gleichung ist einfach: ein Schwarzkörper mit Oberflächentemperatur T emittiert Energie pro Zeiteinheit und Flächeneinheit; J ist die Dichte des Energieflusses:

Wenn das Stefan-Boltzmann-Gesetz auf das Erde-Atmosphäre-System angewendet wird, machen Klimawissenschaftler oftmals einen oder mehrere der folgenden Fehler:

i) Ein Koeffizient ε im Bereich 0 bis 1, Emissivität genannt, sollte die Gleichung rechts multiplizieren, aber nicht bei der Anwendung auf Körper, die keine Schwarzkörper sind;

ii) Die falsche Spezifizierung der „Oberfläche“ und der „Oberflächen-Temperatur“ des Erde-Atmsphäre-Systems;

iii) die falsche Spezifizierung, ob eine Luftschicht ein einzelnes Objekt oder ein Cluster von Objekten ist oder nicht.

Diese Fehler können leicht offengelegt werden mittels der Untersuchung vieler Statements (und Verfahren), die gegenwärtig in der Klimaforschung am populärsten sind:

1) Der Treibhaus-Erwärmungs-Effekt von 33°C für die Erde

2) Die Oberflächenstrahlung von 390 W/m² des Energiehaushaltes der Erde

3) Die 1°C-Sensitivität ohne Rückkopplungen, und

4) die Formel für Emission durch eine Luftschicht.

2. THEORETISCHE ANALYSE

2.1 Der 33°C-Treibhauseffekt für die Erde

Wiederholt wurde gesagt, dass die mittlere Temperatur der Erde um 33°C niedriger liegen würde als heute, falls es keinen Treibhaus-Erwärmungseffekt geben würde (1 bis 5). 33°C = 15°C – (-18°C). Die -18°C ergeben sich aus der Gleichung des Strahlungsgleichgewichtes zwischen der Einstrahlung von der Sonne und der Ausstrahlung der Erde:


Dabei ist r der Radius der Erde, a (alpha) ist die Albedo der Erde, und S0 (= 1368 W/m²) ist die Solarkonstante, die die Dichte der einfallenden Sonnenstrahlung repräsentiert. Das Symbol ε steht für die Emissivität der Erdoberfläche.

In vielen aktuellen Arbeiten der Klimaforschung fehlt dieses ε, oder es wird gleich 1 gesetzt. Setzt man die Werte von a = 0,3 und ε = 1 in die Gleichung (2) ein und löst diese nach T auf, ergibt sich:

(3): (K) @ 255 (K) @ -18°C

Bei der Gleichsetzung von ε = 1 nehmen wir jedoch an, dass die Erdoberfläche die eines Schwarzkörpers ist, was sie niemals ist. Falls ε nicht 1 ist, sondern 0,9; 0,8; 0,7 oder 0,6 würde sich T ergeben zu -11,4°C, -3,6°C, 5,5°C oder 16,5°C. Das Ergebnis von -18°C ist einfach einem Verfahrensfehler geschuldet. Tatsächlich kann die Emissivität der Erde mit ε ≈ 0,7 angesetzt werden, ermittelt aus Satellitendaten der Ausstrahlungs-Spektren.

Die Temperatur an der Erdoberfläche, wie sie an den globalen Wetterstationen gemessen wird, liegt um 15°C (≅ 288 K). N2 und O2 machen etwa 99% der Luft aus. Beide sind buchstäblich transparente Elemente. Diese 15°C nahe der Erdoberfläche ist einfach eine andere physikalische Quantität, die nicht herangezogen werden kann, um davon minus 18°C zu subtrahieren. Weiße und transparente Elemente emittieren gar nichts, ganz gleich welche Temperatur sie haben.

Dieser Fehler beruht auf einem Missverständnis des Wortes „Oberfläche“, welches ein symbolisiertes Konzept des Stefan-Boltzmann-Gesetzes ist. Falls es keine Atmosphäre gibt, bedeutet der Terminus Oberfläche Land und Wasser auf der Erdoberfläche, und T repräsentiert die mittlere Temperatur der Bodenfläche. Falls es doch eine Atmosphäre gibt, die fast durchweg aus Stickstoff und Sauerstoff besteht, ist die Oberfläche immer noch die Bodenfläche und T immer noch die mittlere Temperatur der Bodenfläche, egal welche Temperatur die Luft hat. Grund hierfür ist, dass Stickstoff und Sauerstoff nicht radiativ sind (buchstäblich ε = 0 für Transparent- und Weißkörper). Multipliziert man etwas mit 0, kommt immer 0 heraus.

Wenn wir das gesamte Erde-Atmosphäre-System als ein Objekt identifizieren, ist dessen Oberfläche und die Oberflächen-Temperatur nicht mehr direkt verbunden, sondern weisen unterschiedliche Werte auf für unterschiedliche Strahlungs-Wellenlängen. Über die Absorptionsbänder von Wasserdampf und Kohlendioxid (d. h. das Absorptionsband 15 μm für CO2), ist die Oberfläche eine Luftschicht ab der Obergrenze der Atmosphäre (TOA) mit einer Dicke gleich der Absorptionstiefe, während die „Oberflächen-Temperatur“ die mittlere Temperatur von CO2-Molekülen ist innerhalb dieser Luftschicht (≅ -50°C). Genauso kann man die Oberfläche und die Oberflächen-Temperatur für jedwedes andere Absorptionsband radiativer Gase entdecken. Für die übrigen Bänder sind Oberfläche und Oberflächen-Temperatur an der Bodenfläche und deren mittlere Temperatur (≅ 12°C).

2.2 Die Strahlung von 390 W/m² im Energiehaushalt der Erde

Abbildung 1 erscheint auch im AR 4 des IPCC als eine Abschätzung des jährlichen und globalen mittleren Energie-Gleichgewichtes (8 bis 13).

Wir untersuchen die Strahlung von der Bodenfläche der Erde von 390 W/m², welche als korrespondierend mit einer Schwarzkörper-Emission betrachtet wird, p, bei 15°C mittels der Stefan-Boltzmann-Gleichung:

(4):

Erstens, die Bodenfläche der Erde ist niemals ein Schwarzkörper. Die Emissivität für die Bodenfläche der Erde ε↓g ergibt sich aus Gleichung (4).

Abbildung 1: Diagramm des Energiehaushaltes der Erde laut IPCC-Bericht AR 4 (2007).

Zweitens, es wurde eine mittlere Temperatur nahe der Oberfläche von 15°C angesetzt. N2 und O2 emittieren buchstäblich gar nichts, egal bei welcher Temperatur. T in Gleichung 4 muss die Temperatur der Bodenfläche der Erde sein, nämlich 285,04 K (11,89°C) (6, 7). Diese wurde berechnet aus ausgehenden spektroskopischen Messungen und Simulationen. Die Strahlung von der Bodenoberfläche ergibt sich dann zu:

(5): 

Die Emissivität der Bodenfläche der Erde ε↓g dürfte kaum nahe 1,0 liegen. Schwarzkörper ist eine Abstraktion eines physikalischen Konzeptes; kaum eine Substanz ist auf der Erde ein schwarzer Körper.

Man kann leicht verstehen, warum die Bodenoberfläche der Erde die 324 W/m² niemals vollständig absorbieren wird, weil sie eben keine Schwarzkörper-Oberfläche ist. Da diese beiden Bilder falsch sind, muss man viele andere Bilder am Emissionsbaum der Erde in Frage stellen.

2.3 Die 1°C-CO2-Klimasensitivität ohne Rückkopplungen

Es ist in der gegenwärtigen Klimaforschung weithin akzeptiert, dass eine Verdoppelung von CO2 aus sich selbst heraus eine Treibhaus-Erwärmung um 1°C auslöst, bekannt unter CO2 non-feedback climate sensitivity oder direkte Klimasensitivität von CO2. Bei der Debatte geht es um Rückkopplung; eine positive Rückkopplung wird zu einer höheren, eine negative zu einer niedrigeren Klimasensitivität führen.

Schauen wir einmal, wie dieses Statement abgeleitet worden ist. Die vom Erde-Atmosphäre-System pro Zeit- und Flächeneinheit emittierte Energie (Strahlungsfluss alias Antrieb), F, ergibt sich aus:

Die Ableitung von F unter Beachtung von T ergibt sich zu:

Daraus folgt:

Gleichung 8 wurde dahin gehend interpretiert, dass sie zeigt, wie viel Erwärmung DT sich für jedes Antriebs-Inkrement ergibt. Falls sich der CO2-Gehalt verdoppelt, wurde DT mittels einer spektroskopischen Untersuchung mit 3,7 W/m² berechnet. Setzt man DF = 3,7 W/m², T = 255 K in Gleichung 8 ein, ergibt sich Gleichung 9:

Die Ableitung einschließlich der Emissivität ergibt:

Nutzt man den Vorteil der Beziehung zwischen T und S0 in Gleichung (2), erhält man:

Setzt man T = 255 K in Gleichung 10 ein, erhält man das gleiche Ergebnis von 0,985°C. Man beachte, dass DT abhängig ist von der Emissivität ε via T, obwohl ε nicht einmal explizit in Gleichung 10 auftaucht. Falls ε gleich 1,0; 0,9; 0,8; 0,7 oder 0,6 wäre, ergäbe sich T jeweils zu -18°C, -11,4°C, -3,6°C, 5,5°C oder 16,5°C (wie oben) und würde nach Gleichung (10) jeweils 0,98°C, 1,01°C, 1,04°C, 1,07°C oder 1,11°C ergeben.

Der Fehler, der sich aus dem Weglassen der Emissivität ergibt, kann folglich nicht größer als 10% sein; es handelt sich in diesem Falle mehr um eine Verfahrensfrage. Das Problem ist jedoch, dass die Temperatur T eine physikalische Quantität aufweist, die sich von der mittleren Temperatur der Erde nahe der Oberfläche T↓air (h) unterscheidet, welche zum größten Teil die Temperatur von N2 und O2 ist. Diese beiden sind buchstäblich transparente Körper, die nichts emittieren, gleich welche Temperatur sie haben. Das Symbol H steht für die Höhe, die nahe der Oberfläche fast 0 ist. Um die direkte Klimasensitivität von CO2 abzuschätzen, muss man die Beziehung zwischen DT↓air (h) ~ DF und nicht DT ~ DF ermitteln. Es gibt Wärmeaustausch-Prozesse unabhängig von der Verbindung zwischen diesem T und T↓air (h).

2.4 Die Formel für Emission einer Luftschicht

Von Zeit zu Zeit wird die Atmosphäre repräsentiert durch eine (oder mehrere) Luftschichten für die Klima-Modellierung (8). Man betrachte eine gegebene Luftschicht mit Temperatur Ta und Bodenfläche S wie in Abbildung 2 gezeigt. In der gegenwärtigen Klimaforschung wird die Stefan-Boltzmann-Gleichung direkt angewendet, um σTa 4 zu erhalten für die emittierte Energiefluss-Dichte der Luftschicht. Sie wird einfach nur behandelt wie eine Scheibe eines festen Objektes.

Wie oben diskutiert, emittieren N2 und O2 bei keiner Temperatur irgendetwas. Nur die radiativen Gase in der Luftschicht emittieren. Man wird leicht erkennen, dass 1) nur die Temperatur der radiativen Spezies relevant ist und nicht die mittlere Temperatur der Luftschicht – unterschiedliche Gase können unterschiedliche Temperaturen aufweisen wegen ihrer unterschiedlichen Strahlungseigenschaften; 2) kein Gas ein Schwarzkörper ist, nicht einmal die radiativen Gase.

Es gibt hier einen fundamentalen methodischen Fehler. Weil die emittierenden Spezies so wenig in der Luft enthalten sind, kann eine gegebene Luftschicht nicht als ein einzelnes Objekt identifiziert werden, auf das man das Stefan-Boltzmann-Gesetz anwenden könnte (streng genommen das Planck'sche Gesetz). Das korrekte Verfahren wäre es, jedes einzelne radiative Molekül als ein Objekt zu identifizieren, dass gemäß seiner Temperatur und radiativen Bänder emittiert, was zur Bildung eines Clusters von Objekten innerhalb der Luftschicht führt. Wie viel die Luftschicht emittiert, muss berechnet werden mittels Aufsummierung der gesamten Strahlungsenergiedichte, die von jedem individuellen molekularen Objekt auf der Oberflächen-S emittiert wird. Das Prinzip der formulation wird im folgenden einfachen Beispiel erklärt:

Stellen wir uns eine Luftschicht vor, die n kleine, sphärische Graukörper-Objekte enthält mit einheitlichem Radius r, Emissivität ε und einheitlicher Temperatur T. Dabei ist der Abstand eines jeden Objektes zu einem gegebenen Punkt auf der Oberfläche der Luftschicht Li, wobei i von 1 bis n reicht wie in Abbildung 3 gezeigt. Auf der Oberfläche eines jeden individuellen Objektes muss die Emissions-Flussdichte (Energie pro Gebiets- und Zeiteinheit) der Stefan-Boltzmann-Gleichung folgen, d. h. ε σT↑4. Die Flussdichte nimmt mit dem Abstand von  ab. Daher ergibt sich die Gesamt-Flussdichte an einem gegebenen Punkt auf der Oberfläche der Luftschicht zu:

wobei

ein weiterer Koeffizient ist (0 < ζ <= 1), der in der gegenwärtigen Klimaforschung fehlt. Man beachte, ζ = 0 für n = 0, und ζ nähert sich 1, wenn n ausreichend groß genug ist in einem gegebenen Volumen. Dieser Koeffizient gilt auch für die Planck'sche Verteilungs-Funktion.

Gleichung (11) zeigt, dass die Flussdichte sehr stark abhängt von der Anzahl von Objekten innerhalb der Luftschicht. Falls die radiativen Objekte innerhalb der Luftschicht nicht dicht genug sind, wird der Summenterm nur einen sehr kleinen Teil ausmachen. Eine exakte mathematische Beschreibung kann entlang dieser Linie erfolgen, wird aber in diesem Beitrag nicht verfolgt.

Download the full paper here 8 page PDF with References 

Anmerkung des Übersetzers: Hierzu gab es viele Kommentare, von denen einer besonders bemerkenswert ist. Dieser soll hier noch in der Übersetzung angefügt werden. Es handelt sich um Kommentar # 19:

Michael Hammer

Zu diesem Thema habe ich in der Vergangenheit schon viele Beiträge geschrieben. Ich stimme einigen, aber nicht allen Behauptungen von Jinan zu.

Erstens, die Warmisten leiten die -33°C her unter der Annahme einer Albedo der Erde von 0,3, was Jinan auch erwähnt. Allerdings muss man sich vor Augen führen, dass das meiste dieser Albedo den Wolken geschuldet ist, welche [aus] Wasserdampf [entstanden] sind. Ohne Treibhausgase, d. h. ohne Wasserdampf würde die Albedo der Erde mehr jener des Mondes gleichen (0,12). Daher wäre die empfangene Strömung höher (390 * .88), was zu einer Oberflächentemperatur von 279 K oder +6°C führen würde.

Nun argumentiert Jinan, dass die Oberflächen-Emissivität viel geringer als 1 ist, tatsächlich mehr 0,7 – hergeleitet aus der Albedo. Dem kann ich nicht zustimmen, stammt doch die Albedo von der Reflektion sichtbaren Lichtes durch Wolken. Die flüssige Wasseroberfläche, die 70% der Erdoberfläche umfasst, hat im thermischen Infrarot eine Emissivität von etwa 0,96, was tatsächlich sehr nahe 1 liegt. Festland kann eine etwas geringere Emissivität aufweisen, aber selbst dort hat eine von Vegetation überzogene Oberfläche im thermischen Infrarot eine hohe Emissivität.

Jinans Punkt ist, dass wir jede Wellenlänge separat betrachten müssen, und hier bin ich total und absolut anderer Ansicht. Dies ist m. E. ein fundamentaler Fehler, den die Warmisten begehen, wenn sie über eine äquivalente Strahlungshöhe reden. Im atmosphärischen Fenster ist die Atmosphäre transparent, und die Emission stammt direkt von der Oberfläche (oder von der Wolkenobergrenze, wo Wolken liegen). Bei Absorptions-Wellenlängen von Treibhausgasen ist die Atmosphäre dicht, und die Emission stammt direkt von der Obergrenze der Treibhausgas-Säule, genau wie Jinan sagt, und wie er korrekt feststellt, liegt die Temperatur des Gases in dieser Höhe näher bei -50°C (im Grunde die Tropopause), aber mit Sicherheit nicht bei +14°C. Falls irgendjemand hier Zweifel hegt, fordere ich denjenigen auf, sich das Emissionsspektrum der Erde zu betrachten, wie es sich aus dem Weltraum darstellt (NIMBUS Satellit).Bei diesen Wellenlängen ist die Emissivität der Atmosphäre genau 1. Dies ergibt sich daraus, dass die Emissivität immer gleich der absorptivity ist. Falls die Gassäule all die Energie absorbiert, die von der Oberfläche ausgestrahlt wird, hat sie eine absorptivity von 1 und folglich auch eine Emissivität von 1.

Der Abschnitt 2.4 von Jinan ist derjenige, mit dem ich am wenigsten übereinstimme. Es ist nicht erforderlich, die Emission eines jeden Moleküls separat zu betrachten. Eine Luftschicht, die dick genug ist, um alle Energie zu absorbieren, die als Ganzes unterhalb der Schicht abgestrahlt wird, hat eine Emissivität von 1 (natürlich bei jener Wellenlänge) und kann als Schwarzkörper-Strahler bei jener Wellenlänge behandelt werden (was heißt, dass man das Planck'sche Gesetz anwenden kann, welches die emittierte Energie bei einer bestimmten Wellenlänge definiert, aber NICHT das Stefan-Boltzmann-Gesetz, welches die Emission eines Objektes definiert, welches ein Schwarzkörper bei allen Wellenlängen ist).

Was die Sensitivität bzgl. einer Verdoppelung des CO2-Gehaltes betrifft: wir wissen, dass es eine logarithmische Beziehung zwischen der Treibhausgas-Konzentration und der zurück gehaltenen Energie gibt. Wir wissen, wie viel Energie das CO2 gegenwärtig zurück hält einfach durch Betrachten des Emissionsspektrums der Erde, wie es der NIMBUS-Satellit sieht. Ohne CO2 läge die Emissions-Temperatur bei etwa 14,7 Mikron bei dem Wert an der Oberfläche von +14°C anstatt bei -50°C, wie es in Wirklichkeit der Fall ist. Wir können entweder das Planck'sche Gesetz über die Bandbreite der Absorption der Wellenlänge integrieren, oder wir können graphisch die Reduktion in der Fläche unter der Kurve des Emissionsspektrums betrachten, um zu dem Ergebnis von 27 W/m² zu kommen. Wir kennen auch den Gesamt-Absorptionsgrad der CO2-Säule bei 280 ppm, also etwa 2000 abs. Das repräsentiert 10 bis 11 Verdoppelungen von dem Punkt an, an dem die Mittellinie gesättigt ist (von wo die logarithmische Beziehung beginnt). Der Effekt einer CO2-Verdoppelung ist also 2,7 W/m² (ich war immer gegen die Zahl von 3,7 W/m² der Warmisten). Meine Berechnung ignoriert die Auswirkung von Wolken. Falls man diese berücksichtigt, verringert sich die Zahl von 2,7 W/m², weil es an der Wolkenobergrenze kälter ist als an der Oberfläche. Daraus folgt, dass die Emission in dem Weltraum ohne CO2 geringer als eine Oberflächen-Temperatur von 14°C implizieren würde.

Alles in allem stimme ich den meisten, aber nicht allen Punkten zu, die Jinan hier aufstellt, aber meine Schlussfolgerungen stimmen mit seinen in der Tat überein.

Link: http://joannenova.com.au/2012/09/do-greenhouse-gases-warm-the-planet-by-33c-jinan-cao-checks-the-numbers/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

13 Sep 18:17

Facebook is imposing American censorship on the rest of the world

13 Sep 18:16

Microsoft Pix

13 Sep 18:14

Neues Video erklärt Funktionen der BMW Connected App 2016

by Benny

Seit wenigen Wochen ist die BMW Connected App in neuer Form zum Download verfügbar und auch Android-Nutzer können seit einiger Zeit auf die neuen Funktionen zugreifen. Auch wir haben uns in den letzten Wochen ein Bild von den Möglichkeiten der App gemacht und können nach aktuellem Stand sagen, dass die Entwickler bei der Präsentation nicht zu viel versprochen haben: BMW Connected hilft tatsächlich dabei, den Tagesablauf zu organisieren und dabei frühzeitig auf ungewöhnliche Probleme wie eine besonders schwierige Verkehrslage hingewiesen zu werden.

Wer beispielsweise um 19 Uhr einen Termin in der Innenstadt hat und dafür normalerweise gegen 18:30 Uhr losfahren würde, erfährt normalerweise erst im Auto von verstopften Straßen aufgrund eines Unfalls oder einer Veranstaltung mit besonders hohem Besucheraufkommen. In diesem Moment ist es allerdings auch mit RTTI schon zu spät, um noch zur vereinbarten Zeit am Treffpunkt zu sein.

BMW-Connected-2016-App-Vernetzung-Digitalisierung-16

BMW Connected will die Lösung für diese und ähnliche Situationen sein, denn die App hat – wenn man ihr entsprechenden Zugriff auf die Daten gewährt – den eigenen Kalender im Blick und kann den Fahrer so frühzeitig über mögliche Probleme informieren. Wenn die Verkehrslage eine frühere Abfahrt notwendig macht, informiert BMW Connected auf Smartphone und Smartwatch über die Situation und ermöglicht es dem Nutzer so, früher als ursprünglich geplant loszufahren und den Termin zu schaffen.

Unterm Strich macht BMW Connected das Auto zur Smart Device, das in einer Reihe mit Smartphone, Smartwatch oder SmartHome steht. Und die Möglichkeiten sind dabei noch längst nicht ausgeschöpft, denn die Funktionen der BMW Connected App sollen in den nächsten Monaten ständig ausgebaut werden.

Dabei lernen die App und ihre Entwickler aus dem Nutzungsverhalten und Feedback der Kunden: Was wird tatsächlich gebraucht und genutzt, welche Funktionen fehlen noch – der personalisierte Assistent soll sich den Wünschen und Anforderungen jedes Kunden anpassen und letztlich dafür sorgen, dass der Alltag von BMW-Fahrern noch stärker als bisher von den Möglichkeiten der vernetzten Welt profitieren kann.

 

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(Direkt-Link zum Video für Mobile-User)

13 Sep 18:11

PageAccelerator – A very light solution to load web pages faster

13 Sep 18:11

Restoring YC's Xerox Alto, Day 6: Fixed a chip, data read from disk

13 Sep 18:08

Harald Martenstein: Über Kritik an der AfD – und eine erstaunliche Reaktion

by ZEIT ONLINE: leben - Harald Martenstein
Könnte man in die AfD eintreten und fordern, dass alle schwarzen, schwulen Muslime dieser Welt auf Knopfdruck einen deutschen Pass bekommen? Aber klar doch, nur zu.
13 Sep 18:02

Radikal und schmerzhaft: So kreierst du die perfekte Vision für deine Firma

by Tim Leberecht

Nicht Technologie, sondern der Mut zu Visionen ist es, was das Silicon Valley europäischen Firmen voraus hat. Doch was macht eine gute Vision aus? Die Silicon-Values-Kolumne von Tim Leberecht.

„Wer eine Vision hat, soll zum Arzt gehen.” Dieser Satz des im letzten Jahr verstorbenen Alt-Bundeskanzlers Helmut Schmidt ist legendär und wird oft als ultimative Waffe eingesetzt im Kampf um die Argumentationshoheit in den Besprechungsräumen deutscher Unternehmen. Schmidts Zitat ist geistesverwandt mit dem Credo von Erfinder Thomas Edison: „Der Wert einer Idee liegt darin, sie zu nutzen.“ Ideen sind demnach ohne konkrete Anwendungen nur Träumereien. Visionen gelten als Luxusartikel und stellen eine überflüssige, wenn nicht sogar gefährliche Ablenkung von den eigentlichen unternehmerischen Aufgaben dar.

„Das Problem dabei ist: Wer Ideen nur verfolgt, um sie zu „nutzen”, läuft Gefahr, keine mehr zu haben.“

Das Zitat von Schmidt hat mich immer schon geärgert, vor allem auch deswegen, weil es oft als Synonym für Bodenständigkeit und ehrliches Geschäftemachen verwendet wird, weit über die Stadtgrenzen hanseatischen Understatements hinaus. Das Problem dabei ist: Wer Ideen nur verfolgt, um sie zu „nutzen”, wie das ausgerechnet der Ideen-Mensch Edison forderte, läuft Gefahr, keine mehr zu haben. Kreativität heißt Mut zur Lücke und bedeutet das volle Bekenntnis zum offenen Ausgang. Von Ideen Nützlichkeit zu fordern ist in etwa so hilfreich, wie beim ersten Rendezvous über einen Ehevertrag zu sprechen. Ideen brauchen Zeit, brauchen Leerlauf und brauchen „Trödeln”, wie das Raphael Gielgen, der Head of Research und Trendscouting beim Designer-Möbelhersteller Vitra, mir gegenüber einmal beschrieb.

Angela Merkel verkörpert die Anti-Vision

Visionen müssen nicht praktikabel sein, denn sie sind im Kern natürlich nichts anderes als Wunschdenken, das heißt, eine in die Zukunft projizierte Vorstellung eines Wandels, eines idealen Soll-Zustandes. Priya Parker, eine in New York ansässige Beraterin, die mit ihrer Firma Thrive Labs Fortune-500-Unternehmen, kulturellen Einrichtungen und Führungskräften bei ihrer Visionsfindung hilft, definiert eine Vision als die Antwort auf die Frage: „Was ist der größtmögliche positive Wandel in der Welt, den du Kraft deiner Leidenschaft und Ressourcen bewirken kannst?” Aus meinen eigenen Kundenprojekten und Workshops weiß ich, wie wenige Organisationen und Mitarbeiter diese Frage tatsächlich beantworten können.

Wie schwer wir uns insbesondere in Deutschland mit dem Begriff Vision tun – wohlmerklich sicher auch aus historischen Gründen – konnte ich selbst einmal hautnah beobachten. Ich war Teilnehmer einer Zukunftswerkstatt, zu der Angela Merkel und das Bundeskanzleramt vor einigen Jahren nach Berlin eingeladen hatten. Die Fragen für die versammelte Runde an Experten und Impulsgebern lautete: Wie wollen wir in Deutschland in den nächsten Jahrzehnten leben? Was ist unser Leitbild?

„Als Träumer, Idealist oder gar naiver Narr angesehen werden – die Angst davor war greifbar und steckt tief ins uns.“

Es wurden dann jede Menge Makro-Trends diskutiert und Daten gewälzt, und das durchaus mit großer Leidenschaft und Offenheit. Aber tatsächlich einmal eine gewünschte Zukunft konkret zu beschreiben, die Welt so zu sehen wie sie nicht ist, aber sein könnte, so weit ging es dann doch nicht. Als Träumer, Idealist oder gar naiver Narr angesehen werden – die Angst davor war greifbar und steckt anscheinend tief ins uns.

Und so ist es denn auch nicht weiter verwunderlich, dass Merkel selbst so etwas wie die Verkörperung der Anti-Vision ist. Die Kanzlerin weigert sich ja geradezu, zu inspirieren. Und ein beachtlicher Teil der deutschen Wirtschaft – vor allem die etablierten Konzerne – scheinen ähnlich getaktet zu sein.

Eine Vision muss polarisieren und weh tun

Deutsche Unternehmer sind Weltmeister im Erkennen von „Bullshit“ und so leicht macht ihnen keiner was vor, wenn es darum geht, Zusammenhänge zu erkennen und 1 und 1 zusammenzuzählen. Und im Großen und Ganzen ist die deutsche Wirtschaft mit ihrer Haltung in den letzten Jahrzehnten ja auch sehr gut gefahren.

„Wenn eine Vision nur auf freundliches Kopfnicken stößt, ist sie keine Vision, sondern eine Binsenweisheit”

Allerdings sehen sich Großkonzerne wie auch Mittelständler jetzt einem völlig entfesselten globalen Wettbewerb gegenüber, in dem sich die Parameter erfolgreichen Wirtschaftens durch die Digitalisierung dramatisch verschoben haben. Wenn Wandel die einzige verbleibende Konstante ist, wie es so klischeehaft und doch so zutreffend heißt, dann muss jedes Unternehmen nun zum „Changemaker” werden und nicht nur den Mut zum Wandel aufbringen, sondern auch die Fähigkeit, diesen aktiv zu gestalten. Anders ausgedrückt, jedes Unternehmen braucht jetzt eine eigene Theorie des Wandels, eine Theory of Change, ein Argument, eine Vision. Zum Beispiel „Die Welt wird dann ein besserer Ort sein, wenn mehr Frauen als Männer in Führungspositionen sind” oder „Wir werden alles dafür tun, dass wir in zwanzig Jahren keine fossile Energien mehr brauchen.“

Diese beiden Beispiele zeigen, was eine starke Vision ausmacht: Sie muss ambitioniert, aber eben auch konkret sein. Sie muss bewegen und einen Aufbruch markieren. Und vor allem muss sie radikal sein, muss weh tun und polarisieren. „Wenn eine Vision von allen Seiten nur auf freundliches Kopfnicken stößt, ist sie keine Vision, sondern entweder eine Binsenweisheit oder der kleinste gemeinsame Nenner”, meint Parker, dann sei sie nur „motherhood and apple pie”, wie die Amerikaner das nennen. „Wir möchten unseren Kindern eine bessere Zukunft bieten” – das ist so eine „Vision”, der jeder zustimmen kann und die gerade deswegen eben keine ist. Denn schon Goethe wusste: „Träum‘ keine kleinen Träume, denn diese haben keine Macht, die Herzen der Menschen zu bewegen.”

13 Sep 18:00

Gründer Stephan Aarstol: „Wir alle arbeiten nur drei Stunden ernsthaft“

by Lisa Hegemann

Bei Tower Paddle Board arbeiten alle Mitarbeiter nur fünf Stunden am Tag. Wir haben bei Gründer Stephan Aarstol nachgefragt, wie er den Wandel in seinem Startup implementiert hat.

Der Feierabend bei Tower Paddle Board beginnt um 13 Uhr. Wenn andere Angestellte gerade in die Mittagspause gehen, haben die Mitarbeiter des US-Startups bereits frei. Vor einem Jahr startete Stephan Aarstol, der Gründer des Unternehmens, das Projekt Fünf-Stunden-Tag. Eigentlich sollte es nur eine dreimonatige Testphase geben. Inzwischen ist die Ausnahme zur Regel geworden.

Obwohl die Mitarbeiter heute weniger arbeiten als früher, erhalten sie mehr Geld. Tower Paddle Board beteiligt seine Angestellten an fünf Prozent des Gewinns. Wer glaubt, dass diese Strategie dem Unternehmen schadet, der irrt. Im Gegenteil: Das Startup wächst weiter fleißig. Über seine Erfahrungen hat Aarstol mittlerweile ein Buch geschrieben. Wir haben mit dem Gründer darüber gesprochen, wie er den Wandel vorgelebt hat und warum auch drei Stunden Arbeitszeit ausreichen.

Stephan Aarstol: „Wenn einer nicht den Fünf-Stunden-Tag lebt, wird er gefeuert“

t3n.de: Stephan, statt acht Stunden arbeiten in deinem Startup alle nur fünf Stunden. Wie reagieren Menschen, wenn du ihnen das erzählst?

Stephan Aarstol: Viele Menschen lehnen die Idee ab. Das hängt mit der protestantischen Arbeitsmoral zusammen. Sie beschreibt eine Theorie, in der unter anderem harte Arbeit angepriesen wird. Aber der Sinn des Lebens ist nicht arbeiten, sondern leben. Die Menschen halten aber immer noch an der protestantischen Theorie fest. Wir beweisen das Gegenteil.

t3n.de: Gab es auch unter deinen Mitarbeitern Skeptiker?

Stephan Aarstol: Ja. Als ich die Idee in meinem Unternehmen vorstellte, sagten meine Mitarbeiter: „Aber wenn wir nur noch halb so viel arbeiten, dann schaffen wir auch nur noch halb so viel.“ Und ich sagte: „Aber von zwölf Stunden arbeitet ihr sowieso nur zwei effektiv.“

Stephen Aarstol, Chef der US-Firma Tower. (Bild: Tower)
Stephan Aarstol, Chef der US-Firma Tower. (Bild: Tower)

t3n.de: Warum hast du dich ausgerechnet für den Fünf-Stunden-Tag entschieden und nicht für sechs Stunden oder vier oder drei?

Stephan Aarstol: Weil es mir wichtig war, dass wir auf das Mittagessen verzichten. In den meisten Unternehmen ist es so, dass einige Mitarbeiter nie zu Mittag essen, andere gehen jeden Tag eine Stunde raus, wieder andere essen am Platz. Das ist nicht fair. Und die Zeit, die in die Planung fließt! Wann gehe ich, wo gehe ich hin, mit wem. Nach dem Essen fällt man außerdem in ein Essenskoma. Das führte dazu, dass wir das Mittagessen streichen wollten. Und fünf Stunden kommt ein Mensch ohne Essen aus, danach wird es schwierig. Aber klar, es kann sein, dass es nicht die richtige Stundenzahl ist und dass es auch anders geht.

t3n.de: Kürzer wäre es nicht gegangen?

Stephan Aarstol: Doch. Richtig organisierte Menschen bekommen auch einen Drei-Stunden-Tag hin. Wenn man mal ehrlich ist, arbeiten wir alle nur zwei bis drei Stunden am Tag ernsthaft. Ich auch. Wenn Leute sagen, dass die Fünf-Stunden-Regel für mich als Chef ja wahrscheinlich nicht funktioniere, dann sage ich immer: „Doch, es funktioniert, ich arbeite sogar noch weniger.“

t3n.de: Wie hast du den Wandel bei euch eingeführt?

Stephan Aarstol: Ich habe ihn vorgelebt. Als wir am 1. Juni 2015 den Fünf-Stunden-Tag verkündeten, haben wir ihn erst einmal als Test ausgerollt. Ich habe gesagt, dass wir ab morgen nur noch fünf Stunden pro Tag arbeiten. Wenn das einer nicht kann, wird er gefeuert. Und dann habe ich jeden Tag um ein Uhr meinen Schreibtisch geräumt, habe meine Tür abgeschlossen und bin gegangen. In vielen Unternehmen ist der Chef der Erste, der kommt, und der Letzte, der geht. Und die Mitarbeiter machen ihm das nach. Deswegen wollte ich ein Zeichen setzen und zeigen, dass niemand schief angeguckt wird, wenn er pünktlich geht.

„Das Konzept funktioniert nicht für jeden.“

t3n.de: Du hast gerade gesagt, dass du die Leute feuern wolltest, die nicht fünf Stunden am Tag arbeiten wollten. Hast du die Drohung wahr gemacht?

Stephan Aarstol: Ich habe sie nicht gefeuert, aber wir haben ein paar zum Gehen bewegt. Das Konzept funktioniert nicht für jeden. Und du kannst nicht über Nacht einfach einen Schalter umlegen. Manche Leute arbeiteten einfach weiter wie vorher, und das ging nicht. Du musst dir überlegen, wie viel Zeit für was draufgeht und wie du die Arbeit schneller hinbekommst. Ich gehe beispielsweise nicht ans Telefon, weil das zu viel Zeit frisst.

t3n.de: Aber nicht jede Tätigkeit kann man so einfach aus dem Alltag streichen. 

Stephan Aarstol: Das sehe ich nicht so. Meine Mitarbeiter haben anfangs gedacht, dass die Kunden nicht gut auf die Umstellung reagieren würden. Ich war auch besorgt deswegen. Denn alle anderen Unternehmen sind ja von neun bis 17 Uhr erreichbar, wir hingegen nur noch von acht bis 13 Uhr. Wir haben es trotzdem versucht. Und was ist passiert? Nichts. Die Menschen lesen deine Website und rufen einfach zu den Zeiten an, die du angibst. Wenn du denkst, dass es nicht anders geht: Es geht immer anders.

t3n.de: Stephan, vielen Dank für das Gespräch.

Ebenfalls interessant: Diese Firma führte den 5-Stunden-Tag ein und die Mitarbeiter verdienen jetzt doppelt so viel

13 Sep 17:59

Azure AD finally in the new portal!

by Jos

This just made my day, as working with Azure AD through CSP is was a pain in the ass. Microsoft finally enabled Azure AD management through the new Azure AD Portal!

 

13 Sep 17:59

Der Islam wird zum westlichen Bündnispartner an der Klimafront – Grüne Energie auf allen Dächern

Das Bundeswirtschaftministerium für wirtschaftliche Entwicklung lässt sich nicht lumpen und unterstützt das Ganze gerne mit Vier Millionen Euro .

Das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, factsheet als PDF

 

 Klimaretter.Info: [1 Marokko plant grüne Moscheen

Im Geiste des Klimagipfels: Pünktlich zur 22. UN-Klimakonferenz, die im Zeichen der Umsetzung des Paris-Abkommens stehen wird, möchte sich Gastgeber Marokko als Vorreiter im Bereich der erneuerbaren Energien präsentieren. Bis März 2019 sollen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) insgesamt 600 Moscheen energetisch modernisiert werden.
Die Gotteshäuser werden mit Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern, LED-Leuchten und Solarthermie zur Warmwasserversorgung ausgestattet.
Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums ist das Ziel des Fünf-Millionen-Euro-Vorhabens, neue Geschäfts- und Beschäftigungsmöglichkeiten im Bereich der Erneuerbaren entstehen zu lassen. Teil des Projekts ist auch die Weiterbildung: Knapp 100 Imame und
Mourchidas wurden bereits im Energiesparen geschult, sodass sie ihr Wissen nun an ihre Gemeinden weitergeben können.

 

Bild Architekturbild der geplanten Moschee in Hamburg mit in die Minarette integrierten Windrädern. Quelle: Hamburger Abendblatt

 

Für das dortige Religionsministerium rechnet es sich somit bestimmt, denn eine Umrüstung auf Energiesparbeleuchtung und solare Warmwasseraufbereitung ist immer sinnvoll. Und dass damit ein Beschäftigungsprogramm verbunden wird, hat auch etwas Gutes, wobei nur zu hoffen bleibt, dass das Marokkanische Religionsministerium später auch eigenes Geld an sein „Glaubensklientel“ ausgibt, um das Projekt dauerhaft zu sichern – deutsche Religionsgemeinschaften geben in aller Regel nur das Geld aus, welches ihnen vorher gegeben wurde.

 

Früher wäre so etwas ganz banal unter „Entwicklungs-„ oder „Infrastrukturhilfe“ gelistet worden.
Heute binden sich solche Maßnahmen selbstverständlich in den ominösen Klimakampf ein. Und was der Autor bisher weder in der Bibel „Kirche und Klimawandel„ noch im Koran gefunden hat, weiss die gez: [2]"Ressourcenschutz ist auch im Koran verankert".

Die Begründung dazu ist einleuchtend: [4] "Umweltschutz ist eigentlich ein urmuslimisches Thema",... Zum Beispiel werden Muslime bei rituellen Waschungen angehalten, kein Wasser zu verschwenden.

Bisher hielt dies der Autor für eine recht vernünftige, jedoch profane Anweisung in einer Gegend, wo Wasser so kostbar ist dass es als fast als heilig gilt, aber bei theologischen Themenstellungen kann ein Laie verdammt schnell falsche Schlüsse ziehen.
Nur schade, dass Johannes der Täufer und Jesus im Jordan getauft haben, wo das Wasser gleich ökologisch korrekt in den Fluss zurück tröpfelte. Weil es beide versäumten, diesen Standplatz im Wasser als klimaökologische Maßnahme zur Verringerung des persönlichen Footprint und gegen Verschwendung zu deklarieren und als Verpflichtung in den christlichen Kanon hinterlegen zu lassen, ist es ein gutes Beispiel, wie in Religionen Unterschiede und copyright-Probleme entstehen.

 

Und es gibt nicht nur den von unseren Medien berichteten Islam, welcher nach offizieller Bekundung nichts mit der Religion zu tun hat.
Es gibt auch den ökologischen, der für das Richtige kämpft: [4] Ansporn zu einem "Öko-Dschihad".
Ob es viel Religionseifer erfordert, das Deutsche EEG zu nutzen, um damit für 20 Jahre garantierte, gesicherte Einnahmen zu erzielen, mag jeder nicht ganz so Gläubige selbst entscheiden. Und ob Windräder – nun aus religiösen Gründen - in der Stadt jeden Anwohner erfreuen werden, sei dahin gestellt. Der (vernichtend geringe) Wirkungsgrad der in die Minarette eingebauten Windradtechnologie interessiert jedenfalls nicht; es geht dem Architekten wohl ausschließlich um eine wohlwollende „Message“ an die Grünen in Hamburg, die die zweite Bürgermeisterin stellen:

 

[4] In Hamburg soll ein Windrad auf einem Minarett angebracht werden, eine Moschee in Darmstadt ist mit einer Solaranlage ausgestattet, und in Marburg wurde gerade der Grundstein für ein umfassend nachhaltig gestaltetes Gotteshaus gelegt. Mit technischen Fragen befasst sich die Gruppe Nour-Energy, in der viele muslimische Ingenieure tätig sind. "Nour" bedeutet Licht. Ab 2014 soll es sogar ein Zertifikat für "grüne Moscheen" geben: Daran arbeitet die Initiative Hima. "Hima ist der Name, mit dem Abraham die erste Naturschutzzone in Mekka bezeichnete",

 

Der Begriff „Naturschutz“ scheint nicht mehr nur bei unseren sogenannten Naturschützern weit gespannt und vom Standort von lauschigen Geldquellen abhängig zu werden. Auf einer Enzyklopädie des Islam ist der Begriff „Hima“ jedenfalls kaum als Bezeichnung eines „Naturschutzgebietes“ zu erkennen. Geld, welches anderen abgeknöpft wird, spielt jedoch eine Rolle und grundlegende Ansätze des EEG meint man darin auch zu finden.

 

Enzyklopädie des Islam: “Hima“ ist ein alter Begriff bei den Arabern, der die weiten Flächen von Ödland bezeichnet, welche mächtige Personen für sich selbst vorzubehalten pflegten, und deren Nutzung sie anderen erlaubten. Dabei betrachteten sie das Land und alle darin enthaltenen Potentiale und Reichtümer als ihr unumschränktes Eigentum, weil sie sich dessen bemächtigt hatten und die Macht besaßen, andere an seiner Nutzung zu hindern.

 

Auf jeden Fall ist klar, dass Entwicklungshilfe war und moderne Hilfe von der Politik über die GIZ nun vorwiegend gegen den Klimakampf vergeben wird. Die Begründungstexte der Projekte scheint man zu kopieren.

 

GIZ Malediven: Im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) konzentriert sich die Unterstützung der GIZ auf die Klimaneutralitätsstrategie des Landes. Um diese zu erreichen wollen die Malediven erneuerbare Energien und klimafreundliche Technologien einsetzen und öffentliche Institutionen und private Akteure so schulen, dass sie das Know-how besitzen, um umfassende Strategien zur Minimierung von Emissionen zu erarbeiten und daraus abgeleitete Aktivitäten durchzuführen.

 

Es gilt eben, Prioritäten zu setzen. Früher gab es das Geld für Investitionen gegen Armut, heute gibt man es für Schulungen zur Vernichtung der Pflanzennahrung CO2 aus. Grün darf eben nur die Ideologie sein.

Bild  Male, Hauptstadtinsel der Malediven. Quelle Screenshot aus dem Film Weltjournal - Sandraub

 

Quellen

[1]
Klimaretter.Info, 06. September 2016: Marokko plant grüne Moscheen
http://www.klimaretter.info/energie/nachricht/21872-marokko-wird-zum-klimaschutz-vorreiter

[2]
Klimaretter.Info, 05. Februar 2016: Solarstrom von Moscheen
http://www.klimaretter.info/energie/nachricht/20586-solaranlage-auf-die-moscheen

[3]
GIZ: Grüne Moscheen Projektkurzbeschreibung
https://www.giz.de/de/weltweit/32825.html

[4]
taz 02.10.2013: Ansporn zu einem "Öko-Dschihad"
www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/

13 Sep 17:59

Microsoft: Wir stehen hinter Windows 10 Mobile, Partner bringen die Geräte

by Albert Jelica

Microsoft Lumia 650 Review Test Windows 10 Mobile Lockscreen

Microsofts Windows Insider-Chefin bekommt wohl am meisten von der Stimmung unter den Windows Phone-Nutzern mit. Nun sah sie sich zu einer Reaktion gezwungen nachdem ein Nutzer sich besorgt zeigte über die Zukunft der Lumia-Smartphones, schließlich überschlagen sich in jüngster Zeit die Negativschlagzeilen.

Ihre Aussage könnte in den 140 Zeichen, die ihr auf Twitter zur Verfügung stehen, klarer nicht sein. „Wir stehen hinter Windows 10 Mobile und veröffentlichen Updates. Unsere Partner bringen Geräte auf den Markt, die wir ins Insider Programm inkludieren“, heißt es in ihrem Tweet. Während sich die Aussage nicht auf Lumia bezieht, wo ihr vermutlich auch die Befugnis fehlt, darüber zu sprechen, dürfte die Aussage nicht schwierig zu interpretieren sein.

Die Lumia-Reihe wird es wohl nicht mehr geben, Windows 10 Mobile hingegen schon. Die Geräte sollen die Partner bauen, nicht Microsoft selbst und diese wird man weiterhin mit Updates versorgen. Bleibt nur die Frage, ob noch weitere Smartphones von OEMs hinzukommen werden, um die Lumia-Reihe gebührend abzulösen. Bislang gibt es neben dem HP Elite x3 nicht viel Auswahl mit aktueller Hardware. Im Mid-Range Bereich gibt es in Europa kein einziges Modell vom OEMs und die überteuerten Referenzmodelle basierend auf dem Coship Moly X1 können die meisten auch schon nicht mehr sehen. Neues muss her und wenn das nicht von Microsoft kommt, wie die Aussage von Dona Sarkar impliziert, dann eben von anderen Herstellern. An dieser Front sieht es bislang aber recht düster aus und wir hoffen, dass sich der Nebel noch lichten wird, was auch für Microsofts Kommunikation gelten sollte.


Quelle: Twitter / Danke Alexander für den Tipp!

Der Beitrag Microsoft: Wir stehen hinter Windows 10 Mobile, Partner bringen die Geräte erschien zuerst auf WindowsArea.de.

13 Sep 17:58

Sugar industry secretly paid for favorable Harvard research

13 Sep 12:00

Best Accessories for Microsoft Surface Book of 2017

by Daniel Rubino

What are the best accessories for Microsoft's Surface Book and Surface Book 2? Read on.

Your Microsoft Surface Book 2 is a fantastic Ultrabook as is, but a few accessories could make your life easier. Whether you're looking for a new way to play games, a little protection for the screen and body, or some new headphones, these are the best accessories for Surface Book and Surface Book 2.

12 Sep 16:56

How the Sugar Industry Shifted Blame to Fat

12 Sep 15:06

Richter müssen sich täglich filmen lassen

by Udo Vetter

Das Bundesverfassungsgericht attestiert dem Oberlandesgericht München in einer einstweiligen Anordnung Defizite im Umgang mit der Pressefreiheit. Konkret geht es um das Verfahren gegen die mutmaßliche Terrorvereinigung „Türkische Kommunistische Partei/Marxisten-Leninisten“.

Unter anderem hatte der Gerichtsvorsitzende angeordnet, dass auch die Richter nur an drei Terminen zu Beginn der Sitzung gefilmt oder fotografiert werden dürfen. Insgesamt sind 34 Verhandlungstage vorgesehen. Diese Einschränkung akzeptiert das Bundesverfassungsgericht nicht. Karlsruhe sieht ein öffentliches Interesse auch den „Personen, die als Mitglieder des Spruchkörpers an der Rechtsfindung im Namen des Volkes mitwirken“.

Auch wenn die Richter die Anwesenheit von Presse und Rundfunk als „lästig“ ansähen, begründe das keine Einschränkung der Pressefreiheit. Soweit in der Begründung der Anordnung darauf verwiesen wird, dass es den Sitzungsablauf erheblich beeinträchtigen würde, wenn an jedem Sitzungstag abgewartet werden müsse, bis Fotografen und Kameraleute ihre Aufnahmen beenden, um mit der Sitzung beginnen zu können, sei dies nicht ausreichend.

Weiter kassieren die Verfassungsrichter eine Regelung, wonach Verfahrensbeteiligte nicht gefilmt werden dürfen, wenn sie erkennbar dagegen sind. Die Frage der Rechtmäßigkeit dürfe nicht in die Hände der Beteiligten gelegt werden. Außerdem reiche es regelmäßig aus, wenn die Verpixelung angeordnet werde. Das sei ein milderes Mittel als ein komplettes Aufnahmeverbot (Aktenzeichen 1 BvR 2022/16).

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12 Sep 15:03

10 Skills, die in keinem Designer-Lebenslauf fehlen sollten

by Jessy Kösterke

Du sagst, Designer gibt es wie Sand am Meer? Dann wird es Zeit, sich von der Masse abzuheben und mit diesen Skills zu punkten.

In wohl kaum einer anderen Branche bietet eine Bewerbung so viel Spielraum für Kreativität. Und das ist auch notwendig: Einer großen Masse an kreativen Menschen und Möchtegernkreativen steht eine geringe Zahl an Jobangeboten gegenüber. Ein Designer muss also überzeugen – und das mit allen Mitteln: Von Behance über Social-Media Profile wie Xing und Linkedin bis hin zu persönlichen Portfolios. Du bist Feuer und Flamme für das, was du tust? Dann zeig es in deinem Lebenslauf. Zeig, worauf du Lust hast, was du kannst und wo deine Stärken sind.

1. Lösungsorientiert

Als Designer löst du jeden Tag Probleme, das ist der Kern deiner Arbeit. Eine visuelle Lösung, die mit dem Betrachter kommuniziert. Dein Lebenslauf sollte also zeigen, dass du mehr kannst, als einfach nur ein schönes Design zu erstellen – er muss zeigen, dass du Lösungen entwickeln kannst. Lege Arbeitsproben bei und beschreibe Probleme, die vor, während oder nach dem Projekt aufgekommen sind. Beschreibe, welche Herausforderungen in deinen Projekten auftauchten und wie du sie, alleine oder im Team, bewältigt hast.

2. Marketing

(Gefunden auf: Behance.net / Den Serduke)
(Screenshot: Behance.net / Den Serduke)

Marketing-Skills werden bereits in deinem Lebenslauf ersichtlich. Sie sind wichtig, um deine Design-Projekte, aber auch dich selbst als potentiellen Bewerber zu verkaufen. Du musst kein Experte in diesem Gebiet sein, aber du solltest gewisse Dinge so verstehen, dass du dich logisch darüber unterhalten kannst. So gut, dass sie in deinen Lebenslauf gehören.

3. Print

Zwar sind Designer heute für eine Vielzahl an Tasks zuständig und Unternehmen verlangen flexibles Arbeiten, doch das Know-How in Sachen Printprodukten gehört nach wie vor zum Pflichtrepertoire eines jeden Designers.

Während sich ein Großteil der Arbeit um digitale Designkonzepte dreht, sollte die Umsetzung von Printprodukten wie Produktlabels, Werbetafeln oder Flyern nicht in Vergessenheit geraten. Auch wenn der Job für eine Online- oder Webposition ausgeschrieben ist, solltest du zeigen, dass du ebenfalls die Gestaltung und Umsetzung von Printprojekten beherrschst.

4. Digitalkenntnisse

Genauso wichtig wie das Know-How im Printbereich ist auch das Testen von neuen Technologien – für Web- wie auch Printdesigner. Wenn dir Webdesign und -technologien schon lange kein Fremdwort mehr sind und du mit verschiedenen Programmiersprachen per du bist, erwähne diese Informationen. Ebenso das Arbeiten mit einem CMS (Content-Management-System) und weiteren relevanten Tools, die du mit Leichtigkeit bedienen kannst.

Verschiedene Tools bedienen zu können, ist nicht selbstverständlich – erwähne also alles, womit du bisher gearbeitet hast.

5. Basic HTML und CSS

(Lebenslauf gefunden auf: Behance.net / Matteo Innominato)
(Screenshot: Behance.net / Matteo Innominato)

Wie viel HTML und CSS am Ende wirklich benötigt wird, hängt von der Jobposition ab, doch auf dem heutigen Arbeitsmarkt ist es immer von Vorteil, wenigstens die Basics zu beherrschen. Du kannst also HTML und CSS lesen und sogar ein wenig schreiben? Dann erwähne das. Besser wenig als gar nichts.

6. Software

In der Regel steht in der Jobaussschreibung, welche Software-Skills benötigt werden, im besten Fall erfüllst du diese. Aber auch jede andere Software, die du beherrscht oder mit der du besondere Auszeichnungen erworben hast, sollten nicht fehlen.

Es reicht nicht, zu schreiben, dass du Adobe Creative Suite beherrschst. Welche Programme davon nutzt du regelmäßig und wie gut beherrschst du jedes einzelne davon? Das sind die relevanten Informationen.

7. Social Media

Dein digitales Netzwerk ist überall. Arbeitgeber wollen sehen, dass du soziale Netzwerke verstehst und beherrschst. In welchem Netzwerk werden welche Größen und Grafiken verwendet? Wie setzt man sie ein? Dein Know-How auf den verschieden Plattformen lässt sich auch von deinen Accounts ablesen, sofern diese für jeden ersichtlich sind.

Es ist von Vorteil, deine Arbeit auf Plattformen wie Behance zu teilen, so hast du automatisch ein Online-Portfolio mit deinen Arbeiten. Man weiß nie, wo das nächste Jobangebot reinkommt.

8. Zeitmanagement

Keiner mag „Diva-Designer“, die über Monate Projekte bunkern und bei einem Änderungswunsch anfangen, kleinteilig zu werden. Auch Arbeitgeber nicht. Zeig, dass du flexibel bist, im Team arbeiten kannst und in der Lage bist, deine Projekte und Zeit perfekt zu organisieren.

Ein gutes Zeit- und Projektmanagement lässt sich im Lebenslauf schlecht visuell darstellen. Allerdings kannst du einzelne Arbeiten, die in deinem Portfolio zu finden sind, beschreiben. Mit Sicherheit gab es Projekte, die einige Herausforderungen mit sich gebracht haben.

9. Typografie

Zumindest die Basics der Typografie richtig zu beherrschen, ist als Designer ein Muss – unabhängig von Web oder Print. Viele halten das nicht für erwähnenswert, aber was hebt dich dann von anderen Designern ab? Hast du vielleicht eine eigene Schrift entworfen? Hast du einen bestimmten Stil, den du gerne verwendest? Ebenfalls ist es eine Überlegung wert, zu erwähnen, dass du die Zusammenarbeit von verschiedenen Schriften beherrscht und weißt, wie du den Betrachter nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Staunen animierst.

10. Kommunikation

Am Ende zählt die Kommunikation. Nicht nur die visuelle Kommunikation ist wichtig, auch die reale Kommunikation macht einen guten Designer aus. Bist du vielleicht ein guter Speaker? Hast du bereits ein Publikum unterrichtet oder Vorträge gehalten?

Auch solche Fähigkeiten sind Leistungsnachweise und gehören in den Lebenslauf. Gute Kommunikation kann dich von der Masse abheben. Kommunikation ist eine wertvolle und täglich verwendete Fähigkeit, die ein Team besser und einfacher zusammenarbeiten lässt, einfacher und schneller Ideen produziert und am Ende ein gutes Team ausmacht. Selbst der beste Designer kann auf menschlicher Ebene versagen.

Fazit

Von technischen Skills wie der Bedienung verschiedener Softwares bis zu den Soft-Skills wie Teamwork und Flexibilität: Dein Lebenslauf zeigt jemanden dein professionelles Du. Er sollte bestimmte Keywords enthalten, um das erste Scannen nach bestimmten Fähigkeiten zu überstehen und trotzdem genug detaillierte Informationen liefern, um aus der Masse hervorzustechen.

Achte darauf, dass dein Lebenslauf aktuell ist und ergänze ihn mit einem Online-Portfolio. Du weißt nie, wo die nächste Chance auf dich wartet.

Weitere Links, die dir bei der Umsetzung helfen:

12 Sep 11:43

Journalist in Meck-Pomm freigesprochen

by Udo Vetter

Ein Journalist des „Nordkurier“ wird nun doch nicht wegen Beleidigung bestraft. Das Oberlandesgericht Rostock sprach ihn frei. Der Redakteur hatte einen Jäger, der ein totes Reh an einem Abschleppseil hinter seinem Auto hergeschleift hatte, in seinem Bericht als „Rabauken-Jäger“ bezeichnet.

Das Amtsgericht hatte den Journalisten noch zu 1.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Eine unhaltbare Sicht der Dinge, stellt nun das Oberlandesgericht klar. Die Bewertungen seien von der Meinungs- und Pressefreiheit gedeckt. Ähnlich sah es anfangs auch die Staatsanwaltschaft vor Ort. Diese wollte den Redakteur nicht anklagen, wurde aber von der Generalstaatsanwaltschaft dazu angewiesen. Der Jäger ist ehemaliger CDU-Kommunalpolitiker und Mitglied im selben Kreisverband wie die Justizministerin von Mecklenburg-Vorpommern.

Die FAZ bericht weitere Einzelheiten zu dem Freispruch.

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12 Sep 11:43

Microsoft should be putting Windows 10 on phones?

Greg, over at MSPU, penned an interesting editorial over the weekend, saying what had previously been considered unthinkable: that Microsoft should put the full Windows 10 on a phone (well, a 'phablet', but still....) With Microsoft itself saying that it wanted to break new ground and produce something that changes the way people work, maybe this isn't such a crazy idea after all? After all, as Greg points out, there are already 7" tablets running the full Windows 10 (Home Edition), so why not take that down by 16% and put this onto a 6"-screened phone (think HP Elite X3/Lumia 1520 size)? And with the bonus that legacy x86 applications would be supported natively, albeit with some UI constraints. Interesting...

12 Sep 08:58

OnedriveMapper v2.39 released!

by Jos

Version 2.39 of OneDriveMapper has been released!

  • Folder Redirection support for Windows 10
  • My Pictures, My Music and My Videos now follow My Documents
  • Target subfolder for folder redirection can be specified
  • autodetection of kb2846960
  • added msafed=0 to the login parameter to skip any personal accounts (thanks for the tip Dimos!)

Get the new version here

12 Sep 08:54

Die erfreuliche Nachricht: Sehr gute Getreideernte 2016 in Thüringen- wo bleiben die negativen Folgen des angeblichen „Klimawandels“?

Trotz sehr wechselhafter Witterung und zeitweise dunkler Wolken zur Ernte: 2016 gab es in Thüringen eine sehr gute Getreideernte. Foto: Stefan Kämpfe

Als vorläufige Zahlen wurden für den Winterweizen 84,5 dt/ha und für Getreide insgesamt 80,4 dt/ha angegeben. Diese Zahlen können sich noch geringfügig ändern, doch könnte das bisherige Rekordergebnis von 2014 sogar noch knapp übertroffen worden sein. Irgendwie weigert sich also die Realität beharrlich, den düsteren Szenarien der „Klimafolgenforscher“, welche uns schon seit Jahrzehnten Missernten infolge des „Klimawandels“ ankündigen, zu folgen. Die folgenden zwei Grafiken zeigen uns, worauf (außer dem technologischen Fortschritt) diese erfreuliche Entwicklung zurückzuführen ist:

Anmerkung: Leider sind Werte für Thüringen erst seit 1991 verfügbar, so dass die Signifikanz nur mäßig ausfällt. Doch der positive Zusammenhang von CO2 und Pflanzenwachstum ist seit langem bekannt und war, bevor CO2 als „klimaschädlich“ in Ungnade fiel, sogar Lehrstoff im Biologie- Unterricht. Ohne CO2 gäbe es keine Photosynthese und kein Leben, wie wir es heute kennen! Trotz häufiger Trockenheit und zeitweise starkem Schädlingsaufkommen wurden diese Rekordergebnisse, von denen man in der DDR der 1980er Jahre nicht einmal zu träumen wagte, auch dank mehr CO2 in der Atmosphäre erreicht. Man braucht keine hellseherischen Fähigkeiten, um weitere Rekordernten vorherzusehen. Denn die CO2- Konzentration steigt weiter, ist aber heute mit gut 400ppm noch weit vom Optimum für unsere Kulturpflanzen (ca. 1200ppm) entfernt. Nach den Ertragsgesetzen ist CO2 noch immer ein Minimum- Faktor, dessen Zunahme stark ertragssteigern wirkt. Auch die Anbautechnik wird sich weiter verbessern. Bliebe noch anzumerken, dass auch die wenigen Winzer und die Obstbauern Thüringens einer guten Ernte 2016 entgegensehen. Und man ahnt es schon: Auch ein Mehr an Wärme würde nicht schaden- im Gegenteil, denn fast alle unsere Nutzpflanzen entstammen südlicheren Breiten.

Also Ernte gut, alles gut? Nicht ganz. Denn fallende Preise für Agrarerzeugnisse trüben die Stimmung. Während die „Energiewende“ die Erzeugungskosten in die Höhe treibt, entfiel durch das „Russland- Embargo“ ein Markt mit fast 100 Millionen Verbrauchern, was die Betriebe Ostdeutschlands besonders hart trifft. Russland baut nun seine eigenen Produktionskapazitäten massiv aus. Sollte irgendwann endlich Vernunft einkehren und das Embargo aufgehoben werden, so dürfte es trotzdem schwer werden, diesen wichtigen Markt zurückzugewinnen.

Die Originalmeldung zur Erntebilanz, welche von vielen Medien stark verkürzt übernommen wurde, finden Sie hier

http://www.bauernzeitung.de/agrarticker-ost/thueringen/bisher-bestes-ergebnis/

Stefan Kämpfe, Diplom- Agraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher.

12 Sep 08:53

Scaling Synchronization in Multicore Programs

12 Sep 08:53

EE261 – The Fourier Transform and Its Applications

12 Sep 08:52

Kimchi: HTML5 management interface for KVM