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11 Aug 16:46

Crash durch universitären Security-Scan

Firewall-Crash durch universitären Security-Scan

Vorsicht vor der 158.130.6.191: Ein vermeintlich harmloser Scan von dieser Adresse führt immer mal wieder zu Problemen. So brachen deswegen kürzlich die VPN-Verbindungen von Watchguard Fireboxes periodisch zusammen.

11 Aug 16:45

Show HN: Flow Dashboard – open source habit tracker and quantified self

11 Aug 16:45

The 1 Percent Rule: Why a Few People Get Most of the Rewards

11 Aug 15:17

Solving 3D print problems with OneNote

by Guest Author

Today’s post was written by Dave Del Gobbo, science and special education teacher at the Stephen Lewis Secondary School in Mississauga, Ontario.

In September of 2013, I had the opportunity to visit a tech design class taught by my good friend, Cam Watt, at a neighboring high school. His after-school “Maker Club” had finished assembling a 3D printer from a kit and was starting to experiment with it. The 3D printer, controlled by a laptop, was laying down layer after layer of molten plastic until a 3D figure slowly took shape. As I held this newly formed object in my hands, I knew immediately that I wanted to incorporate 3D printing into my teaching practice. I also realized that I would need powerful and flexible tools for my students to be successful.

Historically, students use 3D printers to slightly tweak existing designs from websites like www.thingiverse.com. If students could be inspired to design totally unique objects for real-life purposes, their learning would be accelerated.

Designing objects from scratch is extremely challenging, so a creative and critical design process is needed to guide all efforts.

Cam used a similar design process when his senior students created works of art.

I wanted my younger students to work through a similar collaborative framework while making their thinking visible to me. Using linear online collaborative tools that had restrictions on page size would make it challenging to capture dynamic student thinking.

Graphic organizers are educational tools that have been traditionally used to help students visualize complex concepts. Handmade graphic organizers can be limited by a student’s own dexterity. With OneNote, a graphic organizer has no size limits, so you are free to zoom in for further detail, and they can be continually modified as a student gains proficiency and expertise.

In a OneNote collaborative notebook, students listed household problems that they thought could be solved through 3D printing and then had fellow classmates sign up to solve a specific problem.

Many problems that seemed simple on the surface were not. For example, a replacement handle on a broken pair of scissors has much hidden complexity. For the new handle to function properly, students would need exact measurements, excellent mathematical skills and a knowledge of ergonomics.

The design process ultimately took the form of a pie-shaped graphic organizer that students gradually filled in with their learning journey.

Each “step” of the organizer was facilitated by the teacher in the form of a OneNote Class Notebook page, which was “pushed” into their design notebooks.

As students completed each section, their work was posted along each “slice” of their master graphic organizer.

Students were never limited to text when completing the requirements for each part of their organizer. They included pictures from their devices, video, audio feedback and sometimes 3D files for review.

Before long, their design organizers became populated with evidence of the choices made during the design process.

Once finished, they had the opportunity to print it out for their fellow classmates and present it to them, which was captured in this video:

OneNote, with its inherent flexibility, allowed my students to visually present their evidence of learning in a nonlinear fashion and to tackle an extremely complex task. 3D printing is a challenging field to explore in the classroom, and I would urge that you not get discouraged by tiny failures; rather, view them as opportunities to model conscientiousness in front of your students.

—Dave Del Gobbo

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11 Aug 14:10

Steuerpolitik: "Leistung lohnt sich bei euch nicht"

by ZEIT ONLINE: Wirtschaft - Mark Schieritz
In Deutschland läuft einiges schief, sagt der konservative US-Ökonom Arthur Laffer. Er plädiert dafür, dass der Staat vor allem die Reichen entlasten sollte.
11 May 21:07

Sorting Two Tons of Lego, the Software Side

08 May 13:06

Bürger kämpfen fürs Draußen-Sitzen in Cafés

by Doris Richter
Die Stadt München hat ein Talent, das öffentliche Leben der Bewohner kaputt zu machen. Dieser Meinung ist eine neue Bürgerinitiative und kämpft für den Erhalt der Freischankflächen.
08 May 13:03

Lieber ein Ende mit Schrecken …

by Udo Vetter

Vor einigen Tagen ist der Koblenzer Mammutprozess gegen mutmaßliche Neonazis gescheitert, weil der Vorsitzende Richter im Juni völlig überraschend die Regelsaltergrenze erreicht. Vorerst gescheitert, hieß es zunächst. Denn es war unklar, ob es nach den bisherigen 315 Prozesstagen nicht doch noch zu einer Neuauflage des Verfahrens kommt (siehe auch den letzten Bericht zum Thema).

Danach sieht es jetzt nicht mehr aus. Die Strafkammer erwägt, das Verfahren endgültig einzustellen. Wegen „überlanger Verfahrensdauer“, wie es in einem Schreiben des Gerichts heißt. Möglich ist so eine Einstellung, wenn ein Prozess so lange gedauert hat, dass ein sogenanntes Verfahrenshindernis besteht (§ 206a StPO). Maßstab ist hier normalerweise, ob das Verfahren noch mit der Europäischen Menschenrechtskonvention in Einklang zu bringen ist, insbesondere deren Art. 6.

Mit der Einstellung, die man sicher juristisch vertreten kann, stünde dann aber auch abschließend fest, dass unglaublich viel Geld in den Sand gesetzt wurde. Alleine die Honorare der Verteidiger dürften insgesamt 15 bis 20 Millionen Euro betragen. Dazu kommen die Organisations- und Personalkosten für den Prozess. Und nun womöglich auch eine satte Entschädigung für die Angeklagten, nicht nur wegen der mehr als einjährigen Untersuchungshaft für viele der Angeklagten. Auch nach ihrer Haftverschonung konnten die Angeklagten wegen der drei Mal wöchentlich stattfindenden Verhandlung keiner geregelten Arbeit bwz. Ausbildung nachgehen oder ernsthaft studieren.

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, wird man bei Gericht gedacht haben. Denn früher oder später wären die Kosten sowieso auf den Tisch gekommen. Dass es im Rahmen einer Neuauflage des Prozesses noch zu einer Verurteilung der Angeklagten reichen würde, hat vielleicht am Ende nicht mal mehr die Staatsanwaltschaft geglaubt.

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08 May 13:01

Marketing-Automation-Tools von Mailchimp jetzt kostenlos nutzbar

Die bislang kostenpflichtigen Werkzeuge zur Automatisierung von E-Mails sind ab sofort kostenlos für alle Mailchimp-Nutzer erhältlich. Damit müssen die Verwender des Free-Tarifs nicht länger auf professionelles Marketing verzichten.

Marketing-Automation: State of the Art im E-Mail-Marketing

Marketing-Automation ist ein wichtiges Instrument im E-Mail-Marketing. Damit lassen sich etwa Willkommens-E-Mails automatisiert versenden, wenn ein potenzieller Kunde sich zum Erhalt eines Newsletters angemeldet hat. Ebenso kann automatisch auf Käufe reagiert werden, etwa mit einem Dankeschön inklusive Rabatt-Coupon für den nächsten Einkauf. Denkbar ist es zudem, dem Kunden wichtige Bedienhilfen für das Produkt, das er eben gekauft hat, zuzumailen. Die Anwendungsmöglichkeiten sind nahezu endlos, lediglich etwas Kreativität ist gefragt.

Derlei automatisierte E-Mails sind Standard im E-Mail-Marketing. Es wird kaum jemanden geben, der nicht eine oder mehrere solcher Nachrichten gerade jetzt in seiner Inbox findet. Auch mit Mailchimp konnten Kunden des Dienstes schon bislang Automations-Tools nutzen. Erforderlich war dafür aber ein kostenpflichtiger Account.

Allerdings gibt es durchaus viele Mailchimp-Nutzer, die mit dem kostenlosen Free-Tarif gut bedient sind. Immerhin sind schon darin bis zu 2.000 Abonnenten und bis zu 12.000 monatliche E-Mails erlaubt. Nun können auch im Free-Tarif E-Mails automatisiert werden, das kündigte der Dienst Anfang Mai in seinem Blog an.

Ab sofort findet jeder Mailchimp-Nutzer in der oberen Menüleiste den Punkt Automation. (Screenshot: t3n)

Mailchimps Marketing-Automation: Konversions-Baukasten für jedermann

Das Automatisierungs-Werkzeug von Mailchimps ist leistungsfähig und in der Lage, die Konversionsrate deutlich zu steigern. Hier geht es im Wesentlichen darum, bestehende Kontakte verstärkt zu bearbeiten, denn bekanntlich bedarf es weit weniger Aufwand, einen bestehenden Kontakt zum wiederkehrenden Kunden zu konvertieren, als einen völlig neuen zu akquirieren. Von daher wäre es geradezu sträflich, würde man auf den Einsatz von Automatisierungs-Tools verzichten.

Ähnlich wie beim bekannten Dienst IFTTT (If This Then That) lassen sich mit Mailchimps Marketing-Automation-Tools eigene so genannte „Rezepte“ erstellen – neben einer Vielzahl bereits fertiger Rezepte. Für fortgeschrittene Bedürfnisse steht eine separate API zur Verfügung.

Wer nicht programmieren will oder kann, wird vermutlich die Vorgehensweise der Klick-Konfiguration bevorzugen. Hier werden so genannte Trigger definiert, also Ereignisse, die als Auslöser einer automatisierten Reaktion herhalten sollten. Über Delays legt ihr fest, mit welcher Verzögerung die entsprechende Aktion beginnen soll. So könntet ihr etwa sagen: Wenn ein Kunde 30 Tage lang nicht erneut bei euch gekauft hat, sendet ihr ihm eine E-Mail mit einem besonderen Angebot, basierend auf seiner bisherigen Einkaufs-Historie. Ganz unabhängig von Interaktionen auf der Website wäre es zudem möglich, Kunden schlicht per E-Mail zum Geburtstag zu gratulieren, um mal das untere Ende der Fahnenstange zu markieren.

Fazit: Mailchimps Marketing-Automation erhöht die Attraktivität des Free-Tarifs beträchtlich

Nanu, mag man angesichts dieses Fazits jetzt denken. Ist das nicht selbstschädigend? Wenn es Mailchimp allerdings gelingt, auf diese Weise seinen Nutzern zu helfen, deutlich mehr Abonnenten zu bekommen, dann ist dem Dienst selber auch geholfen. Denn sobald die Marke von 2.000 Abonnenten und 12.000 E-Mails im Monat fällt, wird der Dienst kostenpflichtig. Wer sich also noch nicht für einen E-Mail-Newsletter-Provider entschieden hat, kann sich nun einen Plus-Punkt für Mailchimp notieren.

08 May 13:00

Arbeitszeit ist Leistungszeit? Ein riesiges Missverständnis!

Es ist noch zu früh, um Feierabend zu machen – also bleibt der Mitarbeiter sitzen. Doch davon hat weder er noch das Unternehmen etwas. Ein Plädoyer für eine klügere Arbeitszeit.

Mark ist eben fertig mit seiner Aufgabe für heute. Kurz bevor er den Rechner runterfährt, registriert er, dass um ihn herum noch die halbe Mannschaft am Schreibtisch sitzt. Mist. Jetzt kann er unmöglich gehen. Wie sieht das denn aus?

Und so geht er die Präsentation noch einmal durch für das Meeting übermorgen. Und dann startet er doch noch mit dem Angebot, das er sich eigentlich morgen früh vornehmen wollte. Dabei ist er für das Jonglieren mit Zahlen jetzt schon viel zu müde... Obwohl Mark noch bleibt, bleibt die Leistung auf der Strecke. Und was, wenn alle anderen bleiben, weil Mark noch da ist?

Arbeitszeit: Sind Leistungsträger die, die besonders lange tragen?

Das Erfassen der Arbeitszeit hat eine lange Tradition und geht aufs Industrialisierungszeitalter zurück. Der Deal für den Tag: Du gibst für acht Stunden Hirn und persönliche Freiheit ab und stellst deine manuelle Arbeitskraft zur Verfügung – in der Regel für repetitive manuelle Tätigkeiten. Und für den Rest der Zeit darfst du deine wohl verdiente Freizeit genießen. Und wenn du früher gehst, dann fehlt der Firma schlicht ein Handschlag. Also heißt es: Bleiben bis zum Gong. Arbeitszeit und Leistungszeit waren absolut identisch. Und heute?

Arbeitszeit absitzen: Wer länger bleibt, bringt noch lange nicht mehr Leistung. (Foto: Shutterstock)

Auch heute wird in den meisten Unternehmen noch gestempelt oder zumindest die Anwesenheit in irgendeiner Form erfasst. Und über diese Erfassung werden Überstundenkonten gefüllt, Bezahlungen geregelt und die Arbeitsleistung beurteilt. Wer bleibt, gewinnt. Und irgendwie haben auch die außertariflichen Mitarbeiter, die nicht stempeln müssen, dieses Leistungs-Konzept im Kopf: Wer lange im Büro ist, hat mehr geleistet.

Ich erinnere mich noch gut, wie ich damals zu Agenturzeiten stets darauf geachtet habe, nicht zu früh zu gehen. Zumindest nie als erste. Das war für mich manchmal echt eine Tortur. Einfach, weil ich es schätze, Dinge flott vom Tisch zu kriegen. Aber nun, lange zu bleiben war ein Zeichen dafür, dass du wichtige Dinge zu tun hast und vermutlich Kunden mit Riesen-Etats betreust. Gut fürs Image. Was für ein Theater.

Äpfel und Birnen

Die Grundidee hinter diesem Drehbuch ist, dass Arbeitszeit nach wie vor gleich Arbeitsleistung ist. Jede Arbeitszeiterfassung, die in irgendeiner Weise an Entlohnung, an Leistung oder auch an Urlaub geknüpft ist, sagt implizit: „Jede Stunde, die du mehr arbeitest, leistet du auch im gleichen Verhältnis mehr.“ Falsch.  Jeder, der schon mal im berüchtigten „Suppenloch“ eine brisante Kundenmail aufsetzen wollte, weiß, dass die Leistungskurve sich einen Teufel um so etwas wie Anwesenheit im Büro schert.

Anyway… Das Drehbuch steht und die Schauspieler begeben sich auf Position. Zuhause arbeiten, um etwas Wichtiges zu schaffen? Machst du vielleicht noch am Anfang, wenn du hochmotiviert ins Arbeitsleben einsteigst. Aber mit jedem Arbeitsjahr, mit jedem neuen Stempelkissen schwindet die Einsatzbereitschaft. Irgendwann sagst du dir: „Warum soll ich jetzt noch zuhause was tun? Das wird ja nirgends erfasst, bringt mir also nichts.“ Und noch etwas: Alle Schauspieler sind auch exakt dann auf der Bühne, wenn der Regisseur das sagt. Nicht etwa dann, wenn der- oder diejenige besonders produktiv ist. Du bist ein Nachtarbeiter? Pech. Kernarbeitszeit ist von 9 bis 17 Uhr. Nicht die eigene Leistungsfähigkeit, sondern die soziale Norm ist das Maß der Dinge. Wenn frühes Anfangen angesagt ist, dann tut man das. Wenn Lange-Bleiben angesagt ist, dann tut man das eben auch.

Eine Million in einer Sekunde

Hirn abgeben, pflichtgemäß vor Ort sein, möglichst lange bleiben – das mag seine Berechtigung haben, wenn es um die üblichen „Wiederhol-Tätigkeiten“ in der Industrie geht. Tätigkeiten, die wirklich immer gleich ablaufen. Davon gibt es aber nur noch sehr wenige. Wissensarbeit nimmt zu. Und trotzdem wird gestempelt, was das Zeug hält.

Was ist nun aber mit den Ideen, die mir unter der Dusche kommen? Oder mit Überlegungen, die ich beim Kaffee auf der Terrasse am Wochenende anstelle, während ich gerade entspannt in den blauen Himmel gucke? Keine Stempeluhr weit und breit…

Solche Ideen können dem Unternehmen ein Vermögen einbringen. Innerhalb von wenigen Sekunden entsteht ein Wert, der – wenn die Innovation im Unternehmen dann noch gelingt – durch wochenlange Regel-Arbeit niemals aufgewogen werden kann.

Nehmen wir an, ich arbeite in der Entwicklungsabteilung eines Sportartikel-Herstellers und treffe am Wochenende bei einem Charity-Lauf einen alten Bekannten. Wir kommen ins Gespräch – und er erzählt, wie er seinen Laufschuh nachgerüstet hat. Das Feature, eine Neuheit aus den Staaten, reduziert die Bodenhaftung um ein Drittel! Ich schaue mir das Ding an. Und mir kommt eine Idee. Wieder im Unternehmen trommle ich mein Team zusammen. Ein Vierteljahr später stürzt sich die Läufer-Gemeinde auf einen innovativen Super-Laufschuh. Ein deutscher Sportartikelhersteller ist in den Schlagzeilen und steigert seinen Jahresumsatz um 30 Prozent.

Arbeitszeit ist also auf gar keinen Fall gleich Arbeitsleistung. Nicht einmal annähernd. Arbeitszeit als Maßstab scheidet aus. Und jetzt?

Leistung besprechen statt messen!

Vergesst das Stempeln und Zeiterfassen zur individuellen Leistungsbeurteilung. Es provoziert soziales Theater und hat keinen Erkenntnisgewinn. Im Gegenteil, es demotiviert und setzt falsche Signale. Abgesehen von den klar beschreibbaren und immer gleichen Tätigkeiten, ist Leistung immer das Ergebnis gemeinsamer Tätigkeit. Messbar nur in der Phantasiewelt der BWL.

Dennoch ist es wichtig, Leistung zum Thema zu machen. Ein Unternehmen ist ja schließlich kein Kinderferienlager. Und selbst da will am Ende das Team, das die meisten Himbeeren gesammelt hat, unbedingt darüber sprechen.

Über Leistung zu reden, ist wichtig, damit sich soziale Spannung auflösen kann. Im Gespräch lassen sich auch die meist sehr wenigen schwarzen Schafe identifizieren. Dazu braucht man keine Pseudo-Messsysteme.

Passend zum Thema: Weniger Arbeitszeit verschwenden: Infografik zeigt, wie’s geht

08 May 09:19

Die Deutsche Bank Bauspar AG möchte kein Präzedenzurteil

by Udo Vetter

Mein Rechtsstreit mit der Deutsche Bank Bauspar AG ist schon zu Ende, bevor er so richtig begonnen hat.

In dem Prozess geht es um die Darlehensgebühr für die Auszahlung eines Bauspardarlehens. Ausgezahlt wurde das Darlehen vor (fast) zehn Jahren. Nachdem der Bundesgerichtshof Ende letzten Jahres aber solche Darlehensgebühren in Bausparverträgen für unwirksam erklärt hat, habe ich den von mir gezahlten Betrag zurückgefordert. Es geht um knapp 600 Euro.

Zunächst berief sich die Deutsche Bank Bauspar AG auf Verjährung, wie ich hier berichtet habe. Das wäre aber nur dann richtig, wenn die sogenannte Regelverjährung greift. Warum die Verjährungsfrist ausnahsweise aber länger ist (nämlich zehn Jahre), habe ich in meiner Klageschrift begründet.

Am Samstag kriegte ich Post vom Amtsgericht Frankfurt am Main. Die Deutsche Bank Bauspar AG lässt über ihre Anwälte mitteilen, dass sie die Klageforderung in den nächsten Tagen überweist. Die Anwälte hängen die ausdrückliche Erklärung an, dass die Beklagte die Kosten des Verfahrens zu 100 % übernehmen wird – und zwar, wie es wörtlich heißt, zur „Vermeidung einer Meinungsbildung des Gerichts“.

Okay, den Hinweis hätte ich persönlich mir doch eher gespart.

Nachtrag: Der Bundesgerichtshof hat jetzt auch noch die „Kontogebühr“ für unwirksam erklärt, die etliche Bausparkassen ihren Kunden während der Darlehensphase berechnet haben (Pressemitteilung).

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08 May 07:46

Mehr Security: Wiesn-Sicherheit wird noch teurer

by Sascha Karowski
Die Sicherheit für das Oktoberfest 2017 wird teurer. Kosten für zusätzliche Ordner lassen Budget um 800.000 Euro steigen. Die Gesamtausgaben steigen damit auf annähernd sechs Millionen Euro.
08 May 07:41

Früher Richter, heute Anwalt

by Udo Vetter

Sie sind eine besondere, aber gar nicht seltene Spezies: Pensionierte Richter, die sich noch mal als Rechtsanwälte versuchen. Dagegen spricht grundsätzlich nichts, die Berufsfreiheit gilt auch für Richter in Rente. Allerdings erweckt es immer einen unschönen Schein, wenn sich die betreffenden Neu-Anwälte bevorzugt an ihrem ehemaligen Gericht austoben. Das Bundesverwaltungsgericht hat da auch Bauchschmerzen. In einer Entscheidung billigen die Richter deshalb eine dreijährige Karenzzeit für „Heimspiele“ ehemaliger Richter.

Das Auftreten eines vor kurzem pensionierten Richters als Anwalt könne den Anschein erwecken, dass dieser durch seine persönlichen Kontakte zu früheren Kollegen ungebührliche Vorteile rausschlagen kann. Deshalb sei es grundsätzlich in Ordnung, wenn die Justizverwaltung dem einen Riegel vorschiebe. In dem entschiedenen Fall durfte ein Richter nicht am Landgericht als Anwalt arbeiten, an dem er viele Jahre selbst Urteile gefällt hatte.

Allerdings könne dem Neu-Anwalt nur direkter Kontakt mit dem Gericht verboten werden. Also Terminsvertretungen, telefonische Kontakte zum Gericht und die Unterzeichnung von Schriftsätzen ans Gericht. Ein weitergehendes Verbot sei dagegen unwirksam. So könne dem Ex-Richter keine „of counsel“-Tätigkeit verboten werden, in deren Rahmen er für das Prozessgericht gar nicht namentlich in Erscheinung trete. Mehr als drei Jahre Sperre seien aber nicht zulässig. Insoweit billigte das Bundesverwaltungsgerichts die Auffassung der 1. Instanz.

Solche Karenzzeiten setzen aber immer voraus, dass die Justizverwaltung sie auch tatsächlich verhängt. Mitunter soll es auch schon mal vergessen werden, habe ich gehört (Aktenzeichen 2 C 45/16).

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08 May 07:41

Ist der Transit schon Europa?

by Udo Vetter

Dass man bei der Ein- oder Ausreise aus der EU Barmittel über 10.000 Euro anmelden muss, ist bekannt. Wer sich nicht daran hält, riskiert ein Bußgeld bis zu einer Million Euro – und unangenehme Nachfragen. Wie ist das aber, wenn jemand europäischen Boden nur in der Transitzone eines internationalen Flughafens betritt?

Diese Frage hat nun der Europäische Gerichtshof beantwortet. Es ging um einen Geldkurier. Dieser reiste von Benin in den Libanon, wobei er einen Zwischenstopp auf dem Pariser Flughafen hatte. In der Transitzone wurde der Mann kontrolliert und es wurde festgestellt, dass er rund anderthalb Millionen Dollar bei sich hatte.

Auch in diesem Fall gilt die Deklarationspflicht, so der Europäische Gerichtshof. Auch die Transitzonen gehörten zum Hoheitsgebiet der EU, so das eine „Einreise“ im Sinne der Bargeldverordnung vorliege. Ziel sei die (weltweite) Bekämpfung illegaler Geldströme. Somit gebe es auch keinen sachlichen Grund, Durchreisende von der Anmeldepflicht auszunehmen.

Ich habe schon diverse Betroffene vor Gericht verteidigt. Allerdings war niemand darunter, der sich nur im Transitbereich eines deutschen Flughafens aufgehalten hätte. Gut möglich also, dass dort bis dato auch tatsächlich nicht kontrolliert wurde. Dann hätten die Behörden ja ein ganz neues Betätigungsfeld (Aktenzeichen C-17/16).

Infoseite des Zolls über die Anmeldepflicht

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08 May 07:40

The new Facebook Ads Manager for Excel supercharges campaign reporting

by Office 365 Team

Advertisers frequently depend on Excel to evaluate and report on digital campaigns. However, creating custom reports from multiple accounts and tracking performance across numerous campaigns can be tedious and time-consuming.

Microsoft Office and Facebook are partnering to empower advertisers with a new Excel 2016 add-in solution designed to simplify exporting data and streamline campaign reporting. Starting today, Facebook Ads Manager for Excel (FAME) will allow advertisers to quickly run a single report to download data from multiple ad accounts.

With FAME, you can build and share common reporting templates in Excel and download performance data directly into worksheets without manual integration, while the refresh capability ensures your reports are always up to date.

To learn more, read the full story at Betterwith.office.com.

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08 May 07:38

Facebook-Werbung: Wer keine „Standard Events“ nutzt, schmeißt Geld aus dem Fenster

Standard Events sind Liebling und Geheimwaffe des Facebook-Werbers. Wer sie nicht nutzt, schmeißt Geld aus dem Fenster – und verschenkt ein Riesenpotenzial.

26 Milliarden US-Dollar hat Facebook 2016 mit Werbung umgesetzt. 26 Milliarden US-Dollar! Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Anstieg um fast 55 Prozent. Dass dieser Anstieg nicht allein aus wachsenden Budgets der bestehenden Kunden resultiert, liegt nahe. Neue Werbekunden starten tagtäglich auf Facebook und treten in Wettbewerb um Sichtbarkeit und Performance.

Dass die Werbekosten aufgrund dieser Entwicklung und des auktionsbasierten Systems von Facebook weiter steigen, lässt sich derzeit nicht nachweisen und trotzdem vorhersagen. Fest steht deshalb auch: Wer jetzt nicht reagiert, zahlt später drauf. Es gilt deshalb, aus dem Vollen zu schöpfen und das Werbebudget zu skalieren. Nichts liegt da näher als der Einsatz von Standard Events.

Der Facebook-Pixel als Grundlage der Standard Events

Facebook und Datenschutz, das ist so eine Sache. Kein Wunder also, dass der Einsatz des Facebook-Pixels auch von Rechtsanwälten diskutiert wird. In seinem Beitrag zu „Custom Audiences“ schlussfolgert Dr. Thomas Schwenke auf Allfacebook.de: „Rein wirtschaftlich betrachtet, ist der Einsatz von Custom Audiences bei Werbevorzügen im Wert von über 5.000 Euro vertretbar.“.

Ihr volles Potenzial entfaltet Facebook-Werbung mit Standard Events.

Ist der Pixel auf einer Website im Einsatz, erhebt er personenbezogene Daten und sendet sie „nach Hause“. Bei jedem Seitenaufruf prüft er den Status des Besuchers. Ist dieser währenddessen auf Facebook eingeloggt, speichert Facebook diese Information in seinem Nutzerprofil ab.

Werbetreibende können Besuchsinformationen nutzen, wenn sie Zugriff auf den entsprechenden Pixel haben. So können sie Werbeanzeigen auf Facebook beispielsweise nur an Nutzer ausspielen, die in den letzten 30 Tagen eine bestimmte Unterseite der Website besucht haben. Das ist nichts Neues, sondern Retargeting. Eine effektive, weil erprobte Werbeform. Ihr volles Potenzial entfaltet sie mit Standard Events.

So funktionieren Standard Events

Standard Events ergänzen die Information des Seitenaufrufs um Metadaten. Sie übermitteln standardisierte Kontextinformationen und existieren in neun Ausführungen für nahezu jeden Ereignistyp. Beispiele eines solchen Events sind „ViewContent“, für den Aufruf einer Produktseite, „AddToCart“, für das Hinzufügen eines Produkts zum Warenkorb und „Purchase“, für den Kauf von einem oder mehreren Produkten.

Event Beschreibung
ViewContent Wenn ein Nutzer eine Seite aufruft, zum Beispiel eine Produktseite.
Search Wenn ein Nutzer eine Suche ausführt, zum Beispiel nach einem Produktnamen.
AddToCart Wenn ein Nutzer ein Produkt zum Warenkorb hinzufügt.
AddToWishList Wenn ein Nutzer ein Produkt zu seiner Wunschliste hinzufügt.
InitiateCheckout Wenn ein Nutzer den Checkout-Prozess startet.
AddPaymentInfo Wenn ein Nutzer seine Bezahl-Informationen hinterlegt.
Purchase Wenn ein Nutzer einen Kauf abschließt.
Lead Wenn ein Nutzer eine Anmeldung abschließt, zum Beispiel für einen Newsletter.
CompleteRegistration Wenn ein Nutzer eine Registrierung abschließt, zum Beispiel für einen Online-Dienst.

Der Facebook-Pixel verhält sich zu Standard Events wie Google Analytics zum E-Commerce-Tracking. Denn nur mit Standard Events entfaltet der Facebook-Pixel sein volles Potenzial. Wer erfolgreich verkaufen will, nutzt deshalb beides und erhebt Nutzerdaten, die sich nutzen lassen.

Die Integration von Standard Events ermöglicht Werbetreibenden drei zentrale Vorteile:

  1. Ein besseres Targeting
  2. Effizientere Werbeformate
  3. Eine schnellere Skalierung

1. Besseres Targeting durch Standard Events

Besonders effektives Retargeting ist möglich, wenn Facebook abseits vom Seitenaufruf weitere Informationen über die Besucher einer Website vorliegen. Standard Events erfüllen diese Anforderungen. Sauber implementiert, lassen sie Facebook wissen, was ein Besucher macht.

Sauber implementiert, lassen Standard Events Facebook wissen, was ein Besucher macht.

Mithilfe der Standard Events lassen sich im Rahmen einer Kampagne beispielsweise nur Besucher ansprechen, die Produkte zum Warenkorb hinzugefügt haben (AddToCart). Wer ergänzend alle Besucher ausschließt, die schon etwas gekauft haben (Purchase), erreicht hochinteressante Zielgruppen.

Von derartigen Targeting-Optionen können aber nicht nur Online-Shops profitieren. Wer Nutzer auf dem eigenen Blog für die Anmeldung bei einem Newsletters gewinnen will, kann den erfolgreichen Abschluss über ein Standard Events (Lead) an Facebook senden und alle erfolgreich registrierten Nutzer in zukünftigen Kampagnen ausschließen.

Die auf Basis von Standard Events erstellten Website Custom Audiences sind aber nicht das Ende der Fahnenstange. Interessante Optionen bieten auch sogenannte „Lookalike Audiences“. Wer Facebook eine Website Custom Audience aller Käufer bereitstellt, erhält im Handumdrehen eine ihnen ähnelnde Zielgruppe, sogenannte „statistische Zwillinge“.

2. Effizientere Werbeformate durch Standard Events

Wer Besucher seiner Website zu Handlungen verführen will – ganz gleich ob Kaufabschluss oder Anmeldung – profitiert vom Kampagnentyp „Conversions“. Er kommuniziert Facebook schon bei Erstellung der Kampagne, was genau du vorhast. Das gibt dir nicht nur einen besseren Einblick in die resultierenden Umsätze, sondern sorgt auch für effizientere Kampagnen.

Deutlich wird diese Behauptung an einem Beispiel: Nehmen wir an, du verkaufst Produkte deiner eigenen Modemarke. Eine Facebook-Kampagne soll den Produkt-Launch begleiten. Wenn deine potenzielle Zielgruppe rund 500.000 Personen groß ist und das Tagesbudget bei nur 10 Euro liegt, entscheidet Facebook anhand des Kampagnenziels, welchen Personen deine Kampagne ausgespielt wird und optimiert anhand der resultierenden Ergebnisse.

Eine Kampagne des Typs „Traffic“ suggeriert, dein Primärziel wäre der Einkauf von Besuchern. Facebook zeigt deine Anzeige deshalb vor allem Nutzern, die häufig klicken. Dies senkt den Klickpreis und kommt dem Kampagnenziel zugute. Eine Kampagne des Typs „Conversions“ spielt Facebook hingegen Nutzern aus, die eher kaufen. Im Mittelpunkt steht nicht der Preis pro Klick, sondern der Preis pro Sale. Facebook optimiert insofern auf Umsatz, anstatt auf Traffic.

Abseits des Kampagnentyps „Conversions“ bietet Facebook bei der korrekten Integration der Standard Events in Kombination mit einem Produktkatalog einen weiteren Kampagnentyp an: die Produktkataloverkäufe. Hierbei werden mithilfe der im Produktkatalog strukturiert vorliegenden Informationen dynamische Anzeigen erstellt, die ehemaligen Besuchern deiner Website ausgespielt werden können. Das lohnt sich vor allem für etablierte Online-Shops.

3. Eine risikofreie Skalierung durch Standard Events

Bei einer Kampagne des Typs „Conversions“ optimiert Facebook innerhalb der Zielgruppe automatisch auf das ausgewählte Standard Event, zum Beispiel den Abverkauf (Purchase). Dies erleichtert Werbetreibenden die Optimierung der Kampagnen und verbessert ihre Performance. Spannend wird das im Zusammenspiel mit klassischer Webanalyse.

„Das Risiko des Unternehmens geht gen Null – und das Potenzial, neue Zielgruppen zu erschließen, durch die Decke.“

Sobald ein Unternehmen den Wert eines Neukunden beziffern kann, können Werbetreibende die Anzeigengruppen durch manuelle Gebote risikofrei skalieren. Sie hinterlegen den Maximalpreis eines Neukunden in Kombination mit dem Standard Event „Purchase“ in einer Kampagne des Typs „Conversions“ und lassen Facebook arbeiten. Das soziale Netzwerk orientiert sich daraufhin an dieser festgelegten Obergrenze und generiert Neukunden.

Ist Facebook nicht mehr in der Lage, neue Kunden zum festgelegten Preis einzukaufen, wird die Reichweite der Kampagne reduziert. Sie läuft demnach automatisch aus, sobald sie nicht mehr profitabel ist. Das Risiko des Unternehmens geht gen Null – und das Potenzial, neue Zielgruppen zu erschließen, durch die Decke.

Die Möglichkeit, massentaugliche Produkte auf diesem Weg risikofrei an große Zielgruppen auszuspielen, erleichtert die Skalierung profitabler Kampagnen. Der einzige potenzielle Nachteil liegt in der Qualität der eingekauften Kunden. Es ist deshalb Pflicht, ihren Wert in Relation zum Wert eines „normalen“ Kunden zu beobachten und die manuellen Gebote gegebenenfalls anzupassen.

Fazit

Ehemalige Käufer einer bestimmten Produktgruppe ausschließen, statistische Zwillinge der aktivsten Käufer ansprechen, eine automatische Optimierung auf das Unternehmensziel und eine risikofreie Skalierung durch Facebook – wer sagt da schon Nein?

Zugegeben, einige der oben vorgestellten Targeting-Optionen lassen sich auch mit dem Facebook-Pixel umsetzen. Im Zusammenspiel mit besseren Kampagnentypen und einer zielgerichteten Skalierung über manuelle Gebote bieten Standard Events aber deutlich effizientere Möglichkeiten.

Für mich steht deshalb fest: Wer auf Standard Events verzichtet, schmeißt Geld aus dem Fenster – und verschenkt ein Riesenpotenzial.

08 May 07:37

Mühlenteich: Absage für B 431-Ampel

Neuer Vorstoß Verwaltung erachtet Überweg als „nicht notwendig“ /Landesbetrieb Straßenbau moniert fehlende Querungszahlen
08 May 07:20

Atomkraft: Und plötzlich bist du Menschenverächter

by Rainer Klute

Von Dr. Anna Veronika Wendland

Foto: Hallenbad in Pripjat

Hallenbad in Pripjat. Foto: Dr. Wilfried Jacobi, mit freundlicher Genehmigung

Kürzlich erschien hier bei der Nuklearia ein Beitrag von mir zum Tschernobyl-Jahrestag am 26. April. Ich gab zu bedenken, dass Tschernobyl von der Quellen- und Faktenlage her ein großer historischer Industrieunfall sei, aber nicht der nukleare Massenmord, der anthropologische Schock und die weltstürzende Katastrophe, zu der eine weitverzweigte Sinngebungs-, Bewältigungs- und Mobilisierungsindustrie es gemacht haben.

Aus entrüsteten Zuschriften muss ich schließen, dass (vermeintliche) Tschernobyl-Leugner hierzulande Gefahr laufen, auf dieselbe Stufe wie Holocaust-Leugner gestellt zu werden: Ich sei menschenverachtend, »relativierend« und zynisch, so warf man mir vor.

Meist sind solche Zuschriften mit Verweisen auf Einzelschicksale im Familien- und Bekanntenkreis versehen, die von den Verfassern auf den Reaktorunfall zurückgeführt werden.

Wie immer in solchen Fällen kann man angesichts solcher unhintergehbarer Leidensgeschichten als Wissenschaftler oder auch Politiker, welcher jenseits des Individualschicksals Bewertungen abgeben und Entscheidungen zu fällen hat, nur verlieren. Denn wer möchte sich dem Vorwurf aussetzen, er oder sie sei hartherzig einem Menschenschicksal gegenüber?

Ich vermute: genau in diesem typischen Diskussionsverlauf liegt die Ursache, warum sich hierzulande niemand mehr zutraut, eine sachlich-kritische Diskussion über die Energiepolitik unter Einbeziehung der nuklearen Option noch durchzustehen: man will sich nicht als nuklearer Volksverräter und Menschenfeind hinstellen lassen.

Machbarkeit und Akzeptanz müssen zusammenkommen

Meine Kritiker, die mit dem wohlfeilen Vorwurf der Gefühlskälte kommen, verwechseln zweierlei Sachverhalte. Man kann einerseits feststellen, dass jedes Opfer einer Industriekatastrophe eines zuviel ist, und man kann einen individuellen Zugang zum Schicksal einzelner Opfer wählen. Das ist legitim, wurde vielfach in vorbildlicher Weise unternommen, und an einigen solcher Unternehmungen war und bin ich als Historikerin Tschernobyls auch beteiligt.

Das enthebt aber andere Menschen, welche allgemeinverbindliche Entscheidungen für viele fällen müssen – das heißt politische Verantwortung tragen – nicht der Konfrontation mit den Tatsachen. Entscheider und ihre wissenschaftlichen Berater müssen durch einen Abwägungsprozess hindurch, in unserem Falle (idealiter) mit dem Ziel, herauszufinden, welche Art Energieversorgung in einem Industrieland funktioniert und auch gesellschaftlich und moralisch vertretbar ist. Machbarkeit und Akzeptanz müssen zusammenkommen.

Und bei dieser Abwägung steht die Kernenergie trotz aller Mythenbildungen immer noch besser da als all das, mit dem sie von den Atomgegnern so eifrig und optimistisch substituiert wird. Diese müssten sich konsequenterweise fragen lassen, was die Atomindustrie und ihre Opfer so heraushebt, was sie so besonders inakzeptabel macht vor anderen Opfergruppen.

Grund des Akzeptanzproblems, so meine These, ist nicht die real existierende Kerntechnik und auch nicht die nachweisbare Opferbilanz der zivilen Kernenergienutzung, die ich gar nicht leugne, obwohl mir das implizit unterstellt wird. Es ist vielmehr der rund um diese Energieform produzierte Diskurs, demzufolge die Kerntechnik als Menschheitsverderber ganz oben in der Hierarchie des Entsetzlichen und Verwerflichen steht.

Die Tendenz zur (Selbst-)Viktimisierung

Hinzu kommt die allgemeine Tendenz zur (Selbst-)Viktimisierung in unseren politischen Diskussionen. Wer nicht Opfer (der Atomkraft oder sonstiger finsterer Kräfte) ist oder für die Opfer zu sprechen vorgeben kann, dessen Argument büßt an Legitimationskraft ein. Wer sich anmaßt, dieses Argument auseinander zu nehmen und nach tatsächlichen Opfer-Verhältnissen zu fragen, ist ein »Relativierer«. Aber das ist nur einer der Wege, Diskussionen im Keim zu ersticken. Neulich hörte ich eine interessante Aussage von der Grünen-Politikerin Gudrun Zentis, die eine Förderung der Kernforschung (es ging um die Möglichkeit, das Volumen hochaktiven nuklearen Abfalls durch Transmutation zu reduzieren) mit der Begründung ablehnte, dies würde ja die Akzeptanz der Kernenergienutzung erhöhen.

Es gibt also in unserem Land Gruppen, die gar nicht an der Schnittstelle von Machbarkeit und Akzeptanz für das Gemeinwohl streiten und arbeiten wollen, um die bestmögliche Entscheidung zu erzielen, sondern die lieber alles dafür tun, eine Option erst gar nicht in die Nähe der Akzeptanz kommen zu lassen.

Das halte ich für fahrlässig. Denn wir leben in einer nicht perfekten Welt. Das bedeutet, dass wir häufig mehrere nicht perfekte Lösungswege eines Problems gegeneinander abwägen müssen. Das ist die Aufgabe von Wissenschaftlern und Politikern, die sich dann Vorwürfe gefallen lassen müssen, sie seien zynisch und respektlos den Opfern gegenüber. Alle moralisch Unanfechtbaren sollten sich freilich überlegen, auf wen sie ihren ersten Stein schleudern.

Sie sollten also ihre eigene Opferfixiertheit bis zum Ende durchhalten und beispielsweise ausrechnen, wie viele Opfer von Atemwegs- und Gefäßerkrankungen ein Kernkraftwerk zu verhindern half, indem es mehrere Kohlekraftwerke ersetzte. Und sodann abwägen, ob sie diese Schicksale akzeptabler finden als die hypothetischen Opfer eines nuklearen Unfalls in unserem Land, die sie auf jeder Demonstration beschwören.

Das Dilemma der Unfallchirurgie

Denn wir sehen, dass bei uns die Kernenergie keinesfalls durch bessere Lösungen ersetzt wird, sondern durch schlechtere – nämlich durch mehr fossile Energieträger. Wind, Sonne und guter Wille allein reichen nicht aus, um ein Industrieland zu versorgen; von den nichtexistenten Speicherlösungen über den irrwitzigen Landschaftsverbrauch bis hin zum akuten Rohstoff- und Sondermüllproblem bei den »Erneuerbaren« stellen sich für mich so viele Fragen, dass ich den Ausstiegsbeschluss aus der Kernenergie für überhastet und unverantwortlich halte.

In diesem Konflikt zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik haben die Gesinnungsmenschen vorerst die Oberhand. Verantwortungsethikern schlägt ein kalter Wind entgegen. Ihnen wird vorgeworfen, Opfer zu »zählen« und, noch schlimmer, zu »relativieren«, womit eigentlich »kleinrechnen« unterstellt wird. Obwohl, wie ein befreundeter Arzt mir schrieb, solche kognitiven Operationen in einer Entscheidungssituation, beispielsweise in der Unfallchirurgie, das höchste Gebot sind: Zählen und Vergleichen, die berüchtigte Triage, hilft dann Leben zu retten, wo es zu retten ist. Aus Sicht der Angehörigen eines unrettbar Verletzten blanker Zynismus und unerträgliche Vorstellung.

Entscheider in Wissenschaft und Politik müssen jedoch den Mut aufbringen, auch gegen schlechte Bilder, auch im Angesicht des Zynismus-Vorwurfs, auch unter einem Schwall von schmähenden Zuschriften ihren Weg zu gehen. Dafür sind sie zu Entscheidern gewählt worden. Dazu gehört im Falle sehr weitreichender Entscheidungen wie der Energiepolitik der Mut, Optionen und Entwicklungspfade abzuwägen, die Gelassenheit, in einer emotional aufgeheizten Atmosphäre Zeit zum Einholen von Expertise einzufordern, und die Zähigkeit, auf die Ergebnisse zu warten. Nichts davon hat man in unserer Energiepolitik nach Fukushima getan.

Man hat mehr zerstört als man aufbauen konnte

Man hat eine hastig berufene und parteiisch besetzte Ethik-Kommission vorgeschoben, wo man eigentlich eine Enquête-Kommission mit wissenschaftlichem Stab gebraucht hätte. In einem solchen Gremium hätte man den Kernverfahrenstechnikern und Fachleuten für Übertragungsnetze die gleiche Stimme einräumen müssen wie den Techniksoziologen und -ethikern. Man hätte mögliche Weiterentwicklungen der Kerntechnik ebenso ernsthaft diskutieren müssen wie die Entwicklungsaussichten von Speichertechnologien und Offshore-Windkraft.

Das hätte Zeit gekostet, die man angesichts grüner Siegeszüge in Baden-Württemberg nicht zu haben vermeinte. Daher hat man Diskussionen abgeschnitten, bevor sie beginnen konnten. Man hat Ergebnisse vorgegeben, statt ergebnisoffen zu beraten. Man hat um der billigen »Befriedung« der deutschen Atomdebatte willen einen funktionierenden Industriezweig geopfert und ihn durch einen Weg ins Ungewisse ersetzt. Man hat als Kollateralschaden in Kauf genommen, dass deutsche Expertise auf dem Gebiet der Reaktorsicherheit international an Einfluss verliert, da unsere Experten keine kerntechnische Führungsnation mehr vertreten, sondern ein innovationsmüdes Abwicklungsland. Man hat mehr zerstört als man aufbauen konnte. Denn man wollte nicht herzlos sein – und hat den Verstand abgeschaltet.


Dr. Anna Veronika Wendland

Dr. Anna Veronika Wendland ist Osteuropa-Historikerin und Forschungskoordinatorin am Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung in Marburg. Sie forscht zur Geschichte von Atomstädten und nuklearen Sicherheitskulturen in Ost- und Westeuropa, unter anderem auch im Zusammenhang des transregionalen Sonderforschungsbereiches SFB-TRR 138 »Dynamiken der Sicherheit« der Universitäten Marburg und Gießen sowie des Herder-Instituts, in dem es um Versicherheitlichungsprozesse von der Antike bis zur Jetztzeit geht. Sie ist Vorstandsmitglied im Nuklearia e. V.


Titelbild: Scales, Rob Brewer, CC BY-SA 2.0

Dieser Artikel erschien zuerst auf der »Achse des Guten«.

Der Beitrag Atomkraft: Und plötzlich bist du Menschenverächter erschien zuerst auf Nuklearia.

08 May 07:14

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04 May 15:21

Imaging-Service auf dem eigenen Server: Darum solltest du dir Thumbor ansehen

Bilder auf Websites ausliefern – das kann zu einer eigenen Wissenschaft werden, die das Open-Source-Tool Thumbor mit seiner Vielseitigkeit vereinfachen will.

Bildauslieferung: Thumbor erkennt Gesichter und kann Filter anwenden

Thumbor ist ein smarter Imaging-Service, der die Bilder für eure Websites ausliefert. Bilder können automatisch beschnitten, skaliert oder gespiegelt werden. Auch eine automatische Gesichtserkennung ist mit dabei, die dafür sorgt, dass die wichtigsten Elemente eines Bilds erkannt und nicht abgeschnitten werden.

Auch eine Bildoptimierung über Filter kann über Thumbor geschehen. Ob Bilder einfach nur ein bisschen mehr Kontrast bekommen sollen oder es eine Kombination aus verschiedenen Faktoren ist: Thumbor wendet sie auf euren Bildern an. Einige Filter kommen schon mit, es können aber auch ganz individuell eigene erstellt werden.

Thumbor unterstützt Webp

Thumbor liefert Bilder als Webp aus – wenn der Browser das Format unterstützt. (Screenshot: Thumbor)
Thumbor liefert Bilder als Webp aus – wenn der Browser das Format unterstützt. (Screenshot: Thumbor)

Für die kleine Dateigröße setzt Thumbor auf Webp. An Browser, die das Format unterstützen, liefert der Imaging-Service dieses automatisch aus. Unabhängig vom platzsparenden Format hält Thumbor die Dateigröße aber auch bei anderen Formaten klein.

Thumbor ist unabhängig vom Speicher. Bilder können im normalen Dateisystem liegen oder aber per HTTP, Redis oder MongoDB kommen. Entwickler können aber auch weitere implementieren. Für die einfache Integration in Projekte bringt Thumbor von Haus aus Libraries in unterschiedlichen Sprachen und Plugins mit.

Insgesamt bietet Thumbor also ein Rundum-Paket für die Auslieferung von Bildern. Auch bei größeren Redesigns kümmert sich der Service um die passenden Bildgrößen und nimmt euch viel Arbeit ab. Der Code des Projekts liegt auf Github. Auch eine Dokumentation gibt es, die von den Anfängen bis zur Erweiterung des Tools viele Informationen enthält.

04 May 13:37

Ein paar Worte zu viel

by Udo Vetter

Der deutsche Anwalt des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan hat sein Mandat niedergelegt. Michael Hubertus von Sprenger möchte für Erdogan nicht mehr arbeiten, weil er dessen Nazi-Vergleiche nicht mehr erträgt. Von Sprenger erklärte laut meedia.de, sein Vater sei im Nationalsozialismus verfolgt worden, ihm habe sogar Konzentrationslager gedroht.

Ich bin mir nicht sicher, ob sich der Anwalt einen Gefallen tut. Damit meine ich nicht die Mandatsniederlegung an sich. Ein Anwalt ist zur Kündigung des Mandats selbst gegenüber einem Präsidenten berechtigt, und das auch ohne Grund. (Mit der Einschränkung, dass die Kündigung nicht zur „Unzeit“ erfolgen darf, zum Beispiel am Morgen eines wichtigen Verhandlungstermins.) Sorgen könnte von Sprenger aber der Umstand bescheren, dass er öffentlich die Gründe für seinen Ausstieg benennt.

Stichwort: anwaltliche Schweigepflicht. Die Schweigepflicht ist in der Bundesrechtsanwaltsordnung so definiert:

Der Rechtsanwalt ist zur Verschwiegenheit verpflichtet. Diese Pflicht bezieht sich auf alles, was ihm in Ausübung seines Berufes bekanntgeworden ist. Dies gilt nicht für Tatsachen, die offenkundig sind oder ihrer Bedeutung nach keiner Geheimhaltung bedürfen.

Grundsätzlich muss der Anwalt also über sein Mandat schweigen. Und das eisern. Die Enttäuschung von Sprengers über seinen Mandanten ist wohl keine „offenkundige“ Tatsache. Denn das Gefühlsleben des Anwalts in Bezug auf den Mandanten, mit dem er seinen Rückzug begründet, kennen wir ja erst seit seiner Äußerung. Sonst könnten wir nur darüber spekulieren, warum er nicht weiter macht.

Ebenso lässt sich fragen, ob von Sprengers Angaben tatsächlich „keiner Geheimhaltung bedürfen“. Wenn sich der eigene Anwalt mit solchen Gründen öffentlich vom Mandanten distanziert, wirft das in jedem Fall ein schlechtes Licht auf den Mandanten. Ob zu Recht oder Unrecht, darauf kommt es überhaupt nicht an. Ein Geheimhaltungsbedürfnis wird also kaum zu verneinen sein. Denn die Geheimhaltung dient ja dazu, Schaden vom Mandanten abzuwenden. Ich meine jedenfalls, dass von Sprenger besser gar nichts gesagt hätte. Wobei ich mal unterstelle, dass er Erdogan vor seinen Äußerungen nicht gefragt und dessen Einverständnis bekommen hat.

Genau darin liegt mutmaßlich auch das juristische Risiko. Erdogan ist als klagefreudig bekannt. Ob er neben den Gerichten auch noch eine deutsche Anwaltskammer beschäftigt, dürfte für ihn kaum eine Rolle spielen.

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04 May 13:35

Die Vernehmung

by Udo Vetter

Aus einer Vorladung der Polizei:

In der Ermittlungssache wegen Vernehmung ist Ihre Vernehmung als Beschuldigter erforderlich. Sie werden daher gebeten, bei der Polizeiinspektion … vorzusprechen.

So eine aussagekräftige Beschreibung des „Tat“vorwurfs ist natürlich nicht sehr hilfreich. Gerade dann nicht, wenn der Mandant nicht mal ansatzweise damit gerechnet hat, dass ihm Ärger mit der Polizei droht. Leider konnte ich den Beamten gerade telefonisch nicht erreichen, um mich mal zu erkundigen.

Er ist in einer Vernehmung.

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04 May 13:34

Leitkultur: Was kostbar bleibt

by ZEIT ONLINE: Deutschland - Jochen Bittner
Ein Konservativer fordert eine Leitkultur, Linke brüllen ihn nieder – seit 20 Jahren geht das so. Das verhindert eine notwendige Debatte.