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05 Feb 16:15

Systemisches Denken mit Wirkungsnetzwerken

by Peter Addor

In einem meiner letzen Blogartikel forderte ich dazu auf, ein System Thinker zu werden. Ich denke, dass Sie mittlerweile genug Zeit hatten, sich mit System Thinking zu beschäftigen, so dass Sie folgendes Stück „System Thinking“ nachvollziehen können oder es dazu nutzen, um Ihre System Thinking Skills zu verbessern.

System Thinking kommt wohl ohne Causal Loop Diagrams (CLD) kaum aus. Ich möchte mich heute der Frage widmen, inwiefern ein Causal Loop Diagram als systemisches Darstellungsmittel genügt. Inspiriert dazu hat mich der Artikel The Ambiguity of Causal Loop Diagrams and Archetypes von Kim Warren.

Wer und was

Ich mag Kim Warren sehr. Er war 2013 Präsident der System Dynamics Society und ich habe ihn ein paar Mal auf einer SD Conference getroffen. Zudem nahm ich vor ein paar Jahren an einer seiner hochspannenden SD-Trainings teil.

Über Causal Loop Diagrams (CLD) – auf Deutsch vielleicht mit Wirkungsnetzwerk übersetzt – und Systemarchetypen habe ich hier schon oft geschrieben, z.B. in Kein einzelner Teil… und in Archetypendiagramme

Zwei Archetypen

Der Archetypus „Eroding Goal“ besagt, dass wir zu Beginn unsere Ziele zu hoch setzen, und wenn wir sie nicht erreichen können, schnell bereit sind, sie auf niedrigerem Niveau neu zu formulieren. Umgekehrt strengen wir uns immer mehr an, das Ziel zu erreichen. Ich habe diese Situation in Fallen gelassene Vorsätze von Dozenten, Studenten und Projektleitern beschrieben

Der Archetypus „Eroding Goal“ als CLD. Blaue Pfeile haben positive, rote negative Polarität.

Der Archetypus „Escalation“ skizziert die gegenseitige Konkurrenz zweier Parteien in ein und derselben Sache. Z.B. streben zwei Personen in einer Disziplin die Weltmeisterschaft an. Immer, wenn die eine einen Erfolg verbucht, fühlt sich die andere bedroht und gibt noch mehr, um das nächste mal die andere zu überbieten.

Der Archetypus „Escalation“ als CLD.

Die Diagramme sind mit insightmaker gezeichnet worden, ein freies Entwicklungstool, das Sie online und kollaborativ einsetzen können.

Gleiche Strukturen

Im erwähnten Artikel stellt Warren fest, dass beide Archetypen – „Eroding Goals“ und „Escalation“ – aus zwei zielsuchenden Loops bestehen und sieht sich deshalb ausserstande, den Unterschied der beiden Situationen mit einem CLD beschreiben zu können. Er folgert daraus, dass CLD uneindeutig und in gewissem Grad für eine präzise Beschreibung spezifischer (Unternehmens-)Situationen ungeeignet seien. Er räumt allerdings ein, dass der Einsatz von CLD dem „Laundry List“-Vorgehen von Nicht-System-Thinkers immer noch überlegen sei.

Warrens Definition, wonach ein Archetypus ein generisches CLD, zusammen mit einer speziellen Verhaltensstory sei, finde ich bestechend handlich. Gerade an ihrer Verhaltensstory können die beiden Archetypen – „Eroding Goal“ und „Escalation“ – sehr eindeutig voneinander unterschieden werden. Das fängt schon nur bei der Tatsache an, dass in „Eroding Goal“ bloss eine Partei in gewissem Sinne gegen sich selbst handelt, während es in „Eskalation“ zwei Parteien gibt, deren Handlungen sich an denjenigen des Gegners orientieren.

Dynamische Struktur

Warren plädiert dafür, nicht beim CLD stehen zu bleiben, sondern gleich den Schritt zum System Dynamics Modell zu machen, das erst die nötige Klarheit geben könne. Ich kann ihm in dieser Hinsicht nicht folgen. Ich glaube, seine Befürchtungen, dass ein CLD die nötige Eindeutigkeit fehle, sind zumindest dann übertrieben, wenn das CLD nach allen Regeln der Kunst erstellt wurde. Meine Kritik richtet sich vielmehr gegen die vielen Berater, die CLD ohne irgendwelche Grundkenntnisse und ohne grossen Zeitaufwand ihren Kunden teuer verkaufen.

Wenn Warren z.B. schreibt: „The loop structure is mathematically identical“, dann stimmt das nicht. In dem Archetypus „Eroding Goal“ werden Soll-Zustand (Ziel) und Ist-Zustand als Differenz verglichen („Lücke“). Das führt zu einer linearen Struktur. Im Archetypus „Escalation“ hingegen werden die Resultate beider Parteien zueinander in Relation gesetzt, was nicht-linear ist.

Dass die Loopstruktur dennoch gleich ist, liegt daran, dass die Stories sehr verwandt sind. In beiden Stories versuchen die Parteien, durch Anstrengung ein Ziel zu erreichen. Während jedoch in „Escalation“ das Ziel durch die andere Partei immer höher gesetzt wird, wird es in „Eroding Goal“ durch den „inneren Schweinehund“ immer mehr gesenkt.

Fluktuationen

Eine andere Aussage Warrens fordert mich zu einer Präzisierung heraus. Er schreibt: „For example, if A and B start with the same results, there is no escalation“. Das ist rein rechnerisch zwar richtig, verkennt aber die Funktionsweise lebender Systeme. In einem System, das weit vom Gleichgewicht entfernt ist, wird die Dynamik stets von sogenannten Fluktuationen geprüft. Fluktuationen sind in Stärke und Ort zufällig vorkommende Störungen, die gegen die herrschende Struktur verstossen.

In „Escalation“ versuchen die beiden Parteien ständig, sich selbst zu verbessern, ganz ungeachtet vom Resultat der Konkurrenz. Das führt auf alle Fälle zu Differenzen in den jeweiligen Resultaten, sogar, wenn beide Parteien mit exakt denselben starten würden.

Warrens Behauptung gilt bloss für Systeme, die sich in völligem Gleichgewicht befinden. Solche Systeme sind aber tot. In ihnen bewegt sich gar nichts mehr. In der Tat gäbe es auch keine Eskalation mehr.

Jedem CLD seine Story!

Für Warren ist erst ein System Dynamics Modell ein Modell. Für mich ist ein fachgerecht erstelltes CLD jedoch bereits ein (qualitatives) Modell. Allerdings steckt für mich bedeutend mehr hinter einem CLD, als bloss ein paar Parameter, die mit Pfeilen wirr verbunden sind.

Wenn also die generischen CLD der beiden Archetypen „Eroding Goal“ und „Escalation“ fast nicht unterschieden werden können, anhand ihrer Stories und weiteren Analysen lassen sie sich jedoch wohl unterscheiden. Das bedeutet für mich: zu jedem CLD gehört eine Story! Das erreichen Sie am besten, indem Sie sich zu Beginn fragen: „Welche Archetypen stecken in der zu untersuchenden Situation“ und die Modellierung auf diesen Archetypen aufbauen. Dann tragen Sie auch stets die Story mit. Zu einem einfach mal so hingeworfenen CLD eine passende Story zu finden, dürfte ungleich schwieriger sein.

17 Jan 21:22

Unzulässig

by Udo Vetter

Im Gestrüpp der revisionsrechtlichen Formvorschriften, die weitgehend auch für das Ordnungswidrigkeitenverfahren gelten, kann man sich leicht ganz übel verheddern. Das passiert oft Betroffenen, mitunter Rechtsanwälten und und ganz, ganz selten auch mal Richtern.

Ein Mitglied der letztgenannten Gruppe schickt jetzt ein schneidiges Schreiben an Herrn J. Der hatte in einer Bußgeldsache in die Röhre geschaut, wollte das Urteil aber nicht auf sich beruhen lassen. Deswegen legte er schriftlich Rechtsbeschwerde ein, denn verteidigt hatte er sich ja auch selbst. Das geht problemlos mit einem Brief oder einem Fax, einen Anwalt braucht man hierfür nicht.

Die später fällige Begründung der Rechtsbeschwerde kann man als Betroffener aber nicht schriftlich einreichen. Das geht nur auf der Geschäftsstelle des Gerichts, wo man einem Rechtspfleger die Begründung in den Block diktieren kann. Oder durch einen Rechtsanwalt. Genau darin sah das Gericht die Versäumnis meines Mandanten: Die Begründung der Rechtsbeschwerde sei weder durch eine Erklärung auf der Geschäftsstelle noch durch einen Anwalt erfolgt. Deshalb sei die Rechtsbeschwerde unzulässig und müsse verworfen werden. Das werde auch innerhalb von einer Woche passieren, es sei denn, der Betroffene nehme das Rechtsmittel von sich aus zurück.

Aber halt, es gibt auch noch eine dritte Möglichkeit. Nämlich die, dass die Richterin auf dem Holzweg ist. Sie hat nämlich übersehen, dass die Frist zur Begründung der Rechtsbeschwerde zwar einen Monat beträgt. Aber zu laufen beginnt die Frist nicht am Tag des Urteils, sondern erst wenn dem Betroffenen das (schriftliche) Urteil zugestellt wird (§ 345 StPO).

Nun ja, in dem Fall gibt es aber noch gar kein schriftliches Urteil. Und falls es doch in einer Schublade schlummern sollte – bekommen hat es der Betroffene jedenfalls noch nicht. Vielleicht war auf der Richterseite neben einer Portion Fahrlässigkeit auch etwas Wunschdenken im Spiel. Ein Urteil rechtskräftig zu bekommen, ohne dass es überhaupt geschrieben werden musste, wäre ja irgendwie schon ganz nett.

Wird aber nicht klappen…

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IT-Sicherheit: Der Angriff kommt - auch ohne eigene Fehler

Das Jahr 2017 brachte vielen Unternehmen Millionenschäden durch Malware ein, ohne dass diese aktiv Fehler gemacht hatten. Wanna Cry, NotPetya und auch der CCleaner-Vorfall zeigen, dass die Frage der eingesetzten Software deutlich wichtiger ist als verwendete Virenscanner oder Firewall-Appliances. Von Hauke Gierow (Security, Virus)
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Betriebswirtin: "Ich zahle kaum Miete"

by ZEIT ONLINE: Arbeit -
Julia arbeitet als BWLerin in einem Start-up und verdient 2.800 Euro netto. Gerade hat sie sich ein Wohnmobil für 60.000 Euro gekauft. Was bleibt für den Urlaub übrig?
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"Tatort"-Kritikerspiegel: Mal wieder abgestürzt

by ZEIT ONLINE: leben -
Big Data und Datenklau, selbstfahrende Autos und fliegende Smartphones: Das Saarland träumt vom Silicon Valley, aber ermittelt Kommissar Stellbrink auch mit Highspeed?
03 Jan 18:33

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by ZEIT ONLINE: Unternehmen - Susan Djahangard
Dank der Wirtschaftslage sind Beschäftigte in einer komfortablen Verhandlungsposition – und können sich ihre Arbeitszeiten bisweilen sehr frei einteilen.
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Stromspeicher: Elektrobatterie als Energiespeicher

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Bald könnte es rentabel sein, mit der Energie aus der Batterie des Elektroautos seinen Kühlschrank zu betreiben. Bidirektionales Laden macht das möglich.
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Backen: So machen Sie Cheesecake mit Salzkaramell selbst

by ZEIT ONLINE: Gesellschaft -
Wie gelingt Cheesecake mit Brownie-Boden und Salzkaramell? Kochbuchautorin Cynthia Barcomi und Autorin Anastasia zeigen es im Video.
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by ZEIT ONLINE: Arbeit - Michael Bohmeyer
Bisher haben 124 Menschen durch unseren Verein ein jährliches Grundeinkommen erhalten. Was lernen wir aus ihren Erfahrungen?
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"Tatort" Saarbrücken: Internetmobbing auf niedrigstem Niveau

by ZEIT ONLINE: Film - Matthias Dell
Warum kriegen diese Hacker immer alles schneller hin als die Polizei? Und warum ist das Saarland nicht Silicon Valley? Der "Tatort" Saarbrücken leidet an der Technik.
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Arbeitslosigkeit: Mehr Erwerbstätige, weniger Selbstständige

by ZEIT ONLINE: Wirtschaft -
In Deutschland sind so viele Menschen erwerbstätig wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Insbesondere im Dienstleistungssektor wurden neue Stellen geschaffen.
03 Jan 18:30

Antipsychiatrie: Ich bin nicht verrückt, ich bin Revoluzzer!

by ZEIT ONLINE: Gesundheit - Theodor Schaarschmidt
Psychisch krank? Gibt es nicht – eingesperrt wird, wer sich dem Gesellschaftszwang widersetzt. So begann in den 1970ern der Protest gegen die Zustände in Psychiatrien.
03 Jan 18:30

Recht: Polen veröffentlicht Register mit Sexualstraftätern

by ZEIT ONLINE: Ausland -
Das polnische Justizministerium hat Informationen über Sexualstraftäter online gestellt. Das Recht auf Schutz stehe über der Anonymität von Verbrechern, hieß es.
03 Jan 18:29

Fall Trịnh Xuân Thanh: Vietnamesischer Geheimdienstler beantragt Ausreise nach Deutschland

by ZEIT ONLINE: Ausland -
Singapur hat einen Offizier festgenommen, der behauptet, die Entführung eines Vietnamesen in Berlin organisiert zu haben. Nun hofft er auf Asyl in Deutschland.
03 Jan 18:28

Flüchtlinge: Kriminologen fordern mehr Prävention gegen Flüchtlingskriminalität

by ZEIT ONLINE: Zeitgeschehen -
Seit 2014 hat es mehr Gewalttaten in Deutschland gegeben, dafür seien vor allem Flüchtlinge verantwortlich, sagt eine Studie. Gewalt durch sie werde auch öfter angezeigt.
03 Jan 18:28

Korea-Konflikt: Trump verweist auf eigenen Atomknopf

by ZEIT ONLINE: Ausland -
Der Präsident hat auf die jüngsten Provokationen aus Nordkorea reagiert. Auch er habe einen Atomknopf, twitterte er. Der sei größer, mächtiger und funktioniere sogar.
03 Jan 15:47

VoLTE und Rufumleitungen: Probleme bestehen weiter

VoLTE verursacht Probleme bei RufumleitungenBei SIM-Karten, die für die Telefonie im LTE-Netz freigeschaltet sind, kommt es zu Problemen bei der Rufumleitungen. Die Steuerung der Anrufweiterschaltung ist nicht in allen Fällen möglich.
03 Jan 15:40

Der große Slack-Knigge: 10 unverzichtbare Tipps zum Umgang mit dem Team-Messenger

Um das volle Potenzial von Team-Messengern wie Slack auszunutzen, müssen gewisse Regeln eingehalten werden. In unserem Slack-Knigge machen wir euch mit den zehn wichtigsten Gepflogenheiten vertraut.

Slack hat die Unternehmenskommunikation nachhaltig verändert. Interne E-Mails sind seltener notwendig, die Integration externer Dienste vereinfacht den Arbeitsalltag und vor allem wurde die Kommunikation mit den Kollegen dank Slack auch irgendwie ein bisschen cooler. Gleichzeitig haben sich aber auch unsere Kommunikationsgewohnheiten durch den Einsatz eines Echtzeit-Chats wie Slack oder ...

weiterlesen auf t3n.de
03 Jan 15:40

Mehr als 250 Games: Immer mehr Smartphone-Spiele und -Apps belauschen ihre Nutzer

An die 1.000 Apps und Spiele haben eine Software des Anbieters Alphonso integriert, die das Smartphone-Mikrofon anzapft und euer Fernsehverhalten ausspioniert.

Alphonso-Software in fast 1.000 Smartphone-Apps vorinstalliert

Immer mehr Smartphone-Apps spionieren die Aktivitäten ihrer Nutzer über das ins Smartphone integrierte Mikrofon aus. Dabei müsse die Anwendung nicht einmal im Vordergrund aktiv sein – das Smartphone könne auch in der Hosentasche stecken oder auf dem Tisch liegen. Wie die New York Times berichtet, befinden sich alleine in Googles Play-Store mehr als 250 Spiele, die mit der Software des Startups Alphonso versehen sind. Diese sei dazu da, über das Smartphone-Mikrofon auszuspionieren, welche Fernsehsendungen die Nutzer auf dem Fernsehgerät schaue und welche Werbung zu hören ist.

Diese im Hintergrund aufgenommenen Audio-Daten nutze das Unternehmen dazu, seinen Geschäftskunden zielgerichtete Werbung anbieten zu können. Neben dem Mikrofon greife die Software nach Angaben des Unternehmens auch auf den Nutzer-Standort zu, um zielgruppenorientiertes Marketing zu ermöglichen.

Zahlreiche Smartphone-Spiele setzen auf Alphonso-Software. (Screenshot: Google)

Dem Alphonso-CEO Ashish Chordia zufolge sei die Tracking-Software bereits in etwa 1.000 Anwendungen aus den Bereichen Gaming, Messaging und Social-Apps im Einsatz. Chordia wollte der New York Times keine konkreten Kunden nennen, in eigenen Recherchen konnte die New-York-Times-Autorin Sapna Maheshwari über 250 Spiele über Suchbegriffe wie „Alphonso automated“ und „Alphonso software“ im Play-Store ausfindig machen. Unter den Anwendungen befinden sich laut der News York Times zahlreiche Spiele, die sich speziell an Kinder richten. Nicht nur Android-Apps seien indes betroffen, sondern auch iPhone-Spiele und -Apps im App-Store.

Das Unternehmen geht mit den Trackingmethoden der Software transparent um: Das Sammeln der Daten werde deutlich in den Datenschutzrichtlinien des Unternehmens erläutert, denen die Nutzer explizit zustimmen müssten. Entsprechende Hinweise sind in einigen Beschreibungen der Games und Apps zu finden – diese werden jedoch wohl von den wenigsten gelesen. Im Laufe der App-Installation muss der Nutzer Berechtigungen für das Mikrofon und die Standortdaten genehmigen – stimmt der Nutzer zu, kann Alphonso lauschen und euch tracken.

Nicht alle, aber viele Smartphone-Apps weisen auf den Einsatz von Alphonso hin. Bei der Installation müsst ihr entsprechende Berechtigungen gewähren. Lehnt ihr die ab, kann die Software euch nicht belauschen. (Screenshot: t3n)

Der Alphonso-CEO macht darauf aufmerksam, dass es auf der eigenen Webseite eine Opt-Out-Anleitung gebe, mit der User das Tracking durch Alphonso auf ihren Android- oder iOS-Geräte deaktivieren können.

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Auch Apples Smartphone-App Shazam hat Alphonso an Bord

Chordia vertritt laut der News York Times die Ansicht, dass die Datensammelei durch das Alphonso-Tool zulässig sei, da keine Gespräche aufgezeichnet würden. Ob Chordias Rechtsauffassung tatsächlich der Realität entspricht, bleibt abzuwarten. Denn das Unternehmen Silverpush hatte schon 2015 Probleme mit der US-Regulierungsbehörde. Es belauschte ebenfalls Nutzer beim Fernsehen, war aber weit weniger verbreitet als Alphonso. 2017 musste der US-Smart-TV-Hersteller Vizio 2,2 Millionen US-Dollar Strafe für das Sammeln und Verkaufen von Nutzerdaten ohne Zustimmung der Kunden berappen.

Apples Musikscan-Dienst Shazam hat auch Alphonso an Bord (Foto: Hadrian/Shutterstock)

Neben Alphonso könnte auch Apple Probleme bekommen, denn Chordia zufolge arbeite man eng mit dem von Apple übernommenen Musikerkennungs-Dienst Shazam zusammen. Die Alphonso-Software könne Musik-Snippets aufnehmen und diese an Shazam weitergeben. Die Shazam-Technologie sei Chordia zufolge dazu in der Lage, Nutzer zu identifizieren – diese Daten werden laut Chordia an Alphonso verkauft.

Die Berichterstattung über das Belauschen durch zahlreiche Smartphone-Apps dürfte die Spekulationen um Facebooks Datensammelei befeuern. Dem Unternehmen wird seit Jahren unterstellt, heimlich viele Daten seiner Nutzer zu sammeln und sie auch dafür zu belauschen.

15 Tipps für mehr Sicherheit auf dem Smartphone

Smartphone stets mit PIN und Fingerabdrucksensor sichern:

Auch wenn es vielleicht bequemer ist, keinen PIN-Code (besser nicht vier- sondern sechsstellig) oder kein Entsperrmuster (nicht sonderlich sicher, aber besser als überhaupt keine Sicherung) anzulegen: Macht es! Denn jede noch so kleine Hürde hindert unbefugte Dritte daran, auf euer Gerät zuzugreifen. Ideal ist es natürlich, nicht nur 1234 oder 1111 als Pin zu nutzen.

Erst nach der erfolgreichen Eingabe des Codes wird euch Zugriff auf alle Daten und die Smartphone-Funktionen gewährt. Falls euer Smartphone einen Fingerabdrucksensor an Bord hat, solltet ihr den verwenden. Der Fingerabdruck verlässt in der Regel nicht das Smartphone, sondern wird nur lokal auf dem Gerät gespeichert. Das gilt sowohl für Android-Geräte als auch für iPhones. (Foto: t3n)

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Weiterlesen:

03 Jan 15:39

Schadensersatz in Milliardenhöhe: Spotify von US-Musiklabel verklagt

Der Musikstreaming-Dienst Spotify soll tausende Songs eines US-Musik-Labels ohne Nutzungsrechte verwendet haben. Wixen Music verklagt Spotify auf Schadensersatz über 1,6 Milliarden US-Dollar.

Spotify soll Songs ohne entsprechende Lizenzen verwendet haben

Der Musikstreaming-Dienst Spotify ist vom US-Label Wixen Music Publishing auf Schadenersatz über 1,6 Milliarden Dollar verklagt worden. Der Verlag, der Lizenzen an populären Songs wie „Free Fallin'“ von Tom Petty, „Light My Fire“ von The Doors und weiteren Musikern wie Neil Young, The Beach Boys, Missy Elliott, und Janis Joplin besitzt, wirft dem schwedischen Unternehmen in einer Klage vor einem Bundesgericht in Kalifornien vor, Tausende Lieder ohne Entrichtung von Lizenzgebühren an Wixen genutzt zu haben. Der Musik-Verlag strebt eine Unterlassungsverfügung an.

Die Klageschrift wurde am 29. Dezember bei einem Bundesgericht im US-amerikanischen Los Angeles eingereicht. In der Klage heißt es: „Während Spotify ein Milliarden-Unternehmen geworden ist, haben Songschreiber und ihre Verlage wie Wixen Music Publishing nicht fair und rechtmäßig vom Erfolg von Spotify profitiert“. Weiter heißt es, Spotify habe in vielen Fällen die Songs der Musiker ohne Lizenz und ohne Zahlungen einer Vergütung verwendet.

Spotify hat eigenen Angaben zufolge 60 Millionen Nutzer. (Foto: Shutterstock)
Spotify hat eigenen Angaben zufolge 60 Millionen Nutzer. (Foto: Shutterstock)

Spotify soll 150.000 Dollar pro Song an Label zahlen

Wixen Music Publishing führt beinahe 11.000 Songs auf, die Spotify ohne korrekte Lizenz genutzt haben soll. Der Verlag verlangt von Spotify per Song eine Entschädigung in Höhe von 150.000 Dollar, was zusammengerechnet eine Schadenssumme von mindestens 1,6 Milliarden Dollar (etwa 1,3 Milliarden Euro) ergibt.

In der der Klage wirft Wixen Spotify vor, vor dem US-Start nicht genügend Anstrengungen unternommen zu haben, um erforderliche Informationen über die musikalischen Werke zu sammeln. Ferner versäumte das Unternehmen es in vielen Fällen, die in jeder Aufnahme enthaltenen Kompositionen zu lizenzieren oder die Anforderungen aus Section 115 des Copyright Act zu erfüllen.

Schon im Mai 2017 hatte Spotify im Streit um Nutzungsrechte eine Zahlung von 43 Millionen Dollar vorgeschlagen, um eine Sammelklage abzuwenden. Im September 2017 wurde der Vorschlag von einer Gruppe Songwritern, zu denen unter anderen Tom Petty, Kenny Rogers und Anthony Perkins gehörten, als ungenügend bezeichnet und abgelehnt.

Spotify gilt immer noch als die Nummer eins unter den Musikstreaming-Diensten, mit der Konkurrenz von Amazon und Apple im Nacken. Im Sommer hatte der Anbieter nach eigenen Angaben den Meilenstein von 60 Millionen zahlenden Nutzern erreicht. Spotify hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Weiterlesen: 

03 Jan 15:37

Schnelle Weihnachten im Erzgebirge

Die Kunst der Holzschnitzer lockt viele Besucher ins Erzgebirge. Für die Künstler spielt dabei das Internet eine zunehmende Rolle. Ein Besuch in Aue.
03 Jan 15:29

12 days of tech tips: Use Windows 10 virtual desktops to stay organized

by Dan Thorp-Lancaster

The holidays are wrapping up, and the New Year is here. If being more productive in 2018 is on your list of resolutions, here's one small way you can work toward that goal with Windows 10.

Staying productive is often as much about staying organized as anything else, especially while multitasking. And when it comes to productivity on PCs, many people may opt for a desktop setup with multiple monitors. But that's not an option for everyone – particularly if you do most of your work on the go with a laptop.

03 Jan 10:12

Sicherheitslücke in Intel-Chips: Updates machen Computer langsamer

Eine durch einen Designfehler ermöglichte Sicherheitslücke in neueren Intel-CPUs ermöglicht Hackern den Zugriff auf Passwörter – Updates machen die Geräte langsamer.

Intel-CPUs: Designfehler erlaubt Zugriff auf sensible Daten

Linux-Kernel-Programmierer und Windows-Entwickler arbeiten derzeit offenbar mit Hochdruck an Updates für die beiden Betriebssysteme. Grund dafür ist offenbar ein schwerer Designfehler in Intel-Prozessoren der vergangenen zehn Jahre, wie The Register berichtet. Demnach könnte Microsoft schon am kommenden Dienstag einen Patch für sein Betriebssystem nachschieben, der die Sicherheitslücke in den Intel-Chips behebt. Patches für Linux stehen schon bereit. Die Updates machen die Geräte aber offenbar langsamer.

Fehler im Chip-Design: Neuere Intel-Prozessoren sollen gefährliche Sicherheitslücke haben. (Bild: Intel)

Der Chip-Fehler erlaubt Hackern oder Malware den Zugriff auf sensible Nutzerdaten wie Passwörter. Besonders betroffen davon sind Nutzer von Cloud-Computing-Lösungen wie Microsofts Azure, Amazons AWS und Googles Compute Engine, wie ein unter dem Pseudonym „python sweetness“ schreibender Softwareentwickler in einem vielbeachteten Blogartikel warnte. Amazon hat in einer E-Mail an seine Kunden ein größeres Sicherheitsupdate für Freitag angekündigt. Microsoft will entsprechende Wartungsarbeiten am kommenden Donnerstag ausführen.

Updates verlangsamen Computer um mehr als ein Viertel

Die Updates sollen laut ersten Tests die Geräte mit Intel-Prozessoren sowohl unter Linux als auch unter Windows teils enorm verlangsamen. Das wiederum trifft sicher vor allem Nutzer von Computern außerhalb der Cloud. Ersten Benchmarks zufolge ist die Rede von fünf bis 30 Prozent – abhängig von dem Chip-Modell und der zu erledigenden Aufgabe. Etwas weniger Verlust bei der Performance dürften Nutzer der neuesten Intel-Chip-Generation nach einem Update hinnehmen müssen. Hier sorgen spezielle Features für ein Abfedern der negativen Effekte, wie es bei The Register heißt.

Grund für den Update-Zwang, der laut Experten auch Apples 64-Bit-macOS betreffen soll, ist übrigens, dass der Fehler in Intels Chip-Design normalen Programmen den Zugriff auf eigentlich geschützte Bereiche des Kernel-Speichers erlaubt. Hacker oder Malware könnten so weitere Sicherheitslücken aufspüren oder Logindaten auslesen. Bei Nutzern von virtuellen Systemen in Cloud-Umgebungen könnten sensible Daten von Nutzern anderer Maschinen offengelegt sein.

Sicherheitslücke in Intel-Chips: AMD angeblich nicht betroffen

Spezielle Details der Sicherheitslücke werden bis zur Veröffentlichung der ersten größeren Patches noch geheimgehalten. Der Register-Artikel bietet aber eine umfangreiche Sammlung von möglichen Lücken, wie der sogenannten spekulativen Ausführung in Intel-Prozessoren, und deren Auswirkungen. Intel-Rivale AMD hat derweil erklärt, dass seine Hardware nicht von dem Fehler betroffen sei. Intel hat sich noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Interessant in diesem Zusammenhang: Unterschätzte Gefahr – Wie sich Sicherheitslücken über Code-Snippets verbreiten

03 Jan 10:11

Bürgerversicherung: Gesetzliche Krankenkassen befürchten Lasten für ihre Versicherten

by ZEIT ONLINE: Wirtschaft -
Die SPD geht mit der Forderung nach einer Bürgerversicherung in die Sondierungsgespräche mit der Union. Die Krankenkassen warnen vor zu viel Aktionismus.
31 Dec 14:26

iPhone-Drosselung: Apples Akkutausch für 30 US-Dollar verfügbar

Obgleich Apple eigentlich erst im Januar 2018 bei diversen Modellen - darunter iPhone 6(S) und iPhone 7 - den Akku für einen geringeren Preis wechseln wollte, hat der Hersteller den Austausch zumindest in Nordamerika noch vor Neujahr gestartet. (iPhone, Apple)