Arndt Dibi
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Custom UWP-XAML attached properties
As the author of Template 10 (the best UWP framework) I keep on my UWP toes with XAML & WinRT. I may not be a XAML Jedi, but I’m on the path. You’d think after writing about this in my Navigation View article in MSDN Magazine article last month I would have it all locked in. But, I’m the type of guy who forgets things. Even stuff I mastered just last month. So, here goes.
Containing class
The only requirement for an attached property is that its containing class derive from DependecyObject. The class cannot be static.Basic property
A simple property holds a strongly-typed value. Every attached property must have a default value set in PropertyMetadata during RegisterAttached.Constraining to a type
An attached property is, by default, available to every Dependency Object. To limit this, change the signatures of the static Get()/Set() methods.XAML syntax
After adding a namespace, you can use XAML’s simple and complex property syntax for attached properties. Each have type-safety.Setting in Styles
It’s also possible to use style setters. The syntax is nearly the same.Handling change
The most reliable approach to handling changed values is in the changed handler set in PropertyMetadata. It’s already on the UI thread.Note: You’ll need to cast both the sender and the e.NewValue (there is also an e.OldValue) to the correct types before you act on them.
Updating controls
Sometimes properties are for updating controls. The constructor has no reference to the controls. Operations must execute during the Set() method.Setting values in code-behind
Attached properties, like dependency properties are only a property bag, not real properties. As a result, they are stored as [object], not strong-types.Reading values in code-behind
Reading the value of attached properties is the same as reading dependency properties. And like dependency properties, you need to cast the value.Enumerable attached properties
Sometimes a scalar value isn’t enough, you want to store an IEnumerable. Attached properties can do this natively: use List.
Important: it is up to you, the developer, to instantiate the list. In the Get() method, check if the value is null. If it is, create it, then return it.
XAML Syntax
It’s simple to add items to an attached property of IEnumerable. The XAML platform understands how to Add() for you, so there’s nothing special.Note: the simple XAML syntax is not supported here. If you are binding to it, you skip the Get() changes and bind a List, not its items.
Handling list changes
A List does not raise events when it is changed, and the attached property changed event will never raise. You need an ObservableColelction.That’s it.
Question & Answer
What about that literal string?Unlike dependency properties, attached properties have no real object or member for to use nameof(). This means that literal string is required.
What do you call the control using the attached property?
According to the Microsoft Docs, that’s referred to as the “owning type”. See here: https://docs.microsoft.com/
Can I iterate through all the owning types?
If on each Set() you store a control reverence in a static List
Can I put all my attached properties in a remote assembly?
Yep. You can put all of them or some of them. You just need to be able to create the namespace reference in your XAML declaration.
I assume the value is disposed when the owning type is disposed?
That’s what I assume. Yeah.
Are attached properties inherited like dependency properties?
Nope. That's one big difference.
What about the "Cannot add instance of type ObservableCollection" exception?
That means you aren't constructing the list in the Set() method, dummy.
// Best of luck.
Tackling the Internet’s Central Villain: The Advertising Business
Advanced | Flow of the Week: What interests my boss, fascinates me!
Zu unserer Entlastung
Aus einem Anwaltsschreiben an das Landgericht:
… reichen wir mit Dank und zu unserer Entlastung die amtliche Ermittlungsakte zurück.
Ich finde, über solchen Schwulst darf man schon mal schmunzeln.
Daran ändert auch der Umstand nichts, dass jemand anscheinend meinen Briefkopf missbraucht und meine Unterschrift super nachmacht. Gut, womöglich handelt es sich auch um einen Rückfall in alte Gewohnheiten. Früher habe ich wirklich schon mal so was in Briefe diktiert. Ursache dieses Flashbacks ist wohl die Überdosis Wick Medinait, die mich durch die letzte Woche brachte.
Unitymedia darf öffentliches WLAN auf Routern der Kunden installieren
Unitymedia darf die Router, die das Unternehmen Kunden zur Verfügung stellt, zum Aufbau eines öffentlichen WifiSpots nutzen. Hierfür benötigt die Firma kein ausdrückliches Einverständnis ihrer Kunden. Es reicht, wenn die Kunden die Möglichkeit haben, der Einrichtung des WifiSpots zu widersprechen. Dies hat das Oberlandesgericht Köln entschieden.
Unitymedia schaltet seit letztem Jahr ein unabhängiges WLAN-Netz auf den Routern der Kunden. Diese WLANs kann dann wiederum kostenlos jeder teilnehmende Unitymedia-Kunde nutzen, wenn er unterwegs ist. Nach Angaben von Unitymedia soll so das größte Netz von öffentlichen WLAN-Hotspots in Deutschland entstehen.
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hatte Unitymedia verklagt. Sie vertrat den Standpunkt, dass für die Konfiguration eines zweiten Signals, das ein vom WLAN-Netz des Kunden („1st SSID“) unabhängiges WLAN-Netz („2nd SSID“) auf dem Router aktiviert, eine ausdrückliche Zustimmung des Kunden erforderlich sei. Das Landgericht Köln hat dieser Klage stattgeben; das Oberlandesgericht sieht es jetzt genau umgekehrt.
Nach Auffassung des Oberlandesgerichts stellt die Aufschaltung des zusätzlichen Signals keine unzumutbare Belästigung der Kunden dar, die nach § 7 Abs. 1 UWG verboten wäre. Zwar handele es sich bei dem zusätzlichen WLAN-Signal um eine Belästigung. Den Kunden werde eine geschäftliche Handlung aufgedrängt, um die sie nicht selbst nachgesucht hätten.
Wie bei unbestellter Werbung müssten sich die Kunden jedenfalls mit den Plänen von Unitymedia befassen und ihr Aufmerksamkeit zuwenden. Die Belästigung sei aber nicht unzumutbar, denn ihr gegenüber seien die berechtigten Interessen von Unitymedia abzuwägen. Das Unternehmen habe ein berechtigtes Interesse, sein Dienstleistungsangebot auszuweiten. Außerdem gebe es ein Interesse der anderen Kunden, Wifi-Hotspots auch außerhalb der Privatwohnung zu nutzen.
Demgegenüber sei die Belästigung der Kunden durch die Aufschaltung des zweiten Signals gering. Ihr Eigentumsrecht sei nicht betroffen, weil die Router im Eigentum stehen. Die Software werde von Unitymedia automatisch installiert. Damit sei kein Aufwand für den Kunden verbunden. Anhaltspunkte für ein Sicherheitrisiko habe die Verbraucherzentrale nicht vorgetragen. Schließlich bestehe für Kunden jederzeit die Möglichkeit, mit einem Widerspruch das zweite WLAN zu stoppen. Nur wenn Unitymedia die Widerspruchsmöglichkeit nicht einräumen würde, wäre das Angebot rechtswidrig.
Das Oberlandesgericht hat die Revision zugelassen. Die Richter sehen einen grundsätzlichen Klärungsbedarf für die Frage, in welchem Umfang die Nutzung von im Eigentum des Unternehmers verbleibenden Ressourcen im Haushalt des Kunden zulässig ist (Aktenzeichen 6 U 85/17).
Noch gefährlicher als angenommen: die ARD und ihre Atom-Berichterstattung
»Gefährlicher als bislang bekannt« sei die »marode Atomanlage« Tihange 1 in Belgien, behauptet die ARD. Unsere Autorin informiert über Precursor-Events und stellt kritische Fragen an die stets gleichen Urheber alarmierender ARD-Atommeldungen, insbesondere an den »Energieexperten« Jürgen Döschner.
In der ARD gibt es eine Art Atom-Monopol. Das bedeutet, dass so gut wie jede Nachricht, die in diesem öffentlich-rechtlichen Verbund zum Thema Kerntechnik über den Sender geht, aus ein und derselben Quelle stammt: dem WDR und seinem (Selbstbezeichnung) »Energieexperten« Jürgen Döschner. Döschner ist ein Journalist jener Schule, die sich, frei nach Hanns-Joachim Friedrichs, mit jenen Sachen gemein macht, die sie für gut befunden hat. Er wurde sozialisiert in einer Zeit, als man zwischen Gut und Böse noch klar unterscheiden konnte.
Gut waren die kritischen und widerständigen Grünen, die aus Minderheitenpositionen und Graswurzelbewegungen heraus das Establishment der Kohl- und Flick-Ära herausforderten und der geistig-moralischen Wende die »Energiewende« entgegensetzten – damals noch ein neues Wort. Gut war eine Berichterstattung, welche der Großindustrie investigativ zu Leibe rückte. Überflüssig zu sagen, was damals als schlecht galt: Waldsterben war schlecht. Bleibenzin war schlecht. Atomkraftwerke waren schlecht. Heute ist das Mainstream quer durch die Parteien. Das Benzin ist entbleit, der Wald gerettet, und die Kernkraftwerke zur Strecke gebracht. Der deutsche Politiker von Grün bis CSU schaltet vor jede Aussage über die Kernenergie eine Verwerflichkeits-Präambel.
Doch die süße Zeit, als man noch ein einsamer Kämpfer fürs Gute war, gegen die Übermacht der Bösen mit den fetten Kassen, die hat den Herrn Döschner süchtig gemacht. Und daher hängt er an seiner Anti-Atom-Berichterstattung wie der Quartalssäufer am vierteljährlichen Alkohol-Exzess. Mangels deutscher Atomanlagen, die entweder abgeschaltet sind oder unspektakulär und störfallfrei ihren befristeten Dienst tun, hat sich Döschner eine neue Hassliebe gesucht, der er beständig hinterherstalkt: Die Kernenergie in Belgien. Er kann sich als Verdienst anrechnen, wesentlich zur behördlichen Anschaffung von Jodtabletten-Vorräten im Raum Aachen beigetragen zu haben. Denn in den Schlagzeilen des Herrn Döschner, die den öffentlichen Raum Nordrhein-Westfalens beschallen, muss das Wort »Super-GAU« mindestens einmal vorkommen, und am liebsten fragt er gleich: »Wann knallt’s?«
Neue Atom-Skandale müssen her!
Lange Zeit hatte Döschner es mit den »maroden« Reaktordruckbehältern von Tihange 2 und Doel 3, die er zu »Bröckelreaktoren« deklarierte. Bereits mit dieser Wortwahl signalisierte er, dass er von kerntechnischen oder materialwissenschaftlichen Zusammenhängen keine genaueren Vorstellungen hat. Wer wissen will, was es mit diesen Problemen rund um Wasserstoff-Flocken, Sprödbruch-Kennlinien und vorgeheiztes Notkühlwasser wirklich auf sich hat, kann sich hier informieren.
Nun ist es stiller geworden um Tihange 2 und Doel 3, denn die belgischen Behörden halten das Thema nach umfänglichen Prüfverfahren für umfänglich diskutiert, entschieden und abgeschlossen. Für den Quartalsbeitrag Jürgen Döschners zur deutschen Atom-Angstkultur taugen sie also derzeit nicht. Daher kam ein kürzliches Schreiben der belgischen Aufsichtsbehörde FANC wie gerufen, das dem WDR zugespielt wurde. In ihm geht es um die Anlage Tihange 1, wie ihre Nachbarblöcke ein Druckwasserreaktor französischen Typs. In dem Schreiben wurde dargelegt, dass es in dieser Anlage binnen zwei Jahren zu einer Häufung von sogenannten Precursor-Ereignissen gekommen sei.
Was sind Precursor-Ereignisse?
Precursor-Ereignisse (precursor events, precursor incidents) sind Störungen oder Störfälle in einem Kernkraftwerk, welche im Zusammenspiel mit etlichen andern Folgeereignissen zu schweren Brennelementschäden führen könnten. Precursor-Analysen wiederum sind ein Spezialfall probabilistischer Sicherheitsanalysen, also auf Wahrscheinlichkeitsberechnungen beruhende Einschätzungen, mit denen man Schwachstellen komplexer, eng gekoppelter technischer Systeme ausfindig machen kann. Wenn beispielsweise bei einer Wiederkehrenden Prüfung eine Komponente eines Sicherheitssystems, etwa eine Notkühlpumpe oder ein Druckspeicher, sich als nicht verfügbar erweist, wird ausgehend von diesem konkreten Ereignis, unter Einbeziehung des möglichen Versagens anderer Systeme, die man für die Gewährleistung der Unterkritikalität des Reaktors und die sichere Nachzerfallswärme-Abfuhr benötigt, eine Wahrscheinlichkeit für eine Kerngefährdung errechnet. Nur wenn diese größer oder gleich 10-6 beträgt (das heißt die Wahrscheinlichkeit einer Kerngefährdung bei eins zu einer Million liegt), spricht man von einem Precursor, einem Vorläufer-Ereignis.
Stellt man eine Langzeitanalyse an – beobachtet man also die Meldung von Vorläufer-Ereignissen über einen längeren Zeitraum hinweg, dann können Häufungen von Precursors in ein und derselben Anlage tatsächlich einen Hinweis auf ihr Sicherheitsniveau geben. Das ist gleichwohl noch keine Aussage über einen konkreten, gegenwärtigen, gar gefährlichen Anlagenzustand. Um die genannte generalisierende Aussage zu machen, braucht man längere Zeitreihen und genauere Informationen darüber, welche Systeme betroffen waren, ob es Clusterungen gab, wie hoch die Schadenswahrscheinlichkeiten im Einzelnen beziffert wurden. Experten, die sich mit probabilistischer Sicherheitsanalytik beschäftigen, werden aufgrund des hohen Komplexitätsgrades ihres Geschäfts häufig missverstanden. So wurde ihnen in den 1970er Jahren, als diese Berechnungen dank immer besserer Rechnerleistungen aufkamen, angesichts der genannten Zahlenverhältnisse vorgeworfen, sie rechneten schwere Unfälle »klein« .
Dabei ist die Philosophie der PSA (Probability Safety Analysis) gerade anders – sie hält jeden Unfall prinzipiell für möglich und lediglich für eine Frage der Zeit. Wenn eine PSA zu dem Schluss kommt, ein bestimmter Unfall habe eine Wahrscheinlichkeit von eins zu einer Million, dann sagt sie damit keinesfalls aus, es käme erst in einer Million Reaktorbetriebsjahren zum Unfall, wie viele Atomkraftgegner unterstellen. Sie schließt nur nicht aus, dass es morgen, in viertausend oder in einer Million Reaktorbetriebsjahren dazu kommen könnte. Aber sie schließt eindeutig aus, dass es dreimal oder zwanzigmal binnen einer Million Reaktorbetriebsjahren dazu kommen könnte.
Im Falle der “precursor incidents” kommt hinzu, dass Unfälle in einer Anlage nicht notwendigerweise Vorläufer in derselben Anlage gehabt haben müssen – wohl aber in einer anderen Anlage, mitunter mit großem zeitlichen Abstand der Ereignisse. So gilt ein glimpflich abgelaufener Störfall im schweizerischen Kernkraftwerk Beznau Anfang der 1970er Jahre als Vorläufer des Kernschmelzunfalls von Three Mile Island 2 im Jahr 1979, und auch der Reaktivitätsunfall mit Leistungsexkursion in Tschernobyl 4 1986 hatte einen Vorläuferstörfall, der elf Jahre vorher im KKW Leningrad 1 abgelaufen war. Diese wichtige Information wurde aber im System der sowjetischen Kernenergiewirtschaft nicht analysiert und dann weitergegeben, sondern analysiert – und geheimgehalten. Auch die Anlagenfahrer von TMI 2 hatten 1979 keinerlei Kenntnis von dem Ereignis in Beznau. Aus diesem Grunde gibt es in der Kernenergiewirtschaft heute internationale Störfalldatenbanken und Weiterleitungsmeldesysteme: So können sicherheitstechnisch bedeutsame Ereignisse möglichst rasch auf ihre Relevanz für andere Anlagen überprüft werden.
Die Tagesschau und die üblichen Verdächtigen
Gleichwohl machte die ARD-Tagesschau aus dem vorliegenden Befund die Schlagzeile »Tihange-1 gefährlicher als bislang bekannt«. Das unterstellt, es sei bereits vorher bekannt gewesen, dass die Anlage »gefährlich« sei; nun sei sie eben »gefährlicher«. Das nicht für atomfreundliche Aussagen bekannte SPD-geführte Bundesumweltministerium beeilte sich daher klarzustellen, dass es sich hier um eine simplifizierende Fehlinterpretation handle: »In der aktuellen Berichterstattung entsteht der Eindruck, dass man auf Grundlage der Anzahl von sogenannten Precursor-Ereignissen auf die Sicherheit einer Anlage schließen könne. Das ist aber nicht der Fall. Sie sind vielmehr probabilistisch durchgerechnete Anlässe, die dabei helfen, sich ein bestimmtes Szenario genauer anzusehen. Diese sehr komplexen Precursor-Berechnungen sind ein Element einer umfassenden Sicherheitsarchitektur. Die Wahrscheinlichkeitsberechnungen können helfen, weitere Optimierungen an einem lernenden Sicherheitssystem dieser oder anderer Anlagen vorzunehmen.«
Der für den ARD-Beitrag verantwortliche Jürgen Döschner zitiert zwei Experten, die das ganz anders sehen: alte Bekannte, die in fast jedem Döschner-Beitrag auftreten und die unschwer als in die Jahre gekommene Vertreter jener grünen Gegen-Expertise zu identifizieren sind, welche es erfolgreich von den Bauzaun-Protesten in die Ministerien und staatlichen Fachgremien schaffte. Manfred Mertins ist ein ehemaliger Mitarbeiter der Gesellschaft für Reaktorsicherheit und tritt häufig als Gutachter für die Grünen und andere atomkritische Verbände auf. Der Ingenieur Dieter Majer war nach seinem erfolgreichen Marsch in die Institutionen Ministerialdirigent unter den Umweltministern Trittin (Grüne) und Gabriel (SPD) und wirkte dort als Leiter der Abteilung kerntechnische Sicherheit. Auch er machte nie einen Hehl aus seinen Überzeugungen. Bei der Stilllegung des KKW Krümmel nach einem Transformatorbrand im Sommer 2007 war Majer eine der treibenden Kräfte, welche wider besseres Wissen Zweifel und Angst über einen ernsthaften Störfall streuten – vermutlich sollte das der Profilierung des SPD-Umweltministers Gabriel in einer CDU-geführten Regierung dienen. Der SPIEGEL, der den Hintergrund dieser Geschichte recherchierte, konstatierte seinerzeit, dass alle Beteiligten von Anbeginn an wussten, dass der Brand auf die Sicherheit der Anlage keinerlei Auswirkungen gehabt hatte und dass das Betriebspersonal richtig gehandelt und die Anlage sicher abgefahren hatte. Trotzdem wurde die Angelegenheit zum Kriminalfall und gefährlichen Nuklearstörfall aufgeblasen, was das Ende für Krümmel bedeutete. Nach Beendigung seiner Ministerialkarriere fungierte Dieter Majer, wie sein Experten-Kollege Mertins, als Berater atomkritischer Initiativen, etwa als »gemeinsamer Beobachter von Luxemburg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland«, jener Länder und Bundesländer, die sich für die Stillegung des französischen KKW Cattenom starkmachen.
ARD-Berichterstattung: Panikmache statt Sachinformationen
Döschners Atomexperten bieten keine fachlichen Hintergründe zum besseren Verständnis und zur Einordnung des Schreibens, sondern liefern die bestellte Panikorchester-Musik für einen Bericht, dessen Ergebnis vermutlich schon feststand, bevor sie überhaupt befragt wurden. Mertins lässt sich mit folgenden Worten zitieren: »Precursor kann man schon als einen Indikator für den Sicherheitszustand der Anlage einstufen«, und begibt sich mit dieser vereinfachenden Aussage in Widerspruch sowohl zu den Papieren seines Ex-Arbeitgebers GRS als auch zu den Aussagen des BMU. Dieter Majer, Gabriels Mann fürs nukleare Grobe unter Rot-Schwarz, tönt unisono. Er sieht in den Befunden ein Anzeichen, »dass die Anlage sicherheitstechnische Schwachstellen hat.«
Was bleibt zu sagen? Das Kernkraftwerk Tihange hat noch einen dritten Block, und wir erwarten, dass auch diese bislang noch nicht gewürdigte Anlage bald in den Fokus des Herrn Döschner gerät. Er muss nur noch einen Anlass finden – sagen wir, in einem Vierteljahr? Zweifelsfrei feststellbar ist jedoch, dass die ARD mit den Standards einer sachlichen und vorurteilsfreien öffentlich-rechtlichen Berichterstattung offensichtlich ein Problem hat, wenn sie Themen der Energieversorgung, insbesondere der Kernenergie, anspricht. Würde der WDR dieselben Qualitätsmaßstäbe, die er bei seiner Atom-Berichterstattung setzt, bei der Diskussion über den Familiennachzug von Flüchtlingen anlegen, dann dürfte er ausschließlich Experten von Pegida, AfD und NPD zu Wort kommen lassen, und müsste mit Schlagzeilen von »Asylantenflut« und »Volkstod« den baldigen Super-GAU Deutschlands beschwören. Dieses Verständnis von Journalismus ist nur eines: gefährlicher als angenommen.
Literatur
-
- Belgische Rissreaktoren: Wie sicher sind Tihange 2 und Doel 3?, Anna Veronika Wendland, Nuklearia, 2017-10-27, http://nuklearia.de/2017/10/27/belgische-rissreaktoren-wie-sicher-sind-tihange-2-und-doel-3-v3/
- Marode Atomanlage in Belgien Tihange 1 gefährlicher als bislang bekannt, Mathea Schülke, Jan Schmitt und Jürgen Döschner, WDR, 2018-02-01, https://www.tagesschau.de/ausland/tihange-sicherheit-101.html
- Stellungnahme zum belgischen Atomkraftwerk Tihange 1, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, 2018-02-01, https://www.bmub.bund.de/meldung/stellungnahme-zum-belgischen-atomkraftwerk-tihange-1/
- Der Störfall, Jan Fleischhauer und Roland Nelles, Der Spiegel, 2007-10-22, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-53364516.html
- AKW Cattenom mangelhaft – und der Stresstest auch, Focus online, 2011-11-28, https://www.focus.de/politik/ausland/frankreich-akw-cattenom-mangelhaft-und-der-stresstest-auch_aid_688738.html
- Precursor-Analysen, Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS), 2018-02-02, https://www.grs.de/glossar/precursor-analysen
Titelfoto: Das belgische Kernkraftwerk Tihange. Foto: Hullie, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons
Dieser Beitrag erschien zuerst auf der Achse des Guten.

Dr. Anna Veronika Wendland forscht zur Geschichte und Gegenwart nuklearer Sicherheitskulturen in Ost- und Westeuropa. Für ihre Habilitationsschrift hat sie in mehreren Kernkraftwerken in Osteuropa und in Deutschland Forschungsaufenthalte durchgeführt. Dr. Wendland arbeitet in der Direktion des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung in Marburg. Sie leitet Arbeitsgruppen im Bereich Technik-, Umwelt- und Sicherheitsgeschichte.
Der Beitrag Noch gefährlicher als angenommen: die ARD und ihre Atom-Berichterstattung erschien zuerst auf Nuklearia.
Wir dürfen den Kampf gegen den Klima-Alarmismus nicht aufgeben!
Meine Damen und Herren,
herzlichen Dank für die Einladung und für die Gelegenheit, an dieser bedeutenden Zusammenkunft teilzunehmen. Es ist großartig, nach so vielen Jahren in Frankreich zu sein und Paris so zu sehen, wie es in der Ära der Massen-Migration aussieht.
Ich reise fast ununterbrochen, aber nicht nach Frankreich.
Ich weiß nicht, ob es meine Schuld oder irgendetwas anderes ist. Teilweise mag der Grund meine fehlenden Kenntnisse der französischen Sprache sein, was ich als große Bildungslücke meinerseits ansehe. Teilweise kann es aber auch der offensichtliche Graben sein zwischen meinen Ansichten und dem Mainstream-Denken in Frankreich.
Nichtsdestotrotz wurde ich während der letzten Jahre durch die Arbeit mehrerer französischer Autoren inspiriert wie Michel Houellebecq, Pascal Bruckner, Pierre Manent, Alain Finkielkraut, und nicht zuletzt durch meine alten Freunde wie Pascal Salin. Dadurch ist erneut meine Motivation erwacht, mit Frankreich und seinen Intellektuellen in Verbindung zu treten.
Ich muss zugeben, dass ich bis vor Kurzem von der French Association des Climato-réalistes, deren Aktivitäten und deren Fähigkeit ausreichen, ein solches Treffen wie das Heutige zu arrangieren, nichts wusste. Vielen Dank dafür, mich hier sprechen zu lassen vor diesem gebildeten Publikum.
Das Thema Klima-Alarmismus einer vom Menschen verursachten und die menschliche Gesellschaft gefährdenden globalen Erwärmung ist zu einem meiner Haupt-Beschäftigungen und -Sorgen geworden. Ich bin höchst entschieden gegen die Doktrin der globalen Erwärmung. Sie ist ein arroganter Glaubenssatz, eine Ideologie, wenn nicht sogar eine Religion! Sie gefährdet die Freiheit und das Wohlergehen der Menschen! Sie lebt unabhängig von der Wissenschaft Klimatologie. Bei dessen Streitpunkten geht es nicht um Temperatur; sie sind Teil des „Konfliktes von Ideologien“.
Erinnerungen an den Kommunsimus
Meine Art, dieses Thema zu behandeln, ist geprägt von der sehr speziellen Erfahrung unter dem kommunistischen Regime, unter dem ich zwei Drittel meines Lebens zugebracht habe. Diese Erfahrung schärfte unsere Augen. Wir wurden hypersensitiv gegenüber allen Versuchen, Freiheit, Vernunft und freien Meinungsaustausch zu unterbinden, und wir wurden hypersensitiv dagegen, Dogmen übergestülpt zu bekommen von jenen, welche sich selbst für besser halten als die Übrigen von uns. In der kommunistischen Ära wurden wir Zeugen einer irrationalen Situation, in der Wissenschaft gleichzeitig gefördert und behindert, gepriesen und gefeiert, manipuliert und missbraucht wurde. Meine Gefühle derzeit sind dem sehr ähnlich.
Mein Standpunkt zu diesem Thema beruht auch auf meiner Eigenschaft als Ökonom, welcher feste Ansichten hat über die Rolle von Märkten und Regierungen in der menschlichen Gesellschaft und in der Ökonomie; über die Rolle sichtbarer und unsichtbarer Hände bei der Kontrolle unseres Lebens und die Zukunft betreffend. Und ich betrachte die politischen Eingriffe in die Wirtschaft in Verbindung mit Ambitionen, das Klima zu bekämpfen, als absolut unhaltbar.
Und schließlich basiert mein Standpunkt auf dem Umstand, dass ich zuletzt 25 Jahre lang Politiker war, der immer alle Varianten grüner Ideologie und besonders dessen Höhepunkt, der Doktrin der globalen Erwärmung, bekämpft hat. Viele Jahre lang war ich intensiv involviert in die weltweite kontroverse und erheblich manipulierte Debatte über globale Erwärmung und über die Rolle des Menschen dabei. Ich war der einzige Staatschef, der es wagte, ganz offen einer abweichenden Haltung auf der UN-Vollversammlung Ausdruck zu verleihen, und zwar schon vor zehn Jahren. (Siehe dazu „Statement von H.E. Mr. Vaclav Klaus, Präsident der tschechischen Republik, vor der 62. Sitzung der UN-Vollversammlung in New York“ am 26. September 2007; www.klaus.cz/clanky/1109.)
,Ignoranz und Unehrlichkeit‘
Ich habe auf vielfältige Weise an dieser Debatte teilgenommen, am deutlichsten in Gestalt eines Buches mit dem Titel Blue Planet in Green Shackles [übersetzt „Blauer Planet in Grünen Fesseln“], welches inzwischen weltweit in 18 Sprachen übersetzt worden ist.
In diesem Jahr publizierte ich einen Artikel mit dem Titel Shall We Be Destroyed by Climate or by Our Fighting the Climate? [übersetzt „werden wir durch das Klima oder durch unseren Kampf gegen das Klima zerstört?“] Bislang gibt es diesen nur in Tschechisch, Übersetzungen folgen aber bald.
Ich widerspreche dem so genannten Konsens, welcher bzgl. dieses Themas seitens der Globale-Erwärmung-Alarmisten proklamiert wird. Der wirkliche Konsens ist sehr eng. Die Wissenschaftler – und alle rationalen Menschen – stimmen darin überein, dass sich das Klima während der letzten beiden Jahrhunderte erwärmt hat und das menschliche Aktivitäten in gewisser Weise dazu beigetragen haben können. Nichts weiter! Es ist offensichtlich, dass sowohl das Ausmaß dieser Erwärmung als auch deren Gründe weiterhin heiß diskutiert werden. Es gibt in dieser Hinsicht absolut keinen Konsens.
Die Politiker, welche vor zwei Jahren das Paris-Abkommen unterzeichnet hatte, sind sich entweder der fehlenden wissenschaftlichen Grundlage dafür nicht bewusst, oder sie haben unterzeichnet, weil es ihren persönlichen und politischen Interessen zupass kommt. Es dürfte beides sein: Ignoranz und Unehrlichkeit.
Die Politiker haben verstanden, dass das Spiel der globalen Erwärmung zu einfachen Spielregeln möglich ist, zumindest kurz- und mittelfristig. Und sie wissen gemeinsam mit dem einflussreichen britischen Ökonom John Maynard Keynes, dass wir langfristig alle sterben werden. Das Problem ist, dass Politiker nie die langfristigen Folgen ihrer Politik auf der Grundlage dieser Doktrin bedenken. Sie hoffen, dass die Wähler ihr Kümmern um Dinge substantieller als die nächsten Wahlen anerkennen.
Globale Erwärmung zusammengefasst
Die Theorie der globalen Erwärmung kann folgendermaßen zusammengefasst werden:
Sie beginnt mit der Behauptung, dass es eine unbestreitbare und unbestrittene, empirisch bestätigte, statistisch signifikante, globale und nicht lokale Erwärmung gibt. Es geht dann weiter mit dem Argument, dass die Zeitreihe der globalen Temperaturen einen zunehmenden Trend zeigt, welcher deren zyklische und Zufalls-Komponenten dominiert. Dieser Trend ist vermeintlich nicht linear, vielleicht exponentiell. Dieser Trend wird als gefährlich für die Menschen deklariert (in den Augen „weicher“ Umweltaktivisten) und für den Planeten deklariert (seitens Betonkopf-Umweltaktivisten).
Die Zunahme einer mittleren globalen Temperatur wird postuliert als ein allein oder zum größten Teil dem Menschen geschuldetes Phänomen, welches sich zuordnen lässt zu steigenden Emissionen von Kohlendioxid durch industrielle Aktivitäten und das Verbrennen fossiler Treibstoffe. Die Sensitivität der globalen Temperatur selbst gegen geringe Variationen der Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre soll vermeintlich sehr hoch sein. Der Temperaturanstieg kann umgekehrt werden mittels einer radikalen Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen, was gesteuert werden sollte mittels Institutionen einer globalen Regierung.
Sie vergessen dabei uns zusagen, dass diese Umkehr nicht möglich ist ohne Zerschlagung der Demokratie, ohne Aufgeben der Unabhängigkeit individueller Länder, der menschlichen Freiheit, der wirtschaftlichen Prosperität und der Chance, die Armut in der Welt zu bekämpfen.
Kein wissenschaftlicher Konsens
Ich glaube an keinen einzigen dieser Glaubensgrundsätze, und ich bin froh, damit nicht allein zu stehen. Es gibt viele Natur- und auch Sozialwissenschaftler, vor allem Ökonomen, die ebenfalls nichts davon für bare Münze nehmen. Das Problem ist, dass die wahren Wissenschaftler, oder zumindest die meisten von ihnen, Wissenschaft betreiben und nicht in der Öffentlichkeit in die Diskussion über diese Doktrin involviert werden möchten.
Wie kann man das ändern? Ich wage mal zu sagen, dass die Wissenschaft selbst dies nicht bewerkstelligen kann. Die Doktrin der globalen Erwärmung [The Global Warming Doctrine (GWD)] basiert nicht auf Wissenschaft. Demzufolge kann die wissenschaftliche Diskussion selbst diese Doktrin nicht in Verruf bringen.
Ich befürchte außerdem, dass eine entscheidende Änderung auch mit neuen empirischen Daten nicht kommen wird. Es ist offensichtlich, dass die derzeitigen Temperaturdaten weder alarmistische oder apokalyptische Standpunkte der Gläubigen bestätigen noch deren quasi-wissenschaftliche Hypothesen bzgl. einer ausschließlichen Relation zwischen Kohlendioxid und Temperatur. Wie wir alle wissen, zeigten die statistischen Daten keine globale Erwärmung während der 18 Jahre von 1998 bis 2015.
Ideologie, nicht Wissenschaft
Die immer tiefere Diskussion über Formalitäten wird uns auch nicht helfen, weil die Unterstützer der Globale-Erwärmung-Doktrin daran nicht interessiert sind.
Deren Gedanken sind die Gedanken von Ideologen, nicht von Wissenschaftlern oder Klimatologen. Daten und Theorien, wie anspruchsvoll sie auch immer daherkommen, werden deren Standpunkte nicht ändern.
Gleiches gilt für die ökonomische Dimension dieser Debatte. Falls jemand Kohlendioxid-Emissionen reduzieren oder ganz eliminieren will, muss er entweder eine Revolution der ökonomischen Effizienz hinnehmen (welche die Emissions-Intensität bestimmt) oder damit beginnen, einen weltweiten wirtschaftlichen Niedergang zu organisieren. Nichts anderes ist möglich.
Unrealistische Diskontsätze
Die radikale Verminderung von Kohlendioxid-Emissionen hat sowohl kurz- als auch langfristig Konsequenzen.
Diese zu analysieren erfordert von uns, zwischenzeitliche [intertemporal] Relationen [?] genau zu verfolgen und Alternativkosten in Betracht zu ziehen.
Mit der Annahme eines sehr niedrigen Diskontsatzes nahe Null ist es offensichtlich, dass Befürworter der Globale-Erwärmung-Doktrin den Zeitfaktor und alternative Möglichkeiten vernachlässigen. Ein in den Modellen der globalen Erwärmung herangezogener niedriger Diskontsatz bedeutet, dass jetzige Genrationen gegenüber zukünftigen Generationen geschädigt werden. Wir sollten Behauptungen nicht akzeptieren, denen zufolge wir mit Übernahme niedriger Diskontsätze die Interessen zukünftiger Generationen schützen, oder dass alternative Kosten irrelevant sind, weil es im Falle der globale Erwärmung keine Wahl gibt. Dieser unökonomische oder vielleicht anti-ökonomische Denkweise darf niemals akzeptiert werden.
Als jemand, der persönlich Planwirtschaft und Versuche erlebt hat, die Gesellschaft als Ganzes durch Direktiven von oben zu steuern, fühle ich mich verpflichtet, vor den Argumenten und Absichten der Gläubigen an die Globale-Erwärmung-Doktrin eindringlich zu warnen. Deren Argumente und Absichten sind sehr ähnlich denen, die wir unter dem Kommunismus gehört haben. Diesem gefährliche Gedankengut gegenüber muss Widerstand geleistet werden. Es muss auf politischer Ebene geschehen. Wir müssen es der Allgemeinheit erklären.
Link: https://www.heartland.org/news-opinion/news/we-must-not-give-up-the-fight-against-climate-alarmism
Übersetzt von Chris Frey EIKE
Warum 2017 als „drittwärmstes Jahr jemals“ ein Langweiler ist
Die New York Times trompetete: „2017 war eines der wärmsten Jahre jemals“ und fügte hinzu: „NASA-Wissenschaftler listeten das vorige Jahr an zweiter Stelle seit Beginn zuverlässiger Aufzeichnungen im Jahr 1880; lediglich das Jahr 2016 war noch wärmer. Die NOAA listete es mit einem anderen analytischen Verfahren an dritter Stelle nach 2016 und 2015“.
Auch der Guardian tönte: „Dank der globalen Erwärmung war 2017 das wärmste Jahr jemals ohne El Nino“ (hier).
Ähnliche Schlagzeilen erschienen auf der ganzen Welt.
Selbst notorische „Klimaskeptiker“ wie Roy W. Spencer (führendes Mitglied der Cornwall Alliance) und John R. Christy von der University of Alabama UAH, wo man Satelliten-Temperaturdaten archiviert, berichteten „2017 war drittwärmstes Jahr während der 39-jährigen Satelliten-Ära“ (hier).
Aha! Die Debatte bzgl. der gefährlichen, vom Menschen verursachten globalen Erwärmung ist vorüber, und die Alarmisten haben gewonnen.
Zumindest ist es das, was die Alarmisten uns glauben machen wollen.
Aber das behaupten sie schon seit 30 Jahren, und die Debatte geht weiter. Man fragt sich, ob die Fakten wirklich dem Gewicht entsprechen, welches die Alarmisten ihnen beimessen.
Als Erstes bleibt festzuhalten, dass die Unterschiede bei der „globalen mittleren Temperatur“ viel zu gering sind, um irgendwelche signifikanten Auswirkungen auf irgendein Ökosystem zu haben, geschweige denn auf das Wohlergehen der Menschen – können sich diese doch besser als die meisten anderen Lebensformen an ihre Umwelt anpassen und – noch wichtiger – sie können diese so modifizieren, dass es für sie nützlich ist.
Man betrachte einmal genau die Graphik der monatlichen UAH-Satellitendaten von 1979 bis 2017 (Quelle):
Die blauen Kreise repräsentieren die Abweichung von der globalen mittleren Temperatur der unteren Troposphäre vom Mittel der Jahre 1981 bis 2010 (das entspricht dem größten Teil der Atmosphäre und ist vermeintlich am empfänglichsten für eine CO2-getriebene Erwärmung), und zwar für jeden Monat von Dezember 1979 bis Dezember 2017. Die rote Linie repräsentiert das gleitende Mittel über 13 Monate.
Man beachte vor allem die Skala der vertikalen Achse – sie reicht von -0,7°C bis +0,9°C, das ist eine Spanne von 1,6°C. Während der 39 Jahre lag die größte negative Abweichung vom Mittel der Jahre 1981 bis 2010 mit 0,51°C unter dem Mittelwert in einem Monat des Jahres 1985, während die größte positive Abweichung in einem Monat des Jahres 2016 aufgetreten war mit 0,88°C; das ergibt eine Gesamt-Schwankung von etwa 1,39°C.
Jetzt betrachte man die rote Linie etwas näher – also das über 13 Monate geglättete Mittel. Die größte Differenz zeigt sich zwischen einem Monat im Jahre 1983 mit 0,35°C unter dem Mittel und einem Monat im Jahre 2016 mit 0,5°C über dem Mittel – eine Bandbreite von etwa 0,85°C.
Die Rohdaten hinter dieser Graphik zeigen, dass 1985 das kälteste Jahr war mit 0,36°C unter dem Mittel 1981 bis 2010, während 2016 das wärmste Jahr war mit 0,511°C über diesem Mittel. Das ist eine Bandbreite von insgesamt 0,871°C.
Jetzt betrachte man die folgende Graphik von dem in den Ruhestand getretenen Atmosphären-Physiker Richard Lindzen, Professor der Meteorologie am MIT. Sie zeigt die tatsächlichen Höchst- und Tiefsttemperaturen (in °F) von Boston für jeden Tag vom 9. Februar bis zum 11 März (blaue Balken), die klimatologische Bandbreite der Temperatur für jedes Datum (dunkelgraue Balken) und die kälteste bzw. wärmste Temperatur für jedes Datum (hellgraue Balken).
Wie man sieht, bewegte sich die tatsächliche Temperatur-Bandbreite in Boston an jedem gegebenen Tag in jenem Zeitraum 2013 von vielleicht 1,1°C am 27. Februar bis etwa ca.14°C am 11. Februar. Nach Augenschein würde die mittlere Bandbreite ca. 5,6° bis 8,3°C betragen. Für den letzten gezeigten Tag, dem 11. März 2013, lag die tiefste Temperatur bei ca. 12,8°C (1939) und die höchste Temperatur bei ca. 19,4°C (1990). Die tiefste Temperatur der gesamten Periode von 31 Tagen während der letzten 175 Jahre betrug ca. -27,8°C, die höchste Temperatur ca. 22,2°C].*
[*Im Gegensatz zu den anderen Absätzen stehen hier die Angaben nur in °F. Der Einfachheit, aber auch der besseren Lesbarkeit halber habe ich alle Werte in °C umgewandelt und nur diese hier geschrieben. Wer das nachprüfen will, gehe auf den entsprechenden Abschnitt im Original. Anm. d. Übers.]
Was einem sofort ins Auge springt ist der Umstand, dass die geringste Bandbreite zwischen höchster und tiefster Temperatur eines einzelnen Tages von etwa 1,11°C um etwa ein Viertel größer ist und die mittlere Bandbreite für einen einzelnen Tag (~5,6°C bis ~8,3°C) etwa 6 bis 10 mal größer ist als die Gesamt-Bandbreite zwischen dem wärmsten und dem kältesten Jahr weltweit (0,871°C).
Oh, und was ist mit der roten Linie in Lindzens Graphik? Deren Dicke spiegelt die gesamt-Zunahme der globalen mittleren Temperatur während der letzten 175 Jahre – welche in etwa gleich ist der geringsten Temperaturdifferenz an einem einzelnen Tag in Boston ist vom 9. Februar bis zum 11. März 2013. Sie beträgt etwa ein Fünftel bis ein Achtel des mittleren Differentials eines Tages und etwa ein 25-tel des größten Tagesintervalls.
Und doch haben die Bostoner überlebt.
Aber nun ist da noch die Tatsache, dass den UAH-Satellitendaten zufolge 16 der 20 wärmsten Jahre während der Satelliten-Ära während der letzten 17 Jahre aufgetreten waren (welche wie erinnerlich nur bis zum Jahr 1979 zurückreicht). Zeigt dies nicht, dass – wie die NASA es ausdrückt – „…sich der langfristige Erwärmungstrend der Erde fortsetzt?“
Keineswegs! Man betrachte noch einem die rote Linie in der UAH-Graphik. Daraus geht eindeutig hervor, dass es seit 1998 keinen signifikanten Erwärmungstrend mehr gab. Lindzen drückte es so aus:
Die Betonung auf „wärmste Jahre jemals“ scheint eine Reaktion auf die Beobachtung zu sein, dass die Erwärmungsperiode von 1978 bis 1998 sich abgeschwächt zu haben scheint und dass die Temperaturen seit 1998 in etwa gleich geblieben sind. Natürlich, falls 1998 das wärmste Jahr jemals war, finden sich alle nachfolgenden Jahre ebenfalls unter den wärmsten jemals, da die Temperatur in jenem Jahr zu steigen aufgehört hat, was sich während der Folgejahre fortsetzte – von denen jetzt alle so warm sind wie das Rekordjahr 1998. Nichts hiervon widerspricht der Tatsache, dass die Erwärmung zum Stillstand gekommen ist.
Und noch etwas: Christy zufolge beträgt die Fehlerbandbreite bei den Schätzungen der jährlichen globalen mittleren Temperatur bei Satellitenmessungen etwa 0,1°C.
Damit im Hinterkopf zeigt sich, dass die Differenz zwischen irgendeinem gegebenen Jahr und dem nächstwärmsten Jahr nur in einem einzigen Fall über die Fehlerbandbreite hinausgegangen war: 1998 (zweitwärmstes Jahr in der Reihe) war um 0,107°C wärmer als 2017 (drittwärmstes Jahr).
Die Differenz zwischen 2016 (dem wärmsten Jahr) und 1998 betrug lediglich 0,028°C oder etwa drei Zehntel der Fehlerbandbreite. Mit anderen Worten, wir wissen gar nicht, ob 2016 wärmer war als 1998 oder umgekehrt. Das viert- und fünftwärmste Jahr (2010 und 2015) liegen ebenfalls innerhalb der Fehlerbandbreite bzgl. ihrer Differenz untereinander.
Man muss vom sechstwärmsten Jahr (2002) zum elftwärmsten Jahr (2001) gehen, um erneut eine über die Fehlerbandbreite hinausgehende Differenz zu finden; d. h. wir wissen nicht, ob das Jahr 2002, 2005, 2003, 2014, 2007, 2013 oder 2001 das sechst- oder zwölftwärmste Jahr gewesen ist – oder irgendetwas dazwischen.
All das zeigt ziemlich eindeutig, dass die globale Temperatur während der letzten 20 Jahre gleich geblieben ist. Wir wissen einfach nicht, ob der „langfristige Erwärmungstrend der Erde“ 1998 zum Stillstand gekommen ist, ob er wieder einsetzt oder ob er sich in einen Abkühlungstrend umkehrt.
Dabei geht es noch nicht einmal um die Frage der Gründe für die Erwärmung von 1880 bis heute – oder, wie aus dieser NOAA-Graphik der globalen Land- und Wasser-Temperaturanomalien hervorgeht – der Abkühlung von etwa 1880 bis 1910, der Erwärmung von etwa 1910 bis 1945, der Abkühlung von 1945 bis 1975, der Erwärmung von 1975 bis 1998 und für das Plateau von 1998 bis 2015. (Anders als die Satellitendaten sind die NASA-Werte sehr zweifelhaft wegen der räumlichen Verteilung, der Ausfälle von Stationsmessungen, von Homogenisierungs-Verfahren und anderer Probleme). Dagegen wissen wir ziemlich gut, was hinter der Erwärmung von 2015 bis 2016 bis in das Jahr 2017 hinein steckt: ein starker El Nino ähnlich dem des Jahres 1998).
Klimaalarmisten ordnen die Erwärmung gebetsmühlenartig der steigenden atmosphärischen CO2-Konzentration zu, wie es in dieser Graphik von Climate Central zum Ausdruck kommt:
Auf den ersten Blick scheint der Verlauf von CO2 und der Temperaturanomalie ziemlich gut zu passen. Aber bei näherem Hinsehen, vor allem wenn man noch einmal die UAH-Graphik oben betrachtet, erkennt man, dass der CO2-Gehalt schon während der Abkühlungs-Perioden der Jahre 1880 bis 2010 gestiegen war und sogar immer stärker stieg während des Plateaus von 1998 bis 2015. Dies zeigt, dass CO2 zumindest nicht der einzige Treiber und möglicherweise nicht einmal der Haupttreiber der Erwärmung insgesamt während der 137-Jahre-Periode ist.
Und wie das so geht, Forschungen von John Christy, Joseph D’Aleo und James Wallace ergaben, dass solare, vulkanische und ozeanische Strömungsvariationen alle beobachteten globalen Temperaturvariationen erklären können, so dass keine dieser Variationen übrig bleibt, um sie CO2 zuzuordnen.
Man lasse sich also nicht ins Bockshorn jagen durch die Schlagzeilen. Man schaue hinter dieselben, und man wird etwas ganz anderes erkennen.
Link: https://wattsupwiththat.com/2018/01/29/why-2017s-third-warmest-year-on-record-is-a-yawner/
Übersetzt von Chris Frey EIKE
Papa wird zur Hebamme - Geburt lief ganz anders als geplant
Der 31. Oktober als neuer Feiertag – richtige Entscheidung?
Total verstrahlt: Die ARD und ihre Atom-Berichterstattung
Döschner ist ein Journalist jener Schule, die sich, frei nach Hanns-Joachim Friedrichs, mit jenen Sachen gemein macht, die sie für gut befunden hat. Er wurde sozialisiert in einer Zeit, als man zwischen Gut und Böse noch klar unterscheiden konnte.
Gut waren die kritischen und widerständigen Grünen, die aus Minderheitenpositionen und Graswurzelbewegungen heraus das Establishment der Kohl- und Flick-Ära herausforderten und der geistig-moralischen Wende die „Energiewende“ entgegensetzten – damals noch ein neues Wort. Gut war eine Berichterstattung, welche der Großindustrie investigativ zu Leibe rückte. Überflüssig zu sagen, was damals als schlecht galt: Waldsterben war schlecht. Bleibenzin war schlecht. Atomkraftwerke waren schlecht. Heute ist das Mainstream quer durch die Parteien. Das Benzin ist entbleit, der Wald gerettet und die Kernkraftwerke zur Strecke gebracht. Der deutsche Politiker von Grün bis CSU schaltet vor jede Aussage über die Kernenergie eine Verwerflichkeits-Präambel.
Doch die süße Zeit, als man noch ein einsamer Kämpfer für’s Gute war, gegen die Übermacht der Bösen mit den fetten Kassen, die hat den Herrn Döschner süchtig gemacht. Und daher hängt er an seiner Anti-Atom-Berichterstattung wie der Quartalssäufer am vierteljährlichen Alkohol-Exzess. Mangels deutscher Atomanlagen, die entweder abgeschaltet sind oder unspektakulär und störfallfrei ihren befristeten Dienst tun, hat sich Döschner eine neue Hassliebe gesucht, der er beständig hinterherstalkt: Die Kernenergie in Belgien. Er kann sich als Verdienst anrechnen, wesentlich zur behördlichen Anschaffung von Jodtabletten-Vorräten im Raum Aachen beigetragen zu haben. Denn in den Schlagzeilen des Herrn Döschner, die den öffentlichen Raum Nordrhein-Westfalens beschallen, muss das Wort „Super-GAU“ mindestens einmal vorkommen, und am liebsten fragt er gleich: „Wann knallt’s?“
Lange Zeit hatte Döschner es mit den „maroden“ Reaktordruckbehältern von Tihange-2 und Doel-3, die er zu „Bröckelreaktoren“ deklarierte. Bereits mit dieser Wortwahl signalisierte er, dass er von kerntechnischen oder materialwissenschaftlichen Zusammenhängen keine genaueren Vorstellungen hat. Wer wissen will, was es mit diesen Problemen rund um Wasserstoff-Flocken, Sprödbruch-Kennlinien und vorgeheiztes Notkühlwasser wirklich auf sich hat, kann sich hier informieren.
Hilfe, es ist stiller geworden um die Belgien-AKWs!
Nun ist es stiller geworden um Tihange-2 und Doel-3, denn die belgischen Behörden halten das Thema nach umfänglichen Prüfverfahren für umfänglich diskutiert, entschieden und abgeschlossen. Für den Quartalsbeitrag Jürgen Döschners zur deutschen Atom-Angstkultur taugen sie also derzeit nicht. Daher kam ein kürzliches Schreiben der belgischen Aufsichtsbehörde FANC wie gerufen, das dem WDR zugespielt wurde. In ihm geht es um die Anlage Tihange-1, wie ihre Nachbarblöcke ein Druckwasserreaktor französischen Typs. In dem Schreiben wurde dargelegt, dass es in dieser Anlage binnen zwei Jahren zu einer Häufung von sogenannten „precursor“-Ereignissen gekommen sei.
Precursor-Ereignisse (precursor events, precursor incidents) sind Störungen oder Störfälle in einem Kernkraftwerk, welche im Zusammenspiel mit etlichen anderen Folgeereignissen zu schweren Brennelementschäden führen könnten. Precursor-Analysen wiederum sind ein Spezialfall probabilistischer Sicherheitsanalysen, d.h. auf Wahrscheinlichkeitsberechnungen beruhender Einschätzungen, mit denen man Schwachstellen komplexer, eng gekoppelter technischer Systeme ausfindig machen kann. Wenn beispielsweise bei einer Wiederkehrenden Prüfung EINE KOMPONENTE EINES Sicherheitssystem, etwa eine Notkühlpumpe oder ein Druckspeicher, sich als nicht verfügbar erweist. sich als nicht verfügbar erweist, wird, ausgehend von diesem konkreten Ereignis, unter Einbeziehung möglichen Versagens anderer Systeme, die man für die Gewährleistung der Unterkritikalität des Reaktors und die sichere Nachzerfallswärme-Abfuhr benötigt, eine Wahrscheinlichkeit für eine Kerngefährdung errechnet. Nur wenn diese größer oder gleich 10 hoch -6 beträgt (d.h. die Wahrscheinlichkeit einer Kerngefährdung bei eins zu einer Million liegt), spricht man von einem precursor, einem Vorläufer-Ereignis.
Stellt man eine Langzeitanalyse an – beobachtet man also die Meldung von Vorläufer-Ereignissen über einen längeren Zeitraum hinweg –, dann können Häufungen von precursors in ein und derselben Anlage tatsächlich einen Hinweis auf ihr Sicherheitsniveau geben. Das ist gleichwohl noch keine Aussage über einen konkreten gegenwärtigen, gar gefährlichen Anlagenzustand. Um die genannte generalisierende Aussage zu machen, braucht man längere Zeitreihen und genauere Informationen darüber, welche Systeme betroffen waren, ob es Clusterungen gab, wie hoch die Schadenswahrscheinlichkeiten im einzelnen beziffert wurden.
Experten, die sich mit probabilistischer Sicherheitsanalytik beschäftigen, werden aufgrund des hohen Komplexitätsgrades ihres Geschäfts häufig missverstanden. So wurde ihnen in den 1970er Jahren, als diese Berechnungen dank immer besserer Rechnerleistungen aufkamen, angesichts der genannten Zahlenverhältnisse vorgeworfen, sie rechneten schwere Unfälle „klein“.
Störfall-Datenbanken und Weiterleitungs-Meldesystem
Dabei ist die Philosophie der PSA (Probability Safety Analysis) gerade anders – sie hält jeden Unfall prinzipiell für möglich und lediglich für eine Frage der Zeit. Wenn eine PSA zu dem Schluss kommt, ein bestimmter Unfall habe eine Wahrscheinlichkeit von eins zu einer Million, dann sagt sie damit keinesfalls aus, es käme erst in einer Million Reaktorbetriebsjahren zum Unfall, wie viele Atomkraftgegner unterstellten. Sie schließt nur nicht aus, dass es morgen, oder in viertausend, oder in einer Million Reaktorbetriebsjahren dazu kommen könnte. Aber sie schließt eindeutig aus, dass es dreimal oder zwanzigmal binnen einer Million Reaktorbetriebsjahren dazu kommen könnte.. Sie schließt nur nicht aus, dass es morgen, oder in viertausend, oder in einer Million Reaktorbetriebsjahrenahren dazu kommen könnte. Aber sie schließt eindeutig aus, dass es dreimal oder zwanzigmal binnen einer Million Reaktorbetriebsjahren dazu kommen könnte.
Im Falle der precursor incidents kommt hinzu, dass Unfälle in einer Anlage nicht notwendigerweise Vorläufer in derselben Anlage gehabt haben müssen – wohl aber in einer anderen Anlage, mitunter mit großem zeitlichen Abstand der Ereignisse. So gilt ein glimpflich abgelaufener Störfall im schweizerischen Beznau Anfang der 1970er Jahre als Vorläufer des Kernschmelz-Unfalls von Three-Mile Island-2 1979, und auch der Reaktivitäts-Unfall mit Leistungsexkursion in Tschernobyl-4 1986 hatte einen Vorläufer-Störfall, der elf Jahre vorher im KKW Leningrad-1 abgelaufen war.
Diese wichtige Information wurde aber im System der sowjetischen Kernenergiewirtschaft nicht analysiert und dann weitergegeben, sondern analysiert – und geheimgehalten. Auch die Anlagenfahrer von TMI-2 hatten 1979 keinerlei Kenntnis von dem Ereignis in Beznau. Aus diesem Grunde gibt es in der Kernenergiewirtschaft heute internationale Störfall-Datenbanken und Weiterleitungs-Meldesysteme: So können sicherheitstechnisch bedeutsame Ereignisse möglichst rasch auf ihre Relevanz für andere Anlagen überprüft werden.
Die Tagesschau und die üblichen Verdächtigen
Gleichwohl machte die ARD-Tagesschau aus dem vorliegenden Befund die Schlagzeile „Tihange-1 gefährlicher als bislang bekannt“, was unterstellt, es sei bereits vorher bekannt gewesen, dass die Anlage „gefährlich“ sei; nun sei sie eben „gefährlicher“. Das nicht für atomfreundliche Aussagen bekannte SPD-geführte Bundesumweltministerium beeilte sich daher klarzustellen, dass es sich hier um eine simplifizierende Fehlinterpretation handle. „In der aktuellen Berichterstattung entsteht der Eindruck, dass man auf Grundlage der Anzahl von sogenannten Precursor-Ereignissen auf die Sicherheit einer Anlage schließen könne. Das ist aber nicht der Fall. Sie sind vielmehr probabilistisch durchgerechnete Anlässe, die dabei helfen, sich ein bestimmtes Szenario genauer anzusehen. Diese sehr komplexen Precursor-Berechnungen sind ein Element einer umfassenden Sicherheitsarchitektur. Die Wahrscheinlichkeitsberechnungen können helfen, weitere Optimierungen an einem lernenden Sicherheitssystem dieser oder anderer Anlagen vorzunehmen.“
Der für den ARD-Beitrag verantwortliche Jürgen Döschner zitiert zwei Experten, die das ganz anders sehen: alte Bekannte, die in fast jedem Döschner-Beitrag auftreten, und die unschwer als in die Jahre gekommene Vertreter jener grünen Gegen-Expertise zu identifizieren sind, welche es erfolgreich von den Bauzaun-Protesten in die Ministerien und staatlichen Fachgremien schafften. Manfred Mertins ist ein ehemaliger Mitarbeiter der Gesellschaft für Reaktorsicherheit und tritt häufig als Gutachter für die Grünen und andere atomkritische Verbände auf. Der Ingenieur Dieter Majer war nach seinem erfolgreichen Marsch in die Institutionen Ministerialdirigent unter den Umweltministern Trittin (Grüne) und Gabriel (SPD) und wirkte dort als Leiter der Abteilung kerntechnische Sicherheit. Auch er machte nie einen Hehl aus seinen Überzeugungen.
Bei der Stillegung des KKW Krümmel nach einem Transformatorbrand im Sommer 2007 war Majer eine der treibenden Kräfte, welche wider besseres Wissen Zweifel und Angst über einen ernsthaften Störfall streuten – vermutlich sollte das der Profilierung des SPD-Umweltministers Gabriel in einer CDU-geführten Regierung dienen. Der SPIEGEL, der den Hintergrund dieser Geschichte recherchierte, konstatierte seinerzeit, dass alle Beteiligten von Anbeginn an wussten, dass der Brand auf die Sicherheit der Anlage keinerlei Auswirkungen gehabt und das Betriebspersonal richtig gehandelt und die Anlage sicher abgefahren hatte.
Wider besseres Wissen zum Kriminalfall aufgeblasen
Trotzdem wurde die Angelegenheit zum Kriminalfall und gefährlichen Nuklearstörfall aufgeblasen, was das Ende für Krümmel bedeutete. Nach Beendigung seiner Ministerialkarriere fungierte Dieter Majer, wie sein Experten-Kollege Mertins, als Berater atomkritischer Initiativen, etwa als „gemeinsamer Beobachter von Luxemburg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland“, jener Länder und Bundesländer, die sich für die Stillegung des französischen KKW Cattenom stark machen.
Döschners Atomexperten liefern keine fachlichen Hintergründe zum besseren Verständnis und zur Einordnung des Schreibens, sondern die bestellte Panikorchester-Musik für einen Bericht, dessen Ergebnis vermutlich schon feststand, bevor sie überhaupt befragt wurden. Mertins lässt sich mit folgenden Worten zitieren: „Precursor kann man schon als einen Indikator für den Sicherheitszustand der Anlage einstufen“, und begibt sich mit dieser vereinfachenden Aussage in Widerspruch sowohl zu den Papieren seines Ex-Arbeitgebers GRS als auch zu den Aussagen des BMU. Dieter Majer, Gabriels Mann für’s nukleare Grobe unter Rot-Schwarz, tönt unisono. Er sieht in den Befunden ein Anzeichen, „dass die Anlage sicherheitstechnische Schwachstellen hat.“
Was bleibt zu sagen? Das Kernkraftwerk Tihange hat noch einen dritten Block, und wir erwarten, dass auch diese bislang noch nicht gewürdigte Anlage bald in den Fokus des Herrn Döschner gerät. Er muss nur noch einen Anlass finden – sagen wir, in einem Vierteljahr? Zweifelsfrei feststellbar ist jedoch, dass die ARD mit den Standards einer sachlichen und vorurteilsfreien öffentlich-rechtlichen Berichterstattung offensichtlich ein Problem hat, wenn sie Themen der Energieversorgung, insbesondere der Kernenergie, anspricht.
Würde der WDR dieselben Qualitätsmaßstäbe, die er bei seiner Atom-Berichterstattung setzt, bei der Diskussion über den Familiennachzug von Flüchtlingen anlegen, dann dürfte er ausschließlich Experten von Pegida, AfD und NPD zu Wort kommen lassen, und müsste mit Schlagzeilen von „Asylantenflut“ und „Volkstod“ den baldigen Super-GAU Deutschlands beschwören. Dieses Verständnis von Journalismus ist nur eines: gefährlicher als angenommen.
Dr. Anna Veronika Wendland ist Osteuropa-Historikerin am Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung in Marburg. Ihr Habilitationsprojekt „Atomgrad. Kerntechnische Moderne im östlichen Europa“ ist dem Sonderforschungsbereich SFB/TR 138 „Dynamiken der Sicherheit“ assoziiert. Sie lebt mit Mann und drei Söhnen in Leipzig.
Krisenfall: "Smarter"-App funktioniert auch ohne Netz
Wie können wir künftig in Krisensituationen kommunizieren, wenn das Mobilfunknetz zusammengebrochen ist und es keine Internetverbindung gibt? Die App "Smarter" funktioniert auch ganz ohne Netz.
Best practices for user account, authorization and password management
You thought quantum mechanics was weird: check out entangled time
Two free SharePoint Framework Extensions for Office 365 Groups
Photo by Ben White at Unsplash
At Puzzlepart we believe that sharing is caring, and it’s pretty core in how we think about code and solutions. We contribute monthly to SharePoint PnP, but the two extensions released here are not really samples on how to use SPFx, but they solve concrete business problems.
We’ll start off with two extensions, and add more extensions and web parts in the time coming forward.
You can find the code at https://github.com/Puzzlepart/spfx-solutions
Enable Teams on an Office 365 Group
If you are working in an environment where the out of the box self-service of Office 365 Groups have been turned off, but you still want to create Teams for O365 Groups via some other provisioning solution – or give users an alternative to create the Team via the Teams client, this is the extensions for you.
Move Everyone to Visitors
By default in a public Office 365 Group every employee in your organization will have write access to the groups site. I believe you should be an explicit member of a group in order to produce content in it, so it makes more sense for a public group for everyone to have read-only access instead.
This extension sits silently on the group site, and when a group owner visits the site it checks that non-members have read-only and not contribute access. If the Everyone group somehow has been given contribute access, it’s moved back.
Windows 10 Tip: Add 3D to your PowerPoint presentation in 5 steps
3D in PowerPoint, Word and Excel, is now broadly available to Windows users with O365 subscriptions and the Fall Creators Update and will completely reinvigorate and make your standard presentations stand out. With the new 3D features, you can quickly and easily create presentations in just 5 easy steps. Today, we’re going to show you how to make your PowerPoint presentation pop!
First, open a presentation in PowerPoint.
You don’t need any fancy extensions or plug-ins, just the latest version of Office 365 will do.
Inserting a 3D model is just as easy as inserting a photo or a video.

On the Insert tab, you’ll find the 3D Models drop-down to either add a model you’ve created in Paint 3D or grab one from Remix3D.com, an online community and catalog of 3D content.
View, resize, and rotate your 3D object.

Drop it into the slide and use the controls to manipulate the model, rotating, sizing and positioning until you like the way it looks. A new contextual tab 3D Model Tools will appear, and you can use the preset 3D Model Views to choose the specific orientation you want your audience to see.
Duplicate your slide and reposition your model to the next view you’d like to highlight.

No need to find different images to identify different perspectives. With 3D, you are in control!
Use a brand-new transition type, Morph, with 3D models to create cinematic transitions between slides.

The final step is to add the Morph transition to automatically have your 3D object animate and shift in perspective seamlessly across all your slides.
To see what else is new and available in the Fall Creators Update, check out this blog!
The post Windows 10 Tip: Add 3D to your PowerPoint presentation in 5 steps appeared first on Windows Experience Blog.
Den Klimaschutz vorantreiben und gleichzeitig den Industriestandort Deutschland stärken
BDI Studie: Klimapfade für Deutschland
Die Studie des BDI [4] wurde bereits von „Ruhrkultour“ rezensiert:
Ruhrkultour: [1] Richtungswechsel des BDI: “Zum Wohle des Klimaschutzes”
Anbei Auszüge daraus und der Hinweis, die Rezension bei „ruhrkultour“ doch in der vollständigen Fassung zu lesen.
Ruhrkultour: [1] “BDI will Energiewende vorantreiben. Gemeinsam mit der Politik und allen gesellschaftlichen Akteuren setzt sich der Bundesverband der Deutschen Industrie für ein Gelingen der Energiewende und die Erreichung der Klimaziele ein”. Mit diesen Worten bekennt sich der BDI zur Klimapolitik. Der Kreis der Klima-NGOs hat sich somit offiziell um ein bedeutendes Netzwerk-Mitglied vergrößert. Der Industrieverband erklärt:
“Mit der Energiewende hat Deutschland ein ausgesprochen ambitioniertes Projekt auf den Weg gebracht, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Energieversorgung zum Wohle des Klimaschutzes weitgehend umzubauen. Die deutsche Industrie unterstützt und begrüßt dieses Projekt und will mit ihrem Fachwissen und ihrer Innovationskraft entscheidend dazu beitragen, dass die Energiewende gelingt. “
Der BDI verpflichtet sich dem “Wohle des Klimaschutzes”, nicht dem des Volkes. Er hat damit den Kern der Großen Transformation formuliert, die nicht die Menschen in den Mittelpunkt staatlichen Handelns stellt, sondern den Klimaschutz. Die Gesellschaft hat die Anforderungen zu erfüllen, die von der Regierung zum Schutz des Klimas für notwendig erachtet werden. Dies ist kein Horrorszenario für eine aufkeimende Diktatur, sondern im Hauptgutachten des WBGU manifestiert. Der Klimaschutz wird von der Bundesregierung als Staatsziel definiert. Die Bedeutung des Staatsziels wird von den Autoren des Gutachtens erklärt: Dem Staatsziel Klimaschutz haben sich alle Bereiche der Gesellschaft unterzuordnen. Legislative, Exekutive und Judikative werden zum Handeln und zur Konkretisierung des Staatsziels Klimaschutz verpflichtet.
Die Vorteile, die sich für einen Teil der Industrie, insbesondere der Großindustrie aus der Großen Transformation ergeben, liegen auf der Hand. Sie sind so offensichtlich, dass die Grünen das Zögern der Großkonzerne und Energiekonzerne, auf den Klimaschutz-Zug aufzuspringen, nicht begreifen konnten. So schrieb Jürgen Trittin 2013 als Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen an den Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertags e. V. (DIHK) bezüglich der von den Grünen “angestrebten ökologischen Transformation der Wirtschaft”: “Insgesamt profitieren die Unternehmen von unseren grünen Reformkonzepten.”
Der Kniefall vor der Klimaschutz-Ideologie
Ruhrkultour: [1] … Die “ökologische Transformation der Wirtschaft” ist kein isoliertes Reformkonzept für die Wirtschaft, sondern ein Gesellschaftskonzept, in dessen Mittelpunkt der Klimaschutz steht. Der Klimaschutz hat sich als ein geeignetes Vehikel erwiesen, Menschen um die Idee einer Transformation der Gesellschaft und deren Propagandisten zu scharen, die ihnen ein besseres Leben verheißen. Klimaschutz gilt als vernünftig, weltanschaulich neutral, menschenfreundlich und zukunftsfähig. Wäre es so, wie die Propagandisten der Hypothese vom menschengemachten Klimawandel glauben machen wollen, brauchten sie öffentliche Diskussionen über den Klimaschutz nicht zu fürchten. Aber sie fürchten sich. Zu Recht.
Bezahlen soll es natürlich der Bürger
Ruhrkultour: [1] … Für den Unterhalt der neuen sozialen Schicht und für die Mehrkosten, die durch die Große Transformation entstehen, einschließlich der Kontrollorgane, kommt die Bevölkerung auf. Sie unterhält somit ein parasitäres Element, das von sich behauptet, es könne die Welt retten, den Beweis aber schuldig bleibt.
Der BDI wird versuchen, seine Mitglieder schadlos zu halten. Er fordert im Gegenzug für sein Bekenntnis zum Klimaschutz die Befreiung von den Kosten, die sich aus den energie- und klimapolitischen Instrumenten ergeben (Emissionshandel, EEG-Umlage, KWK-Umlage, Stromsteuer, Energiesteuer) und den “extrem bürokratischen Belastungen”. Er sagt nicht Nein zu dem preistreibenden Klimaschutz-Wahn, sondern beklagt sich, dass notwendige Entlastungen bislang häufig nur als “Ausnahme von der Regel” formuliert worden seien. Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten, seien diese Entlastungen jedoch dringend notwendig, fordert der BDI. Und fügt samtweich hinzu: “Blieben sie aus, würde dies viele Unternehmen in ihrer Existenz bedrohen. Die Unternehmen brauchen dauerhafte Rechtssicherheit.” Eine Rechtssicherheit kann es unter dem Staatsziel Klimaschutz nicht geben.
Es handelt sich ja nur um zwischen 1,5 … 6,9 Billionen EUR
Ruhrkultour: [1] …Der Betrag, der für den Tausch einer sicheren Energieversorgung, inklusive Kernenergie, gegen eine unsichere, hoch spekulative und uneffiziente Energieversorgung (exklusive Kohle und Kernenergie) aufgebracht werden muss, kann sich der Studie zufolge bis 2050 auf 1,5 Billionen Euro, aber auch auf 2,3 Billionen Euro belaufen. Rechnet man aufgrund der Erfahrungen, die mit kleineren Großprojekten gemacht wurden, wie zum Beispiel Elbphilharmonie, Stuttgarter Bahnhofsumbau, Berliner Flugplatz, einen systembedingten Aufschlagsfaktor hinzu, können die zusätzlichen Investitionen Deutschlands für einen angeblichen, nicht einmal nachweisbaren Schutz des Klimas auch leicht 4,6 oder 6,9 Billionen Euro betragen – oder mehr.
Die Antwort auf die Frage, wer die Kosten und Risiken der Energiewende trägt, ist einfach: Bezahlen werden die Verbraucher und Steuerzahler das “ehrgeizige” Experiment. Sie können Ihre Stromrechnungen nicht mehr bezahlen? Macht nichts, dann bezahlen sie eben durch Erfrierung mit ihrem Leben.
Politische Führung befiel, wir folgen dir
In den letzten Artikeln des Autors ging es oft darum, wie bedingungslos „Größen“ aus der Politik und Gesellschaft dem CO2-Dogma anhängen und nicht die Spur einer Hinterfragung erkennbar ist.
Unsere „Intelligenz“ in den Führungsetagen der Industrie macht davon keine Ausnahme.

Wenn es uns nicht den versprochenen Vorteil bringt, lieber absagen
Ein bisschen scheint dieser „Intelligenz in Führungsetagen“ dann doch Angst zu werden. Was, wenn an dieser Selbstzerstörung der bewährten Infrastruktur das Ausland nicht ausreichend mitmacht? Was, wenn sich „ … die zusätzlichen Chancen am Weltmarkt …“ in Luft auflösen sollten?
Ja dann: Bitte die „Weltrettung“ wieder absagen. Ein Geschäfts-Risiko ist das „Retten der Welt vor dem sich schon immer ändernden Klima“ schließlich nicht wert.
SPIEGEL ONLINE [2]: … Die deutsche Regierung müsse sich auf internationaler Ebene dafür einsetzen, dass auch andere Staaten ihre Klimapolitik ehrgeizig voranbringen, schreibt der Verband zum Beispiel. Sollte dies nicht möglich sein, müsse auch Deutschland bei den eigenen Klimazielen einen Gang herunterschalten, um die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Industrie nicht zu gefährden …
Dafür die Verantwortung übernehmen? Wie kommen Sie auf so etwas?
Bei einem hat die „Intelligenz in den Führungsetagen“ jedoch dazugelernt. So wie Politiker grundsätzlich nicht zur Verantwortung gezogen werden (können), da es keine Parteienhaftung gibt, haben diese „Größen“ erkannt, dass Unkenntnis in höchsten Etagen vor dem Schlimmsten bewahren kann. Inzwischen lässt man sich es deshalb gleich vorab bestätigen.

[1] Ruhrkultour Januar 20, 2018: Richtungswechsel des BDI: “Zum Wohle des Klimaschutzes”
[2] SPIEGEL ONLINE 17.01.2018: Klimaschutz BDI macht Vorschläge für industriefreundliche Energiewende
[3] manager magazin 7.11.2017: Klimaschutz soll Vorrang haben Mehr als 50 Unternehmen fordern raschen Kohleausstieg
[4] BDI Studie: Klimapfade für Deutschland
Der Wachtmeister hat das letzte Wort
Heute hatte ich mal wieder mit einen Paragrafen der Straßenverkehrsordnung zu tun, der zumindest in meiner Praxis ein Schattendasein führt. Es geht um § 36 StVO. Dort steht:
Die Zeichen und Weisungen der Polizeibeamten sind zu befolgen. Sie gehen allen anderen Anordnungen und sonstigen Regeln vor, entbinden den Verkehrsteilnehmer jedoch nicht von seiner Sorgfaltspflicht.
Mein Mandant wollte frühmorgens direkt neben einer Straßenbahnhaltestelle die Straße überqueren. Das gefiel einem Polizeibeamten nicht. Der forderte ihn auf, die etwa 40 Meter entfernte Fußgängerampel zu nutzen. Das wiederum sah mein Mandant nicht ein. Er verwies – zutreffend – darauf, dass es für Fußgänger keine Ampelpflicht gibt. Vielmehr darf man grundsätzlich als Fußgänger an jeder Stelle eine Fahrbahn überqueren, sofern es die Verkehrslage zulässt. Wenn kein Auto kommt und man auch ausreichende Sicht hat, muss man also nicht zur nächsten Ampel latschen (§ 25 Absatz 3 StVO).
Tja, das ändert aber leider nichts daran, dass „Weisungen“ von Polizeibeamten allen anderen Regeln vorgehen, auch der soeben zitierten. Dabei kommt es auch nicht darauf an, ob der Grund der Weisung überzeugt, sofern der Polizist diesen Grund überhaupt mitteilt. Wozu er nicht verpflichtet ist.
Einen kleinen Trost gibt es immerhin. Während man für echten Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte heute schon mal schnell in den Knast wandert, hält sich die Sanktion für Renitenz im Straßenverkehr doch noch deutlich in Grenzen. 20 Euro sind es derzeit bei nichtbeachteten Weisungen, 70 Euro bei ignorierten Zeichen oder Haltegeboten.















